Bernhard Leipold - Resilienz im Erwachsenenalter
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Resilienz ist in mehreren Fächern der Psychologie ein wichtiges Thema und auch außerhalb der Universi …
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Assimilation und Akkommodation
Piaget hat bekanntlich zwei Formen der Anpassung unterschieden, die Assimilation und die Akkommodation (Piaget, 1975). Im Falle der Assimilation sind kognitive Vorgänge gemeint, bei denen ein vorhandenes kognitives Schema auf verschiedene Situationen angewendet und beibehalten wird. So neigen Kinder im Vorschulalter häufig zu der Annahme, dass Personen, die sich auf einer anderen räumlichen Position befinden (z.B. auf der anderen Seite eines im Zimmer arrangierten Spielzeug-Gebirges), das sehen, was sie selbst aus ihrer Position wahrnehmen können. Die eigene Perspektive wird assimilativ auf andere Personen übertragen, bis gelernt wird, dass Personen, die sich woanders im Raum befinden, möglicherweise ein anderes Wahrnehmungsfeld zur Verfügung steht. Ist nämlich die Fähigkeit zur Perspektivenübernahme hinreichend entwickelt, können die Kinder „erkennen“ oder wissen, dass beispielsweise die Sicht auf die Spielzeug-Kühe verstellt sein kann, wenn man sich auf der anderen Seite des Gebirges befindet. Diese Einsicht in die verstellte Sicht kann als Akkommodation bezeichnet werden. Im Falle der Akkommodation werden bestimmte Schemata sachgemäß revidiert, sie passen sich den Gegebenheiten an.
Zwei-Prozess-Modell
Im Rahmen des Zwei-Prozess-Modells, einer ausgewogenen und differenziert formulierten Entwicklungstheorie des Erwachsenenalters, verwendet Brandtstädter (2011) die beiden Begriffe in einer anderen Bedeutung. Assimilation bedeutet hier das Festhalten an persönlichen Lebenszielen, die durch wahrgenommene Diskrepanzen zur Realität und altersbezogene Veränderungen bedroht sind. Der Fokus liegt stärker auf motivationalen und emotionalen Prozessen bei Zielbindungs- und –lösungsprozessen. Piagets Kriterium ist dagegen eher die Adäquatheit der Anpassung (Intelligenz) und der Bezug zu evolutionären Entwicklungstheorien (Piaget, 1975), weniger der motivationale Prozess, inwieweit man die eigenen Ziele verfolgen möchte oder davon ablässt. Auf der Ebene von Handlungen setzt Piaget zwar ein strukturierendes, intentionales Subjekt voraus (darin Brandtstädter ähnlich), aber eben auch eine logische Koordination und erkennendes Denken. Akkommodation im Sinne von Piaget beruht auf der Erfahrung oder lediglich der Tatsache, dass ehemals assimilative Operationen sich als korrekturbedürftig erwiesen haben. Akkommodation im Sinne Brandtstädters bezeichnet die Veränderung der eigenen Zielstruktur, die eintreten kann, wenn die Verfolgung der Ziele bedroht ist und nicht umgesetzt werden kann. Akkommodativ in diesem Sinn wäre es, wenn man sich vom Unerreichbaren abwendet und seine Konzentration auf alternative Ziele verlagert, die besser verwirklicht werden können.
Sowohl Prozesse des Denkens als auch Zielbindungen und –lösungen sind von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung von Resilienz. Es stellt sich das Problem, wann ein Festhalten an den eigenen Zielen und wann eine flexible Zielanpassung angemessener ist. Assimilation und Akkommodation tragen jedenfalls beide dazu bei, dass Ungleichgewichtszustände wieder ausgeglichen werden.
Die Prozesse, die zur Anpassung und Balance beitragen, verändern sich mit zunehmendem Alter, sie entwickeln sich. Viele Veränderungen werden im fortgeschrittenen Alter als Verlust eingeschätzt (Heckhausen et al., 1989) und insbesondere Veränderungen der körperlichen und kognitiven Funktionstüchtigkeit erschweren die Anpassungsprozesse mitunter erheblich. Sie stellen also zum einen die widrigen Umstände dar, die Anpassungsprozesse herausfordern, können aber auch die Funktionstüchtigkeit der Anpassungsprozesse erschweren.
Inwieweit man aber von erfolgreicher Anpassung, also Resilienz, sprechen kann, hängt von der jeweiligen Messlatte, eben den Erfolgskriterien ab, die zur Bewertung herangezogen werden. Letztere müssen spezifiziert werden, wenn empirisch-wissenschaftlich belegt werden soll, inwieweit Resilienz vorliegt. Dabei geht es um Fragen wie die, ob eine Lähmung geheilt werden muss, um von Resilienz sprechen zu können, oder ob es „genügt“, sich mit der Krankheit zu arrangieren, also mit der Querschnittslähmung zu leben, ohne daran zu verzweifeln. Es geht schließlich um die Trauben von Äsop und Phaedrus, die so hoch hängen, dass man als hungriger Fuchs an sie nicht herankommt. Ist es eine Niederlage, wenn man sich eingestehen muss oder kann, dass sie außer Reichweite liegen, oder ist es ein Zeichen von Resilienz, dass man daran nicht verzweifelt?
Auch wenn der Begriff der Resilienz seit den letzten sechzig Jahren verstärkt in der Psychologie verwendet wird, wäre es vorschnell zu behaupten, dass die Fabeldichter Konjunktur haben, und zwar deswegen nicht, weil sich das Thema, die Bewältigung von Krisen, wie ein Kontrapunkt durch die Geschichte der Menschheit zieht. Seit alters her bewegen sich „Glücksrezepte“ und Empfehlungen zwischen stoischer Gelassenheit, körperlichen Trainings und strategischen Taktiken. Gleichwohl geben die empirischen Befunde der letzten Jahre ein differenziertes Bild auf die zugrundeliegenden Prozesse von Resilienz und zeigen auf, wo individuelles Gestaltungspotential ausgeschöpft werden kann und wo bislang (noch?) Grenzen liegen.
Eugen Roth hat die Aufgabe, die sich für den Einzelnen daraus ergibt, in der Nachdenklichen Geschichte in Verse gekleidet. Er macht darauf aufmerksam, dass der Umgang mit Krisen und die damit verbundene Sorge um die nachfolgenden Generationen zur Entwicklungsaufgabe des Menschen gehört.
„Ein Mensch hält Krieg und Not und Graus,
Kurzum, ein Hundeleben aus,
Und all das, sagt er, zu verhindern,
Daß Gleiches drohe seinen Kindern.
Besagte Kinder werden später
Erwachsne Menschen, selber Väter
Und halten Krieg und Not und Graus ...
Wer denken kann, der lernt daraus.“ (Roth, 1975, S. 54)
Der ironische Unterton, den man aus der letzten Zeile herauslesen kann, sei dem Dichter gestattet; er schickt sich jedoch nicht für ein wissenschaftliches Buch, wenn er so missverstanden würde, dass sich der Autor zurücklehnen kann, weil der Lauf der Dinge unterschiedliche Generationen immer wieder herausfordert bzw. zurückwirft, und sowieso jeder seines Glückes Schmied ist.
Es werden im Folgenden zahlreiche empirische Befunde zu Resilienz im Erwachsenenalter vorgestellt und teilweise auch einer Bewertung unterzogen. Die Wissenschaft mit ihren empirischen Studien kann dem Einzelnen allerdings den Lernprozess nicht abnehmen. Aber sie kann zeigen, unter welchen Bedingungen welche Konsequenzen wahrscheinlicher werden, und so auf Ansatzpunkte aufmerksam machen, die in einer anwendungsbezogenen Forschung trainiert oder modifiziert werden, um den jeweiligen Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können.
Anwendungsbezug
Aus Sicht der Anwendungsforschung gewinnt die Frage an Bedeutung, ob und wie Resilienz gefördert bzw. trainiert werden kann ( Kap. 5). In Zeiten schwerer Krisen, in Situationen der Vulnerabilität oder des Verlustes brauchen, so scheint es, viele Betroffene durchaus Unterstützung dabei, dass sie die richtigen Entscheidungen treffen. Opfer von Katastrophen, Kriegen und Gewalt sind mitunter so stark belastet, dass ihre Kompetenzen nicht ausreichen, sich allein aus eigener Anstrengung den Krisen zu widersetzen. Die Entwicklung von Präventions- und Interventionsmöglichkeiten, welche die adaptiven Prozesse fördern und damit zur Überwindung von Krisen beitragen, gehört zu den Anliegen der Gesundheitswissenschaft. Trainings, die kognitive Leistung, Handlungs- und Problemlösestrategien steigern, werden allgemein als wichtig angesehen, setzen aber in der Regel ein gewisses Ausmaß an Eigenmotivation der Betroffenen voraus, die zunächst gefördert werden muss, bevor sie aktiv werden und sich anstrengen, die Widrigkeiten strategisch zu bewältigen. Interventionen, welche jedoch Prozesse wie das Akzeptieren von nicht mehr korrigierbaren gesundheitlichen Beeinträchtigungen ermöglichen sollen, würden vernünftigerweise vielleicht weniger an der Selbstmotivierung ansetzen als vielmehr an den automatischen psychischen Prozessen, welche eine Ablösung sowie Umdeutung begünstigen und die Verlagerung zu neuen Interessen und Sinnperspektiven ermöglichen (Brandtstädter, 2000).
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