Hilke Elsen - Gender - Sprache - Stereotype

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Gender - Sprache - Stereotype: краткое содержание, описание и аннотация

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Sprache wirkt sich auf das Denken und Handeln aus und transportiert Rollenbilder.
Der Band erläutert die vielfältigen Ursachen von Geschlechterstereotypen und zeigt Möglichkeiten auf, im Alltag, in verschiedenen Lehr- und Lernsituationen oder bei der Beurteilung von Kindern gendersensibel zu agieren, um aktiv Chancengleichheit für alle Kinder herzustellen. Der Fokus liegt dabei auf dem Einfluss der Sprache: Sie behandelt die Geschlechter nicht gleich, sondern vermittelt und zementiert Geschlechterstereotype. Unser Sprachgebrauch beeinflusst unser Denken, unsere Wahrnehmung und damit unser Handeln. Lehrkräfte und Betreuungspersonen finden in diesem Band Anregungen, sich dieser Zusammenhänge bewusst zu werden und in Kita, Schule oder Universität einen gendersensiblen Umgang miteinander zu praktizieren.

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Das generische Maskulinum fasst Frauen unter Männern zusammen. Es ist nicht geschlechtsneutralgeschlechtsneutral, denn es macht Frauen sprachlich und kognitivKognition, kognitiv unsichtbar.

Es gibt eine Vielzahl von Begriffen für Frauen, die in der Regel schlechtere Bedeutungen, auch Konnotationen und Assoziationen aufweisen, vgl. Beißzange, Heulsuse, Giftnudel, Klatschbase, alte Jungfer . Das wird bei verwandten Paaren besonders deutlich, vgl. Gouverneur/Gouvernante, Sekretär/Sekretärin, Hausherr/Hausfrau, Jungfrau/Junggeselle . Beim Sprachwandel verschlechtern sich Frauenwörter mehr als Wörter für Männer, vgl. Weib , das ursprünglich neutral verwendet wurde (Bußmann 1995: 134f.). Für Keller (1994) liegt das an einem Abnutzungseffekt. Männer wollen über und mit Frauen gern höflich sprechen, mit der Zeit werden die höflichen Ausdrücke neutralerNeutralisierung. Wohl eher aber dürfte das mit veränderten „Aufgaben“ bzw. mit der Einstellung gegenüber Frauen zusammenhängen. Das Wort Dirne bezeichnete zunächst eine Jungfrau, bedeutete auch ‚Mädchen‘, dann ‚Dienerin‘ (Kluge 1999 und Pfeifer 1999 sind sich hier nicht einig) und schließlich ‚Prostituierte‘. Noch heute werden freizügige Frauen schnell als Schlampe beschimpft. Außerdem führt die InteraktionInteraktion mit sozialen Umständen dazu, dass an sich neutrale Sprache nicht neutral verwendet wird und sich dieser Gebrauch mit der Zeit als Bedeutungswandel niederschlägt (vgl. Kap. 11.4.1).

Ein weiteres Ungleichgewicht existiert auf der morphologischen Ebene (vgl. Bußmann 1995: 137, Scheele/Rothmund 2001: 86). So werden Vornamen in der Regel von Männernamen abgeleitet ( Michael/Michaela ), andersherum nicht, und es gibt keine Nachnamen auf - frau . Weibliche Nomen werden von männlichen abgeleitet, andersherum gibt es bei Bedarf in der Regel neue Wörter statt Ableitungen, vgl. Krankenpfleger, Entbindungspfleger .

Auf der syntaktischen Ebene erweisen sich Reihenfolgen als genderungerecht. Bei zweigliedrigen Titeln oder Namenpaaren steht in der Regel der männliche vorn, damit wird automatisch eine Hierarchisierung vorgenommen, vgl. Herr und Frau Müller, Romeo und Julia , Adam und Eva, Tristan und Isolde, Männer und Frauen, Brüder und Schwestern (Hellinger 1990: 43), in den Grammatiken auch er, sie, es . Frequenzanalysen ergeben für männliche und weibliche Formen unterschiedliche Häufigkeiten in Satz und Text.

Auch PhraseologismenPhraseologismus und Sprichwörter versprachlichen stereotype AsymmetrienAsymmetrie. So lernen Kinder schon früh, dass Frauen viel reden und listig, boshaft und dumm seien. Männer seien überlegen, männlich und standhaft (Daniels 1985), vgl. einem Problem Herr werden ; ein Mann, ein Wort; Herr im Haus.

Auch auf der Wortebene werden Stereotype versprachlicht, vgl. staatsmännisch, Mannschaft, beherrschen, Herrgott, bemuttern, Rabenmutter, Milchmädchenrechnung.

Sprache lenkt unsere Gedanken über Reihenfolgen, denn was zuerst genannt wird, ist wichtiger ( Mann und Frau ). Ebenso sind Häufigkeiten und KollokationenKollokation relevant. Was zusammen genannt wird, gehört zusammen, vor allem, wenn das oft geschieht ( Frau und Mutter Mutter). Sprache lenkt über Konnotationen, Assoziationen und mitaktivierte Wortfelder.

Die Unterschiede auf lexikalischer und phraseologischer Ebene lassen sich teilweise aus der früheren Rollenverteilung herleiten. Frauen waren keine Seeleute, daher Mann über Bord . Sie hatten privat und beruflich Nebenrollen – Herr im Haus, Herr und Meister . Dies erklärt jedoch nicht, warum die Studien mehr negativ konnotierte Beispiele und mehr Themenbereiche für Frauen finden als für Männer. Hier sind fehlende Manneskraft oder HomosexualitätHomosexualität, Trunksucht und Gewalt kritisch ( warmer Bruder, Schlappschwanz, Saufbruder, Trunkenbold, Raufbold ). Bei Frauen werden Abweichungen von der „natürlichen“ Ordnung und den auferlegten Normen in Form von „zu viel“ Sprechen, Ungehorsam, Bosheit, Unsauberkeit, auch mangelnde Intelligenz, immer wieder aber sexuelle Freizügigkeit sanktioniert. Dies spiegelt gesellschaftliche Klischees wieder: Männer müssen stark und potent sein, Frauen schön, brav, fleißig, schwach. Sexualität ist nur im Rahmen der Ehe angebracht.

Aufgrund des generischen Maskulinums kommt es zu AsymmetrienAsymmetrie bei Personen- und Berufsbezeichnungen, weil es mehr männliche Formen gibt, weil manche davon flexibel interpretierbar sind als männlich oder neutral und weil demgegenüber weibliche Formen klar weiblich aufgefasst werden. Asymmetrien lassen einerseits Frauen sprachlich und damit gedanklich verschwinden, andererseits wirken Femininmarkierungen als auffällig, negativ konnotierend und als abweichend, zumindest anfangs. Durch weitere Asymmetrien wirken darüber hinaus Stereotype. So entwickeln und stabilisieren sich unterschwellige Botschaften zu Hierarchien und Klischees.

5.3.2 GenusGenus und Sexusbiologisches Geschlecht, Sexus als unabhängige Kategorien

Grammatisch gesehen seien GenusGenus und Sexusbiologisches Geschlecht, Sexus zwei unabhängige Systeme. So argumentieren vor allem viele Gegner/innen einer gendergerechten Sprache und berufen sich auf strukturalistische Ansichten, die der Langue Langue die Priorität einräumen. Für sie ist sowohl die neutrale Interpretation als auch die Verwendung des generischen Maskulinums generell auf sprachsystematischer Ebene anzusiedeln und damit regelhaft und notwendig. Dies kollidiert jedoch mit der tatsächlichen Verwendungsweise, denn die Sprachbenutzer/innen interpretieren Genus als Hinweis auf das natürliche Geschlecht. Das ist einer der Hauptdiskussionspunkte der Feministischen LinguistikFeministische Linguistik, da daraus Forderungen nach Änderungen des Sprachsystems folgen. Auch wenn dies auf rein grammatischer Ebene eigentlich gar nicht sein sollte, weil hier grammatische Eigenschaften von Lexemen und Bedeutungsaspekte verwechselt werden, tendieren die Sprachnutzer/innen dennoch immer wieder zu dieser Interpretation. Deswegen werden maskuline Formen auch männlich aufgefasst. Da außerdem Sprachwandel in der Regel vom Gebrauch ausgeht und sich irgendwann als Regelhaftigkeit und damit Teil des Sprachsystems niederschlägt, verbinden sich hier zwei Pseudoprobleme, die weniger an der Sprachwirklichkeit als vielmehr an der theoretischen Position hängen.

Eine Veränderung des Sprachsystems, um Änderungen im Denken zu erreichen, ist für strukturalistisch und generativ orientierte Sprachwissenschaftler/innen nicht möglich. Gerade die zweite Gruppe setzt Sprache unabhängig von anderen kognitiven Fähigkeiten als Modul an. Bei solchen Diskussionen geht es darum immer auch um die Verteidigung eigener sprachpolitischer Ideologien, so dass ein Konsens nicht angestrebt wird. Daher sind in den Diskussionen immer wieder die Argumente zu hören, das generische Maskulinum sei neutral und systemhaft und daher nicht zu beanstanden. Deswegen seien Änderungen nicht nötig. Dabei werden historische und psycholinguistischePsycholinguistik, -isch Fakten ignoriert.

5.4 Alternativen

Die kritischen Diskussionen führten zu der Forderung, u.a. Frauen eigens zu benennen. Dafür bieten sich verschiedene Möglichkeiten an, zum Beispiel die Doppel- oder BeidnennungBeidnennung ( Studentinnen und Studenten ), Beidnennung mit SchrägstrichSchrägstrich ( die Studenten/Studentinnen, die Student/innen ), geschlechtsneutralegeschlechtsneutral PersonenbezeichnungenPersonenbezeichnung ( Studierende, Lehrende im Plural , Lehrkraft Lehrer/in, -kraft, -schaft) oder das Binnen- I Binnen-I ( StudentInnen, LehrerInnen ). Der UnterstrichUnterstrich, auch gender gap genannt ( Lehrer_innen ), und das SternchenSternchen ( Lehrer*innen ) verweisen auf die Leerstelle zwischen weiblichen und männlichen Formen und berücksichtigen auch „queer“1. Sie sollen dabei bewusst irritieren (vgl. Bergmann/Schößler/Schreck 2012: 13, Diewald/Steinhauer 2017: 46f.).

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