Fjodor M Dostojewski - Ein Werdender

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Arkadij kehrt als 19-jähriger Jüngling zurück nach St. Petersburg. Er hat sein bisheriges Leben auf einem Internat in Moskau verbracht. Nun ist der junge Mann auf der Suche nach seinem Vater und sich selbst. In Arkadijs Erinnerung erscheint sein Vater Wersilow als Ritter in strahlender Rüstung, doch die Wirklichkeit ist anders. Als Arkadij in den Besitz von zwei Dokumenten kommt, muss er sich entscheiden, welchem Beispiel er folgen will. Dem seines leiblichen Vaters oder den ideologischen Vorstellungen von Makar Dolgorukij? Kann Arkadij sich selbst finden oder verliert er sich in seiner Orientierungslosigkeit?-

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Jetzt zu etwas ganz anderem.

Einen Monat vorher, das heißt, einen Monat vor dem neunzehnten September – ich war damals noch in Moskau – hatte ich mich entschlossen, mich von ihnen allen loszusagen und mich endgültig und ganz »meiner Idee zu ergeben«. Ich sage das so: »mich meiner Idee zu ergeben«, weil dieser Ausdruck meinen Hauptgedanken fast erschöpfend wiedergibt – die Sache, für die ich auf Erden lebe. Was für eine »Idee« das ist, davon wird weiterhin noch mehr als genug die Rede sein. In der Abgeschiedenheit meines träumerischen, langjährigen Lebens in Moskau wurde diese Idee schon in der sechsten Gymnasialklasse in mir geboren, und seit der Zeit hat sie mich vielleicht nicht einen einzigen Augenblick verlassen. Sie hat mein ganzes Leben verschlungen. Auch bevor sie mir kam, habe ich in Träumen gelebt, gelebt von meiner frühesten Kindheit in einem Königreich von Träumen einer gewissen Färbung, aber mit dem Auftreten dieser Hauptidee, die alles in mir verschlang, wurden meine Träume fest und gossen sich mit einem Ruck in eine bestimmte Form; sie waren töricht gewesen, jetzt wurden sie vernünftig. Das Gymnasium hatte meine Träume nicht gestört; es störte auch meine Idee nicht. Ich muß aber hier noch bemerken, daß ich das letzte Jahr ein schlechter Schüler war und mein Abiturium mit Ach und Krach machte, während ich bis zur siebenten Gymnasialklasse immer unter den ersten gewesen war. Und das war eine Folge der Idee, die Folge eines vielleicht unrichtigen Schlusses, den ich aus ihr zog. Auf diese Weise schadete also nicht das Gymnasium der Idee, sondern die Idee dem Gymnasium; und auch der Universität hat sie geschadet. Als ich das Gymnasium absolviert hatte, beschloß ich nicht nur sogleich mit allem zu brechen, sondern, wenn es sein mußte, sogar mit der ganzen Welt, trotzdem ich damals alles in allem erst zwanzig war. Ich schrieb, was ich zu schreiben hatte, und durch Vermittlung der Person, die es sein mußte, nach Petersburg, man sollte mich endgültig in Ruhe lassen, mir kein Geld mehr für meinen Unterhalt schicken und mich, wenn möglich, ganz und gar vergessen (das heißt, vorausgesetzt, daß man sich meiner überhaupt noch bis zu einem gewissen Grade erinnerte), und schließlich fügte ich hinzu, – daß ich die Universität »um keinen Preis« beziehen würde. Vor meinen Augen stand ein unausweichliches Dilemma: entweder auf Universität und Weiterbildung verzichten oder die schleunigste Umsetzung meiner »Idee« in die Tat noch um vier Jahre verschieben; ich stellte mich, ohne zu wanken, auf die Seite meiner Idee, weil ich mit mathematischer Sicherheit überzeugt von ihr war. Wersilow, mein Vater, den ich in meinem ganzen Leben überhaupt nur ein einziges Mal sehr flüchtig gesehen hatte, als ich erst zehn Jahre alt war (und der es verstanden hatte, mich bei dieser ganz flüchtigen Begegnung gleichsam vor den Kopf zu stoßen), – Wersilow also antwortete mir auf meinen Brief, den ich übrigens nicht einmal direkt an ihn gerichtet hatte, in einem eigenhändigen Schreiben, das mich nach Petersburg berief und mir eine private Anstellung versprach. Diese Aufforderung eines Menschen, der so trocken und stolz war und gegen mich so hochnäsig und nichtachtend, der mich bis dahin, nachdem er mich gezeugt und unter die Menschen hinausgestoßen, nicht nur überhaupt nicht gekannt, sondern darüber auch nie etwas wie Reue empfunden hatte (wer weiß denn, ob er nicht vielleicht überhaupt von meiner Existenz nur einen sehr dunkeln und ungenauen Begriff hatte, denn es stellte sich nachher heraus, daß das Geld für meinen Unterhalt in Moskau nicht von ihm, sondern von anderen Leuten gekommen war), die Aufforderung dieses Menschen, wollte ich sagen, der sich so auf einmal an mich erinnerte und mich eines eigenhändigen Briefes würdigte, – diese Aufforderung schmeichelte mir und entschied mein Schicksal. Sonderbarerweise gefiel mir an seinem Brief (eine dürftige Seite kleinen Formates) besonders das eine, daß er von der Universität mit keinem Worte sprach, mich nicht bat, meinen Entschluß zu ändern, mir keine Vorwürfe machte, weil ich nicht studieren wollte, – mit einem Wort, er machte keinerlei väterliche Fisematenten von der Art, wie sie sonst bei solchen Gelegenheiten in der Mode sind; und doch war das eigentlich schlecht von seiner Seite, in dem Sinne, daß es um so schlagender seine Wurstigkeit mir gegenüber bewies. Ich entschloß mich um so leichter, hinzufahren, als das meinem Haupttraume durchaus keine Hindernisse in den Weg legte. Ich kann ja sehen, was daraus wird, überlegte ich, jedenfalls tue ich mich mit ihnen ja nur für eine Zeit zusammen, für ganz kurze Zeit vielleicht. Aber sobald ich sehe, daß dieser Schritt, wenn er auch nur bedingt und klein ist, mich dennoch von der Hauptsache ablenkt, dann breche ich sofort mit ihnen, werfe alles hin und verkrieche mich in meine Schale. Ja, eben in meine Schale! Ich verstecke mich in ihr wie eine Schildkröte. Dieser Vergleich gefiel mir sehr. Ich werde ja nicht allein sein, so überlegte ich weiter, während ich alle diese letzten Tage in Moskau wie benebelt umherging, nie wieder werde ich allein sein, wie die vielen entsetzlichen Jahre hindurch, die hinter mir liegen: mit mir sein wird meine Idee, der ich nie untreu werden kann, selbst dann nicht, wenn mir alle die Menschen dort gefallen, wenn sie mich glücklich machen und ich zehn Jahre mit ihnen zusammen lebe! Dies war also mein Eindruck, und ich will es gleich sagen, hierin eben liegt die Zwiespältigkeit in meinen Plänen und Zielen, die schon in Moskau feststanden und die mich in Petersburg nicht einen Augenblick verlassen hat (denn ich weiß wirklich nicht, ob es für mich einen einzigen Tag in Petersburg gegeben hat, den ich nicht im voraus als meinen endgültigen Termin aufgestellt hätte, um mit ihnen zu brechen und fortzugehen) – diese Zwiespältigkeit, wollte ich sagen, war auch, glaube ich, eine der Hauptursachen, daß ich in dem Jahr so viele Unvorsichtigkeiten beging, so viele häßliche und sogar niedrige Sachen, und selbstverständlich so viele Dummheiten.

Natürlich, auf einmal tauchte da vor mir ein Vater auf, den ich früher nie besessen hatte. Dieser Gedanke machte mich trunken, bei den Reisevorbereitungen in Moskau und im Eisenbahnwagen. Daß es mein Vater war, – das bedeutete noch nicht so viel, und von familiären Zärtlichkeiten war ich kein Freund; aber dieser Mensch hatte mich nicht kennen wollen und mich gedemütigt, während ich alle diese Jahre hindurch ohne Unterlaß von ihm geträumt hatte. Jeder meiner Träume, von Kind auf, hatte sich auf ihn bezogen, bei ihm geweilt, war in seinem Endresultat auf ihn hinausgelaufen. Ich weiß nicht, liebte ich ihn, oder haßte ich ihn, aber er hatte meine ganze Zukunft mit sich erfüllt, alle meine Berechnungen für mein Leben, – und das war ganz von selbst gekommen, es war mit dem Wachstum Hand in Hand gegangen.

Zu meinem Entschluß, Moskau zu verlassen, trug außerdem noch ein sehr mächtiger Umstand bei, ein verführerischer Gedanke, unter dem schon lange vorher, drei Monate vor meiner Abreise (also als von Petersburg noch gar keine Rede war), mein Herz sich gehoben und lebhafter geschlagen hatte. Es zog mich auch deshalb auf diesen unbekannten Ozean hinaus, weil ich sogleich als Herrscher und Herr sogar über fremde Schicksale auftreten konnte, und wessen Schicksale noch dazu! Aber es waren großmütige und keine despotischen Gefühle, die in mir kochten, – das will ich nur gleich sagen, damit man keine falschen Schlüsse aus meinen Worten zieht. Und zudem konnte Wersilow sich denken (wenn er mich überhaupt eines Gedankens würdigen sollte), hier käme ein kleiner Junge angereist, bloß so ein Gymnasialabiturient, so ein Halbwüchsling, der sich über die ganze Welt wundern würde. Und ich kannte derweil schon alle seine tiefsten Geheimnisse und besaß ein überaus wichtiges Dokument, für das er (heute weiß ich das ganz gewiß), mehrere Jahre seines Lebens gegeben hätte, hätte ich ihm damals dies Geheimnis entdeckt. Übrigens sehe ich jetzt, daß ich hier Rätsel aufgebe. Ohne Tatsachen lassen sich Gefühle nicht beschreiben. Und außerdem wird von dem allen an seinem Platze übergenug die Rede sein, darum habe ich auch zur Feder gegriffen. Aber so zu schreiben, das ist wie ein Fiebertraum oder eine Wolke.

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