Fjodor M Dostojewski - Ein Werdender

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Arkadij kehrt als 19-jähriger Jüngling zurück nach St. Petersburg. Er hat sein bisheriges Leben auf einem Internat in Moskau verbracht. Nun ist der junge Mann auf der Suche nach seinem Vater und sich selbst. In Arkadijs Erinnerung erscheint sein Vater Wersilow als Ritter in strahlender Rüstung, doch die Wirklichkeit ist anders. Als Arkadij in den Besitz von zwei Dokumenten kommt, muss er sich entscheiden, welchem Beispiel er folgen will. Dem seines leiblichen Vaters oder den ideologischen Vorstellungen von Makar Dolgorukij? Kann Arkadij sich selbst finden oder verliert er sich in seiner Orientierungslosigkeit?-

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Ich möchte nur sagen, daß ich nie erfahren oder auch nur mit einiger Sicherheit erraten konnte, wie die Sache zwischen ihm und meiner Mutter eigentlich anfing. Ich will sehr gern glauben, was er selbst mir vor einem Jahr versichert hat, mit einem gewissen Erröten, obschon er von allen diesen Dingen mit großer Ungezwungenheit und sozusagen »als Mann von Geist« sprach, nämlich, daß es da nicht das geringste gegeben hätte, das einem Roman ähnlich sähe, und daß alles »so von selbst« gekommen wäre. Ich glaube ihm das gerne, und dies russische »so von selbst« ist reizend; aber doch habe ich immer den Wunsch gehabt, herauszubringen, wie es eigentlich zwischen ihnen hat anfangen können. Ich für meine Person habe alle solche Unflätigkeiten mein Leben lang gehaßt und werde sie immer hassen. Natürlich treibt mich dabei nicht nur eine lüsterne Neugier. Ich möchte hier bemerken, daß ich meine Mutter bis zum vorigen Jahre überhaupt kaum gekannt habe; von klein auf bin ich immer bei fremden Leuten gewesen, weil das Wersilow so besser paßte – darauf komme ich übrigens später zurück – und deshalb kann ich mir gar keine Vorstellung davon machen, wie meine Mutter damals ausgesehen haben mag. Wenn sie gar nicht so besonders hübsch war, was konnte sie dann Verführerisches für einen Menschen haben wie den Wersilow von damals? Diese Frage ist mir deshalb von Wichtigkeit, weil sie diesen Menschen von einer äußerst interessanten Seite zeichnet. Deswegen stelle ich diese Frage, und nicht aus verwerflicher Neugier. Er selbst, dieser finstere und verschlossene Mensch, hat mir einmal mit der liebenswürdigen Treuherzigkeit, die er manchmal, weiß der Kuckuck woher nimmt (es ist, als zöge er sie plötzlich aus der Tasche) – er hat mir, als er sah, daß er nicht darum herumkam, gesagt, er wäre damals ein ganz »dummer junger Hund« gewesen, nicht gerade sentimental, aber »so«, er hätte damals gerade »Anton Goremyka« und »Polinka Sachs« gelesen, zwei Literaturerzeugnisse, die einen unbegrenzten zivilisatorischen Einfluß auf die heranwachsende junge Welt in Rußland von damals geübt haben. Er sagte mir noch, unter dem Eindruck von »Anton Goremyka« wäre er wohl damals auch aufs Land gezogen, – und das sagte er außerordentlich ernsthaft. Auf welche Art kann dieser »dumme junge Hund« mit meiner Mutter angebändelt haben? Ich stelle mir natürlich vor, wenn ich auch nur einen einzigen Leser hätte, so würde er wahrscheinlich furchtbar über mich lachen, weil ich so ein komischer Halbwüchsling bin, der sich seine dumme Unschuld bewahrt hat und mit müßigem Eifer über Dinge urteilt und philosophiert, von denen er gar keinen Begriff hat. Ja, das ist ganz richtig, ich habe noch keinen Begriff davon, obschon ich das nicht bekenne, um mich dessen zu rühmen, denn ich weiß, wie dumm es ist, wenn ein langer Latsch von zwanzig Jahren so unerfahren ist; ich will dem betreffenden Herrn nur sagen, daß er selbst keinen Begriff davon hat, und das will ich ihm beweisen. Es ist freilich wahr, ich weiß von den Frauen gar nichts und will nichts von ihnen wissen, denn ich werde mein ganzes Leben auf sie spucken, das habe ich mir versprochen. Aber ich weiß doch eines ganz genau: nämlich, daß manche Frau einen gleich auf den ersten Blick verführt, durch ihre Schönheit, oder was es sonst sein mag; an einer andern muß man ein halbes Jahr herumkauen, bevor man entdeckt, was an ihr ist.

Und um eine solche zu durchschauen und sich in sie zu verlieben, genügt es nicht, daß man sie anschaut und zu allem bereit ist, sondern man muß außerdem noch mit irgend etwas begabt sein. Davon bin ich fest überzeugt, und mag ich tausendmal nichts davon verstehen; und wenn das Gegenteil wahr wäre, so müßte man alle Frauen auf einmal auf die Stufe gewöhnlicher Haustiere hinuntersetzen und sie nur als solche halten; vielleicht möchten viele das sehr gern.

Ich weiß aus verschiedenen Quellen genau, daß meine Mutter nicht hübsch war, obschon ich ihr Bild aus der Zeit, das irgendwo existieren soll, nie gesehen habe. Sich auf den ersten Blick in sie zu verlieben war also nicht möglich. Einfach so zu einem »kleinen Amüsement« hätte Wersilow sich eine andere aussuchen können, und es war sogar eine da, die nicht einmal verheiratet war, das Stubenmädchen, Anfisa Konstantinowna Saposhkowa. Und er war mit dem »Anton Goremyka« in der Tasche angekommen, da mußte es ihm vor seinem eigenen Gewissen doch höchst verwerflich erscheinen, auf Grund seines Herrenrechtes die Heiligkeit einer Ehe zu zerstören, und mochte es auch nur die Ehe eines seiner Hofknechte sein. Denn ich wiederhole, er hat über diesen »Anton Goremyka« erst vor ein paar Monaten, also zwanzig Jahre nachher, noch mit dem größten Ernst gesprochen. Und diesem Anton hatte man doch nur sein Pferd gestohlen, und hier handelte es sich um eine Frau! Also geschah etwas ganz Besonderes, infolge dessen Fräulein Saposhkowa die Partie verlor (nach meinem Geschmack gewann sie sie allerdings). Ich setzte ihm mit allen diesen Fragen im vergangenen Jahr noch ein paarmal zu, wenn man mal mit ihm reden konnte (immer kann man nämlich nicht mit ihm reden), und bemerkte, daß er trotz all seiner weltmännischen Routine und trotzdem die Sache schon zwanzig Jahre zurücklag, ganz sonderbar in Verlegenheit geriet und mir auswich. Aber ich ließ nicht locker. Ich erinnere mich, wie er eines schönen Tages mit der Miene weltmännischen Ekels, die er sich manchmal mir gegenüber erlaubte, ganz merkwürdige Dinge hervorstotterte: meine Mutter wäre eins von den schutzlosen Wesen gewesen, in die man sich nicht, wie man so sagt, verliebt – ganz im Gegenteil, das durchaus nicht –, aber sie tun einem auf einmal so leid, wohl weil sie so sanft und schüchtern sind, weswegen auch sonst? »Man weiß selbst nicht warum, aber sie tun einem leid, und das gibt einen lange währenden Eindruck; sie tun einem leid und ziehen einen dadurch an . . . Kurz und gut, lieber Junge, und da kann es passieren, daß man nie wieder loskommt.« Das hat er mir also gesagt, und wenn die Sache wirklich so war, muß ich annehmen, daß er zu der Zeit durchaus nicht der »dumme junge Hund« gewesen sein kann, wie ihn sein eigenes Zeugnis schildert.

Übrigens versicherte er mir dann gleich, meine Mutter hätte sich aus »Untertänigkeit« in ihn verliebt. Warum er wohl nicht gleich die Leibeigenschaft dafür verantwortlich machte? Das ist eine Lüge um des Schicksals willen, eine Lüge gegen Gewissen, Ehre und Anstand.

Das alles sage ich natürlich, um gewissermaßen meiner Mutter eine Art von Lob zu singen, aber dabei habe ich schon früher bemerkt, daß ich von ihr, wie sie damals war, nicht das geringste weiß. Und abgesehen davon, ich kenne die Enge des Milieus und die Anschauungen ganz genau, in denen sie von klein auf verknöchert war und auch später ihr ganzes Leben lang geblieben ist. Nichtsdestoweniger fand das Malheur statt. Ich muß mich übrigens korrigieren: ich bin in die Wolken hinaufgeflogen und habe dabei eine Tatsache vergessen, die ich, ganz im Gegenteil, vor allem anderen hätte anführen müssen, nämlich: es hat zwischen ihnen beiden überhaupt mit dem Malheur angefangen. (Ich hoffe, der Leser wird ohne weiteres verstehen, was ich damit sagen will.) Mit einem Wort, die Sache hat richtig junkermäßig angefangen, wenn das Fräulein Saposhkowa dabei auch übergangen wurde. Aber ich muß hier gleich in Parenthese bemerken, daß ich mir damit durchaus nicht widerspreche. Denn, ach du lieber Gott, worüber hätte in damaligen Zeiten ein Mensch, wie Wersilow, mit einer Frau, wie meine Mutter, reden können, und wäre ihre Liebe noch so gewaltig gewesen? Zuchtlose Leute haben mir gesagt, daß viele Männer sehr oft, wenn sie zu einem Weibe kommen, mit ihr anfangen, ohne auch nur ein Wort zu sagen. Natürlich ist das mehr als ungeheuerlich und ekelhaft. Aber trotz alledem, ich glaube, selbst wenn Wersilow gewollt hätte, er konnte auf gar keine andere Weise mit meiner Mutter anfangen. Oder hätte er ihr vielleicht Vorträge über »Polinka Sachs« halten sollen? Und davon ganz abgesehen, es ging ihnen auch wirklich nicht im geringsten um die russische Literatur; ganz im Gegenteil, er selbst hat mir gesagt (als er wieder mal seinen offenherzigen Moment hatte), sie hätten sich in allen Winkeln versteckt, einander auf den Treppen erwartet, wären mit roten Köpfen wie Gummibälle auseinandergeprallt, wenn jemand dazugekommen wäre, und der »Tyrann von einem Junker« hätte also vor dem niedrigsten Dienstboten gezittert, trotz aller Herrenrechte und aller Leibeigenschaft. Aber mag er nun nach Junkerart angefangen haben, es ging so weiter, und auch wieder nicht so; Tatsache ist, daß sich da nichts erklären läßt. Je mehr man es versucht, desto dunkler wird es einem. Schon allein die Dimensionen, zu denen sich ihre Liebe entwickelte, geben einem ein Rätsel auf, denn das erste bei solchen Leuten wie Wersilow ist doch, daß sie die Frau sofort fallen lassen, wenn sie ihr Ziel erreicht haben. Hier kam es indessen ganz anders. Daß er sehr bald seinen Fehltritt mit irgendeiner niedlichen leichten Fliege unter seinem Gesinde haben mußte (aber meine Mutter war keine leichte Fliege) war nichts Unnatürliches bei so einem zuchtlosen »jungen Hund« (und zuchtlos waren diese Junker alle, bis zum letzten – mochten sie nun fortschrittlich oder reaktionär sein). Aber hier war es nicht nur natürlich, sondern direkt unausbleiblich, wenn man seine romantische Situation als junger Witwer und den Umstand in Betracht zieht, daß er sonst nichts zu tun hatte. Aber eine Liebe fürs ganze Leben – das ist etwas viel. Ich möchte mich nicht dafür verbürgen, daß er sie geliebt hat, aber er hat sie sein Leben lang mit sich geschleppt, das ist die Wahrheit.

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