Armin Himmelrath - Hausaufgaben ? Nein Danke!

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Sie sind sozial ungerecht, pädagogisch fragwürdig und persönlich belastend: Hausaufgaben gehören seit Jahrhunderten zum Standardrepertoire von Lehrpersonen – dabei wird ihre Wirkung für den Lernprozess völlig überschätzt. Weil nicht alle Elternhäuser die gleiche Unterstützung bei den Hausaufgaben anbieten können, wirken sie sozial selektierend: Wer als Schülerin oder Schüler Probleme und nicht die richtige Hilfe im Hintergrund hat, verliert durch die Hausaufgaben – und nicht etwa trotz der Aufgaben – schnell den Anschluss an die Unterrichtsinhalte. Das zeigen Forschungen etwa des Wissenschaftszentrums Berlin. Ausserdem hat sich in der Pädagogik längst der Trend zu einem möglichst individuellen Lernen entwickelt – und diesem Ansatz widersprechen Hausaufgaben mit ihren gleichmacherischen Methoden völlig. Es wird also höchste Zeit, sich von diesem veralteten Instrument zu lösen – und stattdessen echte «Schulaufgaben» im besten Sinne des Wortes zu entwickeln und einzusetzen.
Das Werk gliedert sich in vier Hauptteile:
1. Hausaufgaben – der nicht hinterfragte Standard
2. Sinnvoll oder Selektion? Hausaufgaben im Fokus der Wissenschaft
3. Praxiserfahrungen – so kann es anders laufen
4. Von Haus- zu Schulaufgaben: ein alternatives Gesamtkonzept

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Dabei handelt es sich bei der Duisburger Schulstudie mitnichten um eine aktuelle Untersuchung. Bernhard Wittmann hatte seine Versuche zur Leistungssteigerung durch Hausaufgaben bereits 1958 durchgeführt und ein paar Jahre später als Buch veröffentlicht 1, 1965 berichtete der „Spiegel“ unter dem Titel „Spielerische Entleerung“ 2darüber. Aus heutiger Sicht, mit dem Abstand von mittlerweile 50 Jahren, klingen die seinerzeit vorgebrachten Argumente zum Sinn und Unsinn von Hausaufgaben beklemmend aktuell: Von Förderung und Stärkung der Schüler reden die Befürworter und preisen die Hausaufgaben gar als probates Mittel gegen Lehrermangel und zu viel Stoff im Curriculum; vor nervlicher und zeitlicher Überbeanspruchung der Schülerinnen und Schüler warnen dagegen die Hausaufgaben-Skeptiker, verweisen auf überforderte Eltern und kommen aus juristischer Sicht gar zu dem Schluss, dass Hausaufgaben den Tatbestand des Hausfriedensbruchs erfüllen, weil sie außerhalb der Schule stattfinden und nicht unter den gesetzlichen Schulzwang fallen. Knapp fünf Jahrzehnte später – zur Bildungsmesse „didacta“ im Jahr 2013 – wird Elternvertreter Hans-Peter Vogeler vom Bundeselternrat feststellen: „Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch. Überlegen Sie mal, wie viel Streit in eine Familie kommt durch Hausaufgaben, und wie das Zusammenleben beschädigt wird – dann wissen Sie, warum ich es pointiert Hausfriedensbruch nenne.“ Vogeler kommt allerdings zu einer insgesamt differenzierten Bewertung: „Wenn Hausaufgaben in einem Kontext sind, wenn sie eingebettet sind in Zusammenhänge und damit auch umgegangen wird und die Kinder auch erkennen, welchen Sinn es machen kann und wozu sie dienen können, dann kann man darüber reden.“

Doch zurück in die 1960er Jahre und zu Bernhard Wittmanns Studie mit Ruhrgebietsschülern. Zu der Untersuchung gehörten damals nämlich nicht nur die Leistungstests in Deutsch und Mathematik nach vier Monaten ohne Hausaufgaben, sondern auch eine Umfrage unter Eltern, Lehrern und Schülern zum Thema. Dabei bewerteten 96 Prozent der insgesamt 1567 befragten Schülerinnen und Schüler Hausaufgaben als „nötig“ und „nützlich“. Der Pädagoge allerdings hielt das für keine ehrliche Aussage: „Vater oder Mutter, aber auch die Lehrperson oder größere Geschwister sagen, Hausaufgaben seien notwendig“, so Wittmann, und dadurch würden die Kinder massiv beeinflusst, denn sie übernähmen „fast ausschließlich die Einstellung und Motivierung der Umgebung“. Doch den klaren wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz sollte es noch lange – sehr lange – dauern, bis die Debatte über den Sinn und Unsinn von Hausaufgaben wieder aufgenommen wurde.

Die Hausaufgaben-Debatte der 1980er Jahre

1982 also 22 Jahre später war es erneut der Spiegel der das - фото 3

1982, also 22 Jahre später, war es erneut der „Spiegel“, der das Hausaufgabenthema aufgriff – in Form einer Titelgeschichte („Schularbeiten – Alptraum der Familie“) und unter der plakativen Überschrift „Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch“ 3. Da war die Rede von Schülern, die mehr Stunden pro Woche beschäftigt waren als ihre Vollzeit arbeitenden Eltern; von strengen und leistungsorientierten Vätern und Müttern, die ihren Nachwuchs zu Hause noch durch zusätzliche Übungsstunden triezten, damit sie nur ja gute Schulleistungen erreichten; von der vermeintlichen alten Weisheit, dass nur Übung den Meister mache. Und schon damals, vor über 30 Jahren, stellten die Autoren fest: „Wissenschaftler haben erhebliche Zweifel an der gängigen Hausaufgaben-Praxis.“ Die Frage muss erlaubt sein: Warum um alles in der Welt hören wir dann heute immer noch dieselben, schon lange widerlegten Argumente? Warum sind die Hausaufgaben nicht längst flächendeckend abgeschafft, besser noch, schulgesetzlich verboten worden?

Argumente hätte es schon Anfang der 1980er Jahre genug gegeben – und zwar nicht nur auf der Ebene individueller Anekdoten von Schülerinnen und Schülern, die täglich an Nachmittagen und Abenden unter der Last von mehrstündigen schulischen Arbeitsaufträgen stöhnten, sondern auch von wissenschaftlicher und schulpraktischer Seite. So hatte die Arbeitsstelle für Schulentwicklungsforschung an der Universität Dortmund schon damals herausgefunden, dass ein Fünftel aller Schüler täglich mehr als zwei Stunden für die Erledigung der Hausaufgaben benötigte; dass fast die Hälfte der Schüler zwischen einer und zwei Stunden täglich zu Hause über den Schulbüchern saß; dass sogar knapp 40 Prozent der Grundschüler mindestens eine Stunde lang Hausaufgaben machen mussten.

1980 hatte hatte ein Kölner Erziehungswissenschaftler in einer anderen Studie verglichen, wie sich ein unterschiedliches Hausaufgabenpensum bei Schülerinnen und Schülern in deren schulischen Leistungen niederschlug − nämlich so gut wie gar nicht. Und einige der Schüler mit vielen Aufgaben schnitten sogar schlechter ab, mutmaßlich wegen Arbeitsüberlastung. „Im Grunde unzumutbar“ sei diese Arbeitsbelastung, schimpfte der Hildesheimer Psychologieprofessor Dieter Lüttge damals. Doch allen erziehungswissenschaftlichen Erkenntnissen zum Trotz konnten sich die Hausaufgabenkritiker mit ihren Einschätzungen nicht durchsetzen – unter anderem auch wegen der Eltern, die ja selbst in aller Regel mit Hausaufgaben als selbstverständlichem Teil des Schullebens aufgewachsen sind und bis heute zusammen mit den Lehrern zur stärksten Lobbygruppe gegen die Veränderung der Hausaufgabenpraxis gehören. Eigentlich erstaunlich, denn die heutigen Eltern gehörten in den frühen 80er Jahren mit einiger Wahrscheinlichkeit genau zu der Generation von Schülerinnen und Schülern, die im „Spiegel“-Artikel über die hohe Arbeitsbelastung klagten.

Heutige Mütter und Väter übernehmen damit Positionen, die schon ihre Eltern bezogen haben. So berichtet der Artikel über eine Umfrage unter Eltern einer Gesamtschule im rheinland-pfälzischen Kastellan, bei der 71 Prozent der Erziehungsberechtigten davon überzeugt waren, dass „die Fülle des Stoffes nicht zu bewältigen“ sei, wenn die Kinder keine Hausaufgaben zu erledigen hätten. Und bei einer Untersuchung des Pädagogen Thomas Hardt aus Münster 4, für die er 1978 knapp 1000 Eltern von Kindern aus den Klassen sechs und neun befragt hat, zeigen sich sogar mehr als 95 Prozent der Mütter und Väter davon überzeugt, dass Hausaufgaben nützlich sind. Ein knappes Drittel der Eltern hält sie sogar für „unbedingt notwendig“. Dass Hausaufgaben dazu dienen, den Schulstoff zu vertiefen und sich einzuprägen und dass sie darüber hinaus das selbstständige Arbeiten trainieren, ist für die allermeisten der Befragten völlig klar. „Und neun von zehn Eltern halten Hausaufgaben auch für geeignet, dem Kind Ordnung und Arbeitsdisziplin beizubringen“, heißt es in dem aufschlussreichen Artikel.

Weitgehend ausgeblendet wurde offensichtlich schon damals, was für eine enorme Zumutung Hausaufgaben für die Familien bedeuten – dass sie, damals wie heute, Stress und Spannungen auslösen, Konflikte heraufbeschwören und ganz nebenbei den Eltern die Verantwortung für das Gelingen der kindlichen Schullaufbahn in einem Maß aufbürden, wie das aus schulpädagogischer Sicht zwar seit Jahrhunderten praktiziert wird, erziehungswissenschaftlich aber kaum seriös zu begründen ist. Dass Eltern die Hausaufgaben wahlweise überwachen oder miterledigen, sich für die schulische Heimarbeit verantwortlich fühlen und als unangenehme Antreiber ihrer Kinder auftreten, ist kein neues Phänomen und war auch vor fünf Jahrzehnten bereits gang und gäbe. Wo heute die Rede von überehrgeizigen Helikopter-Eltern ist, spottete 1982 der Hamburger Erziehungswissenschaftler Wolfgang Schulz über „Diplommütter“, die die Förderung ihrer Kinder als „Management“ verstünden – ein Begriff, der zumindest damals so gar nicht zur Vorstellung von Kindheit passte. Und ein Beamter des Düsseldorfer Kultusministeriums formulierte während der Recherche der „Spiegel“-Reporter jenen schon erwähnten Schlüsselsatz, der bis heute Gültigkeit hat: „Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch.“ Der hessische Ministerpräsident Holger Hörner nannte die Eltern wegen deren selbstverständlicher Eingebundenheit in die Hausaufgabenerledigung „Hilfslehrer der Nation“, für den Tübinger Pädagogikprofessor Walther Eifreund waren sie gar die „Sklaven unserer Schulen“. Der Erziehungswissenschaftler wählt scharfe Worte: „Sie sind es, die sich von einem steinzeitlichen Ausbildungssystem terrorisieren lassen, sich aber trotzdem arrangieren, weil sie ja ihre Kinder – koste es, was es wolle – irgendwann durch die Schule bringen müssen.“ Eltern als Getriebene eines Bildungssystems, die sich dem Druck auf ihre Kinder nicht entgegenstellen, sondern ihn noch verstärken – das klingt nicht unbedingt nur nach Anfang der 1980er Jahre.

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