Chris Kraus - Aliens & Anorexie

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Ende der 1990er-Jahre fliegt Chris Kraus, die Figur dieses Romans, nach Berlin, um ihren Film «Gravity & Grace» auf einem Festival zu zeigen. Nicht auf der Berlinale natürlich, die das Filmprojekt über Hoffnung, Verzweiflung und quasireligiöse Ekstase nicht annehmen wollte, sondern nur auf einem kleinen Festival, für das sich niemand interessiert. Chris ist gescheitert. In ihrem Liebesleben sowieso, jetzt noch in ihrer Kunst und bald sicher auch in ihrem Denken. Während das neue Jahrtausend vor der Tür steht, wartet sie auf E-Mails ihres SM-Partners, der gerade in Namibia einen Hollywoodfilm dreht. Hilfe suchend wendet sie sich erneut Simone Weils Klassiker «Schwerkraft und Gnade» zu, der sie vor Jahren zu ihrem gefloppten Film inspirierte. Chris versinkt immer mehr im Leben und Denken der französischen Philosophin. Ausgehend von deren Askesepraxis sieht sie in der Anorexie eine Möglichkeit, den eigenen verhassten, dysfunktionalen Körper ein für alle Mal zu verlassen.
Durch die Auseinandersetzung mit Ulrike Mein ofs theoretischem Werk, Paul Theks Kunst und Aldous Huxleys Drogenerfahrungen gelingt es Chris, ihre Perspektive auf das eigene Scheitern und Sein zu verändern.

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Katia hatte gehofft, noch vor Einbruch der Dunkelheit bis nach Taupo zu kommen, einem Seeort mit zwanzig billigen Motels, doch gegen halb vier schien dieses Vorhaben bereits zweifelhaft. Als also die drei Betrunkenen in einem ramponierten Ford anhielten und ihr anboten, sie mitzunehmen, schien es ihr das Beste zu sein einzusteigen. Ein Landwirt und dessen Frau hatten sie von Silverstream aus mitgenommen; diese Fahrt bedeutet einen abrupten Szenenwechsel in ein anderes soziales Reich. Wie lautete noch jene Zeile, an die Katia sich erinnerte? Sei bereit für den Fremden, denn jeder Fremde könnte Christus sein .

Sie warf ihren Rucksack ins Auto und fragte sich, ob Bier ein Sakrament sei, als der Fahrer seinen Arm um sie legte. Was verstehest du unter dem Worte: Sakrament? Ich verstehe darunter ein äußerliches und sichtbares Zeichen einer innern und geistlichen Gnade, die uns verliehen wird . Es war romantisch: Vier Fremde, die in einem Wagen aus den Sechzigern den Highway hinunterrumpelten. Sie boten ihr etwas zu trinken an und dann ein paar Pillen, und sie nahm sie und lauschte ihren ländlichen Akzenten. Ihre Stimmen wurden mit dem schlechten Radioempfang vermengt, der kam und ging. Es gab ein berühmtes Gedicht über Schafe von Allen Curnow – die Schafe breiteten sich aus wie eine Pest über den Hügel – Katia lächelte. Die Sonne verabschiedete sich, während sie die holprige Straße entlangreisten.

Die Pillen dehnten alles in die Länge. Katia fiel auf, dass sie den Highway verlassen haben mussten, weil sie nun eine nicht asphaltierte Straße hinunterfuhren. Niemand sprach. Ein flaches weißes Haus tauchte auf: das Quartier eines Schafscherers? Satellitenschüssel, mehrere Autos, und durch die offenen Türen und Fenster dröhnte Musik. Eine Party. Der Fahrer sagte: »Wir sind da«, und Katia folgte, als die Männer ausstiegen und hineingingen.

Was ihr auffiel, waren die Möbel. Wie sie sich, obwohl sie gar nicht zueinander passten und schäbig waren, ganz leicht großmütterlich anfühlten. Drinnen befanden sich ein Paar und zwei weitere Männer, einige der Anwesenden unterhielten sich. Die Typen, die sie mitgenommen hatten, waren Gäste. Ein Fetter mit Bart in Jeans schien hier das Sagen zu haben. Irgendwann verzog sich das Paar.

Katia wusste nicht, ob sie einen Trip fuhr, doch sie begann, sich den Typ mit Bart als Roland vorzustellen, jenen Banditenkönig in de Sades Justine . Sie sprang hin und her zwischen diesen Zeiten und Orten und war sich ihrer eigenen Präsenz in diesem Bild nicht ansatzweise bewusst. Deshalb sah sie keinerlei Gefahr und erkannte nicht einmal die Tatsache, dass sie ein Teenager war, der mit fünf betrunkenen Männern Trips schmeißt. Etwas später löste sich der Nachmittag in einen Nebel aus Möbeln und Boden und blauen Flecken auf. Doch Katia kroch hinaus, überlebte –

Mein Freund Dan Asher kehrte 1978 nach New York City zurück. Er hatte eine Zeit lang in Paris gelebt, wo er Penner und Rockstars und Béjart-Ballerinen fotografierte, manchmal in der Wohnung irgendeines Freundes unterkam, manchmal an der Seine schlief. Ich kann mich nicht erinnern, wo wir uns kennengelernt hatten – vielleicht in einem Café, vielleicht am Zeitungskiosk Gem Spa. Das Wort »obdachlos« war noch nicht erfunden worden, doch wir hatten keinen Wohnort, und ich hielt ihn für ein Genie, das heißt, wir hassten viele von denselben Leuten, also bot ich ihm an, doch einfach bei mir unterzukommen. Dan Asher über die Kunstwelt: »Ich verbringe lieber Zeit mit Pennern, den Clochards, sie sind interessanter als die Wichser, die in der Kulturindustrie das Sagen haben!«

Dan trug einen sackartigen Mantel und prügelte sich ständig mit irgendjemandem. Erst später definierte er seinen Zustand als »autistisch«, einen Zustand, über den er seitdem mit großer Präzision redet und schreibt. Ich hatte schlicht und einfach angenommen, dass er verrückt sei, dass auch ich verrückt sei, und dass wir uns deshalb so gut verstanden. Ich hatte mich dieser Gruppe von Leuten angeschlossen, die an Colleges und Unis wie Swarthmore, Harvard und Grinnell studiert hatten. Dan und ich waren Teil ihrer urbanen Übergangslandschaft, einer Halbwelt, der sie irgendwann entwachsen würden. Sie waren bereits in ihren späten Zwanzigern und führten gequälte Gespräche über ihre Zukunft. Sie waren lächerlich, genau wie die Arschlöcher in Zeit der Reife , diesem Buch von Jean-Paul Sartre. Es war offenkundig, dass es keine Zukunft gab. Punk kam uns gerade gelegen.

Dan machte Fotos für ein paar Leute von irgendeinem Magazin, das er hasste. Ich trat in einem Theaterstück auf. Der Regisseur sah mich oft an und sagte: »Ich will, dass du verletzlicher bist«, was natürlich ein totaler Witz war. Ich hatte kein Geld und keinerlei Aussicht, irgendwann welches zu verdienen. Ich konnte meine Miete nur zahlen, wenn ich irgendwem im Hinterzimmer einer Obenohne-Bar einen blies. Der Regisseur hingegen bekam ein Taschengeld von seinen Eltern und hatte gerade sein Studium bei Grinnell beendet. Dan störte sich nicht daran, dass ich die X-Ray-Spex-Platte Oh Bondage, up yours! ungefähr dreißig Mal am Tag auflegte.

Mein Mitbewohner Tom, der an der New School Philosophie studierte, schlief im Schlafzimmer, ich schlief in der Abstellkammer, Dan schlief auf der Couch. Wir standen gegen 11 auf, nachdem Tom zur Uni gegangen war, und verbrachten Stunden damit, uns über einfach alle, die wir kannten, ins Fäustchen zu lachen. Die Wohnung war vollkommen aboriginal. Sie war unsere Höhle. Manchmal wurden unsere Gespräche so intensiv, dass ich aufstand und ein Set Poster-Farben kaufte, um unsere Gedanken als Aphorismen in die Küchenschränke zu schreiben, auf die Wände.

Meistens sprachen wir darüber, dass alles so transparent war. Die gesamte beschissene New Yorker Punkszene war einzig und allein davon motiviert, wie man Karriere machen und wen man ficken konnte. Die Mädchen waren am schlimmsten, weil sie eigentlich nur das Ficken hatten. Wie sie da in ihre Netz-Outfits aus schwarzem Leder gestopft an Clubwände gelehnt standen, waren sie nicht mehr als Pro-bono-Huren, die einfach nur wollten, dass die coolsten Jungs sie liebten. Wenn ich nicht gerade irgendwo oben ohne tanzte, trug ich eine ausrangierte Armee-Uniform. Es war mir vollkommen unerklärlich, wie nur irgendwer ihre Titten für umsonst zeigen konnte. In seinem sackartigen Mantel war Dan immun gegen alles, was mit Sex zu tun hatte, fand Sex im Grunde ekelhaft. Wir lachten uns schlapp, wie all diese Leute so taten, als befänden sie sich in einem Zustand permanenter Rebellion, wo sie doch eigentlich nichts anderes wollten als Anerkennung. Dan hasste all diese Rockstar-Heterojungs. Was uns am meisten bewegte, waren symbolische Gewalt- und Zerstörungsaktionen. Wir waren eine aus zwei Personen bestehende Anti-Sex-Liga.

Dan war pleite, doch er wollte nach Frankreich zurück. Irgendein Typ, den er kennengelernt hatte, hatte ihm angeboten, ihn an einem Geschäftsplan zu beteiligen, doch er brauchte 500 Dollar im Voraus. Ich arbeitete ein paar extra Tanz-Schichten, doch dann löste sich das Projekt in Luft auf. Als seine Mutter ihm schließlich das Flugticket kaufte, fühlte Dan sich schuldig, dass er einfach so abhaute, ohne das Geld zurückgezahlt zu haben, und so hinterließ er einen Pappkarton voller Zeug, das er durch die ganze Welt geschleppt hatte.

»Hier, Chris, du kannst diesen Karton behalten«, krächzte er am Morgen seines Abflugs, und dann sollte ich ihn zwanzig Jahre lang nicht wiedersehen.

Vor langer Zeit lebte in einem Land, das ein wenig wie Japan war, ein Bauer, der sich eine Schwalbe als Haustier hielt. Seine Frau war eine bösartige und eifersüchtige Frau. Sie hielt ihren Mann für einen Narren, weil er den Vogel mit den Resten seiner eigenen dürftigen Mahlzeiten fütterte. Eines Tages, als sie gerade bügelte, flog die Schwalbe durch das Fenster und stieß eine Flasche mit Stärke um. Die Frau nahm ihren Besen und schlug den Vogel und hieß ihn, nie wiederzukommen .

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