Chris Kraus - Aliens & Anorexie

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Ende der 1990er-Jahre fliegt Chris Kraus, die Figur dieses Romans, nach Berlin, um ihren Film «Gravity & Grace» auf einem Festival zu zeigen. Nicht auf der Berlinale natürlich, die das Filmprojekt über Hoffnung, Verzweiflung und quasireligiöse Ekstase nicht annehmen wollte, sondern nur auf einem kleinen Festival, für das sich niemand interessiert. Chris ist gescheitert. In ihrem Liebesleben sowieso, jetzt noch in ihrer Kunst und bald sicher auch in ihrem Denken. Während das neue Jahrtausend vor der Tür steht, wartet sie auf E-Mails ihres SM-Partners, der gerade in Namibia einen Hollywoodfilm dreht. Hilfe suchend wendet sie sich erneut Simone Weils Klassiker «Schwerkraft und Gnade» zu, der sie vor Jahren zu ihrem gefloppten Film inspirierte. Chris versinkt immer mehr im Leben und Denken der französischen Philosophin. Ausgehend von deren Askesepraxis sieht sie in der Anorexie eine Möglichkeit, den eigenen verhassten, dysfunktionalen Körper ein für alle Mal zu verlassen.
Durch die Auseinandersetzung mit Ulrike Mein ofs theoretischem Werk, Paul Theks Kunst und Aldous Huxleys Drogenerfahrungen gelingt es Chris, ihre Perspektive auf das eigene Scheitern und Sein zu verändern.

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Weils englischem Herausgeber und Biografen Richard Rees zufolge besteht für sie der Hauptwert der menschlichen Seele im Zustand vollkommener Unpersönlichkeit. Und dennoch, wie ihre Freundin/Feindin Simone de Beauvoir später in Das andere Geschlecht argumentieren wird, lässt sich das weibliche Selbst, weil es vorrangig als Gender definiert wird, niemals unpersönlich wahrnehmen.

In seiner Weil-Biografie aus dem Jahr 1991 schreibt der Forscher Thomas Nevin: »Ihre intellektuelle Strenge, ihre unnachgiebige, niemals Zugeständnisse machende Art und Weise, für Position zu argumentieren, ihr Suchen nach dem Reinen – all dies funktionierte wie ein Mechanismus, um sich selbst von dem zu distanzieren, wie andere sie sehen könnten – als Frau.«

In einer außerordentlich herablassenden Einführung zu Mary McCarthys Übersetzung von Weils Monografie Die Ilias oder das Poem der Gewalt merkt ihr Bruder André an, dass die Welt sie vielleicht ein wenig ernster genommen hätte, hätte sie sich nur mal die Haare gekämmt, Strümpfe getragen und Absatzschuhe.

Ihr Werk sei »abstoßend« schrieb ihr Freund/Feind Georges Bataille sechs Jahre nach ihrem Tod. »Unmoralisch, abgedroschen, irrelevant und paradox.«

Der bibliografische Quellenband zu Weils Werk, 1992 von der University Press Santa Cruz herausgegeben, beschreibt sie als »anorektische Philosophin«, die sich im Alter von 34 Jahren zu Tode gehungert habe. Weil als dieses brillante verrückte Mädchen. Als unbeholfene Vogelscheuche in flachen Schuhen, als selbsthassende und sich selbst zu Tode hungernde Androgyne.

Romantische Menschen tendieren dazu, ihr Leben als Raster und Irrgärten zu betrachten, die sich als Netz aus zwar erratischen, jedoch miteinander verknüpften Linien entfalten. Diese wahllos auftretenden Kausalitätsreihen formen, wie sich im Blick zurück feststellen lässt, ein Muster

Und so, wie die Philosophen Deleuze und Guattari aufgrund ihrer William-Burroughs-Lektüre vermuten, wird die Idee des Zufalls zu einer Art Märchen. Der Zufall als Weg und Mittel, über das Chaos zu triumphieren und eine allumfassende geheime Einheit in der Welt zu entdecken.

Im Brownie-Handbuch für junge Pfadfinderinnen gab es ein Spiel namens »Pfenningspaziergang«, das wir häufig spielten. Man geht nach draußen und wirft an jeder Straßenecke eine Münze. Bei Kopf biegt man links ab, bei Zahl biegt man rechts ab. Wenn die Fügung ein Zauber ist, kann der Zufall dann tödlich sein? Wenn man nicht weiß, was man tun soll, dann sucht man nach Zeichen.

Zeichen sind Wunder, die immer dann erscheinen, wenn wir sie am wenigsten erwarten – in Augenblicken, in denen der bewusste Geist aufgegeben hat, abgeschaltet hat. Zeichen erscheinen in einer Vielzahl von Formen: Fundstücke und verlorenes Eigentum, die Worte eines Fremden.

Im Jahr 1453 veröffentlichte die Londoner Hebammengilde eine Liste von Zeichen, aus denen hervorging, dass die Pest vor der Tür stand. Wenn die Raben sich am Feldrand versammeln und Babys noch vor Dämmerung weinen … Du gehst die Third Avenue in der Nähe der Kreuzung mit der East 53rd Street in Manhattan entlang, nachdem du dich für irgendeinen Job beworben hast. Du kommst an einem randvollen Müllcontainer vorbei und siehst ein Buch. Du öffnest es: Seite 3 – 5 – 3, die Koordinaten, an denen du dich befin dest, und diese Seite verrät dir alles, was du über dein Leben wissen musst. Zeit und Umstände haben dich bis hin zu diesem Punkt der Erschöpfung geführt. Das Tao des Versäumnisses: einen Zustand erlangen zu wollen, in dem du porös sein kannst – mobil, verloren und mittellos und unablässig aufmerksam.

Für André Breton ist seine Suche nach Schönheit das Gleiche wie sein Werben um die verrückte Nadja. Er sitzt an seinem Schreibtisch, sie befindet sich in einer Pflegeanstalt südlich von Paris namens Perray-Vaucluse. Er spricht davon, einen »Schock« zu erleben, das »Königtum der Stille«.

Im 20. Jahrhundert erklärten zahlreiche Gruppen hochgebildeter Männer den Zufall zur Grundlage ihrer künstlerischen Praxis. Man Ray fotografiert Robert Desnos zur »Mittagsschlafszeit« im Hauptquartier der Surrealisten, einer Suite in einem Hotel, das dem Vater eines der Surrealisten gehört. Auf dem Foto sieht Desnos aus wie ein wilder und wahnsinniger Typ, seine Augäpfel rollen und streben durch seinen Schädel hindurch zur Decke. (Obwohl er später auch »Pech« haben wird, als ihn die Deutschen 1942 deportieren …)

In Zürich im Jahr 1917 schrieben Hugo Ball und Tristan Tzara Nonsens-Gedichte aus Glossolalien. Sie versuchten, wie es in Balls Dada-Manifest heißt, »moeglichst ohne Worte und ohne die Sprache auszukommen […], an der der Schmutz klebt wie von Maklerhaenden«. In New York in den frühen Sechzigern schufen John Cage und die Mitglieder der Fluxus-Bewegung vollkommen willkürliche Kompositionen aus Klängen und Gesten. Im Londoner Empress Hotel schufen Brion Gysin, William Burroughs und Ian Sommerville »Cut up«-Texte und -Filme, indem sie ihre Intuition mit aller Gewalt öffneten wie Tulpenknollen, um die versteckten Botschaften in all dem zu offenbaren, was wir hören und sehen.

Diese Männer waren Krokodile in Clubsesseln, Dirigenten kontrollierter Chaos-Experimente. Im Interesse einer höheren Wissenschaft waren sie darauf vorbereiten, sich Stücke ihrer eigenen nichtporösen Haut auszureißen. Mädchen hingegen sind viel weniger reptilisch …

Katia Perry trampte gern die Nordinsel von Neuseeland zwischen Wellington und Auckland hinauf und hinunter. Per Anhalter zu fahren war ein Glücksspiel. Weil Katia damals noch Englisch studierte und ihr die kritische Intelligenz fehlte, nur irgendeinen Unterschied zwischen sich und ihrem Studienfach zu entdecken, kam ihr das Trampen wie ein pikarisches Abenteuer vor.

Tom Jones wurde zum Urtext. Jedes Mal, wenn Katia mitgenommen wurde, begann ein neues degressives Kapitel, das mit den Worten »In welchem …« begann. Highway 1 von Wellington nach Auckland war wie eine Zauberkiste der Postmoderne. Fast 900 Kilometer lang handelte es sich um eine zweispurige Straße, in deren Verlauf sich die Landschaft vom Regenwald hin zur Wüste wandelte und zu allem dazwischen.

In Otaki, wo die Hügellandschaft braunschweigisch grün war, stellte Katie sich gerne vor, dass der Pick-up-Truck, in dem sie mitgenommen wurde, eine Postkutsche war. Nördlich von Palmerston, als das Heidekraut sich zu einem Wald sammelte, wanderte Katia durch die nördlichen Provinzen Japans im 17. Jahrhundert. Sie war der Dichter Bashō auf einer Pilgerreise. In Taihape verengten sich die Hügel voller Schafe zu gekrümmten Felsen, die auf den Himmel zeigten wie flämische Felswände in einem mittelalterlichen Gemälde. Auf dieser Reise war alles möglich, und Katias Ambition bestand darin, ihre Lebenszeit darauf zu verwenden, all das zu lernen, was es zu lernen gab.

Während sie auf diese Weise durch Kontinente und Jahrhunderte reiste, hielt Katia gerne nach Zeichen und Botschaften Ausschau. Die Tatsache, dass sie trampte, bedeutete, dass sie diese Botschaften von Menschen erhielt, die sie nicht kannte. Und hatte ihr Lieblingsdichter James K. Baxter nicht dazu aufgefordert, die eigene Haustür für Fremde offen zu halten, weil jeder Fremde Christus sein könnte?

Eines Sonntags wurde Katia von Wellington nach Silverstream mitgenommen. Die nächste Fahrt brachte sie 80 Kilometer weiter bis zu einer Abfahrt nördlich von Dannevirke. Die Straße war leer und so ging sie mehrere Kilometer zu Fuß. Es handelte sich um eine Übergangsgegend, in der das landwirtschaftlich genutzte Land ganz allmählich den Bergen wich. Die Hügel waren zerklüftet und von schlammigen, von Schafen ausgetretenen Kämmen zerfressen. Der Highway führte zwischen den Hügelspitzen hindurch und durch ein Tal. Es war Frühling: kalt und feucht, und Wasser tropfte die Felsen hinunter und sprang über die Straße .

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