Bild 9: Anstelle von Trinkblasen sind PET-Flaschen mit Schlauchsystem (und unterschiedlichen Adaptern) ebenso gut geeignet. Vorteil ist die einfache und hygienische Reinigung (notfalls wird eine neue Flasche verwendet). (Foto: @fire)
In Deutschland sind Maßnahmen zur Schaffung eines Fluchtraums für Einsatzkräfte völlig unbekannt. In Frankreich werden hierzu die Fahrzeugkabinen der Waldbrand-TLF (TLF-W) mit Schutzdüsen versehen (siehe Kapitel 7.2
), in den USA und z. B. auch in Teilen von Portugal stattet man die Waldbrand-Ein[34]heiten mit Fluchtzelten (Fire-Shelter) aus, die einen Schutz in Notsituationen, in denen keine Flucht mehr möglich ist, bieten sollen. Dies ist aber sehr von der Vegetationsform abhängig. Feuerwehren z. B. in Kanada und Schweden verwenden keine Fire-Shelter, da Versuche bei Vollfeuer im Hochwald sich als wirkungslos erwiesen haben.
Fire-Shelter können zwar einen guten Schutz vor Hitzestrahlung und kurzfristig sogar vor direkter Flammeneinwir[35]kung bieten (Hinweis: im Inneren entsteht dann eine trockene Luft bei ca. 90° – ähnlich einem Saunagang ohne Aufguss!), aber es fehlt über einen längeren Zeitraum ausreichend Luftsauerstoff. Bei realen Einsätzen insbesondere in den USA wurden Einsatzkräfte nach einem »Feuerüberlauf« ohne Brandverletzungen unter den Sheltern gefunden, aber sie sind aufgrund von Sauerstoffmangel erstickt.
Es müsste also, ähnlich den Nottauchgeräten für Arbeitstaucher oder den Fluchtgeräten für Untertagearbeiter, ein »Minipressluftatemgerät« vorhanden sein, um die Überlebenschance deutlich zu erhöhen. Gewicht, Kosten und Unbeweglichkeit im Einsatz sprechen hier allerdings dagegen.
Bild 11 zeigt den Prototyp eines »Zeltes« in dem 4 Personen Platz finden und in dem auch eine Luftversorgung vorhanden ist. Das Packmaß ist dabei etwa so groß wie ein Rucksack oder ein kleiner Rollkoffer. Die Konstruktion soll im Einsatzfall wie ein »Wurfzelt« bzw. ähnlich einer Rettungsinsel selbstaufblasend sein.
Bild 10: Fire-Shelter im Übungseinsatz bei @fire. Er wird im Einsatzfall mitgeführt (im Vordergrund fertig verpackt) und dessen Verwendung auch konsequent geübt. Hinweis: Übungs-Shelter haben nicht die übliche silberne Alu-Beschichtung, sondern sind zur Unterscheidung andersfarbig ausgeführt.
Bild 11: Prototyp eines »Zeltes« als Fire-Shelter
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