Oscar Martínez - El Niño de Hollywood

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Die Länder Zentralamerikas haben die höchsten Mord­raten der Welt. Millionen Menschen fliehen vor der Gewalt, die dort zwischen verfeindeten Gangs herrscht. Wer sind die jungen Männer, die sich den Banden anschließen und denen ein Menschenleben nichts wert zu sein scheint? Welche Rolle spielten die USA bei der Entstehung ihrer Strukturen? Eine hochspannende Reportage über einen Killer der Mara Salvatrucha 13.
Jährlich versuchen Tausende von Menschen, aus Zentralamerika in die USA zu fliehen. Länder wie El Salvador leiden unter einem entsetzlichen Bandenkrieg und verzeichnen die höchsten Mordraten der Welt. Die Mara Salvatrucha 13 allein hat dort geschätzte 40.000 Mitglieder: junge Männer ohne Perspektive, die sich im tödlichen Wettstreit mit den Rivalen Status und Respekt erwerben.
Miguel Ángel Tobar, genannt El Niño de Hollywood, ist einer von ihnen. Schon als Junge wird er zum skrupellosen Mörder für die MS-13, und später ihr Opfer: Als die Gang seinen Bruder ermordet, schwört er Rache. Seine Zeugenaussagen helfen, mehr als dreißig ranghohe Mitglieder der MS-13 vor Gericht zu stellen. Doch die Mara kennt kein Erbarmen, und der salvadorianische Zeugenschutz ist dürftig.
Auf der Grundlage von Interviews mit El Niño, ehemaligen Gangmitgliedern, Polizisten und jahrelanger Recherche zeichnen die Brüder Martínez in ihrer spannenden Reportage nicht nur das erbärmliche Leben und Sterben eines Killers der MS-13 nach. Sie erzählen auch, wie die Mara Salvatrucha in den Achtzigern in den USA entstand, wie abgeschobene Kriminelle die Gangkultur in die bürgerkriegszerrütteten Heimatländer exportierten und seitdem die Straßen beherrschen. Ein so faktengesättigtes wie erschütterndes Porträt aus dem Inneren einer der gefährlichsten Gangs der Welt.

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Die Jahrzehnte vergingen, bis 1932 Elend und Hass ihren Siedepunkt erreichten. Die Wut der indigenen Bevölkerung war nicht mehr zu kontrollieren, auch wenn einige kommunistische Führer die allgemeine Unzufriedenheit für ihre politischen Zwecke nutzen wollten. Der Hass der Ureinwohner, die vierzig Jahre lang gedemütigt und gezwungen worden waren, fremde Sträucher zu pflanzen, wo früher ihr Mais und ihre Kürbisse gewachsen waren, die versklavt, misshandelt und vergewaltigt worden waren, er ließ sich nicht länger unterdrücken.

Am 23. Januar 1932 schreckte der nordamerikanische Missionar Roy McNaught in einem Dorf im Westen El Salvadors um Mitternacht aus seinem Schlaf. In seinem Bericht schreibt er, Hunderte Ureinwohner hätten den Posten der Nationalgarde, das Telegrafenamt und das Rathaus gestürmt. Weitere hundert hätten mit Knüppeln und Steinen die riesigen Zedernholztüren des Hauses von Señor Redaelli, dem reichen Plantagenbesitzer des Dorfes, zertrümmert. Die Aufständischen hatten Feuerwaffen bei sich – Pistolen und alte Jagdgewehre – und erschossen aus nächster Nähe erst Redaelli selbst, dann seine Frau und seine Töchter. Danach stürmten sie den Schnapsladen, betranken sich und zogen mit ihrer Wut in die nächsten Dörfer.

Mindestens sechs Ortschaften im Westen El Salvadors wurden von den Aufständischen besetzt. Fast immer war die Vorgehensweise dieselbe: den Posten der Nationalgarde, das Telegrafenamt, den Schnapsladen stürmen und die Häuser der reichen Plantagenbesitzer überfallen, die sie jahrzehntelang mit Füßen getreten hatten. Blut jedoch floss nur wenig. Laut dem US-amerikanischen Historiker Erik Ching, dem Mann, der mit diesem Thema vielleicht am besten vertraut ist, ermordeten die Ureinwohner während des Aufstands nur um die hundert Personen.

Sie hatten den Staat überrumpelt. Doch was in den darauffolgenden Wochen geschah, ist als die blutigste Epoche El Salvadors in die Geschichte eingegangen. Und das will viel heißen, wenn von El Salvador die Rede ist. Der durch einen Militärputsch an die Macht gelangte Präsident, General Maximiliano Hernández Martínez, rief seinen Kriegsminister, General Calderón, zu sich. Der Befehl war klar und deutlich: Schlagen Sie den Aufstand nieder und sorgen Sie dafür, dass so etwas nie wieder passiert.

Auf einem vergilbten Foto posieren Männer in Jagdkleidung neben einem Karren voller Leichen von Ureinwohnern. Auf einem anderen sieht ein junger Mann voller Entsetzen auf eine Reihe lebloser Körper. Alles Indios. Auf einem dritten Foto liest ein Priester Francisco Sánchez, einem der Ureinwohner, die die Bewegung angeführt hatten, aus einem schwarzen Buch vor. Auf einem weiteren sieht Sánchez, unerschrocken wie immer, direkt in die Kamera, Minuten vor seiner Erschießung. Das nächste Foto zeigt Feliciano Ama barfuß und gefesselt. Ama war das Oberhaupt des bedeutendsten Verbandes der Ureinwohner im Westen El Salvadors und einer der Anführer des Aufstands in der Stadt Izalco. Auf einem weiteren Foto hängt Ama wie eine makabre piñata auf einem sehr traurigen Kindergeburtstag an einem Baum im Stadtzentrum von Izalco. Sie ließen ihn dort hängen, bis er verfaulte, als abschreckendes Beispiel dafür, was mit den Indios passierte, wenn sie nicht gehorchten. Wenn sie keinen Kaffee ernteten.

Zur Erinnerung an diese blutigen Anfänge des Landes feiert die rechtsgerichtete Partei ARENA ( Alianza Republicana Nacionalista ) seit 1982 bis zum heutigen Tag auf dem Massengrab Hunderter von Leichen von Ureinwohnern in Izalco den Beginn ihrer Wahlkampagne. Dort habe ihr Kampf gegen den Kommunismus seinen Anfang genommen, sagen sie. Und voller Inbrunst singen sie die provokanteste Strophe ihrer Hymne: »El Salvador wird das Grab sein, in dem die Roten enden!«

Mindestens 15.000 Menschen, in der Mehrzahl junge Männer, wurden so im Jahre 1932 innerhalb weniger Monate im Westen El Salvadors ermordet. Und bis zum Jahresende waren es noch viele mehr. Keiner der Morde wurde in die offiziellen Statistiken der Tötungsdelikte aufgenommen.

Roque Dalton, der berühmteste Dichter El Salvadors, Mitglied der Widerstandsbewegung Ejército Revolucionario del Pueblo (Revolutionäre Volksarmee) in den Siebzigerjahren, später auf Befehl der Anführer eben jener Bewegung wegen Rebellion ermordet, schrieb über das Massaker an den Ureinwohnern das Gedicht Todos (»Alle«):

Wir alle wurden 1932 halb tot geboren

wir haben überlebt, aber halb lebendig

jeder von uns mit dreißigtausend Toten auf dem Konto

was die Zinsen anwachsen ließ

die Rendite

und heute den Schatten des Todes auf jene wirft,

die noch geboren werden

halb tot

halb lebendig

Wir alle wurden 1932 halb tot geboren

Salvadorianer sein heißt halb tot sein

das, was sich bewegt

ist die Hälfte des Lebens, die sie uns gelassen haben …

Auf den Plantagen wurde weiter Kaffee angebaut und geerntet. Es wurde exportiert und verdient, immer mehr verdient, und die Haziendas wurden zu kleinen Feudalstaaten. Sie hatten sogar ihre eigene Währung, ihr eigenes Lebensmittelgeschäft, das »Geschäft zum Anschreiben«, und ihre eigenen Regeln. Und sie hatten, wie El Salvador in jenen Jahren, auch ihre eigenen Diktatoren. Die Vorarbeiter wurden zu Halbgöttern. Sie nahmen sich, was sie wollten, auch das, was sich zwischen den Beinen einer Erntearbeiterin befand. Und wenn sich jemand widersetzte, fand er sich am nächsten Morgen mit durchgeschnittener Kehle in irgendeinem Straßengraben wieder.

Die Reichen wurden in den Jahrzehnten nach 1932 immer reicher. Die Armen konnten ärmer nicht werden.

Die Indios sagten, der Kaffee sei eine verfluchte Pflanze, die durch Blut gedeihe. Deswegen, sagten sie, seien die Früchte rot.

картинка 7

Der Junge, der später El Niño de Hollywood werden sollte, flüchtete, enttäuscht von sich selbst, über die Wege der Kaffeeplantage. Doch er hatte etwas bei sich, das für seine Zukunft von unschätzbarem Wert war. Im Gürtel des Mannes, den er gesteinigt hatte, hatte er einen 38er Revolver gefunden.

Die Waffe war für Miguel Ángel nur ein kleiner Trost. Weder hatte er sich an dem Vorarbeiter für dessen Grausamkeit noch für die geschändete Ehre seiner Schwester rächen können.

Miguel Ángels Familie setzte sich aus mehreren Familien zusammen. Die Mutter, Doña Rosa, hatte eine andere Familie verlassen, aus der eine Tochter und zwei Söhne stammten. Zwei weitere Kinder waren vor Vollendung des fünften Lebensjahres gestorben. Wenn man Leute fragt, die die Familie mit den beiden toten Kindern gekannt haben, bekommt man Antworten, die mit wenigen Worten das Ende eines Menschenlebens zu beschreiben versuchen: Sie starben an Masern. Sie starben an Atemnot. Sie starben an Blähungen. Sie starben an Gehirnerweichung. Keiner weiß, woran sie gestorben sind, aber als Kind zu sterben ist normal in diesem Teil der Welt.

Ende der Siebzigerjahre, kurz vor Ausbruch des Bürgerkriegs, als die Herrschaft der Plantagenbesitzer durch die internationale Konkurrenz ins Wanken geriet, lernte Doña Rosa den miquero einer Hazienda kennen, Don Jorge. Miquero sein heißt, wie ein Tier zu arbeiten. Wie ein mico , ein Affe. Die miqueros hatten die Aufgabe, die Schattenbäume zu beschneiden. Schattenbäume müssen sehr hoch sein und dürfen den Kaffeesträuchern die Nährstoffe des Bodens so wenig wie möglich streitig machen. Der miquero klettert, ohne Steigeisen und Handschuhe, nur mit seiner Machete und einem Strick bewaffnet, auf die Balsambäume, Wasserapfelbäume, die Myrtenbäume oder die Lorbeerbäume, auf die sunzas , die matazanos , die nances oder die caimitos . Er beschneidet die Bäume, damit sie Schatten spenden, aber nicht zu viel, und damit sie die Sonnenstrahlen durchlassen, aber nicht zu viele.

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