Kristof Magnusson - Ein Mann der Kunst

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Ein berühmter Maler, der zurückgezogen auf einer Burg am Rhein lebt, Kunstfreunde, die ihn verehren und ihm ein Museum bauen wollen: eine Begegnung, die die Höhen und Tiefen des Kulturbetriebs ausleuchtet, so heiter, komisch und wahr, wie es selten zu lesen ist.
KD Pratz ist ein Künstler der alten Schule, der sich jeglicher Vereinnahmung durch den Kunstbetrieb verweigert hat. Seine Bilder werden hoch gehandelt, er ist weltberühmt, hat sich aber aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Mit der Welt, verlogen wie sie ist, will er nichts zu tun haben, der eigene Nachruhm aber liegt ihm am Herzen, und so sagt er zu, den Förderverein eines Museums zu empfangen, der den geplanten Neubau ausschließlich seinen Werken widmen will.
Die Mitglieder des Museums-Fördervereins sind nicht alle einer Meinung über die Bedeutung von KD Pratz, fühlen sich aber hoch geehrt, als ihnen ein exklusives Treffen mit dem Maler und ein Besuch auf seiner fast schon legendären Burg am Rhein in Aussicht gestellt wird – und tatsächlich stattfindet. Wie die Kunstfreunde bei dieser Begegnung mit ihrem Idol nach und nach die Contenance verlieren, als der Meister ihnen die Unvollkommenheit der Welt und ihre eigene um die Ohren haut, dabei subtil die eigene Größe inszeniert, den Kunstbetrieb niedermacht und gleichzeitig behauptet – davon erzählt Kristof Magnusson mit großer Meisterschaft und leuchtet die Untiefen unseres Kulturbetriebs aus.

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Ich verabschiedete mich von dem Metallbauer mit den Worten:

»Na gut. Aber dann wirklich in vier Wochen.«

Ich suchte mir eine ruhige Stelle in dem Rohbau, um den Bauherrn anzurufen. Es half ja nichts, sagte ich mir, nahm mein Telefon, um in den Kontakten seine Nummer zu suchen, doch als ich ihn gerade gefunden hatte, vibrierte es, blinkte, ein grüner Hörer erschien auf dem Display und darunter das Wort »Mama«.

Mein erstes Gefühl, als ich ihren Namen auf dem Display sah, war Sorge. Normalerweise rief meine Mutter mich nicht an. Meine Mutter schrieb mir auf WhatsApp. Doch auch wenn sie noch in dem Alter war, in dem man WhatsApp benutzte, war sie eben auch bereits in dem Alter, in dem immer etwas sein konnte – zumal sie sich sonst eher selten bei mir meldete und schon gar nicht während meiner Arbeitszeit. Ich tippte auf den grünen Hörer und sagte:

»Alles okay?«

»Consti«, sagte sie, »du musst mir einen riesigen Gefallen tun.«

»Was ist denn los?«

»Du musst mich bei der Sitzung vertreten.«

»Welcher Sitzung?«

»Na, die Sitzung!«, sagte sie laut.

Eigentlich war meine Mutter eine eher coole Person. Sie umgab sich mit einer unaufgeregten Freundlichkeit, die ich selbst während der schlimmsten Momente meiner Pubertät kaum je durchbrochen hatte. Doch jetzt wiederholte sie schnell und laut:

»Die Sitzung!«

»DIE Sitzung?«

Nun wusste ich, was sie meinte. Ingeborg, so nannte ich meine Mutter, neigte wirklich nicht zu Gefühlsausbrüchen, doch es gab eine Ausnahme, eine Sache, die in ihr eine geradezu anfallartige Begeisterung auslöste: Kunst.

Für Kunst ließ meine Mutter alles stehen. Sie liebte Bilder, Gemälde, Arbeiten, Installationen, Skulpturen, Farben und Materialien, Ausstellungen, Kataloge, Museumscafés.

Andere Kinder wurden von ihren Vätern mit zum Fußball genommen, handwerkten oder sahen sich Gebrauchtwagenausstellungen an, doch dafür hätte ich einen Vater gebraucht. Ich war in Galerien und Museen aufgewachsen, mit dem Kinder-Audioguide als ständigem Begleiter. Schon damals war ich fasziniert davon gewesen, was im Gesicht meiner Mutter passierte, sobald sie ein Museum betrat. Alles, was sie im Alltag beschäftigte, war weg. Ihre Gesichtszüge entspannten sich, und wenn sie das erste Bild sah, das sie bewegte, ihr Blick über eine farbige Fläche glitt und hier und da verweilte, sah ich einen ganz anderen Menschen als meine Alltags-Ingeborg, die ihr Leben zwischen ihrem Vollzeitjob als Psychotherapeutin und dem anderen Vollzeitjob als meine Mutter organisieren musste. Es ist wohl ein wichtiger Moment im Leben eines jeden Kindes, zum ersten Mal zu erleben, wie die Eltern – die man ja in der ersten Zeit als allmächtig ansieht – völlig aus dem Häuschen geraten, ohne etwas dagegen tun zu können, gewissermaßen selbst wieder zu Kindern werden. So war es mit meiner Mutter und der Kunst, von der sie eigentlich alle Formen liebte, vornehmlich aber das Schwierige. Ingeborg wollte nichts Leichtverdauliches, sie wollte herausgefordert werden. Je rätselhafter, verschwurbelter, sperriger, provokanter ein Werk war, desto mehr beschäftigte sie sich damit, ging immer wieder hin, hörte bei Führungen zu, las, was sie finden konnte. »Die Kunst, Consti«, hatte sie mir schon gesagt, als ich noch sehr klein war, »zwingt uns, anders zu denken. Anders zu sein!«

Das Lieblingsmuseum meiner Mutter war das Museum Wendevogel in Frankfurt, das in einer direkt am Main gelegenen, überkandidelten Fabrikantenvilla aus dem 19. Jahrhundert Werke moderner und zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler zeigte und in den letzten Jahren so beliebt geworden war, dass es inzwischen vor den Ausstellungseröffnungen Vorpremieren geben musste und vor den Vorpremieren auch noch ein Preview.

Als im Museum Wendevogel vor fünfundzwanzig Jahren ein Förderverein gegründet worden war, wurde Ingeborg sofort Mitglied. In diesem Kreis kamen Freunde der Kunst zusammen, um das Museum zu unterstützen, die einen spendeten viel Geld und ließen sich dafür hofieren, die anderen halfen bei den Eröffnungen ehrenamtlich beim Getränkeausschank. Als meine Mutter dann vor einigen Jahren, wie sie es ausdrückte, »quasi« in Rente ging und nur noch wenige Patienten behandelte, kandidierte sie zur Wahl der Vorsitzenden des Fördervereins und wurde, wenn auch knapp, gewählt.

In ihren ersten Jahren als Vorsitzende des Fördervereins ging alles seinen normalen Gang, doch dann geschah etwas, das Ingeborgs Ehrenamt aufregender machte, als sie es jemals hätte ahnen können: Margarete Wendevogel starb, die letzte lebende Erbin der Fabrikantenfamilie, und das Museum erbte ein Grundstück, eine große freie Fläche, die direkt neben dem Museum lag. Auf einmal war da eine Chance, mit der niemand gerechnet hatte. Das Museum Wendevogel platzte schon seit Jahren aus allen Nähten. Museumsdirektor Michael Neuhuber und sein Kuratorenteam konnten längst nicht so viel aus der Sammlung zeigen, wie sie wollten; in den letzten Wochen vor dem Ende einer Ausstellung musste das Museum inzwischen bis Mitternacht geöffnet haben, um der Besucherflut Herr zu werden.

Insofern war es geradezu logisch, dass sie nun auf dem Nachbargrundstück anbauen wollten. Ingeborg sah die große Stunde des Engagements gekommen, das nun endgültig zu ihrem Lebensmittelpunkt geworden war. »Stell dir das vor, Consti. Ein neues Gebäude. Wir bauen da was ganz Modernes hin – als Kontrast zu dieser ollen Patriarchenvilla. Was wir da alles zeigen könnten!«

Und Ingeborg hatte auch sofort eine Idee gehabt, was das sein sollte. Der Neubau sollte dem Werk eines einzigen Künstlers gewidmet sein.

KD Pratz.

KD Pratz war der erste Künstler, dessen Namen ich als Kind gekannt hatte. Ingeborg war seit vierzig Jahren Fan, sie hatte seinen Aufstieg mitverfolgt, vom Meisterschüler an der Düsseldorfer Kunstakademie zum Weltstar, der in den Top Ten aller Listen der teuersten und bedeutendsten Künstlerinnen und Künstler unserer Zeit stand.

Das Museum Wendevogel hatte das große Glück, eine umfangreiche Sammlung von seinen Arbeiten zu besitzen. Ein früherer Direktor hatte KD Pratz von Anfang an gefördert, sodass KD Pratz dem Museum bis heute für viele seiner Arbeiten ein Vorkaufsrecht zum Vorzugspreis einräumte. Dass KD Pratz dem Museum Wendevogel fast freundschaftlich verbunden war, war außergewöhnlich, galt er doch gemeinhin als schwieriger Mensch. Inzwischen Ende sechzig, war er einer der letzten verbliebenen Old-School-Künstler, der sich von Anfang an jeglicher Vereinnahmung durch den Kunstbetrieb verweigert hatte und allgemein als sperrig galt und zu keiner Gefälligkeit bereit, kurz: er war offenbar ein ziemliches Ekel. Seit über zwanzig Jahren lebte er vollkommen zurückgezogen auf einer Burg im Rheingau. Wenn er einmal auf Presseanfragen antwortete – per Rückruf über Festnetz-Telefon oder handschriftlich per Postkarte –, waren das Schimpftiraden gegen alles, was der heutigen Zeit lieb oder zumindest teuer war: gegen E-Mails, Handys, E-Zigaretten, E-Autos, vegane Ernährung und, am liebsten: gegen das Internet an sich.

Erst vor einigen Monaten hatte ich in der Rubrik Vermischtes in der Zeitung gelesen, dass KD Pratz eine Drohne abgeschossen hatte, die, wie er wahrscheinlich glaubte, von Paparazzi in der Nähe seiner Burg in die Luft geschickt worden war. Später stellte sich heraus, dass es sich bei der Drohne um das Geburtstagsgeschenk eines elfjährigen Mädchens aus Lorchhausen gehandelt hatte, das an dem Abend mit sehr beleidigtem Gesicht in den Abendnachrichten zu sehen gewesen war. Von KD Pratz war zu der Sache keine Stellungnahme zu bekommen gewesen.

Obwohl es Ingeborgs Idee gewesen war, den Museumsbau einem einzigen Künstler zu widmen, gab Museumsdirektor Neuhuber die Idee sofort als seine eigene aus. Es war ja auch geradezu logisch. KD Pratz war weltberühmt und produzierte dennoch hier, in der Region Rhein-Main. Und er war nicht nur ein Künstler, sondern ein Symbol, und zwar für alles: für die Kunst, die Intellektualität, den Typ des Künstlers, der vom Feuilleton bis zum Boulevard, von den Museen über die öffentlichen Plätze bis ins Fernsehen und in Kneipengesprächen überall präsent war. KD Pratz war, was die Menschen an der Kunst liebten. Und hassten.

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