und trag' mich in schimmernde Höh'n,
um alles, was Mühsal und Tränen schafft,
im Lichte des Frühlings zu sehen!
Ich ziehe die Landschaft ein wie ein würziger Duft,
streichele sie mit den Augen,
begreife sie mit den Händen,
schmecke sie im Wein,
höre sie im Wind, der das Rebenlaub sacht bewegt.
Zufrieden sitze ich am Wegesrand
und blicke durch die grünen Gassen hinab ins Tal,
umgeben von schimmernden Trauben,
die in ihrem kleinen Rund
die Fülle des Sommers tragen.
Doch du, mein Herz, wirst unruhig.
Fühlst du,
dass auch du die Fülle des Lebens, deines Lebens,
in deiner Enge trägst?
Ein klassischer Herbstabend
Die Wolken fliegen über den dunkelvioletten Himmel.
Im Zwielicht tanzen einzelne Mücken
über die modrig feuchten Wiesen.
Ein Igel durchstöbert mit spitzer Schnauze
einen bunten Blätterhaufen.
In fahlem Gelb schimmert der Mond
zwischen den weißlich grauen Wolkenschwaden.
Welches Zeichen gibt mir sein blinkendes Licht?
Das ist die Stunde des Schwebens,
des Gleitens zwischen Traum und Wirklichkeit.
Ein letztes Mal in diesem Jahr
erfreut mich deine duft’ge Pracht;
bist prall und edel, wiegst dich tänzelnd
in windig grauer Regennacht.
Dein starker Stengel trotzt dem Wind,
erglühst im schwachen Sonnenstrahl,
verschwenderisch in Duft und Schönheit
zeigst du Vergeh’n, ganz ohne Qual!
Könnt ich doch auch, so wie du’s tust,
mich nur des Augenblicks erfreu’n,
andre beglücken – einfach „sein“ -
und Wohlbehagen um mich streu‘n!
Wilde Schreie der vorbeiziehenden Kraniche -
Lautes Krächzen der Kolkraben in den Bäumen -
Zu Herzen gehende Klänge des Liedes für „Adelaide“ -
Wärmende Sonnenstrahlen auf meinem Gesicht -
Raschelndes Schwirren goldgelber Ahornblätter -
Trommelndes Auftreffen fallender Eicheln auf dem Laubendach -
Dumpfes Fallen der Walnüsse im Gras.
Noch einmal Farbrausch der letzten Rosen,
Astern, Löwenmäulchen, Hortensien!
Alles genießen mit offenen Sinnen –
trotz Corona Hotspots,
trotz steigender Fallzahlen,
trotz Lockdowns,
trotz steter Erinnerung an die schützenden AHA – Regeln!
Oktober 2020!
Die Zeit - so hell und unbeschrieben -
liegt vor uns wie ein leeres Blatt.
Was wird das Jahr in ihr uns bringen,
was später einen Namen hat?
Doch sorg‘ dich nicht - hab‘ nur Vertrauen
und nutz‘ die dir geschenkte Zeit!
Der Augenblick ist Brücke dir -
verbindend jetzt und Ewigkeit.
Des Jahres letzte Stunden
geh'n mit mir Seit an Seit,
Ich schlendre durch den Regen,
Gedanken schweifen weit
zu Menschen, die ich liebe,
ganz gleich, ob fern, ob nah,
ich halt' sie fest umschlungen,
für mich sind sie jetzt da.
Bin dankbar für die Stunden,
die wir vertraut verbracht,
ob heiter oder traurig,
bei Tag und auch bei Nacht.
Wünsch‘ allen Glück und Frieden
und stets ein helles Licht,
das unser‘n Weg beleuchtet,
damit uns nichts gebricht.
Wünsch‘, dass die Zeit wir nutzen,
die neu uns wird verlieh'n,
dann können ganz getrost wir
ins neue Jahr einzieh'n.
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