Sibylle Stillhart - Schluss mit gratis!

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Eigentlich ist es grotesk: Die Mutter von zwei kleinen Kindern sitzt im Büro einer Behörde, hat in ihrem Fünfzigprozentjob kaum etwas zu tun und verdient damit Geld. Vor und nach der «Arbeit» hat sie Stress in einem hoch getakteten Alltag mit den Kindern und dem Haushalt. Mit dieser intensiven Tätigkeit verdient sie nichts.
Warum ist die eine Arbeit bezahlt und die andere nicht? Warum ist die Erwerbsarbeit «rich­tige» Arbeit und Hausarbeit wie Kinder­erziehung nicht? Weil sie vor allem von Frauen übernommen wird?
Nach «Müde Mütter – fitte Väter» geht ­Sibylle Stillhart dem Widerspruch nach, dass von den Müttern heute gefordert wird, mög­lichst kurz nach einer Geburt möglichst in Voll­­­­zeit einer Erwerbsarbeit nachzugehen, Kinder hin oder her. Will die Wirtschaft bloss den Fachkräftemangel ausgleichen oder gar den Lohn drücken? Unter die Räder kommen neben den erschöpften Müttern auch die Bedürfnisse der Kinder.
"Schluss mit gratis!" plädiert dafür, die ­unbezahlte Arbeit auf die politische Agenda zu setzen – denn es ginge, wenn man nur wollte.

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Was mich fast noch mehr stört, ist die unangenehme Stimmung, die im Büro herrscht. Im Grunde genommen sitzen wir alle im gleichen Boot, verdienen hier unser Geld, langweilen uns mehr, als uns lieb ist. Aber keiner gibt das vor den anderen zu oder fragt sich: «Was machen wir hier eigentlich?» Alle – selbstverständlich auch ich – tun so, als ob die Arbeit das Höchste der Gefühle sei. Ganz offensichtlich ist das aber nicht der Fall. Weil wir keine Arbeit haben, die uns befriedigt und deren Sinn wir sehen, gehen wir uns gegenseitig auf die Nerven: Gnadenlos wird über die «Unfähigkeit» jener getratscht, die nicht anwesend sind; Mütter, die nicht zur Arbeit kommen können, weil das Kind krank ist, werden verdächtigt, «blauzumachen», Notizen, die einen Anruf in Abwesenheit melden, kehren rot korrigiert (wegen eines grammatikalischen Fehlers) auf das eigene Pult zurück. Und wenn es tatsächlich einmal et­was zu tun gibt, wird versucht, diese Arbeit möglichst auf die Kollegen abzuschieben. «Kann irgendetwas stärker demoralisieren, als während seines ganzen Erwachsenenlebens an fünf von sieben Tagen morgens aufzuwachen und dann eine Arbeit zu verrichten, von der man insgeheim glaubt, dass sie nicht verrichtet werden muss – dass sie einfach nur Zeit- und Geldverschwendung ist oder die Welt sogar schlechter macht?», fragt David Graeber, Professor für Anthropologie, in seinem Buch «Bullshit-Jobs».3 In un­serem Büro führt die Bedeutungslosigkeit unserer Jobs dazu, dass wir uns gegenseitig misstrauisch beäugen und uns kaum über den Weg trauen.

Ein Tag im Büro

Die Behörde, in der ich angestellt bin, ist der Schweizer Bundesverwaltung angegliedert. Sie ist dafür zuständig, einen grossen, staatsnahen Betrieb zu kontrollieren; es soll darauf geachtet werden, dass die Grundversorgung für die Bevölkerung nicht schlechter wird. Dafür werden die Qualitätsumfragen, die das zu kontrollierende Unternehmen selbst durchführt, von «meiner» Behörde unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse werden dann jährlich auf einer Pressekonferenz verkündet (das ist mein Job), damit die Öffentlichkeit sieht, dass die «Kontrolle» tadellos funk­tioniert. Für diese Aufgabe sind zehn Angestellte verantwortlich; vier Männer (alle Vollzeit), sechs Frauen (alle Teilzeit) – es gibt einen Chef, einen Stellvertreter und drei verschiedene Fachbereiche, in denen die Ökonomen und die Juristen arbeiten. Als sogenannte Stabsstellen fun­gieren die Sekretärin und ich als Kommunikationsbeauftragte. Unser Chef hat sich insgesamt vier Hierarchie-Stufen für ein Team von zehn Mitarbeitern ausgedacht. Doch trotz der Bedeutung, mit der wir uns präsentieren, würde es wohl kaum jemandem auffallen, gäbe es diese Behörde nicht mehr. Das Leben würde seinen gewohnten Lauf nehmen, als wäre nichts passiert.

Nach der Mittagspause, die ich im Büro verbringe, damit ich nicht zu viel Zeit verliere, haben wir Wochensitzung. Wie immer tragen alle Angestellten brav vor, was sie die letzte Woche gemacht haben und was sie die nächste Woche zu tun gedenken. Der Chef hakt nach, wenn er etwas nicht versteht, und gibt seine Kommentare ab. Früher gefror mir bei dieser Runde jeweils das Blut in den Adern. Ich war felsenfest davon überzeugt, dass jedem klar war, dass ich hier gar nichts zu tun habe und meine Stelle deshalb bald gestrichen würde. Doch nichts dergleichen geschah. Auch habe ich erst allmählich bemerkt, wie meine Kollegen charmant ihre mangelnde Beschäftigung überspielen. Claudia etwa präsentiert schon zum dritten Mal und ohne mit der Wimper zu zucken einen sogenannten Bürgerbrief. Jedes Mal erzählt sie haargenau, worüber sich Herr X ärgere und weshalb er sich nun an unsere Behörde gewendet habe. «Ich hatte letzte Woche so viel zu tun», sagt Claudia dann jeweils, «dass ich noch nicht dazu ge­kom­men bin, zu antworten. Ich hoffe, ich komme die nächsten Tage dazu.» Als ich an der Reihe bin, sage ich im Plenum, dass ich den Raum für die Pressekonferenz für das ge­wünschte Datum reserviert habe und nächste Woche be­ginnen werde, die einzelnen Texte für unseren Tätigkeitsbericht zu redigieren. «Super!», sagt darauf mein Chef, und die anderen Mitarbeiter nicken mir anerkennend zu. Super?, denke ich. Ich habe gerade einmal ein Telefonat für die Reservation gemacht.

«Feierabend»

Nach langweiligen zweieinhalb Stunden ist die Sitzung um. Ich schlendere zurück in mein Büro, sitze vor meinem Computer und checke – zum wohl 29. Mal heute – meine Mails. Punkt 17 Uhr hechte ich aus dem Büro, während meine Kollegen weiter auf Facebook ihr «erfolgreiches» Leben zelebrieren oder gucken, wo sie die nächsten Ferien verbringen. Ich haste aufs Tram, dränge mich in die Büromenschenmasse, steige nach fünf Haltestellen aus, um in die Kita zu laufen, wo mich meine zwei Buben bereits sehnsüchtig erwarten. Ich begrüsse sie, froh, dass sie einen «guten Tag» hatten, wie mir Milena, die Erzieherin, versichert, ziehe ihnen Jacke, Kappe, Handschuhe und Schuhe an, tröste den Kleinen, der sich das Knie geschürft hat, und unterhalte mich noch kurz mit der Betreuerin, während die Buben auf dem nassen Fussboden tollen. (Oh nein!, denke ich, ich muss heut Abend noch waschen!)

Milena ist 53 Jahre alt, arbeitet seit ihrer Ausbildung als Sozialpädagogin mit Kindern und Jugendlichen. In der Kita, die meine Buben besuchen, leitet sie eine Gruppe von zehn bis zwölf Kindern im Alter zwischen eineinhalb und fünf Jahren. Pausenlos ist sie damit beschäftigt, Kinder zu trösten, zu motivieren, Streit zu schlichten, zu basteln, zu füttern, zu wickeln, zu singen, zu spielen. Selber hat Milena drei eigene Kinder grossgezogen, während sie sich «fifty-fifty» Erwerbs- und Familienarbeit mit ihrem Mann aufgeteilt hat.

Würde sie Vollzeit arbeiten, verdiente sie einen Lohn von monatlich 5000 Franken. Sie sagt, dass sie ein solches Pensum in ihrem Alter nicht bewältigen könnte – sie würde den Kindern «keinen Gefallen» tun. Die Arbeit sei anstrengend und fordere sämtliche ihrer Kräfte. Daher arbeitet Milena 60 Prozent und verdient 3000 Franken. Weil sie mittlerweile geschieden ist, muss sie mit diesem Geld allein über die Runden kommen. Die Miete für eine Wohnung in der Stadt und die wachsenden Krankenkassenprämien fressen einen beachtlichen Teil ihres Lohns. Eine Lohnerhöhung könne sie sich jedoch auf Lebzeiten abschminken. Denn in den Kitas werde immerzu gespart: Eben wurde entschieden, dass einer Betreuerin noch mehr Kinder zugemutet werden können, als dies bislang der Fall war. Auch sollen die Arbeitszeiten ausgeweitet werden. Betreuerinnen sollen am Mittag («Wenn Hochbetrieb ist!») eine längere Pause nehmen, damit sie abends länger zur Verfügung stehen können. Milena zuckt die Schultern. «Wir kümmern uns den ganzen Tag um das Wertvollste, was Eltern haben», sagt sie. Doch offenbar sei dies der Ge­sellschaft nicht viel wert. Immerhin erhalte sie An­erkennung von den Kindern. Kehre sie jeweils aus den Ferien zurück, sei die Freude in der Gruppe riesig. «Welcher An­gestellte kann das schon von sich behaupten?», fragt sie lachend.

Mit einem leicht schlechten Gewissen mache ich mich mit meinen Kindern auf den Weg nach Hause. Ich verdiene mit meinem Job (auf Vollzeit gerechnet) beinahe das Doppelte von Milena, ohne dass die Gesellschaft von meiner Tätigkeit etwas hat; einmal abgesehen von den Steuern, die ich von meinem Einkommen bezahle. Auch fühle ich mich nach einem Arbeitstag weder gebraucht, noch er­füllt – eher leer, ausgelaugt und müde. Meine sinnlose Büroarbeit schadet nicht nur mir; sie bringt auch sonst niemandem etwas.

Wir machen noch kurz einen Abstecher beim Käse­laden, um Milch und Butter fürs Abendessen zu kaufen. Zu Hause trage ich das Baby die drei Stockwerke hoch, zusammen mit der Einkaufstasche, gleichzeitig lotse ich den Grossen, der lieber meine Hand halten möchte, die Treppe hinauf. Oben angekommen, schlüpfe ich aus dem Mantel, ziehe die Kinder aus, wärme in der Küche Milch, bevor das Baby zu jammern beginnt und den Kopf auf den Boden schlägt. Dann kümmere ich mich um das Abendessen, koche Haferflocken und schneide Brot, während der Kleine quengelt und getragen werden möchte. Das Nachtessen ist in fünf Minuten beendet, wobei der Grossteil des Essens auf dem Boden gelandet ist statt in den Bäuchen meiner Kinder. Ich hieve den Jüngsten aus dem Kinderstuhl, trage ihn ins Zimmer, ziehe ihm den Pyjama an, während der Grosse einen Trickfilm auf meinem Laptop gucken darf. Ich lege das Baby in sein Bettchen, lösche das Licht und verharre eine Viertelstunde im Zimmer, bis es eingeschlafen ist. Endlich! Dann eile ich zurück in die Stube, wo das grosse Kind fasziniert vor dem Computer hängt, gebannt von der bestimmt bereits neunten Folge vom «Kleinen Maulwurf». Ich bin gerade dabei, die Geschirrspülmaschine einzuräumen und die Brotkrumen vom Küchenboden aufzuwischen, als mein Telefon piepst: Mein Mann teilt mir mit, dass er nun fertig sei mit der Arbeit und auf den Zug gehe. Es ist mittlerweile halb neun Uhr abends, ich bin gerädert.

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