Urs Schaub - Das Gesetz des Wassers

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Aberwitzige Verbrechen in atemberaubender Landschaft – erneut lässt Urs Schaub den charismatischen Tanner auf Spurensuche gehen: Simon Tanner, der vor Jahren den Polizeidienst quittiert hat, stolpert unerwartet in einen komplizierten Mordfall. Ein Japaner stirbt in einem zwielichtigen Etablissement, seine Leiche verschwindet auf rätselhafte Weise. Eine zweite Leiche, eine junge Japanerin, wird nackt in einem Brunnen gefunden. Zeuge dieses Verbrechens ist ein Mann, der in einem dornigen Gebüsch lebt und den Untergang der Stadt prophezeit. Und ehe Tanner sich versieht, ist er in ein Netz von Geschäften und Verbrechen internationalen Ausmaßes verstrickt.

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Als er aus dem Badezimmer kommt, bemerkt er einen Briefumschlag, den jemand unter der Tür durchgeschoben hat.

Wer weiß, dass er in diesem Hotel ist? Er setzt sich auf die Bettkante und wiegt den Brief in seiner Hand. Ein Briefumschlag der teuersten Sorte. In schwarzer Tinte gestochen scharf sein Name. Er riecht an dem Umschlag. Kein besonderer Geruch. Für eine Weile genießt er die Spannung. Dann öffnet er den Umschlag. Der Brief ist von seinem alten Schulfreund Richard Bruckner. Stimmt. Tanner hat ihm vor ein paar Tagen angekündigt, dass er wahrscheinlich heute in die Stadt kommen und in diesem Hotel absteigen werde. Er hat den Brief aufs Geratewohl an die Bank geschickt, in die Richard Bruckner nach seinem Studium eingetreten war. Eine der großen Banken, in der auch Tanner seine Ersparnisse angelegt hat.

Schau mal an, er hat sich an das Datum erinnert und er arbeitet immer noch bei derselben Bank.

Eine Tatsache, die für Tanner schier unvorstellbar ist. Die ganze lange Zeit in der gleichen Stadt und an der gleichen Arbeitsstelle!

Lieber Tanner, ich freue mich, dass du dich nach so langer Zeit bei mir meldest. Gibt es was Neues am neuen Hofe, Sir? Wenn du Zeit hast, könnten wir morgen Abend zusammen essen. Am alten Ort, wenn du einverstanden bist. Zwanzig Uhr? Gib bitte meiner Sekretärin Bescheid, falls du nicht kannst. Und um es gleich jetzt schon zu klären: Ich lade dich ein! Verstanden, Herr Tanner? Keine Widerworte. Wir fangen nichts Neues mehr an, auf unsere alten Tage, gell … Bis dann. Bruckner . Telefonnummer.

Der alte Ton, als ob keine Zeit vergangen wäre. Sogar das Shakespeare-Zitat, mit dem sie sich jeweils begrüßten, weiß er noch.

Tatsächlich hatte damals immer sein Freund bezahlt, denn er stammte aus einer reichen Familie. Und er war unglaublich großzügig. Zudem bewunderte Bruckner ihn immer ein wenig. Wofür eigentlich? Oder war es nur Dankbarkeit, dass er sein Freund war, denn er hatte sonst keine Freunde. Bruckner war damals ein schlanker Jüngling mit dichten, relativ kurz gehaltenen Haaren. Hellroten Haaren. Er hatte in seinem Stil etwas bewusst Englisches. Gab sich meist bescheiden und reserviert. Für die anderen war er wahrscheinlich die Arroganz persönlich. Tanner wusste es besser. Bruckner war scheu. Warum? Tanner wusste es nicht. Aber es war eindeutig. Vielleicht war er zu lange auf teuren Internaten gewesen? Und wer weiß, was ihm dort widerfahren war? Bruckner hat nie darüber gesprochen. Ihre Freundschaft war auf jeden Fall klar entschieden, als sie das erste Mal das gemeinsame Klassenzimmer betraten und sich ganz selbstverständlich in die hinterste Schulbank am Fenster setzten. Und, oh Wunder, sie ergänzten sich perfekt in den Schulfächern. Überall, wo Tanner schwach war, war Bruckner besonders gut und umgekehrt. Es war eine Arbeitsgemeinschaft, die vier Jahre bis zur Maturität perfekt harmonierte. Gleichzeitig teilten sie ein leidenschaftliches Interesse fürs Theater.

Die anderen Koalitionen in der Klasse wechselten häufig. Sie waren sich immer gleich nahe und gleich distanziert. Sie verbrachten vier Jahre Seite an Seite in der Schule, siezten sich aus einer Laune heraus die ganze Zeit und gingen zusammen ins Theater. Das heißt, Bruckner arbeitete viele Abende im Theater als Platzanweiser. Er tat dies, um dem Theater näher zu sein. Er besorgte Tanner die Eintrittskarten und nach dem Theater aßen sie häufig bei dem alten Italiener. Immer bezahlte Bruckner. Er hatte Geld. Tanner hatte keins. So einfach war das. Nie lud einer den anderen zu sich nach Hause ein. Irgendwie war das tabu. Sie sprachen auch nie darüber.

Bruckners Vater handelte mit Erdöl. Bei der Geburt jedes seiner Kinder kaufte er das Auto, das gerade en vogue war, und schenkte es dem jeweiligen Kind bei seiner Volljährigkeit.

Eigentlich wusste Tanner wenig über seinen Freund. Bruckner hatte seines Wissens nie eine Freundin gehabt, er hat ihn aber nie gefragt, warum. Tanner hatte viele Freundinnen und Bekanntschaften. Bruckner äußerte sich nie dazu. Ob Bruckner heute verheiratet ist? Er wird es erfahren. Morgen Abend. Nach dreißig Jahren.

Tanner geht an die kleine Hotelbar und bestellt einen Tomatensaft mit Eis. Alkohol ist bei der Hitze nicht angeraten. Ein wahrscheinlich eilig gekaufter Tischventilator verteilt wild entschlossen die Hitze. Die Frau an der Bar, eine blonde Enddreißigerin, nickt ihm zu, bereitet mit betont langsamen Bewegungen seinen Saft zu und betrachtet ihn durch ihre langen Augenwimpern. Ihr dünnes, weißes Kleidchen klebt verschwitzt am Körper. Tanner bemüht sich, nicht ständig auf ihre Brüste zu starren, die durch den transparent gewordenen Stoff auf- und abwippen. Zur Ablenkung blättert er in der Zeitung. Uninteressiert überfliegt er die Schlagzeilen und die mehr oder weniger langweiligen Artikel. Viele beschäftigen sich mit der ungewöhnlichen Hitze. Meteorologen fühlen sich bemüßigt, unnötige Erklärungen abzugeben. Azorenhoch, Winde aus Afrika. Auch sei mit Saharastaub zu rechnen. Der Ozonwert sei noch mal gestiegen. Wenn es so weiterginge, würden die Sommerferien für die Schüler vorgezogen.

Eine Notiz erregt seine Aufmerksamkeit. In dem kleinen See, an dessen Ufer er seit kurzem eine Wohnung besitzt, habe bei einem Unglück ein Segler sein Leben verloren. Gleichzeitig habe man eine tote Kuh im See entdeckt. Seither habe sich das Wasser des Sees rot verfärbt. Einen Zusammenhang gebe es aber zwischen den beiden Ereignissen nicht. Der Segler sei aus noch nicht geklärten Gründen ohne Schwimmweste von Bord gestürzt und ertrunken. Seine Begleiterin, die ebenfalls über Bord gegangen sei, habe sich retten können. Der Tote sei japanischer Nationalität und Mitglied der Geschäftsleitung einer hiesigen Chemiefirma.

Tanner leert sein Glas. Die Blonde blickt ihn fragend an. Sie meint wohl, ob er noch einen Saft möchte.

Tanner nickt. Es ist schön, wenn sie sich bewegt. Zwar bewegt sie sich langsam, aber sie bewegt sich. Als sie ihm den zweiten Saft hinstellt, blättert Tanner weiter in seiner Zeitung. Hält inne bei den Sexanzeigen. Interessiert liest er die verschiedenartigen Angebote. Bei einer kleinen Annonce bleibt er hängen. Schöne Japanerin zu Gast, nur heute und morgen, im Studio Schlaraffenländli. Bei dem Stichwort schöne Japanerin denkt er heute schon zum zweiten Mal an Harumi.

Stichwort Japan genügt – und er sieht die langhaarige Harumi vor sich, mit ihren vollen Lippen. Pawlow’scher Reflex. Kurz entschlossen greift Tanner nach seinem Mobiltelefon. Es meldet sich, nach kurzem außerirdischem Rauschen, eine automatische Ansage mit einer munteren Frauenstimme im breitesten Schwäbisch. Sie nennt sich Claudia und berichtet fröhlich über die Angebote im Schlaraffenländli. Schlaraffenländleee heißt das in ihrer süddeutschen Mundart. Tanner muss unwillkürlich schmunzeln, worauf ihn die Blonde schon wieder fragend anblickt. Sie richtet sich auf und versucht, einen Blick auf Tanners Zeitung zu erhaschen, denn sie hat bemerkt, dass er eine Nummer aus der Zeitung gewählt hat. Aber die Freude gönnt Tanner ihr nicht und legt die Seite um. Enttäuscht schmollt sie und wischt die saubere Theke mit einem schmutzigen Lappen. Ihre Brüste schaukeln entrüstet unter ihrem verschwitzten Kleid. Nachdem er Straße und Hausnummer gehört hat, unterbricht Tanner die eifrige Stimme des Anrufbeantworters. Ob sie bei der Arbeit auch so munter drauflosplaudert? Damit nimmt sie wahrscheinlich jedem Verklemmten sofort alle Hemmungen. Tanner schmunzelt immer noch, verlangt die Rechnung und bittet um ein Taxi. Die Blonde platzt fast vor Neugierde. Tanner gibt ihr ein großzügiges Trinkgeld. Sie bedankt sich mit einem kleinen Knicks und einem großen Augenaufschlag.

Ich bin den ganzen Abend hier!

Das erste Mal hört Tanner ihre Stimme. Beinahe wäre er vom Stuhl gefallen, so überrascht ist er. Ihre Stimme ist tief und aufreizend rau. Wie die einer Jazzsängerin aus vergangenen Zeiten. Eine Stimme, die einen sofort im Bauchfell kitzelt.

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