Meral Kureyshi - Fünf Jahreszeiten

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Sie hat ihren Master in Filmwissenschaften abgebrochen und arbeitet im Kunstmuseum als Aufseherin. Während ihr Arbeitskollege Nikola unter der Treppe schläft, beobachtet sie den Staub im Sonnenlicht, lauscht den Stimmen der Kunstvermittlerinnen, wartet, dass die Zeit vergeht. In der Stille werden ihre Gedanken laut, die weissen Wände füllen sich mit Erinnerungen, an Manuel, ihren Freund, an Adam, ihren Geliebten. Apathisch wandelt sie durch ihr Leben, streift durch die Stadt, trifft den alten Paul, lässt sich treiben zwischen Resignation und Hoffnung, trauert um den verstorbenen Vater und vermisst die Mutter, die nicht anwesend ist. «Fünf Jahreszeiten» erzählt eine Episode aus dem Leben einer jungen Frau, in der nichts und alles möglich scheint und sich doch Entscheidungen aufdrängen – musikalisch, poetisch, mit leisen Tönen und von grosser Dringlichkeit.
"Fünf Jahreszeiten" wurde ausgezeichnet mit dem Preis «Das zweite Buch» der Marianne und Curt Dienemann-Stiftung

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Wie lange habe ich geschlafen?, fragt er.

Diese Scheißarbeit, sagt Nikola, ohne eine Antwort zu erwarten, stößt beim Aufstehen mit seinem Kopf an die Treppe, geht weiter, als hätte ich es nicht gesehen.

Was wollen wir hier eigentlich?, fragt er, während er sich den Kopf reibt.

Ich weiß es auch nicht, will ich antworten, doch er ist schon weg. Irgendetwas muss man ja machen, die Rechnungen zahlen sich nicht von allein.

Als ich den Vorhang etwas zur Seite ziehe, um aus dem Fenster zu schauen, leuchten die ersten Lichter auf der Brücke zu meiner Linken und auch auf der Brücke rechts vom Museum.

Zwischen den kahlen Ästen fließt leise die Aare, die man von hier aus nur im Winter sehen kann. Die dunklen Bäume zeigen sich nackt, erst jetzt zeigt sich ihr verletzliches Gerüst, das im Sommer hinter dem dichten Grün verborgen liegt.

Es ist, als würden die Bäume miteinander tanzen, so langsam, dass mein Auge ihre Bewegungen verpasst, sie bewegen sich genau dann, wenn ich blinzle. Vielleicht blinzeln wir auch nur, damit wir nicht alles sehen müssen.

Nikola arbeitet nur an Wochenenden und Feiertagen im Museum, an diesen Tagen verdient man mehr. Er spielt Gitarre in verschiedenen Bands, seine Eltern bezahlen sein Studium in Kunstgeschichte, die Wohnung auch, nur seine Versicherungen und den Rest muss er selbst bezahlen. Ich beneide Nikola um seine Sorglosigkeit. Mein Geld reicht knapp für die Miete, die ich mit Manuel teile. Im Museum kann ich nicht täglich arbeiten, die Arbeit ist schlecht ­bezahlt. Manuel verdient mit seiner Vierzigprozentanstellung als Assistent in der Universität weniger als ich.

Babas Leichentransport, die Reise und die Beerdi­gung haben so viel Geld gekostet, dass ich Jahre dafür brauchen werde, um es abzuzahlen. Der rote Mercedes muss auch noch bezahlt werden, obwohl er auf dem Schrottplatz gelandet ist. Babas Schulden bei einem Kriminellen auch, wo er sich Geld geliehen hatte, unser Geld reichte nie aus.

Ich mache das schon, habe ich Anne und meinen jüngeren Geschwistern versprochen, macht euch keine Sorgen.

Unter den Lauben gehe ich nach Hause. Der Stars Coiffeur hat noch geöffnet, der Friseur winkt mir aus dem Neonlicht im Laden, als ich vorbeigehe, wir haben noch nie miteinander gesprochen. Eine Frau lässt sich gerade von ihm die Haare färben, ein Kopfhörer steckt in seinem Ohr.

Im Mery’s Couture ist wie immer niemand, nur die Verkäuferin schaut auf ihr Handy. Im kleinen Kioskhäuschen unter dem Turm mit der großen Uhr kaufe ich einen Lottoschein, wie es Baba immer getan hat, ich trage wie er die Geburtsdaten unserer Familie ein, gebe sie der älteren Dame mit den blond gefärbten Haaren und wünsche ihr einen schönen Abend. Bis nächste Woche, sagt sie.

Bei Tong Fong sitzt Manuel und liest in einem Buch.

Wie immer?, fragt die Frau hinter dem Tresen, sie trägt eine Schürze und eine Haube, ihr Mann lächelt aus der ­Küche und winkt mir zu.

Wie immer, sage ich und warte unter dem grellen Licht auf den gebratenen Reis, den er in einem großen Wok zubereitet. Die Fenster laufen an, auch die Brille von Manuel, die er neben sein Buch auf dem Plastiktisch legt. Ich nehme aus dem Kühlschrank einen Saft und setze mich zu ihm.

Er sei beim Joggen an der Aare einem Kormoran begegnet, der einen Fisch hinuntergewürgt habe, der langsam in seinem Bauch verreckt sei. Manuel pickt an seinem Reis ohne Sauce und ohne Fisch, Zutaten, die er sonst immer nimmt. Auf dem Nachhauseweg liest er in seinem Buch weiter, während ich ihn führe.

Er ist tollpatschig und stolpert oft, auch wenn er nicht gerade am Lesen ist. Zu Hause lässt er alle seine Sachen liegen, Chaos stört ihn nicht, mich schon, und das führt oft zu Streit.

Manchmal bin ich sogar eifersüchtig auf seine Bücher, mit denen er vorsichtig umgeht, keine Seite faltet, sie ­behandelt, als wären sie aus Porzellan. Wenn ich in einem seiner Bücher lesen will, gibt er mir Anweisungen, wie ich blättern soll, nicht an den Ecken, das gäbe Eselsohren.

Ein Tag nach Weihnachten kam Adam, als ich das Mu­­seum verließ. Zuerst erkannte ich ihn nicht von weitem. Ein Punkt, ein Strich, ein Mensch, ein Mann, Adam stand vor mir. Seine Hände steckten im dunklen Mantel, dessen Kragen nach oben gerichtet war.

Wer ist das?, fragte Nikola, als wir vor dem Museum standen, so nervös habe ich dich noch nie gesehen.

Der von gestern, ich wusste nicht, dass er kommt, sagte ich.

Ich habe ihn mir anders vorgestellt, als du von ihm erzählt hast, der sieht total langweilig aus, schau wie er geht, wie in einer Slo-Mo-Einstellung, sagte Nikola, bevor er ging.

Du hast mich fast verpasst, sagte ich, als Adam vor mir stand.

Er streckte seinen Finger aus und zeigte mir einen Schneekristall. Ich schob seine Hand etwas weg, da ich die Augen so nah nicht fokussieren konnte.

Ob es nicht beeindruckend sei, fragte ich, dass in den Wolken ein sechseckiger Kristall entstehe, der sich immer wieder umformt, sich weiterentwickelt.

Und je feuchter die Luft, desto lockiger meine Haare, sagte ich.

Vor der ehemaligen Schule drang laute Musik aus der alten Turnhalle, drinnen tanzten Menschen. Er schlug sich die Nase an der Scheibe, ich lachte laut. Es war ihm unangenehm, das brachte mich noch mehr zum Lachen.

Am Kalkbrunnen vorbei, über den leergefegten Platz, wo sich immer an derselben Stelle eine Pfütze bildet, wenn der Schnee schmilzt, am Theater im Turm vorbei zum ­mittelalterlichen Wehrturm, der nicht mehr beschützt, nur noch die Zeit anzeigt. Der goldene Glockenspieler schlägt die Uhr zu jeder Stunde, wo er von den Touristen fotografiert wird, die vom vorbeifahrenden Bus überrascht werden. Die Touristen bewegen sich erst wieder weg, wenn das Spiel ein Ende nimmt, dann verteilen sie sich in der Stadt.

Ein Tag nach Weihnachten waren die Straßen menschenleer, es war Sonntag an einem Dienstag.

Die Bären schliefen schon länger.

In der Junkernbar kaufte er sich Zigaretten, wir tranken Wein neben der Musikbox, in die wir unser ganzes Kleingeld warfen und laut mitsangen. Langsam leerte sich die Bar.

Ich schaute mir die verschiedenen Krankheiten auf den Zigarettenpackungen an, die verfaulten Zähne, schwarzen Lungen, Missbildungen bei Ungeborenen.

Seine Eltern waren Bauern, dort geboren, wo sie heute noch leben, im selben Dorf, im Haus der Großeltern, das sie geerbt hatten. Die Berge seien nah, ein Bach fließe in die Aare, erzählte Adam, als ich ihn nach seiner Familie fragte.

Ich habe einen Bruder, auch eine Schwester, wir sehen uns sehr selten, sagte ich, seit mein Vater tot ist und meine Mutter zurück dahin, wo die Bistrica durch die Stadt fließt, wo Baba begraben liegt.

Manuel hatte versucht, mich zu erreichen. Acht Stunden waren vergangen, seit Adam vor dem Museum aufgetaucht war und wir nur ein paar Schritte gehen wollten.

Plötzlich stand Manuel in der Bar, er hatte mich in der ganzen Stadt gesucht, sich Sorgen gemacht, mich zu Hause erwartet, für uns gekocht.

Wer ist das?, was machst du hier?, wollte er wissen. ­Manuel zog mich wütend am Arm aus der Bar.

Willst du mich verarschen?, fragte Manuel, wer ist dieser Typ?

Er arbeitet mit mir, log ich in der Not.

Mach jetzt bitte keinen Aufstand, das ist so peinlich, sagte ich wütend.

Als ich in der Bar meine Jacke holte, entschuldigte ich mich bei Adam, das war mein Freund, sagte ich, ich muss jetzt gehen, es war schön mit dir, aber wir können uns nicht wiedersehen. Er hielt meine Hand und sagte, dass er sich in mich verliebt habe, ich erstarrte für einen kurzen Moment.

Adam blieb sitzen mit unseren halbvollen Gläsern und meinem Namen, den ich auf den Rand eines Zuckerbeutels geschrieben hatte.

In der Junkernbar sitzt Paul an einem runden Tisch neben einem großen Glas Bier und liest in einer Zeitung. Seine Stoffhose ist etwas zu weit, die Hosenträger über dem ­weißen Hemd. Seine Weste hat ein Loch am Ellbogen, die Lederschuhe glänzen. Seine weißen Haare versteckt er unter einem Filzhut. Die weiteren Tische stehen leer, der Kellner poliert die Gläser, er wirft das Handtuch über seine Schulter, während er mit Paul spricht, der sich über die Bar lehnt. Paul schaut aus dem Fenster. Er nimmt einen Schluck von seinem Bier, danach wischt er sich mit dem Handrücken den Schaum vom Mund.

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