Roberta Rio - Der Topophilia-Effekt

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Gesundheit. Erfolg. Liebe: Wie beeinfussen die Orte, an denen wir wohnen, arbeiten oder Urlaub machen, unser Leben? Die Historikerin Roberta Rio recherchiert die Geschichte von Gebäuden, Wohnungen oder Grundstücken und stößt dabei auf wiederkehrende Muster. In diesem Buch zeigt sie anhand alten Wissens und neuer Forschungsergebnisse, was wir über die Wirkung von Orten wissen sollten und wie wir es herausfinden.

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Einige Tage nach dieser Hausführung machte ich mich an die Arbeit. Ich forschte im Gemeinde-Archiv nach und erfuhr dabei mehr über die Vorbesitzer des Hauses.

Als Archivarin und Historikerin habe ich Zugänge zu Unterlagen, an die nur befugte Menschen kommen. Doch auch allgemein zugängliche Gemeinde-Archive sind für mich wichtige Informationsquellen. Noch wichtiger sind nur Kirchen-Archive, die oft bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, sofern nicht Brände oder andere Katastrophen sie zerstört haben.

Ich sitze dann stundenlang in Zimmern, umgeben von wertvollen, alten Dokumenten und Büchern. Handys sind dort verboten, aber meist handelt es sich ohnehin um Kellerräume ohne Empfang. Die Stimmung ist immer ein bisschen wie in Dan Browns Historien-Thriller The Da Vinci Code. Es ist abenteuerlich und aufregend, denn ich weiß nie, auf welches Geheimnis ich als nächstes stoße.

Da sind auch immer eine gewisse Anspannung und Neugier mit dabei, sodass ich mich oft kaum von diesen Unterlagen losreißen kann und viele Tage hintereinander in diesen Zimmern verbringe. Immer auf der Suche nach Details und Namen, die mich auf neue Spuren bringen. Auch online, manchmal einfach über Google, lässt sich bei der Recherche der Geschichte eines Hauses oder eines Ortes mittlerweileviel herausfinden. Wobei es bei Google besonders wichtig ist, auf die Quellen zu achten, weil gerade zu diesem Thema neben einigem Nützlichen auch viel Unfug durch das Internet geistert.

In diesem konkreten Fall reichten die Belege im Gemeinde-Archiv nur bis zum Ende des 19. Jahrhunderts zurück, denn die Umgebung, in der das Gebäude stand, war in beiden Weltkriegen ein Kampfgebiet gewesen. Viele Aufzeichnungen, offenbar vor allem die älteren, waren dabei vernichtet worden oder verloren gegangen.

Meine Recherche konzentrierte sich aber, wie immer in solchen Fällen, nicht nur auf Archive. Einen Großteil meiner Arbeit macht das Reden aus. Ich rede mit Menschen, die in der unmittelbaren Umgebung eines Hauses oder eines Ortes, mit dem ich mich befasse, leben. Vor allem in ländlichen Regionen tragen sie oft überliefertes Wissen in sich, das nur teilweise oder gar nicht dokumentiert ist. Manche von ihnen sind redseliger als andere. Die muss ich finden. Dafür brauche ich vor allem Geduld, Zeit und Feingefühl.

Am Ende meiner Recherchen hatte ich aber genug Informationen gesammelt, um zu erkennen, dass sich in dem Haus eine Geschichte immer wieder wiederholt hatte. Menschen, die dort gelebt hatten, hatten mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen gehabt. Sie alle mussten das Haus nach dessen Erwerb bald wieder verkaufen, weil sie in finanzielle Not geraten waren und es sich nicht mehr leisten konnten.

Eine Familie, die in dem Haus gelebt hatte, hatte mit ihrem Unternehmen zur Zeit des Zweiten Weltkrieges Metalldosen für Lebensmittel hergestellt. Man würde aufgrund des damaligen Bedarfes an solchen Produkten davon ausgehen, dass sie die vielen Aufträge kaum bewältigen könnten. Immerhin waren Konservendosen überlebensnotwendig für die Soldaten im Krieg. Aber genau das Gegenteil war der Fall: Die Firma ging bankrott.

Später zog ein Ehepaar mit ihrem Sohn in das Haus. Sie hatten sich davor über Jahre hinweg ein erfolgreiches Geschäft in der Textilbranche aufgebaut, das sie, als sie alt genug waren, um in Rente zu gehen, ihrem Sohn überschrieben. Anfangs lief das Geschäft so erfolgreich wie bisher weiter. Dann aber wendete sich das Blatt. Der Sohn, der nie heiratete und sein Leben mit seinen Eltern in dem Haus verbrachte, wurde drogen- und spielsüchtig und führte das Unternehmen binnen weniger Jahre in die Pleite.

Auch Krankheiten hatten dort in der Vergangenheit eine bemerkenswerte Rolle gespielt. In zwei Familien, die das Haus bewohnt hatten, starben Menschen früh durch dasselbe Krankheitsbild. Sie hatten Probleme mit der Lunge gehabt.

Dann stieß ich noch auf ein bemerkenswertes Ereignis, das sich keinem Muster zuordnen ließ, das ich aber dennoch zur Kenntnis nahm. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs hatte eine Handvoll deutscher Soldaten in der großen Scheune ihr Lager aufgeschlagen. Sie blieben einige Wochen dort. Als sie abzogen, blieb einer von ihnen tot im Schuppen zurück. Niemand erfuhr jemals, ob er einem Verbrechen zum Opfer gefallen oder auf natürliche Weise verstorben war.

»Weißt du auch, was Leya in dem Zimmer angestarrt haben könnte?«, fragte der Notar, als ich ihm alles geschildert hatte, was sich in der Vergangenheit in dem Haus zugetragen hatte.

Ich lächelte. »Das ist dir aufgefallen?«

»Es hat mir zu denken gegeben.«

»Ehrlich, ich habe keine Ahnung«, sagte ich. »Es gibt zwar angeblich Menschen, die mit Tieren kommunizieren können, aber ich gehöre nicht dazu.«

Er blieb ernst. »Ich sollte jedenfalls besser verkaufen, meinst du nicht?«

»Diese Frage kannst du nur selber beantworten«, sagte ich. »Die Geschichte des Hauses weist jedenfalls darauf hin, dass Menschen vor dir hier einander ähnelnde Probleme hatten, vor allem wirtschaftliche.«

»Bist du sicher, dass ich diese Probleme auch haben werde?«

»Nein«, sagte ich. »Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz dafür, dass sich solche Muster wiederholen und jeder, der eine solche Evidenz konstruieren würde, wäre ein Scharlatan. Ich kann die Muster bei meiner Arbeit nur erkennen und Schlüsse aus ihnen ziehen, die immer subjektiv bleiben. Ich kann mir die Frage stellen: Was würde es bedeuten, wenn sich diese Muster fortsetzen? Setzt sich das am deutlichsten erkennbare Muster in der Geschichte dieses Hauses fort, erzielst du vielleicht nicht die Rendite, mit der du bei der Verwertung rechnest. Vielleicht zahlst du sogar drauf. Eben weil du keine Mieter findest oder weil Kosten auftauchen, mit denen du nicht gerechnet hattest.«

Besorgt legte er seine Stirn in Falten. »Was würdest du tun?«

»Du kannst deine Entscheidung nur selbst treffen«, sagte ich. »Sie wird nie zu hundert Prozent rational sein und du wirst nie erfahren, ob sie richtig war, nicht einmal dann, wenn du dir die Mühe machen würdest, zu beobachten, was weiter mit und in dem Haus passiert. Ein anderer Mensch kann ein anderes Schicksal haben, das sich dort auf andere Weise erfüllt, als sich deines erfüllt hätte.«

Er überlegte eine Weile. »Meine Frau wird sich wundern«, sagte er schließlich. »Würdest du es ihr erklären?«

Tags darauf aß ich mit seiner ganzen Familie zu Mittag. Die Frau des Notars war eine elegante, zierliche Person mit schulterlangen, blonden Haaren und einem freundlichen Lachen. Ich fand ihre herzliche Art auf Anhieb sympathisch. Auch die beiden Kinder des Ehepaares waren dabei. Ein Junge und ein Mädchen im Teenageralter. Es gab buntes Ofengemüse, Zucchini, Tomaten, Fenchel, alles Mögliche, dazu Salat.

»Mahlzeit«, sagte die Frau, als sie jedem eine große Portion auf den Teller anrichtete. »Lasst es euch schmecken!«

Wir plauderten beim Essen über das Wetter und wir waren alle zufrieden damit. Dieser Herbst war tatsächlich schön. Viel Sonnenschein, kaum Niederschlag. Die Familie plante, in den kommenden Wochen für ein paar Tage zu verreisen. Nicht weit weg, aber raus aus den eigenen vier Wänden, mal wieder etwas anderes sehen, neue Eindrücke sammeln. Ich sagte, dass ich das nachvollziehen könne und dass sie ihren Kurztrip in vollen Zügen genießen sollten.

Dazwischen zog Leya immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich, indem sie ihren Kopf schief legte und Streicheleinheiten einforderte. Darin ist sie wirklich gut.

Auf das Thema »Immobilie« kamen wir erst spät zu sprechen, nach dem Essen bei Kaffee und Kuchen. Nachdem es hier um viel Geld ging, war die Anspannung des Notars die ganze Zeit über groß. Vor unserem Treffen hatte er mich darauf hingewiesen, dass er mir ein Zeichen geben würde, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen wäre, um über diese eine bestimme Sache zu reden. Als er mir das Signal gab, sagte ich wie mit ihm abgemacht in die Runde: »Was das Haus betrifft: Ich glaube, es wäre gut, wenn ihr es verkaufen würdet.«

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