in der nachbarwohnung die tägliche
der schwanz hurt herum natürlich
michelangelos david rührte uns zu tränen
jännerhitze und julifrost so weit ist es gekommen mann
nicht genug fürs glück für dessen gegenteil zu wenig
ich und ich rasch waren sie abgetextet
mein lieben mein hassen mein mittendrin du
bin also eingezogen in odetamo
nie in granada gewesen nie in córdoba
dem sicheren ausgebettet und allem
schlendereien heiße bäder aderlass
ode rosi pote rosi non invi tusa mabo
und plötzlich der hass so variantenreich
so circa fünf frauen nach dir
es schindelt heut nacht in meinen gedanken
auf den tag ein jahr nach dem krach
wozu taugen die masken noch mein catullus
Nachwort
Schlusszitat
Zum Autor
Impressum
krach ist ein anfang glück ein simpler akkord
im rücken der augen rollen bässe wuchten
uns ineinander jahrelang bin ich gelaufen für
dieses konzert du kamst aus der gleichen
richtung und den rest könnt ich mir denken
sagst du so leis dass ichs kaum versteh und
vielleicht nur annehmen will weil deine
hände den meinen die reisen ablesen als
wären es ihre eignen und der himmel rockt
und lärmt und bleibt in allem ein punk der
sich seinen irokesen in regenbogenfarben
lackiert metaphorisch gesehen tanzen wir auf
dünnem seil hören die wellenreiter lästern
keinen cent wert ist uns ihr geblöke vivamus
atque amemus campino krakeelt was zählt
so verjüngen einen die tage die
am gegenüber beginnen in dessen augen
lässt sich reisen nicht von hier nach da
sondern immer übers ziel hinaus
ins bessere ende nach alexandria
und auf schriftrollen voller anläufe die
grenzen der zeit zu überwinden
weisen die stunden lotsen zu
berenike unterm frühlingshimmel
muss man nichts begreifen solange
ein sternbild das eigene haar sein könnte
sind verbleibende sommer nicht abzählbar
da mi basia mille deinde centum
auf einer fahrt nach florenz du
schläfst und ich folge deinen
atemzügen wünsche sie in ein
perpetuum mobile wie ein vers
eines sein kann valerio catullo
leuchtet herein ins coupé
vorbei am aeroporto di verona
fange ich an dich zu küssen als
hättest du gesagt da mi basia
deinde centum dein mille altera
ich bin einer bin ein anderer
habe viele masken doch in
santa maria novella sind alle
meine lippen ziemlich wund
der erste weg lenkte uns dentro al cuore
della città so beschrieb der hotelier die lage
unserer bleibe ein ausladendes bett
das im zimmer nicht mehr bewegung
zuließ als wir von uns verlangten vor
spiegelverkleidetem schrank wie er
horaz angeregt haben mag zu fantasien
denen wir nichts schuldig blieben
entdeckten wir aneinander kontinente
und in ihren ausläufern toskanisches
licht das unsere augen rahmte
in den farben botticellis
zu zephiren geworden umwirbelten wir
die meerschaumgeborene
in den uffizien du sagtest wir hängen
in den tagen richten uns mit atembildern
galerien ein ich wusste wer sie sieht
wird uns umeinander beneiden
cimabue stundenlang kann ich dir zuhören
wie du ihn mir als giottos lehrmeister erklärst
du hast den tonfall einer italienerin
auch wenn du eher einer spanierin gleichst
im licht das den campanile tagwärts hisst
cenni di pepo ist eigentlich sein name
der sich als synonym lesen lässt für die zäsur
die dem byzantinischen formenkram
widerfahren ist du wirfst den kopf in den
nacken während du sprichst dein haar das
du zum zopf geflochten hast à la mexicana
hör dich reden von freskenzyklen in assisi
la basilica di san francesco und als wollte
deine stimme die schatten annehmen die
jetzt länger durch die coluccio salutati gehen
melancholisierst du mir portugiesisch ins ohr
unterwegs zum ponte vecchio wirst du zielstrebig
wie eine koreanerin und rümpfst am
arno sehr französisch die nase humorlos
wie eine deutsche bist du gottlob nicht
sonst würden dich meine vergleiche enervieren
erwiderst mit amerikanischer zuversicht dass meine
innenwelt ein kind des duecento sei und
begegnest überaus britisch den avancen
eines cameriere dessen grappa du aber dann
wie eine russin kippst um schwedisch abgeklärt
einen zweiten zu ordern den polternden frohsinn einer
holländerin hast du und sparst nicht mit
finnischer einsilbigkeit wenn man dich im
betrachten der maestà stört zuweilen verwandeln
dich gedanken in eine assyrerin huschen dir
als schleier in die stirn und ich wüsste zu gern ob du
gerade an vasaris le vite denkst oder –
potztausend du bist eine tirolerin wie du so
kernig drauf beharrst dante habe cimabue
den lorbeer voreilig entzogen und im lachen
über mein verdutztes gesicht wirst du erneut eine
andere erfüllst klischees indem du
ihnen widersprichst die vielschichtigkeit
deines wesens könnte niemand nachbilden
ohne dir ein detail zu schulden und wir gehen
am duomo vorbei sein schiff zum auslaufen bereit
die nacht nimmt den campanile
ins segel und ich hänge mich in den wind
deiner nähe fahre in ihr hinaus in alle länder
schau an unter ferner liefen endlich auch sie
sechzig frauen musste sie den vortritt lassen
das forderte dantes passion für die gematrie
nomen est numerus beatrice sollte da passen
rede ich vor mich hin und du lachst hell auf
könnte ich uns beide doch so logisch erfassen
ich nähme jeden umweg über zahlen in kauf
im wissen dem zufall war noch nie zu trauen
zu temporär drängt er sich in einen lebenslauf
während wir noch mit worten am glück bauen
veranschlagt die semantik schon jene becken
in denen sich gegensätze beständig aufstauen
um nichts als trennungsgründe zu bezwecken
drum will ich uns jetzt dem einssein andealen
solange wir uns süchtig immer neu entdecken
lässt sich jeder stilbruch als trumpf ausspielen
die arschkarte riskieren später unsere allüren
ich beginne also auf unsre initialen abzuzielen
mutiere zum erbsenzähler wider das ephemere
und das kann letzten endes nur dazu führen
dass ich dich und mich zu nummern erkläre
am besten zu solchen die dauerhaftes verwalten
die zahl der freien wünsche und die der meere
so bleiben wir uns drei und sieben stets erhalten
verpeilt so kann man sagen wir waren
zurück im lückenhaften und schoben es auf den föhn
was hinter unseren stirnen hämmerte innsbruck
war nichts anderes als ein morgen nach durchzechter nacht
und doch nur ein ort im atlas der alltäglichkeiten
folgten wir den vorgegebenen koordinaten
die uns aus den sommerebenen talwärts zogen
wuchsen mit jeder stunde die berge der schnee auf ihnen
wir ahnten ihn wochenlang voraus und zahlten
was uns die sehnsucht verschuldete an jedem
monatsersten mit theatralischem geseufze als
führten wir das kalendarium auf seine
ursprüngliche bedeutung zurück in der kalligraphie
des begehrens längst dem schweigen verwandt
schrieben wir einem gesüdeten himmel
unsere vorstellungen ein unvollständig und
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