Sebastian Holzbrecher - Der Aktionskreis Halle

Здесь есть возможность читать онлайн «Sebastian Holzbrecher - Der Aktionskreis Halle» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Der Aktionskreis Halle: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Der Aktionskreis Halle»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Der Aktionskreis Halle (AKH) ist nicht nur als «entfant terrible» des ostdeutschen Katholizismus bekannt. Er ist zugleich die bedeutendste katholische Impulsgruppe in der DDR, die durch ihr Engagement in Konflikt mit Kirche und Staat geriet.
Gegründet 1970, gehört der AKH zur innerkirchlichen Aufbruchbewegung im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil. Forderungen nach der Wahl des Bischofs durch die Ortskirche gehören ebenso zur Agenda des Kreises wie Bemühungen um mehr innerkirchliche Pluralität und ein stärkeres ökumenisches Engagement.
Am Beispiel des Aktionskreises Halle kann nachvollzogen werden, wie die katholische Kirche mit interner Kritik an ihrem Kurs der «politischen Abstinenz» umging. Darüber hinaus wird deutlich, wie der SED-Staat versuchte, innerkirchliche Aufbrüche niederzuschlagen. Weil man den AKH als politischen Störfaktor identifiziert hatte, sollte er durch das Ministerium für Staatssicherheit liquidiert werden. Dass es dabei zu einer Zusammenarbeit von Staat und Kirche gegen den AKH gekommen ist, gehört zu den dunkelsten Kapiteln der ostdeutschen Kirchengeschichte.

Der Aktionskreis Halle — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Der Aktionskreis Halle», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Die sich aus verschiedenen Briefen ergebende Position des Paderborner Erzbischofs gegenüber dem Hallenser Aktionskreis ist ebenfalls als eher ablehnend zu charakterisieren. Schon vor 1969 war Kardinal Jaeger über Probleme seines Weihbischofs mit Adolf Brockhoff, Claus Herold und anderen informiert worden. 702Auch über die Aktivitäten der „Halleschen Korrespondenz“ hatte sich Lorenz Jaeger persönlich informieren lassen und vor ihrem Einfluss auf den Klerus und die Laien gewarnt 703, da ihm derartige Entwicklungstendenzen aus der bundesdeutschen Kirche bekannt waren. 704Obwohl sich der Paderborner Erzbischof ausdrücklich für ein Mitspracherecht des Magdeburger Klerus bei der Wahl eines Nachfolgers für den Weihbischof eingesetzt hatte, blieben für ihn die Reformbemühungen der Hallenser Gruppe durch die Veröffentlichung des „Jäger-Briefes“ und die entstandene Spaltung im Kommissariat überschattet. In verschiedenen Briefen an Adolf Brockhoff 705und Claus Herold 706sowie an Bischof Braun bemühte sich der seit fast 30 Jahren amtierende Paderborner Erzbischof Lorenz Kardinal Jaeger um Vermittlung. Dem neu ernannten Bischof bemühte er sich Wege für die Überwindung der Spaltung aufzuzeigen und ihn seiner Unterstützung zu versichern. Dabei bezeichnete er die Hallenser Aktivitäten als „eine unverantwortliche Wühlarbeit unter dem Klerus und teilweise auch unter den Laien.“ 707An anderer Stelle bezeichnete er die Laien und Priester direkt als „Oppositionsgruppe, die sich im Süden des Kommissariatsbezirks gebildet“ 708hat. Zwei Monate nach der Bischofsweihe in Magdeburg fragte er namentlich an, „ob Pfarrer Brockhoff, Verstege u.a. inzwischen eine positive Einstellung zu dem neuen Oberhirten bekommen haben oder nicht.“ 709Zu diesem Zeitpunkt hatte ihn ein Brief Brauns noch nicht erreicht, der sich vorsichtig optimistisch zeigte. 710Am Jahresende entwickelte Kardinal Jaeger wohl unter Rückgriff auf eigene Erfahrungen einen Drei-Punkte-Plan mit konkreten Handlungsoptionen für Bischof Braun, der darüber Auskunft gibt, dass Kardinal Jaeger keine Disziplinierung des kritischen Klerus anstrebte. 711Distanzierter äußerte sich der Kardinal auch in seiner Replik auf den unumstrittenen Brief des Magdeburger Prälaten Heinz Jäger: „Vorgestern bekam ich einen Brief von Weihbischof Rintelen, in welchem er mir mitteilt, dass er zu einem Konveniat nach Halle reisen will, wo eine Gruppe reformerisch ausgerichteter Priester eine Solidaritätsgruppe bilden wollen, gemeinsam mit ebenso progressistisch ausgerichteten Laien. Ich würde die Bildung einer solchen Solidaritätsgruppe außerordentlich bedauern. Sie führt zu leicht zu Spaltung im Klerus, zu sich immer mehr verschärfenden Frontstellungen gegeneinander und kann auch politisch arg missbraucht werden. Es sollte doch alles versucht werden, das zu verhindern. Ein guter, frei gewählter Priesterrat genügt vollauf und kann alle Anliegen vertreten, die berechtigterweise im Klerus aufbrechen.“ 712Deutlicher hätte der Erzbischof seine Distanz gegenüber freien Zusammenschlüssen von Priestern und Laien kaum artikulieren können. Die postkonziliare Unruhe in der Kirche machte es dem Kardinal schwer, in den Aufbrüchen der Priester und Laien einen sinnvollen ekklesiologischen Mehrwert zu erblicken. Es gilt aber dennoch zu beachten, dass das Verhältnis von Kardinal Jaeger zu einzelnen Personen des Kreises, etwa zu Claus Herold, ungetrübt blieb. 713

Die Einordnung des AKH durch Johannes Braun wird noch detailliert zu hinterfragen sein. Seine nachträgliche Bewertung von Adolf Brockhoff und des AKH in dem 1999 erschienen Buch „Ich lebe, weil Du es willst“ ist keine historische Darstellung, sondern vor allem geeignet, ein subjektives Geschichtsbild zu tradieren. 714Von Beginn an gab es zwischen Johannes Braun und dem AKH einen elementaren Dissens. Die Basisgruppe hatte sich nicht nur formiert, um einen eigenen Kandidaten für die Rintelennachfolge nominieren zu können. Es war das erklärte Ziel des Kreises, den von verschiedener Seite protegierten Rektor des Norbertuswerkes als zukünftigen Magdeburger Bischof zu verhindern. Die im Zuge dieser Auseinandersetzung entstandenen Verwundungen bei Johannes Braun haben die Bewertung des Kreises und seiner Mitarbeiter nachhaltig beeinflusst. Die Legenden über dieses Spannungsverhältnis sind unbestätigt. 715Aus den kirchlichen Quellen lässt sich allerdings über einen Zeitraum von über 15 Jahren nachweisen, dass Bischof Braun den AKH nie als legitime kirchliche Vereinigung angesehen hat. Wie weit diese persönliche Distanz reichte, wird unter der Fragestellung einer „Unheiligen Allianz“ noch ausführlich erörtert.

Der Erfurter Bischof Hugo Aufderbeck war erst durch den „Jäger-Brief“ in die Entwicklungen um den AKH verflochten worden. Seine Herkunft als Paderborner Priester, die langjährige Tätigkeit als Priester in Halle (seit 1938) und das wegweisende Wirken als Magdeburger Seelsorgeamtsleiter (1948-1962) hatten ihn natürlich mit den späteren Gründungsvätern des AKH in enge und teils freundschaftliche Verbindungen gebracht. Für Claus Herold war Hugo Aufderbeck seit 1938/39 Lehrer und Beichtvater. 716Mit Adolf Brockhoff verband ihn seit 1953 die gemeinsame Arbeit. 717Obgleich die engen Verbindungen zwischen Herold, Brockhoff und Aufderbeck auch nach dessen Weggang aus Magdeburg 1962 bestehen blieben, war das Verhältnis in den kommenden Jahren nicht ungetrübt. Daher kann von einem Erfurt-Hallenser Schattenkomplott gegen Weihbischof Rintelen, wie von Prälat Jäger mit dem Diktum einer „fünften Kolonne“ insinuiert, kaum gesprochen werden, selbst wenn man eine bleibende Distanz zwischen Rintelen und Aufderbeck konzediert. 718Die überhitzte Situation im Kommissariat Magdeburg vor und nach der Weihe von Bischof Braun und die Verwirrung durch den veröffentlichten Jäger-Brief hatten es dem Erfurter Bischof Aufderbeck mehr als geboten erscheinen lassen, sich nicht gegenüber dem AKH zu positionieren. Bereits im April 1970 zeigte er sich distanziert und warb für eine Überwindung der vorhandenen Spannungen. 719In einem ausdrücklich persönlichen Brief wandte sich Hugo Aufderbeck am 13. Oktober 1970 an Claus Herold. 720Darin kritisierte er nicht nur Fehler im letzten AKH-Rundbrief 721, sondern bezog auch direkt und indirekt Stellung zum Aktionskreis: „Zur Arbeitsweise Eures Aktionskreises möchte ich mich nicht äußern. Nur würde ich es sehr bedauern, wenn einer meiner jungen Mitbrüder durch diesen Kreis in eine Richtung käme, die wahrscheinlich für ihn nicht gut ist, zumal wenn er dadurch vielleicht noch veranlasst würde, hier eine ähnliche Gruppe zu gründen. Ich bemühe mich, für alle Gespräche offen zu sein und dazusein. Du tätest mir damit keinen Freundesdienst.“ 722Stellte das Vorgehen des Aktionskreises tatsächlich die Freundschaft beider auf die Probe oder kann dieser Brief nicht auch als correctio fraterna interpretiert werden? Ähnlich persönliche Empfehlungen gab ein weiterer Freund Claus Herolds, der Paderborner Weihbischof Paul Nordhues. 723Drei Jahre später, im November 1973, bezog Hugo Aufderbeck noch einmal Stellung gegenüber dem AKH und Claus Herold. Ausschlaggebend für einen scharfen Brief Aufderbecks war eine Zeitungsmeldung in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 29. Oktober 1973, die die Problematik von aus dem Amt geschiedenen Priestern in der DDR anhand von Aussagen des Aktionskreises thematisierte. 724Aufderbeck fühlte sich von der Verleumdung in der bundesdeutschen Presse verletzt und kritisierte vor allem die „globale Diffamierung“ der ostdeutschen Bischöfe, die durch die Aussagen des AKH ermöglicht wurde. 725Beide Briefe deuten klar auf eine distanzierte Haltung Aufderbecks gegenüber den Hallenser Aktivitäten hin.

Von weiteren ostdeutschen Bischöfen sind entweder nur Faszikel oder keine schriftlichen oder mündlichen Stellungnahmen zum AKH überliefert. Der Berliner Erzbischof Alfred Kardinal Bengsch hat keine schriftliche Stellungnahme zum Hallenser Aktionskreis abgegeben, die in kirchlichen Archiven oder dem Privatarchiv des Aktionskreises überliefert ist. Doch weisen die kritischen Auseinandersetzungen des Kardinals mit Adolf Brockhoff im Rahmen des Hallenser Sprachenkurses sowie mit Claus Herold im Hinblick auf seine Tätigkeit als Sprecher der DDR-Jugendseelsorger auf eine kirchenpolitisch wie theologisch begründete Distanz hin. Dies wird auch von einzelnen Kommentaren gegenüber Dritten belegt. In einem Brief an den Leipziger Oratorianer Pfarrer Dr. Wolfgang Trilling 726wandte sich Alfred Bengsch im Juni 1969 gegen dessen Darstellungen zur Kirchenpolitik der Bischöfe in der DDR. 727Der Vorsitzende der BOK führte dabei aus, dass die Vorliebe für den Pluralismus in der Kirche unter den „uns auferlegten Bedingungen gelegentlich zurücktreten [müsse, SH], denn eine Kirche, die in unserer Staatsform leben muss, darf doch wohl den innerkirchlichen Dialog nicht so führen, dass sie anderen Kreisen direkt die Möglichkeit bietet, ihr schwer zu schaden.“ 728Trillings Äußerungen wirkten umso mehr, so die Wahrnehmung Bengschs, da er von der BOK als Dozent für Exegese beauftragt ist. Es hat deshalb, so der Kardinal weiter, „eine andere Wirkung als die permanenten Äußerungen des Unbehagens, die etwa Pfarrer Brockhoff als Beitrag zum Leben der Kirche liefert.“ 729Im Nachlass Bengsch findet sich eine Sammlung von AKH-Rundbriefen, die allerdings nicht kommentiert wurde. 730Sein Nachfolger, Joachim Kardinal Meisner 731, hatte den Berliner Prälaten Paul Dissemond 1985 beauftragt, dem „sogenannten Aktionskreis Halle“ mitzuteilen, dass es nach bischöflicher Auffassung ein innerkirchliches Gremium mit diesem Namen nicht gäbe. 732Die Bischöfe von Erfurt und Meißen, Joachim Wanke 733und Gerhard Schaffran, standen dem Kreis nicht ausdrücklich ablehnend gegenüber. 734Entgegen dem unter Kardinal Bengsch gepflegten „Ignoranzparadigma“ gegenüber dem AKH, antwortete der Schweriner Apostolische Administrator und Bischof Heinrich Theissing 1982 auf einen Brief von Joachim Garstecki. Der Vordenker des AKH in Friedensfragen hatte dem Schweriner Bischof seinen Text „Zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit: Auf der Suche nach Frieden“ als Reaktion auf Theissings Hirtenbrief zur Friedensfrage 1982 übermittelt. 735Die knappe bischöfliche Antwort ist wohl die einzige dokumentierte positive Äußerung eines ostdeutschen Bischofs gegenüber inhaltlichen Ansätzen des Hallenser Aktionskreises bis 1989: „Diese realistischen und beachtenswerten Überlegungen tun einem richtig wohl gegenüber manchen unverantwortlichen emotionalen Äußerungen, auch von Persönlichkeiten, wo man etwas Anderes erwarten müsste.“ 736

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Der Aktionskreis Halle»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Der Aktionskreis Halle» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Der Aktionskreis Halle»

Обсуждение, отзывы о книге «Der Aktionskreis Halle» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x