Sebastian Holzbrecher - Der Aktionskreis Halle

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Der Aktionskreis Halle (AKH) ist nicht nur als «entfant terrible» des ostdeutschen Katholizismus bekannt. Er ist zugleich die bedeutendste katholische Impulsgruppe in der DDR, die durch ihr Engagement in Konflikt mit Kirche und Staat geriet.
Gegründet 1970, gehört der AKH zur innerkirchlichen Aufbruchbewegung im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil. Forderungen nach der Wahl des Bischofs durch die Ortskirche gehören ebenso zur Agenda des Kreises wie Bemühungen um mehr innerkirchliche Pluralität und ein stärkeres ökumenisches Engagement.
Am Beispiel des Aktionskreises Halle kann nachvollzogen werden, wie die katholische Kirche mit interner Kritik an ihrem Kurs der «politischen Abstinenz» umging. Darüber hinaus wird deutlich, wie der SED-Staat versuchte, innerkirchliche Aufbrüche niederzuschlagen. Weil man den AKH als politischen Störfaktor identifiziert hatte, sollte er durch das Ministerium für Staatssicherheit liquidiert werden. Dass es dabei zu einer Zusammenarbeit von Staat und Kirche gegen den AKH gekommen ist, gehört zu den dunkelsten Kapiteln der ostdeutschen Kirchengeschichte.

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3.4Ablehnung, Ignoranz, Sympathie

Der Aktionskreis Halle forderte durch seine zahlreichen Stellungnahmen und Kommentare ganz bewusst zur kritischen Auseinandersetzung heraus. Er provozierte planvoll, um einen innerkirchlichen Dialog- und Reformprozess zu initiieren. Für den ostdeutschen Katholizismus war die Schärfe und Offenheit mancher Positionen ungewohnt. Sie evozierten daher nicht nur Interesse und Aufmerksamkeit, sondern auch Kritik und zum Teil schroffe Ablehnung. Die innerkirchliche Beurteilung des AKH weist dementsprechend ein breites Spektrum auf und lässt sich in verschiedene Phasen, Ebenen und Richtungen unterscheiden. Sowohl Priester und Laien aus der DDR und der Bundesrepublik als auch ost- und westdeutsche Bischöfe und nicht zuletzt Professoren des Philosophisch-Theologischen Studiums in Erfurt haben das Wirken des Aktionskreises teils kritisch, teils wohlwollend begleitet und kommentiert. Der Aktionskreis Halle wurde besonders aufgrund der Ereignisse und Entwicklungen um die Nachfolgeregelung von Weihbischof Rintelen in den Jahren 1969/70 betrachtet und von hier aus überwiegend kritisch bewertet. Erst in den 1980er Jahren orientierte sich die Einordnung des Kreises mehr am Inhalt seiner Erklärungen und an den Motiven der hier versammelten Christen. 671

Hatte es die Protestbewegung im Juli 1969 noch vermocht, weite Teile des Magdeburger Klerus und zahlreiche Gemeinden für eine Solidarisierung mit Friedrich Maria Rintelen zu mobilisieren, entfaltete sich bereits kurze Zeit später erhebliche Kritik, die die ersten Jahre anhalten und prägen sollte. Besonders nach dem Brief von Willi Verstege vom 3. Dezember 1969 wuchs die innerkirchliche Ablehnung. 672Bis dahin schien sich die Protestaktion noch weitgehend im Rahmen üblicher Parteibildungen abgespielt zu haben. 673Doch in jenem Dezemberbrief hatte die Gruppe zu einer erneuten Versammlung eingeladen und sich zu der apodiktischen und höchst missverständlichen Feststellung hinreißen lassen: „Gespräch oder Spaltung, das ist die Alternative.“ 674Der Brief provozierte eine Flut von Protestschreiben von Priestern und von Laien, deren Inhalt an Schärfe kaum zu überbieten war. Sie spiegelten auch die Tiefe der Auseinandersetzung wider: „Auf das schärfste (sic!) protestiere ich gegen Inhalt, Geist und Intention des oben genannten Schreibens, das geeignet ist, die Autorität unseres H.H. Weihbischofs zu untergraben, die Atmosphäre im Klerus zu vergiften, unter unseren Gläubigen schwere Verwirrung zu stiften und großes Ärgernis zu erregen sowie dem Ruf und Ansehen unseres Kommissariates Magdeburg beträchtlichen Schaden zuzufügen....“ 675In weiteren Briefen wurde am „priesterlichen Geist“ 676sowie am grundsätzlichen Sinn und Erfolg derartiger Protest- und Dialogaktionen 677und schließlich an den hehren Zielen der Protagonisten gezweifelt, denen man „Revolte“ 678gegen den Bischof vorwarf. Moderatere Stimmen bemühten sich vergeblich um eine Beruhigung der Fronten. 679Schnell kristallisierte sich in verschiedenen Repliken die Meinung heraus, es handle sich nur um die Position einer nichtrepräsentativen Minderheit. 680Eine Antwort auf Willi Versteges Brief argumentierte sogar mit Zitaten des II. Vatikanums, um die Illegitimität des Verhaltens der Priester aufzuzeigen. 681Die dabei angeführten Verweise auf das Verhältnis von Priestern und Bischöfen rekurrierten zwar vorwiegend auf tradierte Gehorsamsvorstellungen, zeigen aber zugleich, dass man mit jeweils unterschiedlichen Intentionen an die Texte des Konzils heranging und sie für legitimierende Interessen einzusetzen versuchte. Der „offene Brief an Prälat Braun“ vom 1. März 1970 und die Veröffentlichung des sogenannten „Jägerbriefes“ durch Willi Verstege verschärften die ohnehin angeheizte Situation noch zusätzlich. Die sich daraus ergebenden Reaktionen waren von unterschiedlicher Art: Empörung und tiefe Trauer“ 682, Unverständnis 683und Ablehnung 684, bis hin zur existentiellen Kritik 685.

Nach zwei Jahren Arbeit schien der Aktionskreis ein gutes Stück des noch verbliebenen Vertrauensvorschusses eingebüßt und manche in ihn gesetzten Hoffnungen enttäuscht zu haben. 686Das Ergebnis war ein veritabler Mitgliederverlust im Jahr 1971. Der entscheidende Grund schien die teils heftig umstrittene Solidarisierung des AKH mit dem von Bischof Braun suspendierten Pfarrer Adolf Brockhoff gewesen zu sein. Der Hallenser Pfarrer Wolfgang Simon und ehemalige Vorsitzende des Magdeburger Priesterrates schrieb 1971 einen Brief an den AKH, der für bestimmte kirchliche Kreise im Kommissariat Magdeburg paradigmatisch für die Bewertung und Einschätzung dieser Reformgruppe ist. „Obgleich ich den AKH seit seinem Bestehen für eine Art Reservelazarett halte und der Meinung bin, mit Schwerverwundeten könne man keinen Krieg führen, auch wenn noch so tüchtige und fanatisch für den Endsieg der guten Sache glaubende BDM-Führerinnen aufopferungsvolle Schwesterndienste versehen, bin ich von der gerade für das Kommissariat Magdeburg lebenswichtigen Funktion einer solchen Gruppe überzeugt. Mit ‚Verfassung’ und Zielsetzung des AKH muss ich mich vorbehaltlos identifizieren.“ Obwohl Simon den Zielen des AKH zustimmen konnte und selbst eine feste Mitarbeit erwog 687, erwuchsen für ihn erhebliche Konflikte aus der Art und Weise, wie sich eine von ihm als „Regierungspartei“ 688bezeichnete Gruppe innerhalb des AKH für die uneingeschränkte Solidarisierung mit Adolf Brockhoff eingesetzt hatte: „Aber nun kommt das Problem mit der ‚Regierungspartei‘, die der Idee die Realisierung ermöglicht…Wie Claus Herold weiß, fürchtete ich, dass die Brockhoffaffäre zu einer gefährlichen Krise des AKH führen müsse, da eine Solidarisierung programmgemäß erfolgen musste, aber nicht möglich war, solange Adolf die entscheidende Information verweigert. Ich fürchtete, es könnte zur Spaltung, wenn nicht zur Auflösung kommen…Der Verlauf der Versammlung zeigte mir jedoch bald, dass ich die Situation völlig falsch eingeschätzt hatte, d.h. trotz der Übereinstimmung mit der Grundsatzerklärung von einem sentire cum AKH überhaupt keine Rede sein kann.“ 689Daher sah sich Pfarrer Simon gezwungen seine „Beziehungen zum AKH abzubrechen und auch in Zukunft auf deren Rundbriefe zu verzichten.“ 690Die von außen als uneingeschränkte Solidarisierung mit Adolf Brockhoff wahrgenommene Positionierung des AKH war für Wolfgang Simon zu unreflektiert und voreilig.

Eine tatsächliche Auseinandersetzung zwischen katholischen Bischöfen und dem Aktionskreis Halle hat es bis 1989 nicht gegeben. Ernst Alfred Jauch von der Katholischen Nachrichtenagentur KNA konstatierte hierzu 1982: „Die Bedeutung des Kreises, der sich Ende der 60er Jahre aus Priestern und Laien hauptsächlich im sächsischen Raum gebildet und der seither von Zeit zu Zeit eine gewisse, auch publizistische Aktivität entwickelt hat, ist umstritten. Die Bischöfe und mit ihnen gewiß auch ein nicht unwesentlicher Teil der katholischen Intelligenz in der DDR stehen ihm eher kritisch gegenüber. Man wirft seinen Mitgliedern nicht ungefährliche Unbekümmertheit im Umgang mit den politisch-gesellschaftlichen Realitäten und zugleich Mangel an Solidarität mit der Kirchenführung vor, deren Position durch die kritische Distanz zur kirchenpolitischen Linie des Episkopates geschwächt werde.“ 691Zwar haben einzelne Mitglieder des Kreises mit verschiedenen Ordinarien in der DDR und in Paderborn über die Gruppe gesprochen. Zu einem offenen Dialog, der auch Raum für bischöfliche Kritik geboten hätte, ist es hingegen nie gekommen. Insofern ist die bischöfliche Kritik am AKH stets indirekt oder über Briefe erfolgt, wenn sie nicht - wie im Fall von Kardinal Bengsch - gänzlich ohne schriftliche Belege verlief und dennoch latent war.

Die Auseinandersetzung von Weihbischof Rintelen mit dem AKH ist vor allem durch die Beurteilung der Aktionen anlässlich seiner Nachfolgeregelung 1969/70 beeinflusst gewesen und beschränkte sich infolge der Emeritierung auf nur wenige Monate. Grundsätzlich ist zu beachten, dass Friedrich Maria Rintelen mehr als ein wegweisender Theologe ein väterlicher Bischof war. 692Trotz mancher Kontroversen im Kommissariat Magdeburg bemühte er sich darum, offene Konflikte zu vermeiden und einen väterlichen Umgang mit seinem Presbyterium zu pflegen. 693Nicht allen theologischen und pastoralen Aufbrüchen im Gefolge des Konzils konnte er zustimmen. 694Jedoch gewährte er für neue Ansätze ausreichend Freiraum. 695Zu den „Gründungsvätern“ des Aktionskreises und besonders zu Claus Herold unterhielt der Weihbischof gute, wenngleich nicht immer konfliktfreie Beziehungen. Offiziell fühlte sich Rintelen von der vermeintlichen Ehrenrettung durch die Protestnote an den Papst nie geschmeichelt. 696Ausdrücklich lehnte er in Diskussionen und verschiedenen Schreiben die sich von Halle her ausbreitende „Unruhe“ 697im Kommissariat ab. Besonders markant beschreiben offizielle Briefe an Nuntius Bafile die distanzierte Haltung des scheidenden Weihbischofs zu dem sich konstituierenden AKH: „Dass die hiesige „Sog-Gruppe“ über die Ernennung Brauns nicht erfreut sein würde, wusste ich und deutete es Euer Exzellenz in einem Schreiben schon an... Ich halte es für nicht unmöglich, dass diese Gruppe auch weiterhin keine Ruhe gibt. Durch ihre Querverbindungen sucht sie auch in anderen Diözesen gegen Msgr. Braun Stimmung zu machen. Die Resolution, welche die Gruppe Msgr. Braun vorlegen wollte, qualifiziert sie zur Genüge. Wenn ich Euer Exzellenz noch schreibe, dass einer der Führenden in der kleinen „SOG-Gruppe“ ein uneheliches Kind hat und beabsichtigte, „aus sozialen Motiven“ die Mutter des unehelichen Kindes in sein Haus zu nehmen, was auf mein Einschreiten dann unterblieb, - (nur auf sein mir – wie er sagte – ehrlich gegebenes Wort, dass er mit dem Mädchen kein konkubinatsähnliches Verhältnis habe, ließ ich ihn im Amt - gebe Gott, dass ich nicht zu schwach war!) und dass ich einem anderen Priester der Gruppe vor kurzem für eine Zeit seine Pfarrrechte nehmen musste, weil er bei einer Trauung einer Mischehe mit einem evangelischen Pfarrer konzelebriert hatte und auch dem evangelischen Bräutigam die Hl. Kommunion gereicht hatte, so ist genug über die Gruppe gesagt.“ 698Einen Tag nach der Bischofsweihe von Johannes Braun in Magdeburg berichtete Rintelen dem Nuntius in Bad Godesberg erneut: „Nur die 7 oder 8 rebellierenden Priester waren, ohne sich zu äußern, der Feier ferngeblieben. Diese werden es verstehen, dem neuen Bischof noch Schwierigkeiten zu machen.“ 699Ob Rintelen von dieser kritischen Position in inoffiziellen Erklärungen und Briefen abwich, ist unklar, ebenso wie er die weitere Arbeit des Aktionskreises von Paderborn aus bewertet hat. Aufschlussreich könnte allerdings eine Aktennotiz sein, die der Nachfolger Kardinal Jaegers 1976 verfasste. Erzbischof Degenhardt hatte Friedrich Maria Rintelen hinsichtlich der Vorbereitung und Gestaltung seines 25jährigen Bischofsjubiläums aufgesucht. Dabei habe Rintelen zum Ausdruck gebracht: „Als Geschenk wolle er nichts für sich haben. Wenn jemand ihm etwas schenken wolle, solle man Geld für Magdeburg spenden…Bischof Rintelen erklärte noch einmal ausdrücklich, dass er eine Feier, in der er selbst im Mittelpunkt stehe, nicht gerne habe und dass er dieses Jubiläum auch deshalb nicht feiern wollte, weil die Wunden seines Ausscheidens aus dem Bischofsamt in Magdeburg wieder aufbrechen würden.“ 700Ob Weihbischof Rintelen den AKH auch oder im Besonderen für diese „Wunden“ verantwortlich machte, bleibt ungewiss. Auffallend ist jedoch, dass das letztlich gute Verhältnis Rintelens zu Claus Herold auch während seiner aktiven Zeit im AKH bestehen blieb. 701

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