Kari Kälin - Nicht ohne Simon

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In den frühen 1980er-Jahren berichteten Schweizer Medien erstmals von Kindsentführungen durch einen Elternteil. 1981 entführte Anil Jetly den gemein- samen Sohn gegen den Willen seiner Ex-Frau Beatrix Smit nach Indien. In einer
spektakulären Aktion im Sommer 1983 holte sie Simon mithilfe des schillernden ehemaligen Fluchthelfers Willy Kantorik zurück. Kari Kälin erzählt diese berührende Geschichte, schildert weitere Beispiele und zeigt, wie sich in der Folge die «Schweizer Gruppe gegen die Entführung von Kindern» bildete. Diese half mit, entführte Kinder wieder zurückzubringen.
Das Buch arbeitet die individuellen Schicksale auf und stellt sie in den Zusammenhang der rechtlichen Entwicklung. Es thematisiert das Haager Übereinkommen über internationale Kindsentführung und die medialen Auseinandersetzungen.
Der Autor führte ausführliche Interviews mit Beatrix Smit und dem heute erwachsenen Simon Smit sowie mit Monique Werro, die die Gruppe gegen die Entführung von Kindern gründete. Sie zeigen anschaulich, wie kompliziert Fälle von Kindsentführungen – deren es heute in der Schweiz gegen 100 Fälle pro Jahr gibt – oft sind.

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19:30 Uhr: Die Tagesschau des Schweizer Fernsehens berichtet, dass in Genf eine sowjetische Delegation zu Abrüstungsgesprächen eingetroffen ist. Entspannt sich der Kalte Krieg? Für Beatrix verschärft sich die Situation, je länger der Abend dauert. Mit jeder Minute, die Anil überzieht, wandelt sich das ungute Gefühl in ein Stück mehr Gewissheit, dass er es doch getan hat, dass Anil heimlich nach Indien geflogen ist. Mit Sohn. Ohne Mutter. Zur Freude der Schwiegermutter, die sich nach ihrem Enkelkind sehnt und Anil fast täglich Briefe in die Schweiz schickt. Manchmal weint er beim Lesen.

20 Uhr: Asheesh ist immer noch nicht da. Um 21 Uhr auch nicht. Beatrix verständigt jetzt die Zuger Polizei, bittet sie nachzusehen, ob ein Vater mit einem Kind und «Töffli» in einem Strassengraben liege. Anil, der früher abstinent lebte, verfiel in der Schweiz dem Alkohol, holte Asheesh manchmal schon am Morgen betrunken für den Vatertag ab. Sich den Sohn frierend in einem Graben vorzustellen, ist kein angenehmer Gedanke, aber immer noch besser, als sich mit der Entführung Asheeshs zu konfrontieren. Die Zuger Polizei findet niemanden. Beatrix ruft ihre Eltern an und schildert ihre missliche Lage. An Schlafen ist nicht zu denken. Die Mutter bangt um ihr Kind.

Am nächsten Tag erstattet Beatrix beim Polizeiposten Luzern Strafanzeige gegen Anil wegen «Entziehen von Minderjährigen», ein Antragsdelikt, das mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft wird. Die Polizei nimmt den Fall auf und Beatrix’ Sorgen ernst. Sie und ihr Vater realisieren aber bald, dass die Staatsgewalt nichts mehr ausrichten kann. Das Schweizer Recht endet an der Schweizer Grenze, die Anil mit Asheesh bereits überquert hat.

Am Montag ruft Beatrix ihre Ex-Schwiegereltern an. Sie ist aufgeregt, zornig, schreit ins Telefon und erhält die Bestätigung, dass Anil Asheesh tatsächlich nach Indien verschleppt hat. Es dauert eine Weile, bis Anils Familie verrät, dass sich der noch nicht dreijährige Bub jetzt bei seinen Grosseltern befindet. Sie lassen zunächst nicht zu, dass Beatrix am Telefon mit ihrem Sohn sprechen kann. Er sei gerade nicht im Haus, teilen sie mit. Immer wenn Beatrix anruft, ist Anil unterwegs, zu Besuch bei Verwandten in Nordindien oder anderswo. Um Asheesh kümmert sich hauptsächlich die Grossmutter. Die Verantwortung für ein Kleinkind zu übernehmen, das ist Anil zu viel – es genügt ihm, Asheesh nach Indien und unter seine Kontrolle gebracht und ihn seiner Mutter weggenommen zu haben.

«Mami, ich Ferie gooh?», hatte Asheesh wenige Wochen vor seiner Entführung gesagt. Dabei waren Mutter und Sohn eben erst in Rimini gewesen. «Nein», sagte Beatrix, «wir fahren nicht schon wieder weg.» Wahrscheinlich hatte Anil Asheesh mit einem Ferienversprechen auf die Entführung vorbereitet. Hätte Beatrix doch reagiert und Asheeshs Frage richtig interpretiert! Dann hätte sich das Drama vielleicht verhindern lassen. Jetzt ist sie Irma Samirs Leidensgenossin.

In der Öffentlichkeit wurde die Problematik internationaler Kindesentführungen durch einen Elternteil vor Samirs Hungerstreik in Biel nicht wahrgenommen. Auch der Bundesrat hatte andere Prioritäten. Die Schweiz hatte zwar schon vor Asheeshs Entführung ein europäisches Abkommen über die Anerkennung und Wiederherstellung des Sorgerechts unterzeichnet. Es besagt, dass ins Ausland entführte Kinder wieder zu jenem Elternteil zurückzubringen sind, der das Sorgerecht innehat. Mit der Inkraftsetzung wartete der Bundesrat aber noch zu, da es nicht sinnvoll sei, die «Ratifikation voranzutreiben, ohne zu wissen, ob andere Staaten – namentlich diejenigen, in denen sich Kindesentführungen am häufigsten ereignen – bereit sind, sich an die Verpflichtungen des Übereinkommens zu halten».

Die Angst, die ich empfand, als ich mit Sicherheit erkannte, dass mein Kind von seinem Vater ohne mein Wissen sehr weit weggebracht worden war, wünsche ich niemandem – es war ein Albtraum. Hinzu kam, dass ich bald merken musste, dass keine rechtlichen Massnahmen griffen. Leider war und ist es bis heute so. Ich fordere von der Politik und den Behörden gesetzliche und politische Vorschläge und Massnahmen, welche den Betroffenen und ihren Kindern helfen. Beratungsstellen für binationale Ehen beispielsweise sollten unbedingt bekannter gemacht und betroffene Personen sensibilisiert werden.

Der Fall Samir

Frühling 1981, Bahnhofplatz 9, Café Brésil in Biel: Irma Samir, 34-jährig, eine bildschöne Frau mit langen, schwarzen Haaren, kommt zum Mittagessen – wie so oft. Sie habe drei Söhne, aber alle, so erzählt sie Monique Werro, der Geschäftsführerin des «Brésil», lebten in Ägypten. Werro ist erstaunt. Im darauffolgenden Sommer, Samir ist wieder zu Gast im «Brésil», sagt sie Werro plötzlich: «Da vorne, auf der Strasse, da läuft mein Mann.» Jetzt klärt Samir Werro über das Drama mit ihren Kindern auf: Vater Mahmoud Samir hält die drei Buben, unterdessen alle im Teenageralter, in Ägypten versteckt, mal bei Familienmitgliedern und Verwandten, dann wieder bei Freunden.

Irma Samir brachte einige Opfer, um die zerrüttete Ehe mit ihrem 18 Jahre älteren Mann zu kitten. Sie konvertierte zum Islam, 1978 zog sie mit Mahmoud nach Ägypten. Doch die Beziehung liess sich nicht retten. Samir kehrte wenige Monate später zurück in die Schweiz, reichte die Scheidung ein und wollte die Söhne nachkommen lassen. Ihr Mann lehnte die Scheidung jedoch ab, die gemeinsamen Kinder gab er nicht her.

Werro ist empört über das Gehörte und schlägt vor, den Beobachter über den Skandal zu orientieren. Samir will ihren Fall aber noch nicht an die Öffentlichkeit bringen, sondern das Gerichtsurteil abwarten. Am Mittwochmorgen, 25. November, ist es so weit: Für Samir ist das Urteil eine Katastrophe. Das Bieler Amtsgericht spricht das Sorgerecht dem Vater zu, einem Islamisten, der gemäss Medienberichten in dubiose Geschäfte verstrickt ist und fürchtet, bei seiner Frau würden die Kinder nicht im muslimischen Glauben erzogen. Samir hat sich in den letzten Jahren emanzipiert und arbeitet ganztägig. Diese Tatsache scheine ihr nun, stellte der Tages-Anzeiger fest, in den Scheidungsverhandlungen zum Verhängnis geworden zu sein. Der Vater versteckt die Kinder in einem fremden Land, ohne sich um sie zu kümmern. Dennoch attestiert ihm das Gericht mehr pädagogische Kompetenz als der werktätigen Mutter. Nach diesem Verdikt verliert Samir den Glauben in die Justiz. Um 11 Uhr installiert sie sich, eingehüllt in Wolldecken, auf der Treppe des Bieler Amtshauses und beginnt ihren Hungerstreik. «Ich will meine Kinder zurück, ich will, dass sie in die Schweiz kommen» heisst es auf zwei Tafeln, die links und rechts von ihr stehen.

Von der Telefonzelle aus, die neben dem Amtshaus steht, informiert Werro die Medien. Am gleichen Abend berichtet die Tagesschau über den Fall Samir, in den nächsten Tagen erscheinen schweizweit Dutzende Zeitungsartikel über das Schicksal der jungen Frau. Mit aller Wucht dringt die Problematik internationaler Kindesentführungen durch einen Elternteil ins öffentliche Bewusstsein. Die Schweiz solidarisiert sich mit der Mutter, sie erhält unzählige Briefe und Postkarten mit Sympathiebekundungen, niemand kann den Richterspruch nachvollziehen. Innert kürzester Zeit unterschreiben 2000 Bürgerinnen und Bürger eine Petition, in der die Bieler Behörden aufgefordert werden, für die Rückführung der Kinder in die Schweiz zu sorgen. Mahmoud Samirs Versuch, seine Frau als eine Verrückte zu diskreditieren, der man die Kinder nicht anvertrauen könne, misslingt.

Prominente Personen schalten sich in die Affäre ein. Edmond Kaiser, Gründer des Kinderhilfswerks Terre des hommes, der 1971 selbst in einen Hungerstreik trat, um vom Hungertod bedrohten Kindern in Bangladesch zu helfen, bezeichnet Samir in einem Brief an Bundesrat Kurt Furgler als Opfer einer «Betonjustiz». Kaiser appelliert an den Vorsteher des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD), auf die Richter einzuwirken, damit die Kinder von Samir in die Schweiz zurückkehren können. Das EJPD weist die Aufforderung als unbotmässigen Eingriff in die Gewaltentrennung zurück. Doch der Druck auf die Bieler Justiz steigt auch ohne bundesrätliche Einmischung, je länger Samir die Nahrungsaufnahme verweigert. Am 3. Dezember, Samir hat ihre Protestaktion unterdessen in die Kapelle der französischen reformierten Kirche in Biel verlagert, kippt das Bieler Amtsgericht sein Urteil. Es entscheidet, die Kinder seien in die Schweiz zurückzuführen, unter Vormundschaft zu stellen und in einem Kinderheim in Langenthal unterzubringen. Damit beendet Samir ihren Hungerstreik. Die Kinder aber kehren erst rund ein Jahr später definitiv in die Schweiz zurück. Samir und ihr Mann treffen folgende Vereinbarung: Sie überlässt ihm das Sorgerecht, im Gegenzug erhält sie ein Besuchsrecht.

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