Anonym - Republik der Werktätigen

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Republik der Werktätigen: краткое содержание, описание и аннотация

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»So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben« – laut Verfassung der DDR hatte jeder Bürger nicht nur das Recht auf einen Arbeitsplatz, sondern auch die Pflicht, als Werktätiger den Aufbau des Sozialismus zu unterstützen. Es ging hierbei nicht allein um die Erfüllung des Volkswirtschaftsplans. Bekanntlich standen Arbeit und Beruf auch viel mehr als heute im Mittelpunkt des sozialen und gesellschaftlichen Lebens. Dies zeigte sich etwa darin, dass der Berufsalltag praktisch ein Dauerthema war. Das betraf Familienfeierlichkeiten ebenso wie Kneipengespräche. Ständig schimpfte man auf Dinge, die nicht funktionierten, oder Leute, die der eigenen Meinung nach entweder zu viel taten und damit »die Norm versauten« oder sich zu wenig einsetzten und damit die Brigade in Verruf brachten. Dieser Band widmet sich dem Arbeitsleben in der DDR in seinen vielen Facetten. Was stand im Arbeitsgesetzbuch und wie war das Lohngefüge? Ermöglichte die Sozialpolitik den Frauen ein vergleichsweise selbstbestimmtes (Berufs-)Leben? Wie verhielt es sich mit den Vertragsarbeitern? Waren Generaldirektoren mächtig? Und konnte man in der DDR Millionär werden? Entstanden ist ein bild- und materialreiches Erinnerungsbuch an die Republik der Werktätigen!

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Ich sah, wie der Meister seinen Mund öffnete und schloss, doch die Worte drangen nicht an mein Ohr. Stattdessen hörte ich ein Summen und ein Brausen. Express­züge fuhren vorbei und Motoren heulten auf. Immer, wenn der Schmerz in weißen Wellen kam, verschwamm das Zimmer vor meinen Augen. Doch alles war weit, weit weg von mir. Nichts von alledem ging mich das Geringste an. Ich saß auf meinem Platz als unbeteiligter Beobachter, wie ein Besucher im Kino, der zwar die Handlung auf der Leinwand betrachten, aber nicht in sie eingreifen oder ihren Verlauf ändern kann.

Aus einem Reflex heraus wollte ich aufstehen. Es misslang. Mein Körper gehorchte mir nicht mehr. Die Verbindung zur Außenwelt wurde fragiler. Ich schwankte vor und zurück. Viel, viel später erfuhr ich, dass der Meister mit mir zusammen das Unfallprotokoll aufgesetzt hatte. Mein Schweigen und das Hin-und-her-Wiegen fasste er als Bejahung oder Verneinung seiner Fragen auf, je nachdem, welche Aussage der jeweilige Tatbestand im Formular »Arbeitsunfall durch Selbstverschulden« erforderte.

Irgendwann ergriff der Meister meine rechte Hand und führte mit ihr einen Stift über das Papier. Mit meiner Unterschrift war es verbrieft und gesiegelt, dass ich keinerlei Schadensersatzforderungen an den Betrieb stellen würde, weil ich den Unfall selbst grob fahrlässig verursacht hatte.

Die beiden Arbeiter hoben mich aus meinem Stuhl und schleppten mich zur Sanitätsstation. Die Betriebsschwester schnitt mit einer Schere meine blutverkrustete Kombi auf und untersuchte die Wunde. Ich hörte sie aus weiter Ferne sagen: »Der Mann muss sofort ins Krankenhaus und operiert werden. Er schwebt in Lebensgefahr. Mit großer Wahrscheinlichkeit sind innere Organe verletzt worden.« Die Schwester legte mir einen Notverband an.

Der Meister telefonierte inzwischen mit der Fahrbereitschaft. »Der Betriebswagen holt ihn gleich ab und bringt ihn in die Klinik. Sorgen Sie dafür, dass er die Polster nicht schmutzig macht.«

Die Zeit dehnte sich und zog sich wieder zusammen. Irgendwann saß ich in einem Wolga auf der Rückbank. Der Wagen fuhr. Dann hielt er an. Er war nicht weit gekommen. Wir befanden uns immer noch auf dem Betriebsgelände, und zwar in Sichtweite vom Werkstor.

Der Fahrer, ein junger Bursche mit Lederjacke, schmalem Oberlippenbärtchen und Elvisfrisur, hievte mich nach draußen und setzte mich auf einen Sandhaufen. Er sagte irgendetwas und deutete auf den Hinterreifen des Wolga. Schließlich verstand ich. Der Wagen hatte einen Platten und der Chauffeur wollte ein Ersatzrad holen.

Ich lehnte mit dem Rücken an einem Baum. Die Beine lagen weit ausgestreckt im gelben Sand. Der Verband färbte sich rot. Vom tiefblauen Himmel stach die warme Julisonne. Die Schmerzen von der aufgerissenen Bauchdecke strahlten in alle Richtungen. Mein Körper wurde zu einer einzigen, quälenden Wunde. Die Schläfen pochten, meine trockenen Lippen sprangen auf, und meine Zunge klebte am Gaumen. Ich röchelte.

Ein Schatten fiel auf mein Gesicht. Ein Mann im blauen Dederonkittel stand vor mir. Ich blickte auf graue Sandalen und ausgeleierte gelbe Socken.

»Was ist mit Ihnen? Sind Sie verletzt?« Ich nickte. Eine einzelne Träne lief mir über das heiße Gesicht und kühlte es angenehm.

»Können Sie nicht sprechen?«

Mit der allergrößten Anstrengung schüttelte ich den Kopf.

Der Mann hüstelte: »Wissen Sie, ich bin nur ein einfacher Ingenieur. Ich würde Sie sofort mit meinem Auto ins Spital fahren, aber das ist strengstens untersagt. Keinerlei Dienstfahrten mit Privatautos, kein Verlassen des Betriebsgeländes während der Arbeitszeit ohne Genehmigung. Sicherlich wird der Krankenwagen bald hier sein.« Der Mann entfernte sich in Richtung Speisesaal.

Ich vermochte plötzlich das Kunststück zu vollbringen, aus meiner Person her­auszutreten und über mir zu schweben. Ich sah zu meinen Füßen den leidenden, gequälten Körper, mit dem mich nicht mehr viel verband. Wenn ich wollte, konnte ich meine Schwingen ausbreiten und in den Himmel fliegen. Ich probierte es, und es gelang mir auf Anhieb.

Ich war erneut ohnmächtig geworden und kam wieder zu mir, als mich der Ingenieur schüttelte. »Ich komme vom Mittagessen zurück, und Sie liegen immer noch hier in Ihrem Blut. Jetzt ist mir alles egal. Ich fahre Sie ins Krankenhaus. Warten Sie einen Moment. Ich bin gleich zurück. Ich hole nur meinen Wagen.«

Wieder gab es einen Schnitt. Das Nächste, was mir im Gedächtnis haften blieb, waren sanft zugreifende Hände, die mich auf eine mit Rollen versehene Liege legten. Ich schaute auf die hellen Neonröhren über mir, als ich lange Korridore entlanggeschoben wurde. Langsam versank ich wieder in einer warmen, weichen Watteschicht. Die Schmerzen verschwanden.

»Sie dürfen nicht einschlafen! Bleiben Sie wach!«, war das Letzte, was ich hörte, bis ich endgültig im Nichts versank.

Aber ich sah kein gleißendes Licht. Ebenso wenig zog mein gesamtes bisheriges Leben im Zeitraffer an mir vorbei. Vielleicht erwachte ich deshalb wieder. Diesmal befand ich mich auf der Männer-Unfallstation vom St.-Georg-Krankenhaus. Auf der einen Seite standen 15 Betten in einer Reihe, auf der anderen Seite ebenso viele. Jeder Patient besaß ein eigenes Nachtschränkchen. Außerdem gab es zwei Tische und zehn Stühle. Es stank nach menschlichen Ausdünstungen und Desinfektionsmitteln.

Links neben mir lag ein Dachdecker, der Tag und Nacht ununterbrochen stöhnte. Er war von der Leiter gefallen und hatte sich die Wirbelsäule gestaucht. Rechts von mir jammerte ein Zuhälter. Ein Konkurrent hatte ihm mit einer abgeschlagenen Flasche den Hals aufgeschlitzt. Schräg gegenüber greinte ein ungetreuer Ehemann. Seine Gattin hatte ihm eine Tranchiergabel bis zum Knauf in die Brust gerammt.

Ein Jahr darauf – ich konnte bereits seit einigen Wochen wieder ohne Schmerzen aufrecht gehen – las ich im Seminargebäude auf einem Anschlag am Schwarzen Brett, dass für den Studentensommer 1976 zwei Studenten mit einer Elektrikerausbildung gesucht würden. Sie sollten in Dranske an der Ostsee Stromleitungen in Bungalows verlegen. Ich meldete mich sofort, obwohl sich meine Kenntnisse auf diesem Gebiet darin erschöpften, dass ich als kleiner Junge einmal meine Puppenstube unter Verwendung von Klingeldraht und einer Flachbatterie erleuchtet hatte.

Tatsächlich wurden in den erst halbfertigen Bungalows noch gar keine Elektriker benötigt. Stattdessen verlegte ich von morgens um acht bis mittags um zwei Uhr Fußbodendielen. Anschließend ging ich an den Strand, um mich zu erholen. Meine Kommilitonen vergnügten sich unterdessen unter demselben blauen Himmel wie ich beim Kiesschippen in einer Leipziger Zementmischanlage.

Blut Schweiß and Tränen Ein Sommer als Elektroköhler Uli Jeschke - фото 12 Blut Schweiß and Tränen Ein Sommer als Elektroköhler Uli Jeschke BArch - фото 13

Blut, Schweiß and Tränen – Ein Sommer als Elektroköhler

Uli Jeschke

BArch Bild 18319840402019 Peter Zimmermann Auch in der DDR waren - фото 14

(BArch Bild 183-1984-0402-019 / Peter Zimmermann)

Auch in der DDR waren Studenten ständig auf der Suche nach einer Aufbesserung der Haushaltskasse. So schob man schon mal Schichten auf dem Güterbahnhof oder saß ein paar Nächte lang am Band des VEB Narva Kombinat Berliner Glühlampenwerk. Das zusätzliche Geld wurde dann für vieles Nützliche, aber auch viel Unnützes ausgegeben, für studentischen Luxus quasi. Brauchte man etwas mehr Geld, schließlich gründeten viele Paare zu meiner Zeit fleißig Familien schon während des Studiums, gab es die sehr sinnvolle Erfindung des Studentensommers. Die Betriebe glichen damit, zumindest teilweise, die Defizite aus, die das im Sommerurlaub weilende Stammpersonal verursachte. Auch für Studenten war es lukrativ, es gab zwar nur den Lohn für Ungelernte, jedoch ohne Abgaben. So war brutto auch netto.

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