Anonym - Republik der Werktätigen

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»So wie wir heute arbeiten, werden wir morgen leben« – laut Verfassung der DDR hatte jeder Bürger nicht nur das Recht auf einen Arbeitsplatz, sondern auch die Pflicht, als Werktätiger den Aufbau des Sozialismus zu unterstützen. Es ging hierbei nicht allein um die Erfüllung des Volkswirtschaftsplans. Bekanntlich standen Arbeit und Beruf auch viel mehr als heute im Mittelpunkt des sozialen und gesellschaftlichen Lebens. Dies zeigte sich etwa darin, dass der Berufsalltag praktisch ein Dauerthema war. Das betraf Familienfeierlichkeiten ebenso wie Kneipengespräche. Ständig schimpfte man auf Dinge, die nicht funktionierten, oder Leute, die der eigenen Meinung nach entweder zu viel taten und damit »die Norm versauten« oder sich zu wenig einsetzten und damit die Brigade in Verruf brachten. Dieser Band widmet sich dem Arbeitsleben in der DDR in seinen vielen Facetten. Was stand im Arbeitsgesetzbuch und wie war das Lohngefüge? Ermöglichte die Sozialpolitik den Frauen ein vergleichsweise selbstbestimmtes (Berufs-)Leben? Wie verhielt es sich mit den Vertragsarbeitern? Waren Generaldirektoren mächtig? Und konnte man in der DDR Millionär werden? Entstanden ist ein bild- und materialreiches Erinnerungsbuch an die Republik der Werktätigen!

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Doch auch in der DDR gab es nichts umsonst. Von den Studenten wurde beispielsweise erwartet, dass sie in den Semesterferien drei Wochen lang am sogenannten FDJ-Studentensommer teilnahmen. Mit der Freiwilligkeit war das so eine Sache. In der Endkonsequenz konnten sich nur Kranke oder Fußlahme drücken.

Die Einsätze fanden zumeist in sozialistischen Großbetrieben statt und waren in der Regel sehr speziell. Die Studenten mussten beispielsweise in Brikettfabriken Kohlengruß schaufeln, für Nahverkehrsbetriebe Kabelgräben ausheben oder in Wäschereien die Lauge in den Bottichen umrühren. 1975 hatte es mich während des FDJ-Studentensommers in das Plattenwerk Neuwiederitzsch verschlagen, einen Zweigbetrieb des volkseigenen Wohnungs- und Gesellschaftsbaukombinats (WGK) Leipzig.

Bei der Einweisung wurde ich angenehm überrascht. Pro Doppelschicht sollte ich 100 Mark plus eine kostenlose Mahlzeit erhalten. Nach den drei Wochen mit ihren 15 Arbeitstagen würde ich demzufolge 1.500 Mark bar ausgezahlt bekommen und könnte völlig sorgenfrei mit meiner Freundin eine Reise nach Bulgarien antreten.

Doch wer mit dem Teufel frühstücken will, braucht einen langen Löffel. Das merkte ich, nachdem ich meine Arbeitsschutzbekleidung – Fußlappen, blaue Kombi, schwarze Gummistiefel, rote, bis an die Ellenbogen reichende Gummihandschuhe und einen gelben Schutzhelm – angelegt hatte und in meine Arbeit eingewiesen wurde.

Studenten erhalten Arbeitsaufgaben für den FDJStudentensommer picture - фото 10

Studenten erhalten Arbeitsaufgaben für den FDJ-Studentensommer. (picture alliance / ZB / Thomas Uhlemann)

In der Halle verharrte die Quecksilbersäule des Thermometers bei 35 Grad. In großen, zu Batterien zusammengefassten Formen wurden aus Beton Fertigteile für Neubau­blocks gegossen. Dazu brauchte es viel Dampf, Öl und Hitze. Flüssiger Beton glitschte aus Steigleitungen in die Formen. Überschüssige Reste tropften in Abwasserkanäle.

Der Brigadier war Ende dreißig, groß, hager und hatte schlechte Zähne. »Ich heiße Leonhard, Klaus. Klaus ist mein Vorname. Studenten sind Parasiten an der Volksgesundheit, wie mein Vater immer zu sagen pflegte. Hier in meiner Halle hat es noch nie einer länger als eine Woche ausgehalten. Dir Milchreisbubi gebe ich zwei Tage.«

Er sollte sich irren, wie sich bald herausstellen würde.

Der Brigadier drückte mir einen Presslufthammer in die Hand. Damit sollte ich die versandeten Kanäle von den Betonresten befreien. Es war eine Knochenarbeit. Ich musste mit aller Kraft den Presslufthammer nach unten drücken. Die Betonbrocken ließen sich nur mühsam lösen. Bereits nach einer Viertelstunde zitterten mir Arme und Beine.

Als es zur Frühstückspause klingelte und ich die Höllenmaschine abstellen durfte, vibrierten meine Hände im Rhythmus des Presslufthammers weiter. Nach einigen Minuten Ruhe kam der Brigadier auf mich zu. Hoffentlich gibt er mir eine andere Arbeit, betete ich im Stillen. Doch mit den Wünschen ist es so eine Sache. Manchmal gehen sie in Erfüllung.

Klaus reichte mir einen Schraubenschlüssel und deutete auf eine Art Hochspannungsmast, in dessen Inneren ein Rohr von etwa 20 Zentimetern Durchmesser nach oben lief.

»Das ist das Betondruckrohr. Mit ihm pumpen wir den flüssigen Beton auf die Batterie. Dort oben« – der Brigadier zeigte auf eine Stelle in fünf Metern Höhe – »ist ein Segment geborsten. Du musst am Mast hochklettern, die Metallmuffen lösen, die Dichtungsringe auswechseln und ein neues Rohrstück einsetzen. Dann schraubst du alles fest. Die Arbeit ist völlig ungefährlich, weil kein Druck mehr auf der Leitung ist. Klaro?«

Ich nickte und begann den Aufstieg. An sich wäre es kein Problem gewesen, weil ich mich an den Metallstreben gut festhalten konnte. Doch es triefte alles vor Öl. Ständig rutschte ich mit den Gummistiefeln ab, und auch die unförmigen Handschuhe behinderten mich sehr. Oben angekommen, klammerte ich mich fest. Ein Arbeiter warf mir von der Batterie gegenüber ein Seil zu. Ich band es um das defekte Segment und begann, die Schrauben zu lösen. Schweiß floss mir über die Stirn und stach mir brennend in die Augen.

Öl und warmes Wasser tropften mir ins Gesicht, vermischten sich mit dem Schweiß und liefen mir die Brust und den Rücken hinunter. Ich schob die Muffen nach unten und nach oben, zerrte die Dichtungsringe heraus und kantete das Rohr aus der Führung. Der Arbeiter ließ es herunter. Ein neues Segment schwebte nach oben. Ich musste mich weit strecken, um es erreichen zu können. Ich passte das Rohr ein, nahm vorsichtig den ersten Dichtungsring aus der Tasche, hob die Zuleitung ein Stück an und schob den Dichtungsring dazwischen. Eigentlich hätte ich vier Hände haben müssen: Zwei zum Heben des Segments, eine für den Dichtungsring und eine zum Festhalten.

So blieb mir nichts weiter übrig, als den Eisenträger von außen zu umklammern und gleichzeitig am Rohr zu hantieren. Immer wieder rutschte ich mit den Gummi­stiefeln ab, der Vierkantstahl der Gerüstkonstruktion schnitt schmerzhaft in die Oberarme ein. Das wird eine Menge hübscher blauer Flecke geben, dachte ich mir.

Studenten der KarlMarxUniversität arbeiten auch im Sommer 1982 in einem - фото 11

Studenten der Karl-Marx-Universität arbeiten auch im Sommer 1982 in einem Plattenwerk in Leipzig. (picture alliance / ZB / Waltraud Grubitzsch)

Nachdem ich auch den obersten Dichtungsring nach zahllosen schweißtreibenden Versuchen eingepasst hatte, war der schwierigste Teil der Arbeit getan. Die öligen Muffen rutschten leicht über das Rohr und ließen sich problemlos festschrauben. Ich blickte nach unten in die Tiefe. Der Abstieg konnte beginnen.

Ich schlotterte am ganzen Körper, so hatte mich die ungewohnte Anstrengung erschöpft. Zentimeter um Zentimeter tastete ich mich an den schmierigen, glitschigen Metallstützen nach unten, bis ich wieder Halt auf einer Querstrebe fand. Plötzlich rutschte ich mit der Sohle meines linken Gummistiefels ab. Das geschah dummerweise genau in dem Moment, als ich mit dem rechten Fuß noch nach dem nächsten Halt suchte. Mit einer Hand hing ich an dem Gerüst. Ich wollte mit der anderen Hand nachfassen, aber ich erreichte die Querstrebe über mir nicht mehr. Ich zappelte hilflos mit den Beinen. Dann stürzte ich schreiend ab.

Aus vier Metern Höhe prallte ich auf einen aus Eisenbahnschienen zusammengeschweißten Rahmen, in dem eine zum Trocknen aufgestellte Betonplatte stand. Ein unbestimmter Reflex veranlasste mich, meine Bauchmuskulatur anzuspannen. Es gab ein hässliches Geräusch, als der ölverschmierte Stahl meine blaue Arbeitskombi zerriss und sich in meine Bauchdecke bohrte. Um mich herum wurde es dunkel, sehr dunkel. Mein mildtätiger Organismus hatte sich dafür entschieden, den unsagbaren Schmerz zunächst nicht in mein Bewusstsein dringen zu lassen.

Ich wurde wieder wach, als grelles Tageslicht zwischen meine Lider drang. Zwei Arbeiter hatten mich links und rechts gepackt und schleppten mich den Plattenweg draußen vor der Halle entlang. Meine Gummistiefel schleiften über den rauen Boden. Ich stöhnte. Der Brigadier seufzte erleichtert auf, weil ich offensichtlich noch nicht gestorben war. Er dirigierte die beiden Träger in die Bereichsbaracke.

Dem Meister entglitten die Gesichtszüge, als er meiner ansichtig wurde. Aber er war ein beherzter, lebenserfahrener Mann. Er ließ den Stift fallen, sprang auf und wühlte im Aktenschrank, bis er das entscheidende Papier gefunden hatte.

Ich saß auf einem Holzstuhl mit Seitenlehne, die Beine steif von mir gestreckt, den Rücken gekrümmt. Mit der linken Hand drückte ich den tiefen Riss in meiner Bauchdecke zusammen. Blut quoll zwischen meinen Fingern hervor und tropfte im stetigen Fluss auf den Fußboden.

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