Und alles fängt damit an, welchen Anspruch du an dich selbst und an dein Leben hast.
Wenn deine Ansprüche generell niedrig sind, wirst du dich mit den Faktoren, die dich unglücklich machen, einfach abfinden. Wenn du dir aber mehr zugestehst und daran glaubst, mehr im Leben verdient zu haben, wirst du dich mit den Umständen nicht abfinden, sondern dafür kämpfen, dass du dich besser fühlst. Aus diesem Grund solltest du zuallererst den Anspruch an dich selbst ändern, wenn du mit etwas in deinem Leben unzufrieden bist. Wenn dich dein Übergewicht unglücklich macht, nimm dies keinen Tag länger hin! Selbst wenn du sonst mit deinem Leben zufrieden bist. Warum solltest du dich mit 80 % Zufriedenheit abfinden, wenn du auch 100 % erleben kannst. Du hast mehr verdient, als du dir vielleicht im Moment noch zugestehen möchtest. Du hast das gleiche Recht, gesund, vital, frei, beweglich, fit, leicht, sportlich sowie attraktiv zu sein, wie jeder andere Mensch auch. Und insgeheim weißt du das. Du hättest dir anderenfalls nicht ein solches Buch gekauft und bis zu dieser Stelle gelesen.
Als Coach verstehe ich, dass es beängstigend sein kann, höhere Ansprüche an sich zu stellen. Denn natürlich bedeutet das auch ein größeres Risiko. Je höher die Ansprüche, desto größer ist die Enttäuschung, wenn du deinen Ansprüchen nicht gerecht wirst. Diese Sorge ist jedoch unbegründet. Denn deine Taten wachsen immer exponentiell zu deinen Ansprüchen. Sobald du also höhere Ansprüche stellst, wirst du dich automatisch anders verhalten und diesen Ansprüchen auch gerecht werden. Es lohnt sich, hier mutig zu sein. Denn ohne höhere Ansprüche wirst du dich weiter mit deinem Gewicht abfinden. Dann verharrst du in einem Zustand, den ich gern „gemütliches Elend“ nenne. Sei also selbstbewusst und definiere deine Ansprüche neu!
Erhöhe deinen Anspruch!
Schreibe im folgenden Workbook-Teil mindestens fünf Dinge auf, die du in Bezug auf dein Gewicht nicht mehr akzeptieren willst. Lass deiner Kreativität und deinen Gefühlen dabei freien Lauf. Sollten dir mehr als die fünf Punkte einfallen, schreibe auch diese auf. Je mehr Punkte du notierst, desto besser.
BEISPIEL
Vielleicht regt das Beispiel meiner Klientin Vivien deine Kreativität an. Vivien war 37 Jahre alt und wog 134 kg, als sie das erste Mal zu mir ins Coaching kam. Sie erzählte mir, dass ihr Übergewicht sie zwar todunglücklich machen würde, sie aber unfähig sei, etwas dagegen zu tun. Irgendwie denke sie innerlich, dass sie nichts anderes verdient habe. Immer wenn sie ein paar Kilogramm abnahm, empfand sie das als gut genug. Dann verfiel sie wieder in alte Muster und nahm zu. So ging das jahrelang. Gemeinsam analysierten wir ihr Verhalten. Dabei fiel auch Vivien auf, dass sie sehr wenig von sich selbst erwartete. Das sollte sich ändern. Motiviert von den Erkenntnissen, will sie in Zukunft im Bezug auf ihr Gewicht Folgendes nicht mehr akzeptieren:
1. Ich werde nie wieder akzeptieren, dass ich über 75 kg wiege.
2. Ich werde nie wieder akzeptieren, dass ich beim Treppensteigen keine Luft mehr bekomme.
3. Ich werde nie wieder akzeptieren, dass ich eine Kleidergröße über 40 trage.
4. Ich werde nie wieder akzeptieren, dass ich mich nicht ins Freibad traue.
5. Ich werde nie wieder akzeptieren, dass ich ein schlechtes Vorbild für meinen Sohn bin.
Heute wiegt Vivien 68 kg und trägt Kleidergröße 38. Sie geht gern ins Freibad und hat keine Probleme mehr beim Treppensteigen. Sie hatte seit dieser Coachingsitzung mehr von sich selbst verlangt und somit zu ihrem persönlichen inneren Wachstum beigetragen. Gib auch du deinem Leben eine neue Dimension, indem du höhere Ansprüche an dich stellst.
Was wirst du in Bezug auf dein Gewicht nicht länger akzeptieren?
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Hinweis: Wenn du zu den Menschen gehörst, die sowieso schon viel zu hohe Ansprüche an sich selbst stellen, kannst du die Übung auch nutzen, um den Anspruch an die Liebe zu dir selbst zu erhöhen.
Beispiel:
1: Ich werde nie wieder akzeptieren, dass ich so streng und gemein mit mir selbst spreche.
2: Ich werde nie wieder akzeptieren, dass mein Perfektionismus mich so sehr unter Druck setzt.
3: Ich werde nie wieder akzeptieren, dass ich mir zu viel aufhalse und keine Zeit mehr für mich selbst habe.
Schluss mit Rechtfertigungen!
Nichts wird besser im Leben, wenn man nicht zugibt, dass etwas falsch läuft. Leider wollen wir Menschen nur in den seltensten Fällen zugeben, dass etwas falsch läuft. Und wenn wir es schon zugeben, dann haben wir zumindest eine verdammt gute Erklärung dafür, warum es falsch läuft. Wir erzählen uns selbst Geschichten und rechtfertigen mit diesen unser Verhalten. Diese Rechtfertigungen erkennt man oft an einem großen ABER:
Ich würde ja kalorienärmer essen,
ABER mir fehlt die Zeit, um zu kochen,
ABER meine Kinder mögen keine kalorienarme Küche,
ABER ich bin abends immer zu müde zum Kochen,
ABER in der Arbeit gibt es nur deftiges Essen usw.,
um nur wenige Beispiele zu nennen.
Ich habe keine Zeit
Eine der häufigsten Rechtfertigungen, die mir in meiner Praxis zu Ohren kommt, lautet: „Ich habe keine Zeit.“ Dabei ist Zeit das Einzige, das allen Menschen in gleichem Maße zur Verfügung steht. Menschen haben unterschiedlichen Zugang zu Nahrung und Bildung, sie sind unterschiedlich intelligent oder körperlich stark. Chancengleichheit ist in den meisten Fällen mehr eine romantische Vorstellung als Realität. Aber eines haben alle Menschen gemeinsam: Jeder Mensch hat am Tag 24 Stunden zur Verfügung – egal, ob er Farmer in Australien ist, Hedgefonds-Manager in Zürich oder Filmstar in Hollywood. Du hast also nicht einfach keine Zeit, weil du mit weniger Zeit geboren wurdest. In Wahrheit bestimmst allein du selbst, was du mit deiner Zeit anfängst. Du organisierst die 24 Stunden, die dir pro Tag zur Verfügung stehen. Es ist also eine Frage der Priorität und der Kreativität, wie du dir den Tag einteilst. Wenn du einen sehr zeitintensiven Job hast, der dir mindestens genauso wichtig ist wie deine Figur und Gesundheit, ist das natürlich okay. Dann gibt es bestimmt andere Möglichkeiten, Zeit einzusparen, um Sport zu machen, kalorienarm zu kochen oder einzukaufen. Du könntest beispielsweise morgens 30 Minuten früher aufstehen, und schon hättest du 30 Minuten mehr Zeit in deinem Leben zur Verfügung. Du könntest auch darüber nachdenken, welche anderen zeitintensiven Gewohnheiten du pflegst, und abwägen, ob du bei diesen nicht jeden Tag ein paar Minuten einsparen könntest. Viele Menschen verbringen viel Zeit mit den sozialen Netzwerken, sehen fern, lesen Zeitschriften oder gehen Kaffeetrinken. Das heißt nicht, dass du diesen Aktivitäten in Zukunft nicht mehr nachgehen sollst. Aber vielleicht könntest du überall ein paar Minuten kürzen, und schon stünde dir mehr Zeit zur Verfügung. Und noch viel wichtiger: Du hättest eine Rechtfertigung weniger, aus diesem Grund nicht schlank zu sein.
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