Leo Gold - Gottes kleiner Partner
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Kurz drehte Direktor Saalfeld seinen Kopf zu Pfarrer Schatz. Wissend lächelten sie sich an. Julius den Grund für ihre Reaktion zu erzählen, hätte zu lange gedauert.
„Genauere Informationen zum Kita-Bau finden sie hier in der Akte. Achso“, Direktor Saalfeld öffnete die nächste Akte, die vor ihm lag, „der Sekretär des Bischofs hat mir einen Beschwerdebrief weitergeleitet, zu dem er eine Stellungnahme anfordert. Recherchieren sie mal, was es mit der Sache auf sich hat. Die Einzelheiten können sie hier nachlesen. Schreiben sie Pfarrer Schatz bis heute Abend einen Entwurf, den er durchsehen kann und der möglichst noch heute an den Bischofssekretär rausgeht.“
Direktor Saalfeld wartete, bis Julius seine Notizen fertig geschrieben hatte.
„So, und für die SLK [Sektionsleiterkonferenz]am Freitag müssen sie heute noch eine Vorlage zur ‚Notwendigkeit von Sanierungsmaßnahmen im Altenheim Meesheim‘ verfassen. Frau Maus kann ihnen dabei helfen. Und schicken sie sie bitte an unseren Assistenten Herrn Pappel, der sie mit der Einladung versendet. Zu dem Tagesordnungspunkt werden sie am Freitag hinzugezogen. Also halten sie sich zwischen 9 und 12 Uhr bereit!“
Direktor Saalfeld nahm einen weiteren Dreiecksordner von seinem Stapel und gab ihn Julius.
„Übernächste Woche steht dann eine Klausur der Verbandsdirektoren an. Die wird abwechselnd von den Abteilungsleitern der Direktion organisiert. Hierfür hat Frau Maus schon Vorbereitungen getroffen, die sie zu Ende führen sollen.“
Pfarrer Schatz schaute und hörte interessiert zu, wie Direktor Saalfeld Julius die einzelnen Arbeitsaufträge erklärte.
„Das sind die wichtigsten Aufgaben in nächster Zeit. Schauen wir mal, was uns dazwischen noch alles in die Quere kommt. Langfristig, bis in etwa vier Wochen, müssen wir die Vorbereitungen für die Überarbeitung des Bauausschusses abgeschlossen haben, damit wir sie in den Gremien beraten und verabschieden können. Im Idealfall können wir dann im Oktober die neue Satzung anwenden. Lesen sie sich bis Montag doch mal in diese Informationen hier ein. Das ist von meiner Seite für heute alles. Jetzt sind sie dran, Pfarrer Schatz!“
Julius drehte sich zu Pfarrer Schatz und war auf dessen Anliegen gespannt.
„Ja, lieber Dr. Zey, was jetzt kommt, tu ich nicht gern, aber es fällt in mein Ressort. Sie kennen die Kirchliche Grundordnung, unsere speziellen Arbeitsrechtsbestimmungen. Aus meiner Sicht sind sie –, na gut. Ich weiß nicht, ob sie wissen, dass jede größere kirchliche Verwaltung einen sogenannten ‚Beauftragten für die Grundordnung‘ hat. Bislang war das Frau Eichhorn. Wir halten es aber für besser, wenn sie sich der Aufgabe annehmen würden. In der Praxis geht es dabei in der Regel um die Überprüfung der Frage, ob sich unsere Mitarbeiter an die Morallehre der Kirche halten. Konkreter: Wenn sich Mitarbeiter zum Beispiel scheiden lassen, führt der Beauftragte mit ihnen ein Gespräch, um die Regeln der Grundordnung und die daraus entstehenden Folgen darzulegen, dass sie ihren Arbeitsplatz verlieren, wenn sie nachweislich in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben oder sich gesetzlich wiederverheiraten. Hierfür brauchen wir jemanden mit Fingerspitzengefühl. Würden sie sich dazu bereit erklären?“
Julius fand es komisch, dass er andere dazu bewegen solle, die römisch-katholische Morallehre einzuhalten. Außerdem dachte er, sei doch jeder erwachsen genug, um sein Privatleben allein zu verantworten. Die Annahme, Menschen würden in ihrem Beziehungsleben nur nach egoistischen Zielen leben und sich nicht Nächte darüber den Kopf zerbrechen, wie sie ihre Probleme in der Partnerschaft lösen könnten, auch wenn das im Ausnahmefall zu einer Trennung führte, verstand er nicht.
In seine Abneigung mischte sich der Gedanke, er könne sich als ‚Beauftragter der Grundordnung‘ für die jeweiligen Mitarbeiter einsetzen. Also sicherte er kurzerhand seine Bereitschaft zu, den Nebenposten zu übernehmen. Pfarrer Schatz freute sich und wollte offenbar das für ihn leidige Thema beenden, weil er Julius übergangslos aufforderte, er solle in Ruhe überlegen, wie er sich sein Büro einrichten wolle. Es wäre ihm wichtig, dass sich seine Kollegen in ihrem Büro wohl fühlten. Sie verbrächten ja viele Stunden am Tag darin. Bei Frau Wolkow liege ein Katalog, aus dem er sich seine Möbel aussuchen könne. Aber wenn er spezielle Wünsche habe, würden diese selbstverständlich auch erfüllt.
So endete ihr Gespräch mit der Aussicht auf ein schönes Büro, die Julius kurzzeitig vergessen ließ, welche Arbeiten er bis zum Feierabend noch erledigen musste.
Mit der Hilfe von Frau Maus gelang es ihm bis um 18 Uhr die drängenden Angelegenheiten zu bearbeiten. Auf die letzte Minute erreichte er auch den Zug, in dem ihm wie an den Vortagen die Augen zufielen und sein Kopf unwillkürlich auf seine Brust sackte. Zu Hause fiel er schließlich Rosa in die Arme. Wie gut sie roch, dachte er. Ihre Haut war weich. Julius küsste sie gern.
Anfang Mai war es abends wieder lange hell. Sie aßen im Wintergarten zu Abend, der Zimmer-Springbrunnen plätscherte leise vor sich hin, das heiße Wasser im Heizkörper erwärmte mit der zunehmenden abendlichen Kühle stärker den Raum. Rosa erzählte Julius von den Querelen aus der Schule und dem Besuch bei ihrer Mutter Thea, der es immer noch wegen ihrer Rückenschmerzen schlecht ginge. Irgendwann hörten sie auf, über die alltäglichen Probleme zu sprechen. Rosa setzte sich neben Julius aufs Sofa, legte den Kopf auf seinen Schoß, das Licht der Stehlampe leuchtete gedimmt und nur noch die beruhigenden Geräusche des Zimmerspringbrunnens wie der Heizung waren zu hören.
Am kommenden Morgen stand Frau Eichhorn bereits am Bahngleis, als Julius von der Unterführung die Treppen hinaufkam. Sie wirkte missmutiger als am Tag zuvor, gewann aber nach den ersten Sätzen ihre bemühte Freundlichkeit zurück. Wie gestern setzten sie sich im Zug auf einen Viererplatz, schräg einander gegenüber, und widmeten sich den Beschäftigungen, die sie vor dem Arbeitsbeginn am liebsten taten. Frau Eichhorn las in ihrer Zeitung. Julius hörte Musik. Auf dem Weg vom Bahnhof bis zum Verband redeten sie dann wieder, wie am Tag zuvor, über dieses und jenes. Julius glaubte, dass sie eine gute Routine gefunden hätten. Obwohl er eigentlich lieber die Zugfahrten am Morgen alleine verbracht hätte, begann er, auch an dieser Art des Zusammensitzens seinen Reiz zu finden.
Seine Arbeitsstunden im Verband verrannen wegen der Formulierung der Vorlagen für die bevorstehenden Gremiensitzungen wie im Flug. Zum Mittagessen traf er sich mit Herrn Schuhmacher, der ihm langsam zu vertrauen begann. Es sah so aus, dass Julius an diesem Tag sogar den Zug um kurz nach fünf erreichen würde. Er wollte aber nochmal zu Herrn Liebig, mit dem er einige Dinge wegen des Entwurfs der neuen Satzung für den Bauausschuss absprechen wollte.
Als ob es vom Schicksal vorherbestimmt gewesen wäre, führte das Gespräch zu folgender Entdeckung: Beide begeisterten sich für die Schöne Literatur. Damit tat sich ihnen, unverhofft, ein buntes Paralleluniversum auf, vor dessen Hintergrund der Verband mit seinen Nickeligkeiten wie eine Schattenwelt erschien. Durch immer neue Aussagen, Kommentare, Zitate und Bonmots über Goethe, Stendhal, Proust, Nabokov und Salter schraubte sich ihre Unterhaltung zu elfenbeinernen Höhen hoch. Auch erzählte Julius Herrn Liebig, dass er früher selbst Geschichte geschrieben habe und eigentlich lieber selbst schreibe, als andere Autoren zu lesen.
Julius war der erste, dem die Zwänge der bürgerlichen Welt wieder bewusst wurden: Der Zug wartete nicht. Geschwind versicherten sie sich, nicht zu viel Zeit verstreichen zu lassen, ehe sie sich erneut über ihr gemeinsames Hobby austauschten. Und bereits auf dem Weg zum Bahnhof wurde Julius bewusst, welches Geschenk es war, auf einen Literaturliebhaber innerhalb des Verbands gestoßen zu sein.
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