Alternativ zur Regierungspresse – die bei uns nicht weniger gleichgeschaltet ist als die in der Ukraine (Appell der Bundeskanzlerin Angela Merkel vom 8.10.2008 an die Spitzen der deutschen Medien, dem diese vollumfänglich gefolgt sind, siehe Jakob Augstein beim Freitag 3) – muss man sich seine eigenen Gedanken machen über ein enorm hässliches Spiel, das deutsche Gelder gerade in der Ukraine inszenieren.
Der ehemalige US-Minister (Reagan-Administration) Paul Craig Roberts zitiert in einem Artikel 4einen Zeugen, der überraschende Aussagen zur Finanzierung des ukrainischen Volksaufstandes macht:
„ Meine Frau, eine ukrainische Staatsbürgerin, hat wöchentlich Kontakt mit ihren Eltern und Freunden in Zhytomyr (Nordwest-Ukraine). Diese sagen ihr, dass die meisten Demonstranten durchschnittlich 200–300 Grivna bekommen, das entspricht etwa 15-25 Euro. Weiter hörte ich, dass eine der aktivsten Agenturen und ‚Zahlstellen’ auf Seiten der Europäischen Union die deutsche ‚Konrad Adenauer-Stiftung’ ist, die eng mit der CDU, also Frau Merkels Partei, zusammenhängt.“
Weiter erfahren wir dort, dass die USA 5 Milliarden Dollar zur Destabilisierung der Ukraine ausgegeben haben (Zeugnis: Frau Nuland, die auch gerne die EU „ficken” wollte) 5– nein, nicht zur Destabilisierung, sondern „um der Ukraine jene Zukunft zu schenken, die sie verdient” (und an der der USA kräftig mitverdienen können).
Damit kann man schon ganz schön viele Demonstranten ganz schön lange bei Laune halten. Das macht auch Russland. Die haben 2007 drei Milliarden in die Krim investiert, was eine Frau Tymoschenko im selben Jahr in einem Interview der „Welt” große Sorgen bereitete 6:
Tymoschenko: Ich bin sehr besorgt. Das ist ein Versuch zur Spaltung der Ukraine. Russland erkauft sich Einfluss in der Ukraine. Die Krim soll als Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten zur Destabilisierung der westlich ausgerichteten Kräfte genutzt werden. Ich fordere das Ausland auf, genau hinzuschauen, was dort derzeit passiert.
Offenbar hat „das Ausland” sehr genau hingeschaut … und gemerkt, dass es Zeit ist, zuzuschlagen. Bei Wikipedia kann man ganz offen den Startschuss der Intervention des „Auslandes” nachlesen 7:
Nach monatelangem Tauziehen um das Assoziierungsabkommen mit der EU suspendierte die Ukraine am 21. November die Unterzeichnung des Abkommens, um die „nationalen Sicherheitsinteressen zu wahren und die wirtschaftlichen Beziehungen zu Russland zu beleben und den inneren Markt auf Beziehungen auf gleicher Augenhöhe mit der EU vorzubereiten“ .Janukowytsch erklärte hierzu, die Ukraine ändere ihren EU-Kurs nicht, das Land strebe aber danach, dass seine nationalen Interessen berücksichtigt werden. Zurzeit sei die Ukraine zum Abschluss des Assoziierungsabkommens aus wirtschaftlichen Gründen noch nicht bereit. Janu-kowytsch erklärte weiter, niemand werde in der Lage sein, die Ukraine vom europäischen Weg abzubringen. Das „Einfrieren“ des Abkommens führte zu Demonstrationen und Protesten in der Ukraine die sich gegen die Politik der Staatsführung richten und den Rücktritt von Janukowytsch fordern.
Ungeheuerlich, oder?
„Kommt unser Abkommen nicht schnell genug, inszenieren wir einfach einen kleine Putsch – dann klappt´s auch mit den Verträgen” - so deutet sich das Motto europäischer Politik im Hintergrund an, wenn man sieht, wie die Geschichte weiterlief: denn dann war auf einmal ein Vitali Klitschko da, der als „deutscher Promi” über Nacht in aller Munde war. Nicht durch Zufall, wie die Tagesschau 8berichtet:
Klitschko punktet im Westen nicht nur durch sein besonnenes Auftreten und seine Sprachkenntnisse. Ihm kommt auch zugute, dass er bereits früh Verbindungen zur deutschen Politik aufnahm.
2006, als Klitschko führendes Mitglied der politischen Bewegung „Pora” war, entstand der erste Kontakt zur CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), erzählt die Leiterin des Stiftungsbüros in Kiew, Gabriele Baumann. Als der Oppositionspolitiker vor drei Jahren die Partei Udar (Schlag) gründete, fragte er Hilfe bei der KAS an: „Vitali Klitschko kam auf uns zu. Er bat um informelle Kontakte zur CDU und zur Europäischen Volkspartei sowie um Unterstützung mit Seminaren und Schulungen”, sagt Baumann.
Wie Paul Craig Roberts berichtet, war dieses Hilfeersuchen wohl sehr erfolgreich. Wer würde wohl heute in der Ukraine über Vitali Klitschko reden, wenn er keine großen, mächtigen deutschen Freunde hätte? Wohl keiner, wenn man der ehemaligen politischen Geschäftsführerin der Piratenpartei Marina Weisband glauben darf, siehe Spiegel 9:
Weisband: Klitschkos Rolle wird in Deutschland sehr überschätzt. Die Oppositionsparteien sind Teil des Euromaidans, aber nicht die Speerspitze. Klitschko wird als Figur kaum ernst genommen. Ich selbst habe niemanden getroffen, der von ihm begeistert war. Er spricht kaum ukrainisch, sagt bei seinen Auftritten nur wenige Sätze. Die Leute sind gegen Korruption auf der Straße und nicht für oder gegen eine Partei. Das ist zumindest mein Eindruck von vor Ort.
Ganz anders natürlich die deutsche Presse, die Vitali Klitschko wunschgemäß als Heilsbringer aus dem Westen aufbaut 10, obwohl ihn vor Ort keiner ernst nimmt. Interessant auch der Hinweis auf ein Hitlerbild, das angeblich in den Reihen der Regierungsgegner auftaucht. Ähnliches macht auch auf Facebook seine Runde: vermummte Demonstranten entbieten den „deutschen Gruß” im besetzten (und verwüsteten) Rathaus von Kiew, im Hintergrund einer weiteren Aufnahme ist eine Hakenkreuzfahne an der Wand zu sehen 11.
100.000 Demonstranten hatte man für den Protest gewinnen können – macht pro Demotag gerade mal 2,5 Millionen Euro, wenn die wirklich Geld für den Auftritt bekamen. Mit 5 Milliarden Dollar kann man den Protest 2.000 Tage lang durchhalten, bei einem Durchschnittseinkommen von 160 – 300 Euro im Monat sind 750 Euro Demobonus schon ein Grund, für Importpolitiker aus dem Westen gerade zu stehen – obwohl man sie nicht kennt noch schätzt.
Nun – woher die wirkliche Gefahr kommt, erfahren wir von einem Pfarrer, den der Spiegel 12interviewt hat: Was mich ungemein ärgert, sind die Leute in Deutschland, die in Internetforen schreiben, das seien alles Kriminelle, Nationalisten und Krawallmacher.
Damit die Leute demonstrieren, hat der Westen möglicherweise viel Geld investiert, von dem wir in erster Linie durch Internetforen erfahren – die der ukrainische Pfarrer offenbar intensiv studiert, weil er sonst nichts zu tun hat … oder auch einen kleinen Geldsegen für die Aussage bekam? Gut – das will ich nicht hoffen, immerhin ist er ein Mann Gottes.
Aber es stellt sich doch die Frage: Wo landen eigentlich die fünf Milliarden Dollar überall? Kein Wunder, dass die Foren Ärger verursachen – die stellen blöde Fragen.
Von dem gleichen Pfarrer erfahren wir aber auch etwas über die Methoden, die dort zum Einsatz kommen – natürlich nur durch die bösen „Anderen”– und warum die Demonstranten einen martialisch ausgebildeten Wachschutz ausgebildet haben, wie ihn auch Marina Weisband vor Ort ausgemacht hat: Die stehen auf den Barrikaden und passen auf, dass keine „Tituschki” einsickern, von der Staatsmacht angeheuerte Schlägertypen und Provokateure.
So etwas gibt es natürlich nur in der Ukraine: von der Staatsmacht angeheuerte Schlägertruppen oder Provokateure. Die Konrad-Adenauer-Stiftung würde das nie machen – die Amerikaner sowieso nicht. Lauschen wir noch einmal der ausführlichen Berichterstattung des Spiegel vom 19. Januar 13:
Wütende Anhänger der proeuropäischen Opposition setzten mehrere Einsatzfahrzeuge und Spezialtechnik in Brand. Die Ausschreitungen dauerten auch nach mehr als fünf Stunden an. Es gab mehrere Festnahmen.
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