Petra Mayr - Innen
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„Mir geht es doch ebenso, oder nicht?“, er stellte sich selbst diese Frage, die er ohne nachzudenken auch schon beantwortet hatte.
Sabrina suchte etwas im Kühlschrank. Er konnte das Gefühl nicht loswerden, dass ihm diese Frau, wie schon einige andere, immer wieder seinen Schutzpanzer entreißen wollte und er ständig kämpfen musste um seine lebenswichtige Hülle.
Als Sabrina mit einem Kännchen Milch an den Tisch zurückkam, suchte Philipp in ihrem Gesicht etwas Mitfühlendens oder doch zumindest Verständnisvolles. Er konnte aber nichts dergleichen finden. Letztlich endete auch diese Sache wie schon viele vorher.
Jetzt, wo er an Sabrina dachte, schien sie auf das Wesen im Terrarium geschrumpft zu sein. Er sah dann entweder einen bedauernswerten Krebs, der schlapp und ziellos ohne Gehäuse umherirrte. Oder, manchmal, je nach Stimmung, geisterten auch zwei Frauenhände durch seinen Kopf, die dem Einsiedler gewaltsam das Schneckenhaus vom Leib rissen.
Aber das alles war eine uralte Geschichte und längst vorbei.
Es war eine Vergangenheit, die nichts mehr mit ihm zu tun hatte. Erst jetzt, wo er sie wieder hervorgeholt hatte, wurde es ihm klar. Es schien als läge eine dicke Staubschicht auf seiner Erinnerung. Nur hier und da trat der Anflug eines alten Gefühls hervor. Obwohl es auch nicht wirklich ein Gefühl war, sondern nur die Erinnerung an ein Gefühl. Das alles war so weit weg, so schemenhaft, so unwirklich.
Mittlerweile war er sich noch nicht einmal mehr sicher, ob wirklich er es war, der das alles erlebt hatte.
2. Zwei Welten
„Man kann sich auf zwei Arten irren. Man kann glauben, was nicht wahr ist, oder man kann sich weigern zu glauben was wahr ist.“
Søren Kirkegaard, Philosoph
Philipp überholte den Chrysler. Er musste den Hebel für den Blinker per Hand zurückstellen, der Rückholmechanismus war defekt. Als das klickende Geräusch stoppte und er an einem Birkenwäldchen vorbeirauschte, fiel ihm auf, dass er lange nicht darüber nachgedacht hatte, wie gut es ihm mit Gil ging.
Ja, er war sich genau genommen noch nicht einmal sicher, ob ihm das jemals bewusst war. Warum auch?
Wer fragt sich schon, wenn hohes Fieber überstanden ist, nach dem Grund der Genesung? So sehr uns auch das Schlechte mitnimmt, so flüchtig nehmen wir das Gute entgegen. Da war Philipp nicht anders als jeder x-beliebige.
Philipp hätte es nicht sagen können, warum das Leben mit Gil so gut funktionierte, obwohl ihm das vorher mit keiner anderen geglückt war. Aber, wie gesagt, er hatte auch nicht ernsthaft darüber nachgedacht, was wohl kein Fehler war. Hätte er es getan, dann, ja dann, wäre er vielleicht auf den Grund dafür gestoßen. Aber wäre das gut gewesen? Eher nicht.
Auch, wenn Philipp das Ideal einer romantischen Liebe zuweilen bis ins Lächerliche übertrieben schien, hätte es sein können, dass der Grund für sein geglücktes Zusammenleben ihm dann doch zu banal erschienen wäre.
Es lag nämlich nicht an Gils Person, wie er immer vermutete, oder doch zumindest nicht direkt.
Was sich für viele andere Paare eher zu einem Hindernis entwickelte, entpuppte sich bei diesem Paar zum fulminanten Vorteil. Zwei Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache. Hier war es ein echter Segen. Wenn Philipp und Gil über ihre Liebe zu Bäumen sprachen, dann schwebten Gil die uralten, riesigen Mammutbäume vor, während Philipp an Pappelreihen oder Buchenwälder dachte.
Man kann sich denken, was passierte, wenn beide über Gefühle sprachen.
Gils Deutsch war mittlerweile hervorragend, Philipps Englisch war besser geworden.
Das tat der ganzen Sache allerdings keinen Abbruch. Jeder hatte seine eigene Vorstellung, sein eigenes inneres Bild von diesem oder jenen. Unschärfe, Mehrdeutigkeit und der letzte Rest von Diffusem, die einer Fremdensprache immer anhaften, bewahrten Philipps empfindlichen Kern vor Zudringlichkeiten, ohne dass er davon wusste.
„Nehmen sie die Ausfahrt“, tönte die Stimme aus dem Navigationsgerät. Nach ein paar Kilometern Landstraße, war er angekommen. Er fuhr durch knisternden Kies und parkte auf einem kleinen Vorplatz direkt vor einem Bauernhaus aus alten roten Ziegelsteinen, die Philipp so sehr mochte.
Dezente Farbunterschiede der schmalen Ziegel gaben der Wand Struktur, ließen sie lebendig erscheinen. Manche Steine hatten einen Stich ins Orangefarbene, bei anderen tendierte der Grundton ins Bräunliche.
Insgesamt aber hätte man die komplette Hauswand als rot bezeichnet.
An die matte Oberfläche der Steinwand hatte sich eine wilde Rose gelehnt, die offenbar provozieren wollte. An ihrem letzten Blütenkelch waren Blätter in kräftigem Pink.
Irgendetwas leuchtete noch am Armaturenbrett. Philipp stellte den Blinker zurück. Er war ein wenig zu früh angekommen, was oft der Fall war, denn er hasste es, zu spät zu sein. Wer zu spät kam, der verfügte über die Zeit der anderen, dachte er sich nämlich immer.
Er lehnte sich im Auto etwas zurück, betrachtete noch einmal die Rose vor den alten Klinkersteinen, entdeckte nun auch knallrote pralle Hagebutten und dachte über sein Leben und die Herausforderungen seines Berufes im Besonderen nach.
Je nach Persönlichkeitsstruktur der Bauherren mutierte die Planung eines Hauses zu einer Traumfabrik. Das wusste jeder erfahrene Architekt. Aus den tiefsten Schichten des Selbst meldeten sich unerwartet Wünsche zu Wort, die hin und wieder weder umsetzbar noch alltagstauglich waren.
Von Euphorie bis Größenwahn. Das war die Phase eins.
Ein guter Architekt, das wusste Philipp, versuchte diese Ideen seiner Kunden zurechtzustutzen und mit den Bedürfnissen in ihrem Alltag in Einklang zu bringen.
Ein guter Architekt wurde zum Therapeuten.
Dass wusste Philipp von seinem großen Vorbild. Richard Neutra ließ seine Kunden ausführliche Dokumentationen ihres Tagesablaufes schreiben. Dann entwarf er dazu das passende Haus, die passende architektonische Lösung. Neutra, das wurde ihm plötzlich klar, tastete die Gedankengebäude seiner Kunden ab, wie der Einsiedlerkrebs die neuen Schneckenhäuser.
Filigrane Bungalows, lichtdurchflutet und übernatürlich schwebend sollten wie eine zweite Haut das Leben ihrer Bewohner umhüllen. Neutra schlich auf Grundstücken umher wie ein Schmetterlingsfänger.
Er setzte sich ins Gras, beobachtete genau den Sonnenverlauf. Er betrachtete die Umgebung, die Bäume, andere Häuser. Notierte alles. Beschnupperte das Gelände wie ein Spürhund. Fühlte und übersetzte Gefühle in Gebäude, so intensiv, dass man sich nur wundern konnte.
Philipp hatte noch die Bausünden im Kopf, die an der kleinen Dorfstraße lagen. Einige standen wie schrullige, klobige Überbleibsel einer anderen Zeit in den Gärten. Vor ihren winzigen Fenstern waren selbst im zweiten Stockwerk mit Blick über Felder geraffte Vorhänge angebracht, wie um die Außenwelt in Schach zu halten.
Ja, es gab — so viel war klar — unterschiedliche Bedürfnisse, sogar sehr unterschiedliche. Je länger Philipp mit Menschen zu tun hatte, desto deutlicher verdichtete sich dieses banale Wissen.
Kleine Fenster, größere Fenster, riesige Fenster, Wände aus Glas: Licht, Licht, Licht. Aber halt! Jedes Fenster bietet zwei Perspektiven. Eine richtet sich in die Außenwelt, die andere nach innen in den Raum. Es gibt Bauherren (und Architekten!), die das vergessen. Und das nicht zu selten.
Beim abendlichen Spaziergang schlenderten Philipp und Gil oft einen Feldweg entlang, der unmittelbar am Rande eines Bebauungsgebietes lag. Dort hatte vor kurzem jemand ein einstöckiges, konventionelles Haus gebaut.
Die Süd-West-Seite zeigte auf das freie Feld und war komplett bis in den Giebel verglast. Als die Familie dann eingezogen war, hatte sie zwar einen Blick auf das freie Feld, aber jeder, der dort auf dem Feldweg herumspazierte, hatte auch einen freien Blick auf ihr Wohnzimmer.
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