Karin Kehrer - Verschlungene Wege

Здесь есть возможность читать онлайн «Karin Kehrer - Verschlungene Wege» — ознакомительный отрывок электронной книги совершенно бесплатно, а после прочтения отрывка купить полную версию. В некоторых случаях можно слушать аудио, скачать через торрент в формате fb2 и присутствует краткое содержание. Жанр: unrecognised, на немецком языке. Описание произведения, (предисловие) а так же отзывы посетителей доступны на портале библиотеки ЛибКат.

Verschlungene Wege: краткое содержание, описание и аннотация

Предлагаем к чтению аннотацию, описание, краткое содержание или предисловие (зависит от того, что написал сам автор книги «Verschlungene Wege»). Если вы не нашли необходимую информацию о книге — напишите в комментариях, мы постараемся отыскать её.

Verschlungen wie der Weg durch ein Labyrinth – so ist der Weg des Lebens.
Ist dieser Weg vom Schicksal vorgezeichnet? Die alte Seherin Sorya ist davon überzeugt, sie widmet sich ganz ihrer Bestimmung.
Auch die krebskranke Barbara ergibt sich in ihr Schicksal.
Serafina glaubt, ihr Leben selbst in der Hand zu haben und täuscht sich gewaltig.
Und Marlies erfährt eine schier unglaubliche Wandlung.

Verschlungene Wege — читать онлайн ознакомительный отрывок

Ниже представлен текст книги, разбитый по страницам. Система сохранения места последней прочитанной страницы, позволяет с удобством читать онлайн бесплатно книгу «Verschlungene Wege», без необходимости каждый раз заново искать на чём Вы остановились. Поставьте закладку, и сможете в любой момент перейти на страницу, на которой закончили чтение.

Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Sie schüttelt den Kopf. Seltsame Anwandlungen sind das!

Ein leichter Luftzug fächelt über ihr Gesicht. Fröstelnd zieht sie die Schultern hoch. Der Himmel ist bedeckt, es sieht nach Regen aus. Was macht sie hier eigentlich? Es gibt auch hier keine Antworten auf ihre Fragen, keine Lösungen.

Ein kühler Finger berührt ihre Schultern. Sie schrickt zusammen, dreht sich um, mustert den Haselnussstrauch hinter ihr.

Vielleicht hat der Wind die Blätter bewegt. Aber das kann nicht sein. Sie steht nicht nahe genug, um von ihnen gestreift zu werden.

Haselnusssträucher sind Tore in die Anderswelt.

Das hat Martha gesagt. Martha, die an allen möglichen esoterischen Unsinn glaubt. Nur eine weitere Möglichkeit, um der Realität zu entfliehen. Barbara sind solche Gedanken fremd. Es gibt nur den Tod und danach nichts mehr.

Aber das Labyrinth hier ist schön, ein Ort mit besonderer Atmosphäre und sie nimmt die halbstündige Fahrt gerne in Kauf.

Sie setzt sich unter den Strauch, lehnt den Kopf an den Stamm und schließt die Augen.

Sie läuft. Die Anhöhe hinauf, ihre Füße tragen sie über den so oft begangenen Pfad, den sie selbst in tiefster Dunkelheit gefunden hätte. Aber jetzt beleuchtet ihn der volle Mond. Tau benetzt ihre bloßen Füße, lässt Kälte in sie dringen, ihre Beine klamm werden, macht jeden Schritt zur schieren Anstrengung.

Stechender Schmerz jagt durch ihre Seite. Sie bleibt kurz stehen, um Atem zu schöpfen, dann hastet sie weiter.

Der Anstieg auf den Hügel ist so steil! Noch niemals ist ihr das so erschienen. Bis jetzt hat immer die Freude auf das Wiedersehen mit ihrem Geliebten ihre Schritte beflügelt, doch diesmal nimmt der Weg kein Ende. Vage kann sie die Hügelkuppe sehen und die Schatten der beiden mächtigen Bäume, die sie krönen.

Sie bleibt stehen, lauscht. Es ist still. Ein Käuzchen schreit und sie zuckt zusammen. „Haymon?“ flüstert sie.

Nichts. Außer ihr eigenes Keuchen und das Rauschen des Blutes in ihren Ohren.

Sie presst die Hand auf die Brust, um den jagenden Herzschlag zu beruhigen. Haymon ist sicher schon hier. Er muss nicht durch das ganze Dorf gehen, so wie sie, um den Hügel zu erreichen und sie hat sich außerdem verspätet, aus Angst, Ansgar könne merken, dass sie ihm folgt.

Ein Rascheln ganz in der Nähe lässt sie zusammenfahren. „Erdmutter, hilf!“ Ihr Flüstern klingt überlaut in der Stille der Nacht. Unschlüssig späht sie auf den von Mondlicht überfluteten Pfad. Es ist Mittsommernacht und sie glaubt, das Raunen der Erdgeister zu spüren, die ungehalten über die Störung sind. „Ich muss Haymon suchen“, wispert sie, mehr zu ihrer eigenen Beruhigung. „Und ich muss Ansgar davon abbringen, ihm etwas anzutun.“

Ein Schrei! Gedämpft dringt er durch die Büsche, jagt heißen Schreck durch ihren Leib. Haymon!

Sie hastet weiter, bemüht sich dabei, so lautlos wie möglich zu sein. Unsägliche Angst schnürt ihr die Kehle zu. Die Ahnung, dass Schlimmes dort oben geschieht. Ansgar hasst Haymon. Hat ihn schon immer gehasst. Weil er anders ist, sanft und gutmütig. Und natürlich, weil er kein eigenes Anwesen besitzt.

Vor ihr erheben sich die mächtigen Bäume. Es ist dunkel zwischen den Stämmen, das Mondlicht vermag das dichte Unterholz nicht zu durchdringen. Hastige Schritte kommen näher, sie springt hinter einen Busch. Aus der Dunkelheit eilt eine Gestalt knapp neben ihr vorbei. Sie hört den Atem des Unbekannten, aber sie kann nicht erkennen, wer es ist.

Eine quälende Ewigkeit lang bleibt sie unschlüssig in ihrem Versteck, kauert sich auf das feuchte Gras. „Ich muss nachsehen. Heilige Erdmutter, gib, dass Haymon nichts geschehen ist!“ Sie horcht in die Stille. Ist da nicht ein leises Stöhnen, ein Röcheln?

Barbara? Hörst du mich? Barbara!

Ein Ruck geht durch ihren Körper. „Wer … wer ist da?“ Benommen starrt sie auf grüne Blätter, auf das Gras am Boden. Sie muss tatsächlich schon wieder geträumt haben.

Bohrender Schmerz jagt durch ihre Eingeweide. Barbara unterdrückt ein Stöhnen und tastet nach der Handtasche, holt die Schachtel mit den Tabletten heraus. Schluckt eine davon hastig mit dem mitgebrachten Wasser und wartet darauf, dass die Pein nachlässt. Es dauert viel zu lange, bis die leichte Benommenheit einsetzt, die sie in Kauf nimmt, obwohl sie manchmal dieses Gefühl hasst, die Welt nur mehr wie durch einen dicken Wattebausch wahrzunehmen. Sie wird einfach noch ein wenig hier sitzen bleiben und dann Josef anrufen, damit er sie abholt.

Zärtliche Finger berühren ihr Haar. Sie spürt ganz deutlich die Hand, die ihren Hals entlang streicht, sich auf ihre Schulter legt. Bald wirst du zu mir kommen, ich habe so lange auf dich gewartet, flüstert es an ihrem Ohr.

Sie schwebt, nickt nur und lächelt. Ja, Haymon! Bald ist es so weit!

„Barbara? Was ist los mit dir? Barbara?“ Josefs lautes Rufen drängt sich hartnäckig in ihre Benommenheit.

Geh nicht fort, Barbara! Bleib …

Sie öffnet die Augen, starrt verständnislos in das Gesicht des Mannes, der sich über sie beugt. „Was hast du?“ Die Besorgnis in seinem Blick holt sie in die Wirklichkeit zurück.

„Ich habe über eine Stunde gewartet. Warum hast du dich nicht gemeldet?“

Sie schüttelt müde den Kopf. „Ich wollte einfach ein wenig allein sein, tut mir leid. Ich hätte dich angerufen. Später …“

„Komm jetzt. Du bist ja eiskalt. Du wirst dir noch den Tod holen.“

Beinahe hätte sie gelacht. Der Tod ist mir gewiss. Bald schon …

Er stützt sie, als sie sich mühsam aufrappelt. Ihre Beine fühlen sich an, als wären sie aus Gummi. Eine Nebenwirkung der Schmerzmittel.

Wieder glaubt sie, eine leichte Berührung an ihrer Schulter zu spüren. Das erinnert sie an ihren Traum. Oder war es gar keiner? Die Empfindungen sind so unmittelbar gewesen, so, als hätte sie alles wirklich erlebt.

„Der Platz, an dem dieses Labyrinth errichtet wurde, war schon immer etwas Besonderes. Früher trafen sich dort die jungen Paare.“ Martha lächelt.

Barbara schüttelt den Kopf. „Das ist alles schön und gut. Aber ich weiß nicht … Das ist doch alles nur Unsinn. Ich bin nicht mehr ich selbst, seit … Ich hätte nicht darüber reden sollen.“

Martha nickt. Natürlich weiß sie um Barbaras Ansichten über alles, was nicht fassbar ist. Aber sie hat es aufgegeben, ihre Freundin zu überzeugen und Barbara ist ihr dankbar dafür.

„Träume haben immer etwas zu bedeuten, egal, woran du glaubst. Vielleicht hast du recht und es geht tatsächlich nur darum, eine Entscheidung zu treffen. Aber du musst keine Angst haben“, sagt Martha. „Es wird alles gut, ganz bestimmt.“

Wie hohl das klingt!

„Ich wünschte, ich könnte deine Überzeugung teilen.“ Barbara seufzt. „Du glaubst an die Wiedergeburt. Das ist schön für dich und macht es leichter.“

„Nein, das würde ich so nicht sagen. Öffne dich, verschließ dich nicht länger. Ich weiß, dir bleibt nicht mehr viel Zeit, also nutze sie. Vielleicht wartet etwas Besonderes auf dich. Das ist mein einziger Rat.“

Wozu soll sie die Zeit nutzen? Hat es Sinn, sich noch länger abzurackern für ein Leben, das es nicht mehr für sie geben wird?

Ist es nicht viel wichtiger, dem Wind zu lauschen, der mit den Blättern des Haselnussstrauchs spielt? Den Duft der verschiedenen Blumen zu riechen? Den Geschmack der wilden Erdbeeren zu schmecken? Den Wechsel der Jahreszeiten zu beobachten?

Und zu warten.

Worauf?

Barbara weiß an diesem nebeligen Tag Ende Oktober, dass sie zum letzten Mal hierher zum Labyrinth kommt. Sie ist zu schwach, um diese Strapaze noch länger auf sich nehmen zu können. Nur noch einmal den Hügel hinaufsteigen, der jetzt verborgen im Dunst liegt. Ein Sinnbild für ihr zu Ende gehendes Leben. Was mag danach kommen?

Читать дальше
Тёмная тема
Сбросить

Интервал:

Закладка:

Сделать

Похожие книги на «Verschlungene Wege»

Представляем Вашему вниманию похожие книги на «Verschlungene Wege» списком для выбора. Мы отобрали схожую по названию и смыслу литературу в надежде предоставить читателям больше вариантов отыскать новые, интересные, ещё непрочитанные произведения.


Отзывы о книге «Verschlungene Wege»

Обсуждение, отзывы о книге «Verschlungene Wege» и просто собственные мнения читателей. Оставьте ваши комментарии, напишите, что Вы думаете о произведении, его смысле или главных героях. Укажите что конкретно понравилось, а что нет, и почему Вы так считаете.

x