Richard Mackenrodt - Azahrú

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In den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts wächst Azahrú auf als Sohn eines Tuareg-Anführers. Mitten in der Sahara. Ohne zu wissen, dass es jemanden gibt, der es auf sein Leben abgesehen hat. Denn in Wirklichkeit ist er der Sohn deutscher Eltern, die längst tot sind.
Dem Rätsel seiner Herkunft kommt Azahrú erst viele Jahre später auf die Spur. Als junger Mann bringt er den Mut auf, die Wüste zu verlassen, reist nach Europa und begibt sich auf die Suche. Dabei widerfahren ihm Dinge, die so ungeheuerlich sind, dass ein einfacher Junge aus der Wüste daran eigentlich zerbrechen müsste. Aber die Tuareg sind zäh. Sie sind es gewohnt, der Natur zu trotzen, mit wenig auszukommen und ungeachtet aller Entbehrungen ihre Kamelkarawanen erfolgreich tausende Kilometer weit durch die Wüste zu führen. Zu Fuß. Schritt für Schritt. Solche Menschen geben nicht einfach auf.
Die traditionelle Kultur der Tuareg ist im Untergehen begriffen. Nur wenige von ihnen ziehen noch als Nomaden von Oase zu Oase und leben von Salzkarawanen. Ein Schluck Wasser ist für sie eine wertvolle Köstlichkeit, eine Tasse Tee der Inbegriff von Freundschaft und Respekt. Dieser Roman ist ein Stück weit so, wie auch sie es sind: ernsthaft und stolz, aber in vielen Momenten auch albern wie die Kinder. «Azahrú – Wer den Weg verliert» erzählt eine machtvolle Geschichte über Heimat, Identität und Erlösung. Und fast wie nebenbei auch noch eine der größten Liebesgeschichten aller Zeiten.

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Die Abenddämmerung war schon fortgeschritten, als Luise die Dekoration, mit der sie das Zelt geschmückt hatte, kritisch unter die Lupe nahm. Sie war nicht zufrieden. Zu Hause hätte sie alle Möglichkeiten gehabt, ein rauschendes Fest auf die Beine zu stellen. In der Münchner Gesellschaft waren ihre Feste berühmt, weil ihr jedes Mal etwas Neues einfiel. Einmal hatte sie einen Illusionisten verpflichtet, der sich unerkannt unter die Gäste gemischt und für allerlei Verwirrung gesorgt hatte. Ein andermal hatte der erste Teil des Festes in vollkommener Dunkelheit stattgefunden. Kein einziges Zündholz war erlaubt gewesen. Die Stimmung war auf eine einzigartige Wiese behutsam gewesen, ja poetisch. Als nach zwei Stunden das Licht entfacht wurde und die Gäste einander sehen konnten, wechselte die Atmosphäre und kam innerhalb kurzer Zeit zum Überkochen. Luise war davon überzeugt, dass in der anschließenden Nacht ein paar Babies mehr gezeugt worden waren als sonst. Aber heute hatte sie keine Musiker zur Verfügung, konnte keine Schellackplatten auflegen, es gab keine Bediensteten, und die Vielfalt der Speisen würde auch nicht gerade überwältigend sein.

Franz winkte in Richtung Osten, wo die untergegangene Sonne noch ihr rotes Feuer über den Himmel warf. Auf dem Kamm einer Sanddüne zeichneten sich die Silhouetten ab - mehara , die Frauen und Kinder trugen, und Männer, die durch den Sand gingen. Luise konnte nicht glauben, dass es so viele waren!

»Franz, ich glaube, das ist der ganze Stamm!«

»Sieht aus, als hättest du Recht«, sagte er. »Hoffentlich reicht das Fleisch.«

Die Tuareg hatten es sich nicht nehmen lassen, zur Verköstigung beizutragen. Sie hatten Ziegenfleisch und Schafskäse in den Satteltaschen, Gemüse und mehrere riesige Töpfe voller Couscous. Franz schätzte, dass sie alleine davon einen halben Zentner mitgebracht haben mussten. Koumamá stellte fest: Für so viele Leute und Gerichte war das Feuer viel zu klein. Seine Leute hatten Wurzelholz dabei, mit dem sie die Feuerstelle kurzerhand um das Fünffache vergrößerten. Franz hatte eine zweite Feuerstelle errichtet, weil er wusste, dass bei den Tuareg Männer und Frauen nicht miteinander aßen. Koumamá fand diese Maßnahme sehr respektvoll, winkte aber ab. Sie brauchten keine zwei Feuerstellen, denn hier waren sie zu Besuch, und deswegen galten die Regeln der Gastgeber. Die Tuareg genossen es, aus ihrem Lager mal heraus zu kommen. Das waren sie nicht gewohnt. Das Essen war reichhaltig und köstlich. Koumamá hatte ein halbes Dutzend Männer eingeteilt für die Tee-Zeremonie, und so glich es fast einer Choreographie, als sie alle den shahid hin und her gossen, immer und immer wieder. Zu fortgeschrittener Stunde packte Fatou eine imzad aus, eine Art Geige mit nur einer Saite, und spielte sie auf virtuose Weise. Zunächst sangen nur die Frauen dazu, aber es dauerte nicht lange, da stimmten die Männer mit ein. Franz beobachtete, dass viele der Männer immer weniger darauf achteten, ob der tagelmust , ihr Gesichtsschleier, korrekt saß. Sie zeigten ihre Münder und fanden nichts dabei. So waren sie: Sie hatten Regeln, aber wenn ihnen danach war, gestatteten sie sich Ausnahmen, ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen. Und je mehr sie jemandem vertrauten, desto öfter wurden die Regeln gelockert. Es wurde das ausgelassenste Fest, das Franz und Luise je erlebt hatten. Töpfe wurden zu Perkussions-Instrumenten. Die Frauen stimmten ihre flirrenden Trillergesänge an, die sie nur in Momenten des größten Glücks erschallen ließen. Es wurde getanzt und musiziert bis tief in die Nacht hinein, und erst als es sehr kalt und die Glieder müde wurden, brach die Musik ab. Die Tuareg rollten Teppiche auf dem Sand aus, wickelten sich in ihre Decken und schliefen. Nur Luise und Franz fanden noch lange keinen Schlaf, viel zu aufgewühlt waren sie von diesem Abend und dieser Nacht.

3

Als Franz am frühen Morgen aus dem Zelt trat, hatte er damit gerechnet, die Tuareg noch schlafend vorzufinden, weil von draußen keinerlei Geräusche herein gedrungen waren. Aber sie waren weg. Und sie hatten gründlich aufgeräumt. Nur die noch immer schwach vor sich hin glimmende Glut und der aufgewühlte Sand zeugten davon, dass sie hier gewesen waren. Ihm war klar: Nun war der richtige Zeitpunkt, um in eine neue Phase einzutreten. Als Luise mit verstrubbeltem Haar müde aus dem Zelt blinzelte, hatte er schon die Kamele gesattelt und auf den Resten der Glut Kaffee zubereitet. Er wollte keine Zeit verlieren.

Am späten Vormittag waren sie im Lager der Tuareg, und Franz trug Koumamá sein Anliegen vor. Er wollte tamascheq lernen und, als Teil seiner Forschungsarbeit, ein umfassendes Wörterbuch schreiben. Koumamá begriff schließlich, was er vorhatte, und war einverstanden. Von nun an war Franz stets mit Bleistift und Notizblock im Lager unterwegs, und die Stammesmitglieder gewöhnten sich schnell daran, dass er auf alle möglichen Dinge deutete, um zu hören, wie man auf tamascheq dazu sagte. Luise hatte Leinwände, Farben und Pinsel mitgebracht und erbat die Erlaubnis, das Lager und seine Bewohner darstellen zu dürfen. Auch dagegen hatte Koumamá nichts einzuwenden. Mariamá war die erste, die unbedingt von Luise gemalt werden wollte. Sie steckte sich Blätter und Gräser ins Haar und wollte besonders hübsch aussehen. Aber nachdem sie ein paar Minuten Modell gestanden hatte, wurde es ihr langweilig, und sie lief davon. Luise hatte mit dem Bild von ihr gerade erst angefangen, aber das machte nichts.

»Abmalen kann jeder«, sagte sie. »Wahre Kunst kommt aus dem Bauch.«

Franz war gefesselt von den Besonderheiten der Sprache, die er erforschte. Das Wort für Löffel etwa lautete tesôkalt . Wenn ein targi von einer Gabel sprach, sagte er hingegen tesôkalt ta-n îssînen , das bedeutete wörtlich übersetzt »Löffel mit Stacheln«. Andererseits verzichtete das tamascheq auf allerlei Ballast, den das Deutsche mit sich führte. Es gab keine Artikel, weder bestimmte noch unbestimmte. Ähnlich wie im Englischen existierte auch keine Höflichkeitsform, man sagte Du, ob man sich gut kannte oder jemandem zum ersten Mal begegnete.

Franz schlug Luise vor, sich auch miteinander nur noch auf tamascheq zu unterhalten. Wenn sie das eine Weile durchhielten, würden sie bald anfangen, in dieser Sprache zu denken. Luise ließ sich darauf ein, bestand aber darauf, auch weiterhin Deutsch mit ihm zu reden, wenn sie miteinander schliefen.

Innerhalb weniger Wochen konnten sie sich mit den Tuareg fließend unterhalten. Natürlich gab es noch Lücken, aber die schlossen sich mehr und mehr. Koumamá war beeindruckt, dass diese Menschen sich derart darum bemühten, sein Volk kennenzulernen. Er konnte halbwegs Französisch sprechen, wie einige andere seines Stammes, und auch etwas Hausa, aber er tat es nicht gerne. Die einzige Sprache, in der er sich zu Hause fühlte, war seine eigene.

Nachdem Luise ein paar Stammesmitglieder gemalt hatte, galt es auf einmal als schick, von ihr in Öl festgehalten zu werden, und viele andere standen ihr bereitwillig ebenfalls Modell. Nur Koumamá hatte daran kein Interesse. Und dabei war er derjenige, bei dem Luise besonders darum warb, ihn malen zu dürfen. Er strahlte eine Mischung aus Ruhe und Zufriedenheit aus, die sie furchtbar gerne auf die Leinwand bannen wollte.

»Koumamá«, begann sie ein weiteres Mal, » ann ahi tannemert - sag mir bitte, was muss ich tun, damit du Ja sagst?« Ihr tamascheq klang gar nicht übel.

» Nek wer ardêgh - ich möchte nicht«, antwortete er gelassen. »Auch wenn du mich noch hundertmal fragst.«

» Ma fell - warum denn nicht?« quengelte sie. »Es tut doch nicht weh.«

»Es muss genügen, dass ich nicht möchte«, sagte er.

»Aber wenn du es erklärst, wirst du mich los.« Sie lächelte. »Wenn ich verstehe, warum du es nicht möchtest, habe ich etwas, das ich respektieren kann.«

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