Andererseits sollten Sie bewusst nonverbale Zeichen und Signale setzen, wie z.B. Blickkontakt, verschiedene Arten der Berührung oder Gesichtsmimik (streng oder strahlend) genauso in der Art der Zuwendung wie etwa ruhiges liegen im Arm oder rhythmisches wiegen und schaukeln.
Auch sollte die gesprochene Sprache möglichst immer mit der Körpersprache übereinstimmen damit das Kleinkind nicht durch Widersprüche verwirrt und damit verunsichert wird. Ist so die Kommunikation zwischen Eltern und Kind erst einmal eingespielt und jedem verständlich gelingt es beispielsweise nur noch äußerst selten, dass Eltern dem Kind ihren aktuellen Gemütszustand verheimlichen können. Das Kind wird ihn instinktiv erspüren.
Tja,…. Und irgendwann kommt dann der Tag der Tage. Das Kind ist nun etwas älter und in der Lage mit seinen Eltern zum Einkaufen zu gehen. Früher oder später kommt es zu der Szene, die Jeder von uns ob aktiv als Beteiligter oder passiv als Beobachter schon einmal miterlebt hat! Spätestens dann wenn das bis dahin noch völlig entspannte und brave Kind während des Anstehens an der Kasse die wunderbar bis untenhin gefüllten Ständer oder Regale entdeckt und es wie durch Magie von den herrlichsten Leckereien in ihren faszinierend bunten Gewändern angezogen wird. Die Mutter kann noch so wachsam sein und aufpassen, irgendwann kommt der Moment der blitzschnellen kurzen Ärmchen und wieselflinken Fingerchen. Zack und das war`s. Einmal funktioniert es mindestens ein so wunderschönes Irgendwas zu schnappen und schnurstracks in den Wagen zu bugsieren.
Leider haben 98% aller Mütter rundum Alarm in Form von vier Augen und Ohren die jedes Signal sofort orten sobald das Kind es auslöst, sei es eine bestimmte Bewegung, einen ungewöhnlichen Blick oder aber ein verräterisches Verhalten. Postwendend wandert die schöne Beute mit den Worten: „Nein, heute nicht“ zurück ins Regal. Umgehend werden Blick und Mimik des Kindes „quengelig“.
In etwas weiter fortgeschrittenem Alter beginnt umgehend ein Wortwechsel mit:“ …aber ich möchte das haben“ und „…nein, das bekommst du heute nicht!“. Ungeachtet aller Worte geht es von vorne los. Das Kind schnappt zu und holt sich das nächste erreichbare Teil und verfrachtet es wieder in den Einkaufskorb.
Die Mutter nimmt es erneut heraus und legt es zurück. Das Kind wird laut, fängt an zu schreien, lauter und lauter…und wenn grösser unter Tränen und stampfen mit den Füssen „….ICH WILL DAS ABER HABEN…“!
Die umstehenden Personen richten den Blick zum Geschehen, ja das ist spannend da schaut man hin. Da es der Mutter in dieser Situation sicherlich schon etwas peinlich ist, gibt es somit eigentlich nur zwei Möglichkeiten:
Variante 1: „Gut, dann nimm es Dir halt „ausnahmsweise“. (Hauptsache die Mutter kann so in Ruhe den Einkauf beenden).
Oder
Variante 2:“Nein, jetzt ist Schluss damit, es gibt heute nichts!“ (Die Mutter verfrachtet das heulende und jammernde Kind irgendwie aus der Gefahrenzone in der Hoffnung den Einkauf schnell zu beenden und die Räumlichkeiten verlassen zu können.)
Auch dieser Prozess ist ein Lernvorgang. Kinder probieren sich aus. Wie weit kann ich gehen bis etwas geschieht?- und Was? passiert Wann?
An alle mutigen Mütter und Väter, denen es schon ebenso ergangen ist oder noch ergehen wird. Was kann man dagegen tun. Wie kann ich meinen Sprössling ausbremsen und wie hilft mir/uns die Körpersprache dabei?
Ja, in der Tat ist es ganz einfach. Schreit ihr Kind … schreien Sie auch … und genauso laut! Was glauben Sie wird passieren?
Es wird Sie ungläubig anschauen und denken,- „ Was ist denn jetzt mit Ihr/Ihm los?“, und da Ihr unvermutet gleiches Verhalten dem Kind natürlich überhaupt nicht gefällt, wird es dann mit größter Wahrscheinlichkeit nachdenklich oder verwundert inne halten und – Ruhe geben.
Wie umstehende Passanten in dieser Situation reagieren oder was sie dazu denken oder sagen könnten, sollten Sie sich erst gar nicht fragen. Ob sie abschätzend drein blicken nach dem Motto: „Was war das denn, ist sie/er denn noch ganz klar im Kopf?“ oder ihnen begeistert zuschauen und damit ausdrücken wollen: „Toll, diese Reaktion habe ich so auch noch nicht erlebt! Gut gemacht“. Einzig spannend hierzu wäre, zu erfahren, ob einer der Anwesenden in einer ähnlichen Situation den Mut haben wird, in gleicher Art und Weise wie Sie gerade, zu reagieren.
Wichtig generell ist, dass Eltern die Förderung der Kommunikation und deren Mittel nicht vernachlässigen. Existente Mimik des Kindes sollte man imitieren genauso wie neue Gesichtsausdrücke ihm zeigen und mit ihm üben. Ebenso sollten Gesten immer von passenden Worten begleitet sein.
Hierzu gehören auch das bejahende Kopfnicken und das verneinende Kopfschütteln. Das alles wird ihrem Kind helfen, sich später einmal korrekt und unmissverständlich ausdrücken und mitteilen zu können.
Soviel zu dem Beginn ein jedes Lebens und den Anfängen der Körpersprache als Baby und/oder Kleinkind.
Lassen Sie uns nun einen Schritt machen und hinüber gehen in „die Welt der Erwachsenen Menschen“.
Dies ist insofern extrem spannend als das wir nun in der Lage sind uns bewusst mit und über unsere Körpersprache zu definieren und auszudrücken.
Wir können mit dem gesamten Körper sprechen und/oder ihn auch gezielt in die gesamte Kommunikation einbeziehen und mehr oder minder ausdrucksstärkend einsetzen
Da steht SIE nun….neben mir, an der Bar.
Wir sind uns begegnet während einer Party. Es herrschte eine gelöste Stimmung, die Musik spielte Hits der vergangenen Jahre und wir warteten auf unsere bestellten Getränke. Sie stand alleine am Tisch links neben mir. Ich schaute sie kurz an…
Keine Angst liebe Leser, wir verirren uns nicht in einen Liebesroman.
Was denke ich über die Person zu meiner Linken? Was denkt sie vielleicht über mich? Es sind die „berühmten 10 Sekunden“ der ersten Begegnung zweier Menschen.
Doch zurück zu Ihr … Hippie-Kleidung. Einen bodenlangen, weich fließenden blauen Rock, ein knallbuntes glänzendes Oberteil mit kurzen Ärmeln, große runde Neon-farbene Ohrringe und mehrere Ketten aus kleinen Plastikperlen. Ihr Gesicht ist auffällig geschminkt und die lange Löwenmähnenfrisur ist knallrot gefärbt.
Nun gut, denke ich mir … eine Unterhaltung mit ihr wird mir nicht viel bringen, was soll mir den „so Eine“ … Person schon zu erzählen haben?! Etwas Interessantes sicherlich nicht.
Mit meinem Getränk, das ich zwischenzeitlich bekommen habe verlasse ich den Schauplatz. Und schon tappe ich in die Falle.
In welche Falle denn, werden Sie sich jetzt sicher fragen! Eine Situation, liebe Leser, in der Sie sich sicher auch schon mehrmals wiedergefunden haben.
Wir sehen, was wir GLAUBEN zu sehen … und schwupps … steckt eine Person in der berühmten „Schublade“ fest. Entkommen nicht möglich. Die Optik hat gesiegt! In solchen Situationen ist die „Optik“ unser größter Feind. Ich gebe der mir unbekannten Person keine Chance mehr mit mir eine Kommunikation ein zu gehen.
Eine Stunde später bekam ich wieder Durst. Ja es hat tatsächlich so lange gedauert. Um mir ein neues Getränk zu holen begab ich mich zurück zur Bar.
Während ich wieder einen Moment auf mein bestelltes Getränk warten musste, konnte ich im Hintergrund eine interessante Unterhaltung mithören. Es wurde über brisante politische Themen gesprochen, höchst interessant.
Als ich mich umschaute erkannte ich sofort die beiden Gesprächspartner. Und ja, richtig geraten, einer davon war meine „Hippie-Begegnung“, die sich angeregt mit ihrem Nachbarn unterhielt.
Was folgern wir daraus:
Das Aussehen einer Person ist völlig irrelevant, die Kleidung die sie trägt absolut unwichtig.
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