Justine la Mour - Selfie

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Justine, Karierefrau und Mutter einer Tochter wirft ihren Mann aus der Wohnung und findet einen Liebhaber. Während sie zwischen Job und Botox, Kind und Karriere die innere Mitte mit Yoga und grünem Tee wieder herzustellen versucht, kämpft Leonardo als Ersatzvater und Schriftsteller um Glück und Erfolg. Auf der Strecke bleibt dabei zunächst Justines Tochter Charlotte, die sich aber zunehmend tapfer durch ihr Leben schlägt – von der Kita bis zur Schauspielschule. Liebhaber und Patchworkvater Leonardo hingegen sehnt sich nach der Einsamkeit seines kleinen Apartments zurück und dem leichtlebigen Künstlerdasein. Freiheit für die Phantasie, raus aus den Konventionen und Familienzwängen. Aus der Sicht der drei Figuren, die im Wechsel erzählen, erleben die Leserinnen und Leser wie jeder einzelne um seine Existenz kämpft: Mutter, Vater, Kind. Wird die Patchworkfamilie am Ende überleben? Oder sucht jeder immer wieder aufs Neue sein eigenes Glück in einer ungewissen rosaroten Zukunft?

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Seine erste Nacht in der Wohnung, ungefragt ist sie nun auch seine Wohnung, von einem Tag zum anderen, noch Jahre später in ihr Gedächtnis eingegraben, die Bilderfolge traumlogisch aneinander gereiht. Charlotte wacht auf und weiß, etwas ist anders und wird für immer anders bleiben. Sie hält die Augenlider fest geschlossen und spürt das grelle Licht des Vollmonds hindurch scheinen. Durch die dünne Haut leuchtet alles rosarot, Umrisse von Möbelstücken zeichnen sich ab, dunkle Konturen, der Vorhang, die Wand. Etwas ist anders als in der Nacht zuvor, anders als in allen Nächten zuvor, anders ist es und bleibt es. Noch eben war es da, das Gesicht ihres Vaters, winzig klein und verschrumpelt, es entfernt sich langsam, sie will es fassen, es löst sich auf in Pixel, die auf dem Bildschirm flimmern. Er sieht aus wie ein sehr alter gebückter Mann, er winkt ihr zu, lächelnd, nicht enttäuscht oder böse, nur lächelnd, sie schreit auf. Seine Haut, faltig, ledern, bräunliche Grundierung mit gesprenkelten Altersflecken, Augen und Kinnpartie hängen hinunter. Sein Blick aus hellblauen Augen, dunkler werdend, je länger, je tiefer sie hinein schaut, sich darin versenkt, umso mehr spürt sie seine Trauer. Seine Stimme spricht noch Wochen nach dem Auszug zu ihr, ein melodisch weicher Klang, von Tag zu Tag mehr verhallend. Unter ihr klebt es, feucht und warm. Sie ahnt die Wahrheit, will sie aber nicht wissen. Beißender Essiggeruch durchdringt ihre Nase, treibt sie aus dem Bett, aus dem Zimmer. Mama, Mama, sie weint ohne es zu wollen, schreit ohne es zu wollen. Ihre Augen reißen auf, das Zimmer tritt in Erscheinung, hell-dunkel-Kontraste, ausufernde Konturen, verschwommen wie im Weichzeichner, gedehnte Umrisse von Möbeln, Bildern, Spielzeug. Im hellen Mondlicht ragen die überlangen dünnen Beine der Barbiepuppe aus dem Bett als würde sie strampeln wie ein Baby. Sie greift nach ihnen, sie liebt das kräftige kurze Knacken in den Kniegelenken wenn man sie umbiegt, immer und immer wieder, das beruhigt sie. Tränen rinnen auf den Teppichboden, sickern ein, hinterlassen dunkle kleine Stellen. Das Nachthemd klebt an ihrem Rücken, die Nässe ist noch warm, nicht unangenehm, nur der Geruch bohrt sich in feinen Nadelstichen in ihre Nase. Etwas zieht sie zur Treppe, das Holz der Stufen kalt wie Eisschollen unter ihren Fußsohlen, sie läuft rascher, fällt beinahe, fängt sich, stützt sich mit den Händen ab.

Auf allen Vieren kriecht sie zum Altar der Liebe ihrer Mutter, dem schwarzgrauen Futon, wie ein offenes Grab liegt es da, umrahmt von dunklem Holz, kohlrabenschwarz Bezug und Kopfkissen, fast den ganzen Raum nimmt es ein. Wie sie daliegen, leichenblass, Justine und Leonardo nebeneinander, ihre Körper nicht umschlungen, berühren einander kaum, ihre Gesichtszüge entspannt, ihr Atem gleichmäßig. Justines Augenlider zucken als sie sie anstarrt, sie dreht sich zur Seite, dreht sich wieder zurück, schreckt auf: Was ist? Was ist los? Mama, Mama. Charlottes Gesicht verzieht sich, auf dem Teppichboden bildet sich eine Pfütze, ein ovaler Fleck, der nachdunkelt, es riecht streng. Sie kriecht ins Bett und weint weiter, Nässe überall, Tränen, Schweiß, Urin. Wie Justine sie in den Arm nimmt und an sich presst. Sie genießt die Wärme ihres Körpers, wie sich auf ihren überträgt, Wellen drängen heran und überschwemmen sie. Ein Aufschrei als sie ihre Nacktheit bemerkt, ein durchweichtes Etwas aus Tränen, Urin und Schweiß. Die Mutter lässt sie nicht los, hält sie weiter, trotz allem. Er soll verschwinden, Mama, mach` dass er verschwindet, bitte! Seine Haare sind komisch, Männer haben nicht solche Haare, so lang, diese Locken wie ein Monster. Die Feuchtigkeit erwärmt sich, an den stechenden Geruch beginnt sie sich zu gewöhnen. Justine streicht über ihre Wangen, sie weint nicht mehr, nur noch ein leises Schluchzen im Nachklang, es verliert sich im Dunkeln. Durch das Rollo am Fenster dringen Mondstrahlen ins Zimmer, fahl und matt, aber doch hell genug, um die Augen ihrer Mutter zu erkennen. Ein Flackern, eine züngelnde Unruhe herrscht darin, aber das ist ihr egal. Charlotte fürchtet sich nicht, nicht vor ihrer Mutter, nicht vor diesem Flackern, nicht vor dem schlafenden Lockenschopf auf dem Futon. Was willst du von ihm? Er gehört nicht zu uns. Justines Fingerspitzen gleiten durch ihr verfilztes feuchtes Haar, es ist an einigen Stellen verknotet, sie versucht es zu glätten. Hast du Angst vor ihm? Hat er dir etwas getan? Nein, nein, er soll nur weg. Weg soll er, weg! Er muss weg! Er gehört nicht zu uns. Lass´ uns nach unten gehen. Ich muss morgen früh raus. Nein. Ich will hier schlafen, Mama, bitte. Das geht nicht. Ihre Stimme weniger energisch als gewollt, sie rollt sich aus dem Bett und seufzt mehrere Male laut hintereinander. Ich bringe dich in dein Bett. Ihre Stimme klingt gequält und die Worte kommen langsam gedehnt, müde wie im Halbschlaf. Aber Mama, findest du nicht auch, dass er schreckliche Haare hat? Diese Locken, wie eine Perücke. Charlottes Köpfchen liegt schwer auf der Schulter ihrer Mutter, die Beine baumeln, die blasse Haut eisig kalt. Wie wunderbar leicht dieses Getragenwerden, schwebend über allen Stufen und Schwellen, als flögen sie davon. Die Treppe knarzt und knirscht unter ihren Füßen, aber Justines Arme federn jede Bewegung ab. Waschen, abtrocknen, frisches Nachthemd anziehen. Als sie wieder in ihrem Bett liegt weiß Charlotte, sie träumt nicht, etwas ist anders und wird anders bleiben, der Morgen mit Blaubeeren zum Frühstück und die Nacht mit grellem Mondlicht, die dunklen Locken und der Männerkörper neben ihrer Mutter bleiben. Sie brennen sich ein in ihr Gedächtnis vor dem Einschlafen, hinterlassen Spuren auf der Festplatte, sind nicht mehr auszulöschen.

Justine

Jean ist niemand, da ist kein Jean mehr, nie hat es Jean gegeben. Drei Jahre reichen, wozu sich noch weiter quälen? Kita und Job, Job und Kita, ihr Leben ist geregelt. Wozu braucht sie noch einen Ehemann? Ihre große Liebe wartet auf sie, irgendwo da draußen, sie wartet und wartet, schon lange wartet sie, schon immer. Jetzt ist sie da, ein jugendlicher Lockenschopf, ein Dichter und Denker, Leonardo.

Der Tag, an dem sie ihn rauswirft, den Vater ihres Kindes, den zukünftigen Ex, den ehemals Geliebten, sein Gesicht nicht mehr sehen kann, seine Stimme nicht mehr hören, seinen Gang nicht mehr ertragen, ist ein Frühlingstag mit hartnäckigem Nebel am Morgen. Sie hasst alles an ihm, was sie einmal geliebt hat. Seine winzigen weißgrauen Härchen auf dem Kopf wie der Pflaum eines Babies, seine Hüften, sein Bauchspeck, die wulstigen Lippen, die immer gleichen Sätze, die aus seinem Mund fallen wie aus den Bäuchen ihrer Kinderpuppen, die in der Mitte aufgedreht werden konnten und aus denen winzige Schallplatten mit Standardsätzen hallten:

Ich habe Hunger. Gib` mir ein Stück Schokolade. Ich bin müde. Bring` mich zu Bett. Hab´ mich lieb. Eine ganze Sammlung Schallplatten, die im Bauch der Puppe zu sprechen beginnen, grasgrüne, pinke und grellgelbe Plastikscheiben angefüllt mit Befehlen aller Art. Vielleicht erscheint es ihr nur so als würde er ständig dasselbe sagen, vielleicht spricht er mit anderen über andere Dinge, tagsüber wenn sie sich nicht sehen. Sie weiß es nicht, zu Hause kreisen immergleiche Sätze wie lästige Fliegen um sie herum und sie quält sich mit dem Gedanken, ihn zu verlassen seit sie ihn kennt. Sie dehnen sich aus, die Wochen vor ihrem Entschluss, manchmal reicht die Art wie er auf einem Stück Apfel kaut, so langsam, als würde sie den ganzen Abend nichts anders zu tun haben als am Tisch zu sitzen und ihm zuzuschauen. Die Höflichkeit ermahnt sie, sitzen zu bleiben bis der letzte am Tisch aufgegessen hat, immer ist er der letzte. Er zermalmt den Apfelbissen, den er zuvor klein geschnitten hat, die Stücke sind winzig, er könnte sie einmal durchbeißen und hinunterschlucken, stattdessen kaut er auf ihnen herum wie auf Kaugummi, das Kauen an sich scheint ihm Freude zu bereiten.

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