Dirk Schumacher - Virtuelle Ethik

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Dieses Essay ist eine wissenschaftliche, interdisziplinäre Arbeit, in der das Einzigartige der Informationstechnik in der gesellschaftlichen Kommunikation untersucht wird. Ziel ist ein Modell, mit dem Konflikte, wie sie durch den Kernkraftwerksausfall in Fukushima oder durch die Whistleblower Skandale entstehen, analysiert und diskutiert werden können. Diese Konflikte stellen neue Anforderungen an den gesellschaftlichen Umgang mit der Informationstechnik und fordern eine andere Sichtweise auf menschliche Kommunikation. Auf der Basis neurophysiologischer, systemtheoretischer und kommunikationstheoretischer Grundlagen bietet das Modell Lösungsansätze an, die zur Konfliktreduzierung eingesetzt werden können. Aktuelle Beispiele werden dazu analysiert und in Diskussion gestellt. «Virtuelle Ethik» heißt eine verantwortungsvolle und ethischen Diskussion unter Menschen, über das entmenschlichte, funktionale, das Virtuelle in der Technik zu beginnen.

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Die Erkenntnis, dass wir persönlich urteilen müssen, ist sehr wichtig. Es stellt sich auch die Frage, worüber wir urteilen? Wir urteilen über unseres technisches Denken. Aber was ist das genau?

In jeder von den folgenden Fragen tauchen die Ursprünge technischer Denkweisen auf: „Wie kann ich etwas am besten erreichen?“, „Wie funktioniert das?“, „Was kann ich von mir erwarten um das noch besser zu verstehen?“, „Ich sehe ein Problem vor mir, also muss ich wie handeln?“. Es geht um Funktionalität, Kausalität und Subjektivität. Die Frage nach dem Umgang mit Technik muss wissen, was diese Fragen bedeuten, sie muss aber auch den Menschen sehen, denn letztendlich ist Technik ohne Menschen unmöglich. Auch wenn es so erscheint, als wenn viele menschliche Tätigkeiten schon von Maschinen erledigt werden können, ja sogar ein Teil der Denk- und Sinnesfähigkeiten erlangt haben. Forscher erwarten den selbstdenkenden Computer in wenigen Jahren. Doch wir müssen uns bewusst werden, was das bedeutet! Je moderner die Technik ist, je mehr Menschen in einem technischen Verbund zusammen arbeiten, um diese Technik zu ermöglichen, desto unübersichtlicher wird es für den einzelnen!

Zur Größe und Unübersehbarkeit technischer Produkte möchte ich ein Beispiel geben. Um ein Rad an einen Wagen zu montieren, reichen vielleicht ein paar Tausend Menschen aus. Nicht nur der Schmied, Wagenlenker, Reiter und Holzfäller ist damit gemeint. Sondern es gehören dazu noch mehrere Siedlungen, die diese Technik weitergeben können, über Generationen weiterentwickeln. Es gehören Menschen dazu, die sich Gedanken über runde Gegenstände und deren Funktion machen können. Es gehören Menschen dazu, die andere dazu anleiten können, so etwas zu entwickeln, zu bauen, zu pflegen und zu kaufen und tauschen. Es gehören Menschen dazu, die die Notwendigkeit von etwas besserem verstehen und es gehört eine technische Infrastruktur dazu, die es ermöglicht Neuerungen in bestehende Arbeitsabläufe zu integrieren und Techniken, die es erlauben, überhaupt so etwas zu bauen. Und es gehört eine soziale, politische und gesellschaftliche Struktur dazu, die es ermöglicht Arbeitsabläufe rund um die Entstehung, der Verbreitung und Verbesserung des Rades, stabil auf Dauer zu etablieren. Und das nur zu so etwas einfachem wie ein Wagenrad. Ich weiß nicht, ob es vielleicht zu gering gegriffen ist, mit ein paar Tausend Menschen. Vielleicht braucht es mehr dazu.

Denken wir weiter, denken wir an Schusswaffen, mehrstöckige Häuser, Antibiotika, Autos, Flugzeuge und letztendlich Computer. So wird klar, dass zum Bau eines einzigen intelligenten Gehirns wahrscheinlich Millionen und sogar Milliarden von Menschen notwendig sind. Es geht hier um die notwendige Infrastruktur, die benötigt wird, um so etwas zu bauen. Nicht um den einzelnen Forscher, der vielleicht der noch nicht ganz funktionierenden Rechenlogik, aufgrund seiner Erfahrung und seiner Eingebung, einen neuen Algorithmus hinzugefügt hat. So dass der letzte Schritt zur Intelligenz im Programm gewagt werden konnte. Wobei dieser Forscher wahrscheinlich auf hunderte Menschen in seiner Umgebung Zugriff hat und mit ihnen Erfahrungen und Erkenntnisse diskutieren kann. Und auf den Schultern von ganzen Generationen von Forschern steht.

Hier wird klar, das moderne Technik nicht mehr national begrenzt werden kann. Heutige Technik ist immer global und ohne Begrenzung, weil sie in ihrer Dimension die Basis der Wirtschaft und Wissenschaft von Millionen oder Milliarden Menschen auf der Erde benötigt. Kein einzelnes Land, auch keine Großmacht, könnte sich so von alleine auf den Stand der heutigen Technik entwickeln, wie es heute Bestand hat.

Wie komme ich auf den Begriff virtuelle Ethik? Es geht mir im Begriff der Virtuellen Ethik darum eine Änderung unserer Sicht auf Technik herbeizuführen. Es geht um die Frage, was bedeutet für uns Technik und wie funktioniert der Umgang mit ihr? Es geht darum, wie uns Technik verändert und was sie aus uns macht. Und wo der Unterschied ist in unserem Umgang mit der neueren Informationstechnik.

Das möchte ich mit dem Konfliktbegriff näher erklären. Wo Konflikte auftreten, taucht mit der modernen Technik eine neue Sichtweise auf. Ob in erhöhter Risikobereitschaft, wo Kompromisse durch Diskussion nicht mehr verhandelbar sind oder in angstvollen Sicherheitsbedenken, ja in Kriegen, wo es um die „gerechte“ Versorgung mit Gütern und Werten geht. Da technische Artefakte eine globale Infrastruktur benötigen, ist diese natürlich auch in ihrer Benutzung sichtbar. Kein orthodoxes, islamische, buddhistisches oder christliches Land kann sich soweit von der Benutzung technischer Artikel emanzipieren, dass demjenigen, der die Technik benutzt, nicht ein klein wenig dieser Sichtweise offenbart wird, die benötigt wurde, um diesen technischen Artikel zu erschaffen. Kurzum es ist überall! Es ist sozusagen mit eingebaut. Den Umgang damit nennt man normalerweise Know-How und ist beim Begreifen von Technik unabdingbar. Ob es um Motoren geht, um Antriebe, um Radar, um ein Handy oder um das Verstehen wirtschaftlicher Prozesse, überall wird mit dem technischen Artikel Kultur transportiert und in Personen integriert. Gerade das ist ja das schöne an der modernen Technik. Ein Automotor kann auch am Rande der Welt in einem kleinen Dorf repariert werden, wenn die Funktionalität begriffen wird. Gleichzeitig ist in dem Motor aber noch die Handhabung von Werkzeugen, von Stahlbearbeitung, die Lagerung von Brennstoffen, die Erlangung von Mobilität usw. erkennbar. Wer nichts von Motoren versteht, sich aber in die Funktionalität eines Motors eindenkt und versucht dieses Ineinandergreifen von Einzelfunktionen zu begreifen, wird danach ein anderer Mensch sein. Er hat die Funktion begriffen. Und ein Teil von der Kultur, die dahinter liegt. Es wird ihm nahe liegen, Dinge nun auch eher so sehen zu können, wie sie als Funktion von etwas begriffen werden können. Plötzlich wird, für den, der den Motor begriffen hat, die Situation auf dem Markt beim Handeln, eine Diskussion über Religion oder die Diskussion darüber, wie das Essen zu bereiten ist – von einer anderen Seite angeschaut. Die Betrachtung technischer Artikel ändert die Menschen. Technik ist nicht nur innovativ, sondern auch eine Intervention. Kein Wunder, wenn die Globalisierung so schnell fortschreitet. Jeder technische Artikel, der gebraucht wird, transportiert auch noch Kultur. Ein Motor ist nicht nur ein in sich bewegender Metallblock, der Benzin verbraucht und kreisförmige Bewegungsenergie abgibt. Nein, sondern er ist auch Ausdruck der Kultur, die ihn gebaut hat. Gemeinschaften, wie die Amish People oder Hutterer haben das Abgrenzen von Technik als Abgrenzung von Kulturen schon lange begriffen und es praktiziert. Viel schneller und noch offensichtlicher passiert die Übertragung von Kultur beim Umgang mit Computern, Telefonen oder im Internet. Derjenige, der Technik nützt, hat wenig Einfluss darauf, zu bestimmen, welche Einflüsse von Kultur er bei sich zulassen möchte oder nicht. Der einzige Ausweg ist die Nichtbenutzung von Technik. Bei einem Motor wird es vielleicht nicht so schnell klar, aber im Internet ist es offen sichtbar, dass die Einflüsse, denen ich ausgeliefert bin, nicht mehr einer Person zugerechnet werden können. Den Motor habe ich vielleicht von jemand gekauft. Ich kann ihn spüren und riechen, er hat Charakter in seinen Geräuschen, wenn er läuft. Und der Motor braucht Zuspruch. Er hat auch etwas persönliches an sich. Aber eine Software, auch wenn ich auf sie angewiesen bin und wenn ich die Dame von der Hotline kenne, bleibt unpersönlicher. Ich kann sie nicht greifen und sehe nur ihre Auswirkungen. Im Computer passiert etwas, ich habe etwas gelernt und gesehen, ich bewege mich darin, aber es ist unpersönlich und drückt sich nur als Funktion gegenüber meiner Welt und meiner Person aus. Ich bewege mich plötzlich in einer Welt, die nicht meiner wirklichen Lebenswelt entspricht. Frankensteins Monster wird noch wie eine Maschine aus ehemals lebendigen „Alt“teilen gebaut. Der Maschinenmensch Maria aus Metropolis hat schon mehr Seele, sie wird aus einer Maschine und dem Kontrapunkt der in der Unterwelt zu funktionierenden Arbeitern gebaut. Sie ist Mensch, Frau und Maschine. In „Der Matrix“ wird die Abhängigkeit von der in der Technik versteckten Kultur so weit offen gelegt, dass zwischen Realität und Maschinenwelt nur noch die Entscheidung zwischen zwei farbigen Pillen den Unterschied macht. Ich denke die Leser oder Zuschauer haben sehr genau den Sinn dieser Bilder verstanden, denn sie sind es ja, die den unsichtbaren Einfluss der Technik jeden Tag spüren. Und nicht umsonst sind die darin enthaltenen Szenen blutig. Sie finden Entsprechung bei den Erfahrungen der Menschen mit der Technik. Die Technik greift in unser Leben ein. Für das Individuum wird Technik als brutal empfunden, als gewalttätiger Akt, der es im Innern verändert. Und das durch eine unpersönlichen Maschine, in einer Welt, die man nur lückenhaft versteht.

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