Friedrich Gerstäcker - Reisen Band 2
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Ein Stamm der Mouleman-Blacks lagerte am linken Ufer des kleinen, fast trockenen Baches, und eine Anzahl solcher schwarzer Polizeidiener, die hier gerade ihre Station hatten, trieb sich zwischen ihnen herum. Wie der Blitz aber waren sie da, als sie mich mit Büchse und Messer bewaffnet aus dem Dickicht kommen sahen, und während sie mich in zehn Schritt Entfernung etwa an sich vorbei defilieren ließen, wechselten sie rasch einige Worte mit einander. Dann aber, wie Hunde, die einen Fremden kommen sehen und von ihm zurück- kläffend einen kleinen Bogen beschreiben, um auf seine Fährte zu treffen, so ließen sie mich erst vielleicht fünfzig Schritt /105/ weiter, den Gebäuden zu gehen, und folgten dann meiner Spur eine kurze Strecke, bis sie zu einem Platz kamen, auf dem der Fuß vollkommen genug abgedrückt war, ihnen die getreue Fährte zu zeigen.
Die Station selber bestand aus einer kleinen Anzahl von Gebäuden, die zum Polizeigebrauch dienten, und teils zu einem Gefängnis, teils zur Wohnung für die Angestellten bestimmt waren, dann aus zwei Privatwohnungen und dem Gasthaus. Das Gespräch drehte sich hier übrigens fast einzig und allein um einige erst neulich wieder verübte Mordthaten an Reisenden und um das wahrscheinliche Urteil, das über den Angefangenen und überwiesenen Verbrecher gefällt werden würde, von dem man wieder vermutete, die Gerichte würden ihm, nach einer harten Verwarnung, eine wollene Decke geben und ihn laufen lassen, wie das bis jetzt mit den meisten der anderen geschehen war.
Ich bin wahrlich nicht gesonnen, Grausamkeiten gegen wilde Stämme das Wort zu reden. Es ist nicht mehr wie recht und billig, mit den Eingeborenen, die allerdings über ein Menschenleben ganz andere Begriffe haben, als wir, und von denen man nun einmal nicht erwarten kann, daß sie sich so gleich den ihnen doch eigentlich auch aufgedrungenen Gesetzen und Einrichtungen der Weißen fügen sollen, milde zu verfahren und nicht gleich bei einem ersten Fall z. B. die ganze Strenge der Gesetze gegen sie in Anwendung zu bringen. Dieser Schuft aber, Billy the Bull, wußte so gut was er tat, und wie er sich dadurch der vollen Rache der Weißen preisgab, als irgend ein Weißer es wissen konnte, und ließen ihn die Gerichte wieder frei, so hieß das gar nichts Anderes, als „gehe hin und morde nach Gefallen".
Es war ganz das nämliche Verhältnis mit dem Mörder Merryman in Albury, und die Weißen zeigten sich dort ziemlich alle einerlei Meinung, ihm - wo sie ihm nur einmal allein im Walde begegneten, einfach eine Kugel durch den Kopf zu jagen. Ich selber würde mir nicht das mindeste Gewissen daraus gemacht haben, ihn wie einen Wolf niederzuschießen. Überdies waren in der Gegend besonders schon zu viele solche Morde vorgefallen, und wo Reisende nicht /106/ allein, sondern auch die einzeln zerstreuten Schäfer fortwährend der heimtückischen Mordlust einzelner Schufte preisgegeben sind, da könnte es auch wohl eben nichts schaden, wenn einmal ein Exempel statuirt und den Burschen gezeigt würde, wie man mit ihnen umgehen k a n n, so man nur will, besonders wenn es sich um einen so anerkannten Mörder handelte, wie eben dieser Billy the Bull sein sollte.
Eines merkwürdigen Umstandes, der auch eben diesen Billy the Bull in die Hände der Weißen lieferte, muß ich aber doch noch erwähnen, der übrigens vielleicht in den eigenen Gesehen oder angenommenen Gebräuchen der Wilden selber seine Lösung findet. - Sie scheinen nämlich zu glauben, daß nach Ablauf einer gewissen, gar nicht so sehr langen Zeit, die vielleicht sechs Monate betragen mag, eine Art von Verjährung eingetreten sei, nach der sie straflos wären und nun ruhig wieder ihre Jagdgründe, die sie nach dem verübten Mord eines Weißen nicht selten verlassen, wieder besuchen könnten. Auch „Billy“ hatte sich auf sechs Monate nach dem einen Mord, von dem er nicht ganz sicher war, daß er herauskommen möchte, entfernt, und gestand, eingefangen, mit der größten Freundlichkeit noch einige andere, die aber schon „lange, lange“ (über sechs Monate) verübt wären und ihm seiner Rechnung nach doch jetzt nicht mehr konnten zur Last gelegt werden.
In dem Gasthaus kehrten diese Nacht auch ein Settler von der nächsten Station den Fluß hinunter, ein Mr. Smith, und ein Prediger ein, den der Erstere mit herauf von Melbourne gebracht hatte. Die Ansiedler schienen nämlich eine Subscription gemacht zu haben, um einen Geistlichen - und es war dies der erste, der in diesen Distrikt kam - bleibend hier herauf zu bekommen. Die Meinung sprach sich sehr günstig dafür aus, und man glaubte, einem längst gefühlten Bedürfnis abzuhelfen, da auch der gemeine Mann, so roh und ungebildet er „im Busch“ (wie die Wildnis Australiens überhaupt genannt wird) auch sein möchte, doch dann und wann einmal Gottes Wort zu hören wünsche, und daher gern einen kleinen Beitrag zur Beibehaltung eines Geistlichen geben würde. Überdies lebten ja auch da und dort Familien, /107/ und zu Trauungen, Taufen und Begräbnissen schien es wünschenswert, geistlichen Beistand zu haben.
Mein Marsch und die Art meiner Reise brachte mich, sehr zu meinem Vorteil, mit beiden Schichten der Gesellschaft am Murray in Verbindung, und zwar als Fußreisender oder sogenannter „bundleman“ am meisten mit den unteren Schichten; denn größtenteils, wo ich eine Station erreichte, um dort zu übernachten, schlief ich in der Hütte des Schäfers oder in der Küche, wurde aber stets reichlich mit Speise und Trank und warmer Schlafstelle versehen.
Am Abend erreichte ich die etwa fünfundzwanzig Meilen entfernte Station des Mr. Smith, der an dem Nachmittag zurückkehrte, und übernachtete in der sogenannten „Hütte“ mit dem Schäfer und Stockkeeper. Das Gespräch drehte sich natürlich um die „natural curiosity“, wie sie es nannten, den „Prediger im Busch“, aber keineswegs mit der Ehrfurcht, die Mr. Smith oder der Prediger erwartet haben mochten.
„Der ist wohl hergekommen, um uns unsere six pence abzuholen,“ meinte der Eine; „verdammt der Penny, den er aus dieser Tasche kriegt,“ erwiderte der Andere. Alles sprach sich gegen jede Predigt, wie überhaupt gegen jede geistliche Tröstung aus. Ich glaube auch, nach Allem was ich gehört habe, daß dies ziemlich die allgemeine Stimmung im Busch ist, und es gibt sicherlich auf der weiten Welt keinen undankbareren Ort für einen Geistlichen, als eben den Murray Scrub. Wohl nirgends in der weiten Welt lebt ein roheres, rauheres Volk, als gerade die Bewohner dieses Busches - die Ansiedler selber, oder vielmehr die Pächter der verschiedenen Stationen und „runs" natürlich ausgenommen, die sich aber auch von den „Leuten“ in streng aristokratischer Art vollkommen isoliert halten.
Eine Tugend haben diese Leute aber, die Tugend der Gastfreundschaft, die bei dem Araber nicht gewissenhafter ausgeübt werden kann. Kommt ein Wandersmann in eine von ihren Hütten, ja sieht man nur einen von Weitem kommen, so setzt der „Hutkeepcr" (Hüttenbewohncr) schon den Quarttopf mit Tee ans Feuer und den Damper und das Fleisch auf den Tisch. Kommt er gegen Abend an, so ist es eine /108/ Sache, die sich von selbst versteht, daß er dort übernachtet, und in gar vielen Hütten bin ich auf das Herzlichste aufgefordert worden, auch den nächsten Tag noch zu bleiben und auszuruhen. Die wenigen Settler, die davon eine Ausnahme machen, sind am ganzen Murray bekannt, und es wird nur mit Verachtung von ihnen gesprochen.
Sonst besteht diese Bevölkerung wenigstens zu drei Viertheilen aus früheren Deportirten, Leuten, die in ihrer Jugend schon hierher geschafft wurden und, selbst der Möglichkeit jeder Erziehung entnommen, wild und roh in einem eben so wilden Lande aufwuchsen. Jedes Wort fast, das sie aussprechen, bezeichnet das, und „a bloody fine day - a bloody bad road“ sind die steten, selbst im freundlichsten Sinne gebrauchten Ausdrücke. Dennoch halten sich diese Leute in einer Art gesetzlichem Zwang, von dem der eben so wilde, aber nicht so rohe Backwoodsman (Hinterwäldler) Amerikas nichts weiß. Es herrscht eine Art angeborener Scheu vor einem Gesetz, das in vielen Fällen nicht im Stande ist ihn zu schützen, das der Buschmann aber doch selten oder nie - wenn er es nicht als Verbrechen heimlich tut — übertritt. Ich meine hiermit das Lynchgesetz, das vielleicht in keinem Ort der Welt nötiger wäre manchmal anzuwenden, als gerade hier - nirgends aber auch, wenn nicht jene wohltätige Scheu vor dem Gesetze stattfände, in schlimmeren Händen sein könnte.
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