Im nächsten Moment geschah es.
Sie erreichten gemeinsam ihre Höhepunkte.
„Jaaa... ohhh“, stöhnte sie und presste ihm den Unterleib entgegen. „Pump dein Sperma in meine Muschi... ahhh... ohhh.“
Schweratmend, stoßend und sich aufbäumend ließ er den heißen Strom seines Samens in ihren Körper fließen. Er spürte, wie die Innenmuskeln von ihrer Vagina ihn massierten und buchstäblich leerpumpten.
Er blieb auf Anna liegen und genoss es, wie sie mit ihren schlanken Händen über seinen Rücken hinwegstrich.
„Wir hätten das nicht tun dürfen“, flüsterte sie. „Du hast deine Ehefrau und ich meine Schwester betrogen.“
„Bereust du es?“
„Nein“, erwiderte sie.
Als Leon Eisenburg die Haustür öffnete, brannte in der großen, repräsentativen Halle Licht. Er durchquerte sie und betrat das Wohnzimmer. Laura, seine Ehefrau, saß im Lichtkreis einer Tischlampe und rauchte eine Zigarette.
Leon zog die Tür hinter sich ins Schloss. Er fand, dass Laura seltsam fremd wirkte, unnahbar und wunderschön, wie eine Besucherin.
„Wo kommst du her?“, fragte sie ihn.
Er ließ sich in einen Sessel fallen und streckte beide Beine von sich. „Was geht dich das an?“
„Du warst bei Anna.“
„Hast du mit ihr gesprochen?“, fragte er und bemühte sich, kühl und unbeteiligt zu wirken.
„Nein, aber ich bin gerade angerufen worden. Jemand hat dich beim Verlassen ihrer Wohnung gesehen.“
„Lässt du mich bespitzeln?“
Laura lachte lustvoll. Das tizianrot gefärbte Haar umfloss in weichen Wellen ihr makellos attraktives Gesicht. Sie hatte die gleichen, graugrünen Augen wie ihre jüngere Schwester Anna, sie besaß auch die großen Brüste und schlanke, langbeinige Figur, wirkte aber alles in allem um ein paar Nuancen lebhafter, verruchter und geheimnisvoller. Der lüsterne Zug um ihren Mund, die Art, wie sie sprach und lachte, genügte meist bereits, um den Männern eine Erektion zu bescheren.
Laura war ein geiles Luder, Anna eine verträumte Prinzessin.
„Dich bespitzeln?“, erwiderte Laura mit einem ironischen Ausdruck um ihre wundervollen Lippen. „Was bringt dich auf einen solchen Gedanken? Glaubst du, ich habe nichts Besseres zu tun?“
„Ich frage ja nur.“
„Und ich fragte, was du bei meiner Schwester gemacht hast.“
„Ich schulde dir keine Rechenschaft.“
„Du kannst tun und lassen, was du willst, aber ich werde es nicht dulden, dass du dich bei Anna ausweinst.“
„Was meinst du damit?“
„Ich kenne dich doch. Du möchtest doch meine jüngere Schwester ficken, dies bereits seit unserer Hochzeit...“, sagte sie und stoppte mitten im Satz. Sie blickte Leon forschend ins Gesicht. „Oder ist es bereits geschehen?“
„Ich weigere mich, auf dieser billigen Ebene mit dir zu diskutieren“, antwortete er schroff.
Laura lächelte erneut ironisch. „Du siehst aus, wie ein Kind, das man beim Stehlen erwischt hat. Dein männlicher Stolz gibt mir zu denken. Der wird von Männern immer dann bemüht, wenn sie ein schlechtes Gewissen haben. Ich werde mit Anna sprechen.“
„Bitte, gern“, sagte er. „Auf dem Tisch liegt dein Handy, nur zu.“
„Ich werde dir nicht den Gefallen tun und meine Schwester anrufen, wenn du dabei bist und zuhören kannst. Übrigens haben wir Besuch.“
„Wieder einmal“, seufzte er. „Wer ist es diesmal?“
„Isabell“, antwortete sie. „Isabell Wangenheim. Du wirst dich sicher an sie erinnern. Sie war meine Trauzeugin. Du erinnerst dich doch noch an unsere Hochzeit, oder?“
„Ja, natürlich“, erwiderte er grimmig. Aber an eine Isabell konnte er sich nicht erinnern. Am Tag der Hochzeit hatte er nur Laura gesehen, seine schöne und so reiche Braut. Die mehr als fünfhundert Hochzeitsgäste waren in seiner Erinnerung zu einer grauen, gesichtslosen Masse geworden.
„Es ist unmöglich, dass du dich nicht an Isabell erinnerst. Kein Mann, der sie gesehen hat, könnte sie wieder vergessen“, sagte Laura.
„Schon okay. Was will sie hier?“
„Sie ist eine sehr gute Freundin von mir“, antwortete seine Frau. „Ich habe sie eingeladen.“
„Dann wirst du dich auch um sie kümmern“, meinte er. „Ich habe keine Lust ihr meine Zeit zu widmen.“
„Mal sehen“, lächelte Laura. „Vielleicht wirst du deine Meinung schnell ändern.“
Er schaute auf die Uhr. Es war kurz nach Mitternacht.
„Ich gehe jetzt schlafen“, verkündete er.
„Du musst zuerst unseren Gast begrüßen.“
„Wo ist sie?“
„Sie ist im Bad und macht sich schön.“
„Für mich etwa?“, fragte er sarkastisch.
„Dummkopf. Natürlich nicht, dazu bist du zu uninteressant. Wir gehen noch einmal weg. Isabell liebt das Nachtleben. Sie möchte München unsicher machen“, sagte Laura und grinste ironisch.
„Wie schön für euch.“
Es klopfte. Die Tür öffnete sich. Eine hochgewachsene, brünette junge Frau betrat das Wohnzimmer. Als sie sich lächelnd dem Hausherrn näherte, der sich höflich erhoben hatte, sah man deutlich ihre großen, schwingenden Brüste unter dem Kleid zittern und beben. Sie reichte ihm die Hand.
„Hallo, Leon“, sagte sie mit samtiger, angenehmer Stimme. „Du hast dich nicht verändert.“
„Du dich auch nicht“, meinte er mechanisch.
Ja, jetzt erinnerte er sich. Sie war wirklich eine ungewöhnlich schöne junge Frau. Ihre bernsteinfarbenen Augen leuchteten unter dichten, seidigen Wimpern hervor. Sie hatte einen weichen, vollen Mund, der die gleiche, sinnliche Kurve zeigte, die ihn schon immer so sehr erregte.
Er ließ ihre Hand los. „Wie ich höre, wollt ihr noch München unsicher machen. Kann ich euch noch einen Drink servieren?“
„Ja, sehr gerne“, meinte Isabell und setzte sich neben Laura. „Ich nehme einen Wodka mit Red Bull, bitte.“
„Für mich das Übliche“, bat Laura und wandte sich an Isabell. „Findest du wirklich, dass er sich nicht verändert hat? Ich meine, er hat an Gewicht zugelegt.“
„Ich meinte es so, wie ich es gesagt habe.“
„Das glaubt er selber nicht.“
„Ich meine das Äußere...“
„Darin gebe ich dir Recht“, entgegnete Laura. „Er sieht immer noch gut aus. Ein wenig wie Adam Levine, nur etwas kräftiger. Findest du nicht auch?“
„Ja, könnte sein.“
„Aber vielleicht etwas schmaler im Gesicht.“ Sie lachte. „Schmaler in jeder Hinsicht.“
„Laura hält sich für eine Meisterin im Austeilen kleiner und großer Spitzen“, meinte Leon. „Tatsächlich kenne ich nur wenige Menschen, die es dabei in Fragen der Quantität mit ihr aufnehmen können. Hinsichtlich der Qualität muss sie allerdings noch viel lernen.“
„Was ist los?“, fragte Isabell. „Hattet ihr Streit? Was bringt euch dazu, diesen Austausch von Liebenswürdigkeiten zu inszenieren?“
„Er war bei Anna“, sagte Laura.
„Bei deiner jüngeren Schwester?“
„Ja. Bis vor einer halben Stunde. Er war bei ihr allein. In Annas Wohnung. Wie findest du das?“
„Warum fragst du mich? Das sind Familienangelegenheiten. Da mische ich mich lieber nicht ein.“
„Du bist meine liebste Freundin und gehörst daher praktisch zur Familie“, erklärte Laura.
„Das ist Unsinn!“, meinte Isabell. „Ich habe keine Lust, den Schiedsrichter zu spielen.“
„Das ist auch nicht nötig“, sagte Laura langsam und nahm das Glas entgegen, das Leon ihr in die Hand drückte. „Ich zerreiße meinen lieben Ehemann in der Lust, wenn sich herausstellen sollte, dass er seine lüsternen Pranken nicht von meiner Schwester gelassen hat.“
Leon überreicht Isabell ein Glas und setzte sich dann mit dem Cognac, den er sich eingeschenkt hatte, den beiden jungen Frauen gegenüber.
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