Jens Wollmerath - Zeit ist nicht das Problem

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Karl Grün verbringt ein Jahr lang mit Nichtstun. Während um ihn herum die Menschen Existenzen aufbauen, strampeln und schuften, widmet er sich der stillen Kunst der Muße. Und erlebt Erstaunliches.
Warum das eigentlich nicht geht?
Warum man es aber trotzdem unbedingt machen sollte?
Eine spannende Reise in die Tiefen der menschlichen Psyche im Gegenspiel zu gesellschaftlichen Normen.
Zeit ist nicht das Problem ist ein Roman über den kreativen Quell, der in uns allen sprudelt – wenn wir ihm den Raum geben. Er provoziert mit der Behauptung, dass Arbeit nichts, aber Nichtstun alles ist.

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„Guten Morgen“, sagte der Mann mit einer Stimme wie Lee Marvin, „es kann nur zwei Gründe geben, warum du zu dieser unchristlichen Zeit vor meinem Laden stehst. Entweder du bist ein Freak oder du hast dich verlaufen.“

„Letzteres“, entgegnete Karl, „obwohl ich auch…“

„… genau das habe ich mir gedacht. Willst du vielleicht einen Tee?“

Der Mann bot die offene Tür zum Hereintreten an. Karl zögerte kurz, stieg dann aber die zwei Stufen nach oben. Es roch nach alten Büchern und Schallplatten, ein Duft, den wahrscheinlich nur kennen wird, wer schon einmal in einem dieser besonderen Sammlertempel gewesen ist.

„Ich bin Gert“, sagte der Ladenbesitzer und drückte Karl mit einer an Kartonschleppen gewöhnten Rechten die Hand.

„Geh einfach nach hinten durch, da wo das Licht ist!“

„Mach ich, danke!“ Karl folgte der Aufforderung und lief auf den Lichtschein zu. An der linken Wand und in der Mitte des Ladens standen Bücherregale, die bis unter die Decke reichten. Rechts vom Fenster aus gesehen waren Plattenregale nebeneinander aufgereiht. Unter den Ständern sah Karl im Halbdunkeln Kartons, auch sie waren mit Schallplatten gefüllt.

„Setz dich, ich hole mir noch einen Stuhl von hinten.“

Gert wies auf einen Holzhocker unter der Stehlampe, die für das wenige Licht im Laden sorgte und verschwand hinter einem Vorhang. Karl sah sich weiter im Raum um. An den freien Stellen der Wände hingen Fotos und Plakate von Musikern und Filmen, wie bekannte Bild vom ersten großen Popfestival. Es zeigte Jimi Hendrix, der vor seiner brennenden Gitarre kniete und die Flammen zu dirigieren schien.

„Ja, ich war dabei.“

Gert kam wieder durch den Vorhang und stellte mit einer Hand einen zweiten Hocker neben die Lampe. In der anderen hielt er einen Becher mit dampfendem Tee, den er Karl reichte, während dieser noch das Bild betrachtete.

„Sie…, äh du warst in Monterey?“

„Allerdings, da war ich achtzehn.“

Karl rechnete kurz im Kopf.

Dann muss der jetzt so Anfang fünfzig sein.

„Und wie war das so?“ fragte er laut, nahm den Teebecher und nickte dankend.

Gert setzte sich und überlegte einen Moment.

„Was die Musik anging, war es absolut fantastisch. Hendrix, Otis Redding, The Who. Die Atmosphäre war toll.“

„Bist du denn auch ein richtiger Hippie gewesen damals?“

„Was heißt schon richtig?“ Gert schmunzelte. „In meiner Einstellung zur Gesellschaft schon, aber mit dem ganzen Drogenzeugs hatte ich nicht viel am Hut. Hab mal versucht zu kiffen, war aber nichts für mich. Bin halt zu sehr Kontrollfreak!“

Karl betrachtete seinen Gesprächspartner.

Das glaube ich dir. So wie du Platten sortierst. Wahrscheinlich steht im ganzen Laden keine einzige Scheibe mit Kratzern.

„Und was machst du, wenn du nicht schlafwandelst?“

Gert sah seinen nächtlichen Gast an, als wolle er die Antwort mit den Augen aus ihm heraussaugen.

„Na ja, das ist nicht so leicht zu erklären“, begann Karl lustlos, „ich konnte nicht schlafen, weil ich mir so einen Kopf um meine Zukunft mache und dann war ich bei meiner Schwester. Und warum sortierst du morgens um vier Schallplatten?“

„Ich bleibe oft nachts wach. Schlafentzug soll sich positiv auf meine Erkrankung auswirken.“

Karls fragendes Gesicht erkennend fügte er hinzu: „Depressionen. Aber eigentlich bin ich einfach gern hier allein im Laden.“

Karl nickte.

Siehst aber nicht besonders traurig aus im Moment.

„Hat wahrscheinlich was mit der Branche zu tun, die waren doch alle irgendwie verrückt“, fuhr der Kramkistenhüter fort und wies mit einem Kopfnicken auf die Wand mit den Fotos.

„Brian Wilson: psychotisch, manisch-depressiv; Syd Barret: Psychose; Peter Green: auch Psychose; Nick Drake: depressiv und so weiter und so weiter.“

Gert wirkte sehr ruhig, während er sprach.

„Was willst du hören?“

Karl verstand erst nicht, dann begriff er, dass er eine Platte aussuchen sollte.

„Oh, keine Ahnung, vielleicht was von Big Star?“

„Ausgezeichnet, ein Popfreund also! Welches Album?“

„Ich mag das erste am liebsten.“

„Oh Mann“, Gert wurde lebhafter, „du gefällst mir. Jeder Durchschnittssammler hätte jetzt das dritte Album genannt. Völliger Blödsinn, Alex Chilton war nie besser als zusammen mit Chris Bell! Steht da, unter B!“

Mit seiner Teetasse zeigte Gert auf das zweite Plattenregal.

Karl drehte sich halb auf seinem Hocker um und blätterte kurz in den Papphüllen. Er fand „#1 Record“ und reichte sie zu Gert herüber. Der wandte sich einem Tischchen zu, das links neben dem Vorhang stand. Wie ein rohes Ei hob er mit beiden Handflächen die Scheibe auf einen Plattenspieler aus den Anfangstagen der Stereokultur, der dort auf einem Verstärker platziert war. Kaum hörbar knisternd setzte die Nadel auf und das erste Riff von „Feel“ erfüllte den Raum.

Gert schloss die Augen und schwieg.

Was mache ich hier? Sitze bei einem Wildfremden im Laden rum und höre im Morgengrauen Powerpop. Das ist wie damals, als ich mit Steve vor dem Plattenregal seines großen Bruders gehangen habe und wir uns die ganzen Scheiben aus den 60ern und 70ern angehört haben. Mann, was für tolle Sachen. Alle erforschten damals die Welt der Diskotheken und die weibliche Anatomie unterhalb der Oberfläche von pinkfarbenen T-Shirts. Nur wir zwei Deppen kauerten vor den Boxen und lasen uns die Besetzungslisten und Danksagungen auf vergilbten Plattenhüllen durch. Wer hatte wann wo mitgespielt, wer hatte co-produziert? Dazu Tee und Steves traumhafte Pizza. Mit frischem Knoblauch, Thunfisch…

„He, Zeit zum Aufstehen!“

Gert klopfte vorsichtig auf Karls Schulter.

Der schlug die Augen auf und stellte verwundert fest, dass er auf dem Fußboden lag, seinen Anorak als Decke über sich gezogen.

„Wie spät ist es?“

Karl richtete sich langsam auf. Draußen war es bereits hell.

„Kurz nach acht.“ Gert lachte. „Du hast dich irgendwann wie ein Igel da unten eingerollt, wollte dich nicht wecken. Noch ’n Tee? Ist frisch!“

„Gern.“

Karl streckte sich und sah, dass der Karton mit den Schallplatten jetzt leer war.

„Was kommt denn ins Regal und was in die Kisten da drunter?“ fragte er.

„Oben steht nur das, was die Profisammler interessiert. Sind auch entsprechend hochpreisig. Dir würde ich empfehlen, auf die Knie zu gehen, denn da unten findest du echte Schätze, die fast nichts kosten. Knacksen manchmal ein bisschen.“

Gert hantierte mit dem Verschluss einer Thermoskanne.

„Das ist mir egal, Hauptsache die Musik ist gut“, antwortete Karl und hockte sich probeweise vor die erste Box.

„Geht mir genauso, aber so lange es echte Freaks gibt, die mir 150 Euro für ’ne Beatlesplatte in die Hand drücken, soll’s mir Recht sein.“

„Und was ist damit?“ Karl fischte eine Papphülle heraus und hielt sie hoch.

„Das ist eine Nachpressung von „Rubber Soul“, tadellos, kaum gespielt, bringt auf dem Markt aber nichts. 3 Euro!“

„Ist das dein Ernst?“

„Klar, und glaub mir, die Qualität ist einwandfrei!“

Amüsiert betrachtete Gert Karls ungläubiges Gesicht.

Mittwoch, 13. Februar 10.00 Uhr

Es ist wohl das erste Mal, dass ich schon so früh in mein Büchlein schreibe. Seltsame Erlebnisse letzte Nacht. Habe mir morgens um 8 Schallplatten gekauft, nachdem ich zuvor in dem Plattenladen geschlafen habe. Hoffentlich liest das hier niemand außer mir. Muss unbedingt Steve davon erzählen… Habe versprochen, mich bei Gert wieder zu melden.

20.30 Uhr

Zweiter Eintrag für heute. War in der Stadt unterwegs auf der Suche nach Jobs. Habe jedes erdenkliche Schwarze Brett abgeklappert. Soll mich morgen bei so einem Paketdienst vorstellen. Bin mal gespannt, was mich da erwartet. Viel zu müde, um noch irgendetwas anzustellen. Nebenbei, meine Waschmaschine ist schon wieder kaputt. Das halbe Bad stand unter Wasser, kann es kaum erwarten, bis es in der Wohnung unter mir Flecken an der Decke gibt. War dann kurz noch zu Hause und hab Mama meine Wäsche gegeben. Werde mich jetzt hinlegen.

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