„Ungehorsam muss bestraft werden Lilly. Das weißt du doch!“
„Ja Gebieter!“ Lillys Stimme war rau von den Tränen, die ihr über das Gesicht liefen.
„Und warum hast du mir dann nicht gehorcht?“
„Ich konnte es einfach nicht, Gebieter! Es tat einfach zu weh!“
„Es tat zu weh?“ Er brachte die Zigarette nah an die empfindliche Haut ihrer Brüste.
„Soll ich dir zeigen, was weh tut? Oder willst du etwa weg von mir? Raus auf die Straße, wo keiner auf dich aufpasst. Ist es das, was du willst?“
„Bitte nicht! Ab jetzt werde ich auch wieder gehorsam sein. Ich verspreche es, Gebieter!“
„Du versprichst es also? Aber Strafe muss trotzdem sein! Schließlich war es nicht das erste Mal, dass du mir nicht gehorcht hast. Sag, welche Strafe würdest du dir selber geben?“ Lilly schwieg.
„Also muss ich mir etwas einfallen lassen. Als erstes wirst du diese Nacht so liegen bleiben. Und morgen kommt dein neuer Herr. Er wird dir fünf Wochen lang Gehorsam beibringen. Wenn er zufrieden mit dir ist, darfst du wieder zu mir. Also führe dich gut!“
„Bitte nicht, Gebieter! Ich mache auch alles, was ihr mir befehlt. Nur tut mir das nicht an!“ Lilly wimmerte. Kröger musterte den Körper des zitternden Mädchens.
„Du hattest deine Chance, Lilly!“ zischte er dann kalt, nahm noch einen letzten Zug seiner Zigarette und drückte die Kippe anschließend auf dem linken Oberarm des Mädchens aus. Während sie noch vor Schmerzen schrie, ging er zu der Kamera und schaltete sie aus.
Die fünf Kommissare sahen betreten auf den schwarzen Bildschirm.
„Das Band ist noch nicht zu Ende, doch ich muss das Gesehene erst verarbeiten, bevor ich noch mehr davon ansehen kann.“ Hoppe schaltete das Gerät ab. Pat hatte seine Hände so fest ineinander gekrampft, dass die Knöchel weiß hervor traten.
„Dieses Schwein kann froh sein, dass es schon tot ist. Sonst würde ich das erledigen.“ zischte er.
„Wir müssen herausfinden, an wen er Lilly weitergereicht hat. Das als aller erstes.“ Sue fuhr sich durch die kurzen Haare.
„Stimmt! Aber warum ist sie nicht gegangen, als er es ihr angeboten hat?“ Karo schüttelte verständnislos den Kopf.
„Sie hatte Angst. Wer weiß, was er ihr erzählt hat, was ihr passieren wird, wenn sie geht? Was er mit ihr macht, weiß sie.“ Tanja wischte sich Tränen von den Wangen.
„Sie wählt also lieber die bekannte Qual, als die Ungewissheit.“ fügte Hoppe hinzu.
„Warum ist sie eigentlich von zu Hause weg gelaufen?“ erkundigte Tanja sich jetzt.
„Pat, es ist dein Fall, also weihe deine Partnerin mal ein.“ bestimmte Hoppe. Pat nickte.
„Dann komm mal mit. Wir gehen am besten in unser Büro.“ Er stand auf und führte Tanja in einen winzigen Raum. Einer der beiden Schreibtische war voll gestellt und die Wand dahinter war voller Fotos.
„Meine Familie, sie leben leider alle in Inverness.“ erklärte er kurz. Tanja wies auf den leeren Tisch in der anderen Ecke.
„Ist das da meiner?“
„Ja! Mach es dir einfach gemütlich.“ Sie setzte sich auf die Tischkante und sah ihn erwartungsvoll an.
„Dann weih mich mal ein! Wer ist Lilly denn genau?“ Er zog sich einen Stuhl in ihre Nähe und seufzte.
„Sie war gerade erst fünfzehn, als sie vor einem Jahr verschwand. Ich war mehrmals bei ihren Pflegeeltern. Sehr schreckliche Leute, von denen ich sogar kurzfristig angenommen hatte, dass sie etwas mit dem Verschwinden des Mädchens zu tun hatten. Dem war aber nicht so. Sie waren Lilly gegenüber einfach nur gleichgültig. Sie hatte in der Wohnung nur eine sehr kleine Kammer für sich gehabt. Und, als sie gegangen ist, hat sich nichts Persönliches zurück gelassen. Sie wollte nie mehr zu den Pflegeeltern zurück. Aber das kann ich nach meinen Gesprächen mit denen sogar sehr gut nachvollziehen.“
„Hast du eine Ahnung, wo sie Kröger hätte kennenlernen können?“
„Das werden wir hoffentlich von irgendwem erfahren. Doch bei der Familie mache ich mir keine großen Hoffnungen. Denen war Lilly egal!“
„Könnte uns nicht eine Freundin von Lilly helfen?“
„Lilly hatte keine Freunde. Wie dem auch sei, ich werde dann jetzt zu den Pflegeeltern fahren.“
„Du meinst wohl, dass wir jetzt zu den Pflegeeltern fahren!“
„Entschuldigung! Ich muss mich erst wieder daran gewöhnen, dass ich jetzt wieder eine Partnerin habe.“
„Wie lange bist du denn jetzt schon solo?“
„Wer hat denn gesagt, dass ich solo bin?“
„Ich meine doch arbeitstechnisch!“ Tanja wurde rot.
„Vor drei Monaten hat mein letzter Partner aufgehört. Aber privat bin ich auch alleine, falls du das auch wissen wolltest!“ Pat schenkte ihr ein umwerfendes Lächeln.
„Und wie lange schon?“
„Gehst du immer so ran, Tanja?“
„Vor zwei Jahren ging meine Ehe in die Brüche und seitdem bin ich solo. Daher interessieren mich die Familienverhältnisse meiner Kollegen.“
„Vor neun Monaten bin ich verlassen worden. Zum Teil auch wegen Lilly.“
„Weil dich der Fall nicht losgelassen hat?“
„Ja! Ich habe sogar einen Teil meiner Freizeit für die Suche nach Lilly benutzt. Meine Freundin konnte das nicht verstehen. Sie meinte, ich wäre besessen und hat mir sogar einen Therapeuten empfohlen.“
„Und, bist du besessen?“
„Ja! Ich will Lilly unbedingt finden. Das kann man ja schon als Besessenheit bezeichnen. Zum Therapeuten bin ich dennoch nicht gegangen, wenn das deine nächste Frage gewesen wäre.“
„Wäre es! Hast du die ganze Zeit geglaubt, dass sie noch lebt?“
„Ich habe es gehofft!“
„Okay! Dann lass uns mal los zu Lillys Pflegeeltern. Aber vorher sollten wir uns ein Foto von Kröger besorgen. Vielleicht kennen die ihn ja.“ Tanja stand auf und strich ihre inzwischen zerknitterte Bluse glatt. Pat warf sich seine Jeansjacke über die Schulter und im Laufschritt verließen sie das Büro.
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