Man ist in so einem Bereich auch gezwungen dazu, denn was da gefordert ist, kann nicht eingehalten werden. Und die Qualität im Ergebnis spielt in diesem System der Optimierung sowieso keine Rolle. Wenn, dann einzelne Elemente, die rein rechnerisch sind.
Als Betreuer (Pfleger etc.) ist man heutzutage in aller erster Linie mit sämtlichen Dokumentationen beschäftigt. Diese nehmen einen gewichtigen Teil der geringen Zeit ein. Das Ganze geht so weit, dass man oft die Zeit gar nicht hat, die Dinge die man dokumentiert auch wirklich zu tun. Also müssen Kompromisse gefunden werden, um dem Druck irgendwie standhalten zu können.
Am Ende steht dann, wie immer mehr zunehmend, der „Burnout“. Das ist eine logische Konsequenz. Insofern man nicht rechtzeitig den Absprung schafft.
Also diese „Optimierungen“ sind im Grunde Optimierungen der Gewinneinnahmen und profitieren tun davon nur diejenigen, die die Gewinne einstreichen.
Die Leidtragenden daran sind diejenigen, die die Arbeit ausführen müssen und diejenigen, die betreut werden (oder halt eben auch nicht so wirklich).
Das Endergebnis ist grauenhaft schlecht, durchzogen von Qualitätsmängeln, im Sinne von guter Arbeit am Menschen und für den Menschen.
Allenfalls ist es akzeptabel und erfüllt in diesem Sinne, ein wackeliges unethisches Mindestmaß. Unethisch im doppelten Sinne. Denn unethisch dem Betreuer gegenüber ebenso, wie dem Betreuten gegenüber.
Derjenige, der die Arbeit verrichtet steht nur unter Strom, im ständigem Wissen über die vorhandenen Mängel und damit verbundenen Gefahren.
Unsere ganze Gesellschaft ist geprägt von diesem Optimierungswahn, der einen immensen Druck ausübt, der im Gewand der Qualität uns alle blendet, am Ende genau das Gegenteil vorantreibt und uns einen nach dem anderen krank macht.
Kurz angeschnitten noch ein Beispiel aus einer anderen Branche:
In den Großschlachtereien (in denen als „Fleischer“ ja häufig ausländische Arbeiter in „Sklavenart“ beschäftigt werden) sind nun die Fleischbeschauer reduziert worden und sie dürfen das Fleisch auch nicht mehr anfassen, sondern nur noch beim Vorbeifahren anschauen (wenige Sekunden). Somit ist es nicht mehr möglich Erkrankungen im Fleisch ordentlich festzustellen und aus dem Verkehr zu ziehen. Da können sich jetzt alle konventionellen Fleischesser auf leckere Eitergeschwüre mit resistenten Keimen und sonstiges auf ihrem Teller freuen.
Es wird Zeit, dass wir dafür sorgen, dass Qualität und Optimierung etwas anderes bedeuten. Dass eine (falsch verstandene) Ökonomie (Wirtschaftlichkeit) nicht mehr scheinheilig als eine Optimierung verkauft wird. Denn auch wenn es bei diesen „Optimierungen“ scheinbar um eine versteckte Ökonomie geht, ist es dies ebenso wenig.
Wenn ich Schäden anrichte, muss ich sie als allgemein Sterblicher auch bezahlen.
Beispiel:
Mein Haus. Ich fahre am Vorgarten das Gartentor ein. Es ist kaputt, ich brauch ein neues - also bezahle ich es.
Beim Hecke schneiden geht mir die unter Qualitätsmanagement erzeugte Gartenschere kaputt, also muss ich mir eine neue kaufen und die bezahlen.
Wenn mir ausversehen ein Fass Öl umkippt, dann kommt die Feuerwehr und macht die Sauerei wieder weg und ich muss es bezahlen.
Wenn ich ein Altenheim hab und die alten Menschen leiden, weil sie abgefertigt werden, wenn ein Mitarbeiter aufgrund der Situation krank wird (Krankengeld / Klinikaufenthalt etc.) und sich eventuell sogar das Leben nimmt. Wenn ich mein altes Atomkraftwerk stilllege und der ganze Atommüll entsorgt werden muss usw. .
Wer bezahlt den Schaden dann?
Die Allgemeinheit.
Wenn die Firmen überhaupt etwas daran bezahlen, dann einen minimalen Teil dessen, was sie verursacht haben.
Das heißt, wenn ich alle Kosten rechne, alle Schäden mit einbeziehe, dann kann man bei diesem System auch nicht von Ökonomie (Wirtschaftlichkeit) sprechen.
Das richtige Wort dafür ist Ausbeutung.
Skrupellose Ausbeutung.
Es ist ein Abwälzen der entstandenen Schäden auf die Allgemeinheit.
Wenn wir meinen da mitmachen zu müssen, dann sollten wir so weiter machen wie bisher.
Wenn wir der Meinung sind, da muss sich was ändern, dann wird es Zeit, dass WIR unser Verhalten ändern.
Im Kleinen fängt’s an.
Und los geht’s!
Toleranz
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