Martin Renold - Die Großen und die Kleinen

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Das sind keine Porträts im üblichen Sinn. Es sind Momentaufnahmen von einigen berühmten, aber auch von «einfachen» Leuten, zum Teil geistig und körperlich Behinderten.
Der Autor schöpft aus einer reichen Lebenserfahrung und Menschenkenntnis. Er wird nie langfädig, und die Pointen, die er setzt, sind stets von feinem Humor. Außerst sympathisch ist, dass er die sogenannt Kleinen mit nicht weniger Achtung, Behutsamkeit und Zuneigung porträtiert als die Großen, deren Schwächen er nicht verschweigt. Gerade weil er sie von einer unbekannten, menschlichen Seite zeigt, kann man das Buch durchaus als eine kleine «andere Kulturgeschichte» bezeichnen.

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Die Pflutsch war so dick, dass sie, mit dem Stoß Diktathefte unter dem Arm, nur seitlich durch die Tür des Schulzimmers hereinkommen konnte. Mit ihrem stechenden Blick sah sie durch die dicken Brillengläser auf uns Schüler, während sie zum Pult schritt. Ahnte sie ängstlich schon wieder einen unserer Streiche?

Albert, der als Erster das oberste Heft mit den korrigierten Arbeiten der letzten Stunde zurückerhielt, machte erst einmal mit einem Grunzen auf sich aufmerksam und zog dann langsam sein Taschentuch aus der Hosentasche und wischte, während er sein Gesicht zu einem unverschämten Grinsen verzog, auffällig lange und gründlich den Heftdeckel ab.

Ein andermal unterlegte derselbe Albert das Pult auf dem erhöhten Podium mit runden Bleistiften. Fräulein Nüesch hob diesmal ihre schwere schmuddelige Mappe auf das Pult und stütze sich mit ihrem ganzen Körpergewicht auf den schrägen Deckel des Pultes, das sich zuerst kaum merklich zu bewegen begann. Doch dann spürte die beleibte Lehrerin das Weggleiten, fand aber keine Erklärung für dieses seltsame Phänomen. Doch das Pult rollte und rollte, und Elsa Nüesch versuchte, sich von dem wandernden Pult zu erheben. Doch je kräftiger sie ihr Gewicht von dem Pult wegstemmte, desto schneller bewegte sich das Pult dem Abgrund zu und desto hilfloser wurde Elsa in ihrem verzweifelten Bemühen, sich aufzurichten und festen Stand zu finden. Die Mädchen in der ersten Bankreihe, die Katastrophe voraussehend, lehnten sich weit zurück, um dem drohenden Sturz auszuweichen. Die beiden vorderen Bleistifte unter dem Pult hatten bereits die Kante des Podiums erreicht und fielen scheppernd auf den Boden. Die Vorwärtsbewegung des Pultes wurde abgebremst, wäre auch zum Stehen gekommen, wenn da nicht die Pflutsch mit ihrem tonnenschweren Körper sich noch immer gegen das Pult gelehnt und, ungewollt dem physikalischen Gesetz von Bewegung und Masse gehorchend, es unerbittlich weitergeschoben hätte. Es fehlten nur noch Millimeter, bis sich der Schwerpunkt über die Kante verschieben und das Pult zum Kippen bringen würde.

Der Zwischenraum zwischen dem Podium und der vordersten Bankreihe war nur schmal. Bezeichnenderweise hatte man dem gewichtigsten und am meisten Raum beanspruchenden und außerdem einzigen weiblichen Teil des Lehrkörpers das kleinste und engste Zimmer des Schulhauses zugeteilt.

Der Entsetzensschrei der Lehrerin fiel zusammen mit dem Krachen des Pultes, als dieses vornüberstürzte und seine Vorderfront auf die Kante der Schulbank aufschlug und wie ein gewaltiger Keil in der Grube liegen blieb. Die Mädchen kreischten und hielten ihre Hände dem herabstürzenden Koloss schützend entgegen, während durch die Reihe der Knaben ein unterdrücktes Lachen ging.

Die Lehrerin lag wie ein zappelnder Fisch, der nach Luft ringt, auf dem Pult und versuchte vergeblich, nach hinten zu rutschen, um endlich festen Boden unter die Fußes zu bekommen.

„So helft mir doch!“, schrie sie zornig zwei- oder dreimal, bis endlich Albert hilfsbereit nach vorne sprang. Er war der Größte von uns allen und wegen seiner Kraft, die sich nicht nur in den Muskeln, sondern auch in seiner wortgewaltigen Ausdrucksweise manifestierte, bei Schülern und Lehrern gleichermaßen berühmt. Albert neigte sich über die Frau, fasste sie unter den Achseln, nicht ohne eine geraume Weile zu versuchen, den richtigen notbehebenden Griff anzusetzen und, gegen die kichernden Mitschüler gerichtet, einige obszöne Andeutungen zu machen. Dann riss er den schweren Körper aus seiner misslichen Lage zurück und stellte die schreckensbleiche Lehrerin auf die Beine.

„Das hat noch ein Nachspiel!“, rief sie mit ihrer hohen kreischenden Stimme und entließ die Klasse, da sie sich unfähig fühlte, uns an diesem Tag Unerreicht zu erteilen.

Das Nachspiel fand im Zimmer des Rektors statt, der uns erst einmal eine saftige Gardinenpredigt hielt. Da die Klasse beschlossen hatte, die Schuld an dem üblen Streich kollektiv auf sich zu nehmen, blieb der Täter unerkannt, und die Klasse musste an einen freien Nachmittag zu einer dreistündigen Strafarbeit antreten.

Wer etwa glaubt, dass nur die Jungen solche Streiche aushecken konnten, der täuscht sich gewaltig. Er kennt die Abgründe der weiblichen Seele nicht. Immerhin waren die Untaten der fünf Mädchen – sie waren in jenen weit zurückliegenden Jahren noch deutlich in der Minderzahl – harmloser. So spannten sich denn eines Tages in der ersten Bankreihe fünf farbige Damenschirme auf, die allerdings vom Regen draußen schon so nass waren, dass man nachher die Tröpfchen von Elsas feuchter Aussprache nicht mehr feststellen konnte.

Elsa Nüesch, die das schon in anderen Klassen mehrmals erlebt hatte, schenkte den Schirmen keinerlei Beachtung und fing zu dozieren an. Nach einigen Minuten klappte ein Schirm nach dem anderen unter verhaltenen Buhrufen aus den hinteren Bankreihen zu.

Ich erinnere mich an die ersten Stunden bei Fräulein Nüesch, als wären seither erst wenige Jahre und nicht über fünf Jahrzehnte verstrichen. Ich war damals in der zweiten Klasse des Gymnasiums. In der ersten Klasse hatte unser Fremdsprachenunterricht nur dem Latein gegolten, das später die Grundlage für die andern Sprachen bilden sollte. Jetzt kam Französisch hinzu. Natürlich hatte ich wie alle meine Kameraden schon vorher viel über die neue Lehrerin gehört. Sie galt als streng. In den Pausen war ich oft in den Gängen ihrer gewichtigen und beeindruckenden Gestalt begegnet. Wie ich nun zum ersten Mal in ihrem Klassenzimmer saß, flößte sie mir nicht nur Respekt, sondern auch eine nicht gerade geringe Portion Angst ein. Ich war schon kein guter Lateinschüler, und da meine Mutter überhaupt keine Fremdsprache gelernt hatte und mein Vater von der Volksschule her nur noch einige Brocken Französisch behalten hatte, brachte ich, der ich als Einziger in der Klasse aus vergleichsweise ärmlichen Verhältnissen stammte, keine Vorbildung von zu Hause mit und konnte demzufolge auch auf keine elterliche Hilfe zählen. Ich fühlte mich ganz auf mich gestellt. Meine Ängstlichkeit bezog sich also nicht nur auf die Person, sondern auch auf die Fremdsprache, in die sie uns einführen sollte. Sie tat dies in der ersten Woche, indem sie uns die phonetische Schrift beibrachte.

In der ersten Stunde beauftragte sie uns, in der Papeterie an der Ecke neben der Schule ein Konzeptheft zu kaufen, was bei ihrer zischenden Aussprache in unseren Ohren wie Konzertheft tönte, von dem wir keine Ahnung hatten, was dieses musikalische Ding mit unseren im Französischunterricht zu tun haben sollte. Auf unsere Nachfrage hin wiederholte sie das Wort mehrmals, laut und deutlich, wobei wir zum ersten Mal mit ihrer pflutschigen Aussprach konfrontiert wurden. Unwirsch erklärte sie dann, es handle sich um ein Oktavheft, womit wir ebenso wenig anfangen konnten. Schließlich wurde es dann aber doch auch dem Letzten klar, dass wir ein kleines liniertes Heft mit einem roten senkrechten Strich in der Mitte brauchten, das uns als „Vocabulair“ dienen sollte. Damit ausgerüstet, erschienen wir in der zweiten Stunde und schrieben dann von der Wandtafel die Wörter in der Lautschrift in das Konzeptheft ab. So ging das auch in den übrigen zwei Französischstunden dieser Woche weiter.

Für die erste Stunde der zweiten Woche hatten wir die Aufgabe erhalten, alle notierten Wörter auswendig zu lernen, soweit dies nicht schon in der ersten Woche geschehen war.

Der Montag fing für mich schlecht an. Bereits in der ersten Stunde saßen wir bei der Pflutsch. Die Lehrerin rief mich als Ersten auf. Ich sollte nach vorne an die Tafel gehen. Ich hatte ein gutes Gefühl, denn ich hatte über das Wochenende gebüffelt. Obwohl ich auf das Abfragen der Wörter durch meine Mutter verzichten musste, hatte ich alles intus. Ich sollte als Erstes das französische Wort für Bohne an die Tafel schreiben. Glücklich, mein Wissen anbringen zu können, schrieb ich, wie ich es gelernt hatte, ari‘ko an die Tafel und betrachtete stolz mein Werk, in der Gewissheit, dass ich keinen Fehler gemacht hatte.

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