Martin Renold - Die Großen und die Kleinen

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Das sind keine Porträts im üblichen Sinn. Es sind Momentaufnahmen von einigen berühmten, aber auch von «einfachen» Leuten, zum Teil geistig und körperlich Behinderten.
Der Autor schöpft aus einer reichen Lebenserfahrung und Menschenkenntnis. Er wird nie langfädig, und die Pointen, die er setzt, sind stets von feinem Humor. Außerst sympathisch ist, dass er die sogenannt Kleinen mit nicht weniger Achtung, Behutsamkeit und Zuneigung porträtiert als die Großen, deren Schwächen er nicht verschweigt. Gerade weil er sie von einer unbekannten, menschlichen Seite zeigt, kann man das Buch durchaus als eine kleine «andere Kulturgeschichte» bezeichnen.

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Ich verstand nie, was sie wollte. Die lauten Vokale, die sie ausstieß, formten sich nie zu Worten. Sie war für mich wie ein wildes, unberechenbares Tier, eine Löwin oder ein Tiger, der einen plötzlich anspringen und zerfleischen konnte.

Doch Tante Frieda war ein Engel. Sie besaß eine wahre Engelsgeduld. Sie war die Einzige, die Lydia verstand. Wenn Lydia mit dem blanken Fleischmesser auf Tante Frieda losging, bewahrte sie die Ruhe. Wie ein Mensch, der einem fremden, kläffenden Hund entgegentritt, ging sie auf Lydia zu, redete mit ruhiger Stimme auf sie ein und nahm ihr das Messer aus der Hand.

„Geh, leg dich hin!“, sagte sie dann. „Ruh dich aus! Schlaf ein wenig.“

Und Lydia ging in ihre Kammer, murrend zwar, aber doch folgsam. Und Tante Frieda machte die Arbeit in der Küche oder im Garten allein, bis Lydia ihren Tobsuchtsanfall ausgeschlafen hatte.

Einmal, es war während des Zweiten Weltkriegs, waren die „Römer“ gekommen. Diesmal wohnten sie allerdings im Nachbardorf bei Verwandten. Doch Margherita, die kleine Cousine meines Vetters, war zum Mittagessen gekommen und blieb bis in den Nachmittag hinein. Ich war Gymnasiast. Margherita war ein zierliches, fröhliches Mädchen. Wir spielten miteinander und neckten uns. Und ich verliebte mich bis über beide Ohren in das hübsche Geschöpf, das mir auch bei zwei weiteren Besuchen schöne Augen machte.

Ein paar Tage später reisten sie ab, zurück nach Italien, das gerade in diesen Tagen dem ehemals befreundeten Deutschland den Krieg erklärte.

Auch wenn ich glaubte, mir nichts anmerken zu lassen, spürte ich doch, dass Tante Frieda meine Liebe erkannt hatte. Sei schwieg, aber ihre Augen verrieten, dass ich meine Gefühle vor ihr nicht verbergen konnte.

Bei meinen späteren Aufenthalten in Brunegg wagte ich nie, nach Margherita zu fragen. Aber Tante Frieda verstand es immer, mich indirekt, in einem Gespräch mit meiner Mutter, dem ich zuhörte, oder am Mittagstisch über das Wenige, das sie aus dem besetzten Rom erfahren hatte, zu informieren. Und ich wusste, dass sie es meinetwegen erzählte und so, ohne sich direkt an mich zu wenden und mein Geheimnis zu verraten, meine Neugier stillte.

Als nach dem Krieg mein Cousin heiratete, brachte sie Margherita und mich für diesen Tag als Paar zusammen. Und später, als Margherita einen andern geheiratet hatte, erfuhr ich stets auf die gleiche rücksichtsvolle Weise vom Ergehen der kleinen Römerin, der über Jahre meine geheime, ungestillte und unerwiderte Liebe gegolten hatte.

Ich erinnere mich nicht mehr, woran Tante Frieda gestorben ist. Ihr Gedächtnis nahm ab. Sie wusste nicht mehr, was sie tat. Mein Patenonkel musste sie oft mitten in der Nacht ins Schlafzimmer zurückholen, wenn sie, nur mit dem Nachthemd bekleidet, aus Großmutters Haus, das sie nun bewohnten, ins andere Haus hinüber- oder in den Garten hinuntergegangen war.

Seit sie nicht mehr lebt, ist das Haus leer geworden, und seit ich kein Kind mehr bin, komme ich nur noch selten in das Dorf, und manchmal auch nur auf den Friedhof, wo auch meine Eltern begraben sind. Dann gehe ich auch zum Grab meines Paten und von Tante Frieda. Aber ich weiß, dass ich die Toten hier nicht finden kann. Es gibt Stunden, wenn ich allein zu Hause sitze, da sind sie mir alle viel näher, und eines Tages, so lange kann es auch nicht mehr dauern, denn auch ich bin inzwischen alt geworden, werden wir uns ganz nahe sein.

Der Schwachsinnige

Wir sind ihm im Gnadental begegnet. Das Gnadental ist ein Pflegeheim.

Es war ein warmer Sommersonntagnachmittag. Ein befreundetes Ehepaar hatte uns im Auto mitgenommen.

Wir hatten das Ehepaar als Nachbarn kennen gelernt. Sie hatten einen Sohn, der nur wenig jünger war als Adrian, unser Junge. Durch die beiden Kinder waren wir uns näher gekommen. Adrian durfte mit ihnen in die Ferien, damit ihr Sohn nicht allein wäre. Einer Einladung folgte die andere. Langsam erfuhren wir, dass Maurice nicht das einzige Kind war. Es gab da irgendwo noch einen älteren Sohn, einen rechten Tunichtgut, der in den teuersten Hotels wohnte, hochstapelte, ohne die Hotelrechnungen zu begleichen, buchstäblich bei Nacht und Nebel verschwand und, weil der Vater stets zur Kasse gebeten wurde, dessen Vermögen langsam, aber sicher zum Schmelzen und Zerrinnen brachte.

Es versteht sich von selbst, dass unsere Freunde auch uns gegenüber nicht gerne davon sprachen und uns die Existenz dieses ungeratenen Sohnes lange verschwiegen. Doch tauchte sein Name im Gespräch dann und wann zufälligerweise oder vielleicht doch ein bisschen gewollt auf, als suchten sie unsere Teilnahme an ihrem Schicksal. Bruchstückhaft erfuhren so meine Frau und ich allmählich ihre ganze Familiengeschichte, die man ohne Übertreibung eine Tragödie nennen kann.

Da hatte es nämlich auch noch zwei Töchter gegeben. Das ältere der beiden Mädchen war mit drei Jahren an einer heimtückischen Krankheit gestorben, das zweite lebte bis ins dritte Jahr normal und gedieh zur Freude der Eltern. Doch dann wurde es von der gleichen Krankheit befallen, war gelähmt und verblödete und wurde von der Mutter aufopfernd und liebevoll gepflegt.

Doch als der ältere Junge zur Welt kam und heranwuchs und dann schließlich noch der jüngere dazukam, überstieg die Pflege die Kraft der Mutter, und das Mädchen wurde ins Gnadental gegeben.

Kein Wunder, dass nach diesen Schicksalsschlägen die beiden verbliebenen Kinder gehätschelt und verwöhnt wurden, bis schließlich der ältere Sohn ganz aus dem Gleis geworfen wurde und sich immer wieder vor der Polizei in Sicherheit bringen musste, wobei ihm die Mutter nach Kräften half, was ihn aber doch nicht vor dem Gefängnis bewahren konnte, während der Vater ihm am liebsten den Tod gewünscht hätte.

Die Mutter, nachdem sie auf diese Weise drei Kinder verloren hatte, überschüttete nun den einzig ihr noch verbliebenen Sohn mit ihrer grenzenlosen, blinden Liebe, ohne zu bemerken, dass er auf eine ähnliche schiefe Bahn geriet wie sein Bruder.

Unterdessen war das Mädchen im Gnadental über zwanzig Jahre alt geworden. Ab und zu fuhren die Eltern dorthin und kehrten jedes Mal sichtlich bedrückt und betrübt zurück.

Meine Frau hatte einmal den Wunsch geäußert, mit ihnen das Kind besuchen zu dürfen. Aber die Eltern wollten nichts davon wissen. Der Anblick des Kindes würde uns zu sehr erschrecken. Doch eines Tages fragten sie uns doch, ob wir mitfahren wollten. Und wir sagten zu. Wir sollten uns jedoch auf das Schlimmste gefasst machen.

Das Pflegeheim liegt abseits. Wir erreichten es nach einer Fahrt von einer guten halben Stunde.

Nachdem unser Freund das Auto geparkt hatte, schritten wir unter dem hohen Torbogen hindurch und betraten das ausgedehnte Areal.

Die Eltern des Kindes meldeten sich im Haus an, während meine Frau und ich auf einer Bank im Park warteten.

Nach einer Weile kamen die Eltern zurück und setzten sich zu uns. Das Kind werde noch zurechtgemacht und dann zu uns herausgebracht.

Nach einige Zeit näherte sich uns eine Schwester, die einen schwarzen, altmodischen Kinderwagen vor sich her schob und damit auf uns zu steuerte.

Das war wohl nicht die Schwester, die meine Frau und ich erwarteten. Doch sie stellte den Kinderwagen vor uns hin und verließ uns wieder. Sie werde das Kind in einer halben Stunde wieder holen.

Noch nie habe ich den Ausdruck „ein Häuflein Elend“ so bildhaft anschaulich empfunden wie in diesem Augenblick. Da lag ein kleiner, spindeldürrer Körper in den Kissen, zusammengefaltet wie ein zugeklapptes Taschenmesser. Die Beinchen, fast nur noch Haut und Knochen neben dem Oberkörper, die Füßchen auf der Höhe des Kopfes, aus dem beinahe wie aus einem Totenschädel zwei große, leblose Augen hervorstarrten. Um den Mund blitzte ein leichtes, kaum bemerkbares Zucken auf.

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