Martin Renold - Die Großen und die Kleinen

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Das sind keine Porträts im üblichen Sinn. Es sind Momentaufnahmen von einigen berühmten, aber auch von «einfachen» Leuten, zum Teil geistig und körperlich Behinderten.
Der Autor schöpft aus einer reichen Lebenserfahrung und Menschenkenntnis. Er wird nie langfädig, und die Pointen, die er setzt, sind stets von feinem Humor. Außerst sympathisch ist, dass er die sogenannt Kleinen mit nicht weniger Achtung, Behutsamkeit und Zuneigung porträtiert als die Großen, deren Schwächen er nicht verschweigt. Gerade weil er sie von einer unbekannten, menschlichen Seite zeigt, kann man das Buch durchaus als eine kleine «andere Kulturgeschichte» bezeichnen.

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Wir ließen der Mutter den trügerischen Glauben, dass das Kind sie wiedererkannt und ihr zugelächelt hätte.

Und dann kam er, der schwachsinnige Junge. Oder besser gesagt, der schwachsinnige junge Mann. Wie es bei solchen Menschen oft ist, konnten wir sein Alter kaum schätzen. Er mochte siebzehn oder auch fünfundzwanzig Jahre alt sein.

Mit einem strahlenden Lächeln kam er geradewegs auf uns zu. Sein Gesicht leuchtete, als wäre Weihnachten.

Er kannte offenbar unsere Freunde, und sie kannten ihn.

„Das ist meine Freundin“, lallte er kaum verständlich. Und er neigte sich über den Kinderwagen und streichelte das leblose Gesicht mit seiner klobigen und doch so zarten Hand.

„Du, du“, sagte er immer wieder zu dem Mädchen, nicht so, wie man zu einem Kleinkind spricht, sondern zu einer Geliebten, und er nannte immer wieder den Namen des Mädchens mit einer solchen Zärtlichkeit in seiner Stimme, dass man das Gebrechen der beiden vergaß.

Dann bat er die Eltern, das Mädchen in seinem Wagen ein wenig durch den Park spazieren fahren zu dürfen.

„Ich mach das jeden Tag, wenn die Sonne scheint“, versuchte er uns zu erklären.

Und dann ging er, während wir vier auf der Bank im Schatten zweier Pappeln sitzen blieben. Wir sahen ihm nach. Trotz seines unregelmäßig hüpfenden Ganges schien er den Wagen auf seinen hohen, schmalen Rädern behutsam vor sich her zu schieben. Hinter Sträuchern und Blumen entschwand er unseren Blicken.

Nach einer geraumen Weile tauchte er von der anderen Seite wieder auf. Zärtlich, wie er das Mädchen begrüßt hatte, verabschiedete er sich wieder von ihm. Als er von uns ging, glaubte ich, den glücklichsten Menschen der Welt gesehen zu haben.

„Weißt du“, sagte ich abends im Bett zu meiner Frau, „zuerst habe ich mich gefragt, warum Gott es zulässt, dass eine solche Kreatur wie dieses Mädchen mehr als zwanzig Jahre lang in diesem verkrüppelten und geistlos apathischen Zustand leben muss. Aber nachdem ich diesen sogenannt Schwachsinnigen gesehen habe, glaube ich, auch dahinter einen Sinn erkannt zu haben. Vielleicht braucht jeder Mensch, der noch einigermaßen bei Sinnen ist wie dieser Junge, einen anderen, dem es noch viel schlechter geht, um sein eigenes elendes Leben ertragen zu können. Wie oft messen wir uns selber an anderen, die schwächer sind, um uns glücklich zu schätzen. Wie viel mehr braucht ein solch armer Mensch einen noch ärmeren, dem auch er noch helfen und ihm etwas Gutes tun, ihn sogar lieben kann und der ihm das Gefühl gibt, nicht nutzlos zu sein.

Nur dieses Mädchen, das auf der untersten Stufe des Elends dahinvegetiert, hat keinen Elenderen mehr nötig. Es braucht nur noch die Zärtlichkeit und Liebe eines andern Menschen, und sei es auch nur die eines Schwachsinnigen, den es, ohne sein Wissen und Zutun zu einem glücklichen Menschen machen kann.“

Die beiden Blinden

Wenn man in St. Gallen an der Kathedrale vorbei und über den Gallusplatz geht, gelangt man nach wenigen Schritten zu der Stelle, wo die Steinach durch die Schlucht herabstürzt und wo dem irischen Mönch Gallus im Jahre 612 ein Bär begegnete, der ihm das Holz herbeitrug, damit er dort seine Zelle bauen konnte.

Von da fährt das Mühleggbähnchen in einem Tunnel steil hinauf nach St. Georgen. Früher, ehe es mit Elektrizität angetrieben wurde, waren es noch zwei Kabinen. Die eine stand oben, die andere unten. Beide waren durch ein Drahtseil miteinander verbunden.

Der Schaffner des unteren Wagens meldete durch ein Telefon nach oben, wie viele Passagiere begehrten, hinaufbefördert zu werden. Und der Schaffner des oben stehenden Wagens ließ dementsprechend eine gewisse Menge Steinachwasser in den hohlen Boden der Kabine einfließen. Ein Klingelzeichen von oben deutete unten an, dass genügend Wasser eingefüllt und die Zeit der Abfahrt gekommen sei. Oben wurden die Bremsen gelöst, und beide Kabinen setzten sich in Bewegung. Die obere Kabine zog durch das Gewicht der Passagiere und des Wassers die untere nach oben über eine Distanz von kaum mehr als dreihundert Meter und eine Höhendifferenz von siebzig Metern.

Die Fahrt dauerte wenige Minuten. Unten angekommen, wurde eine Klappe im Boden geöffnet, und das Wasser rauschte zurück in das Bachbett, das gleich darauf unter der Straße verschwand und erst weit weg in einem Außenquartier wieder ans Tageslicht treten durfte.

Ich kam von der anderen Seite hinter der alten Klostermauer herauf, als ich vom Gallusplatz her zwei Blinde auf die Talstation des Drahtseilbähnchens zustreben sah. Die weißen Stöcke, die gelben Armbinden, der unsicher Tritt auf die Stufen zum Eingang, den sie Hand in Hand durchschritten, wiesen sie als Sehunfähige aus.

Langsam tasteten sie sich neben der Kabine über die schrägen, langgezogenen Stufen, an deren Kanten die Stockspitzen klopfend stießen, bis zur obersten der vier Schiebetüren, die offen standen und den Eingang frei gaben zu je zwei sich gegenüberstehenden Bänken. Ich stieg weiter unten bei der zweiten Tür ein. Wir drei waren bei dieser Fahrt nebst dem Schaffner die einzigen Passagiere. Für unsere gesamthaft kaum mehr als dreihundert Kilogramm Gewicht brauchte nicht viel Wasser eingefüllt zu werden.

Das Klingelzeichen ertönte, der Schaffner schloss die Türen und trat an die Bremse.

Einer der Blinden hatte sich bergwärts, der andere ihm gegenüber auf die Talseite gesetzt.

„Komm, setzt dich hier neben mich!“, sagte der eine zu dem, der mit dem Rücken zur Bergseite saß. „Hier kannst du es besser sehen.“

Ich begann an der Blindheit der beiden zu zweifeln. Es gibt ja auch Bettler, die so tun als ob… Doch diese beiden sahen weder wie Bettler noch wie Betrüger aus.

Die Kabine setzte sich in Bewegung und rumpelte in die Höhe. Zuerst einmal aus dem Stationshäuschen hinaus, dann ein kleines Stück durch die Schlucht. Schließlich verschwand sie im Tunnel.

„Jetzt sind wir drinnen im Loch“, erklärte der eine.

Und bald rief er: „Schau! Siehst du es? Das Licht dort oben. Das ist der Ausgang des Tunnels.“

„Ja, ich seh es“, antwortete der andere mit der für manche Blinde so typischen, eintönigen und fast ein bisschen blechern und hohl klingenden Stimme.

„Schau doch!“, rief der Erstere. „Ist das nicht herrlich?“

„Es wird immer größer und heller“, frohlockte der Zweite.

„Ja, wir sind bald droben. Das ging schnell. Viel zu schnell.“

Ich glaube, die beiden wollten nur um dieses Erlebnisses willen nach oben. Der eine schien diese Fahrt schon mehrmals gemacht zu haben. Ich vermute, dass er auch seinem Kameraden diese ihn beglückende Erfahrung vermitteln wollte.

Als ich ausstieg, blickte ich in der Tat in zwei Gesichter, auf denen sich ein großes Glück widerspiegelte.

Ich erinnere mich, dass ich als Kind jeweils auch gespannt nach oben geschaut hatte, bis das Licht am Ende des Tunnels zu erkennen war. Aber später, bis zu diesem Tag, hatte ich dem keine Beachtung mehr geschenkt. Erst die beiden Blinden hatten mir die Augen wieder geöffnet. Für sie war die Welt nach diesem Wunder wieder ins Dunkel versunken. Aber das kleine Licht aus der Höhe hatte sie glücklich gemacht.

Ich war aus der Dunkelheit herausgetreten. Und wären die beiden Blinden nicht gewesen, ich hätte das helle Licht, das mich jetzt umfing, nicht beachtet, hätte es als selbstverständlich hingenommen und wäre selbst als ein Blinder meine Wege gegangen.

Die Französischlehrerin

Elsa Nüesch war unsere Französischlehrerin am Gymnasium. Wir nannten sie „Pflutsch“ wegen ihrer nassen Aussprache. Pflutsch ist der schweizerdeutsche Ausdruck für Schneematsch. Schülergenerationen vor uns hatten sie schon so genannt. Sie war damals zu Beginn des Zweiten Weltkrieges die erste und einzige weibliche Lehrkraft unserer Schule. Sie war korpulent, sehr korpulent sogar, ja, man ist versucht zu sagen unverschämt korpulent. Viele Schüler hielten sie geradezu für eine Zumutung, eine Beleidigung ihres Schönheitssinnes, der doch an dieser Brutstätte von Wissen, Bildung und Kultur gemäß Lehrauftrag in die jugendlichen Gehirne, Seelen und Herzen eingepflanzt werden sollte.

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