Die Anzeichen von Progesteronmangel / Östrogendominanz
Gefühl von Aufgeschwemmtheit, dicker Bauch, Wassereinlagerungen
Gewichtszunahme
Spannende, berührungsempfindliche Brüste
Reizbarkeit, plötzliche Zornausbrüche
Schlafstörungen
Empfindlichkeit, Weinen ohne wirklichen Grund, Stimmungsschwankungen
Kopfschmerzen
Schmierblutungen, Zwischenblutungen
Unregelmäßige Zyklen
Kurze schwache Blutungen wechseln sich mit starken, lange anhaltenden Blutungen ab
Myome
Therapie in der Prä-Menopause
Bei Beschwerden in der Prä-Menopause ist es oft sinnvoll, den Hormonspiegel durch Zugabe von Progesteron wieder ins Gleichgewicht zur bringen (siehe: Anwendung von bio-identischem Progesteron).
Bei Östrogendominanz können auch die schwächeren Phytohormone teilweise gute Erfolge erzielen, da sie die Östrogenwirkung an den Rezeptoren etwas abschwächen (siehe: Ausgleich schaffen mit Phytohormonen).
Umweltverschmutzung fördert Östrogendominanz. Viele chemische Schadstoffe wie z.B. Zerfallsprodukte der Kunststoffindustrie verhalten sich östrogenähnlich, und in der Wirkung oft sogar noch stärker als das natürliche Östrogen (durch die Überreizung der Östrogen-Rezeptoren). Damit fördern sie die unangenehmen Auswirkungen einer Östrogendominanz. Phytoöstrogene dagegen verhalten sich schwächer an den Rezeptoren, daher mindern sie die Auswirkungen einer Östrogendominanz eher ab.
Mit der Zeit werden die Phasen zwischen den monatlichen Blutungen zunehmend länger; immer öfter fällt der Eisprung aus. Wenn die Zyklusdauer früher einmal 22 – 33 Tage war, so kann sie jetzt locker 50 – 60 Tage betragen, oder noch länger. Schließlich wird die monatliche Blutung ganz ausbleiben. Dieser gesamte Zeitraum wird als die Perimenopause bezeichnet. Peri bedeutet drum herum – meist so ein bis zwei Jahre um den Zeitpunkt der letzten Blutung. Man weiß oft nicht: Setzt die monatliche Blutung noch einmal ein, oder hat sie ganz aufgehört?
Wirkung von Östrogen
Verbessert den Wasserhaushalt im Bindegewebe (lässt die Haut prall u. aufgepolstert erscheinen)
Sorgt für die weiblichen Kurven, weil hier vermehrt Wasser und Fett eingelagert wird.
Fördert die Körperdurchblutung
Fördert die Durchblutung und Sensitivität der Geschlechtsorgane
Wirkt positiv auf die Konzentrationsfähigkeit
In der Peri-Menopause sinkt neben dem Progesteronspiegel auch noch der Östrogenspiegel ab. Die Frauen haben nun darunter zu leiden, dass sich zu den Folgen von Progesteronmangel auch noch die von Östrogenmangel dazu gesellen. Die Schutzwirkungen dieser beiden Hormone lassen nach, die Hormon-Aufgaben im Organismus werden nicht mehr vollständig bewältigt. Die komplizierte Hormonsteuerung gerät jetzt meist so richtig aus der Balance.
Mit dem Absinken der Sexualhormone wird eine Ausschüttung der Steuerhormone FSH und LH durch die Hirnanhangdrüse veranlasst; diese Steuerhormone haben die Aufgabe, den Eisprung zu stimulieren, um eine neue Sexualhormonproduktion anzutreiben. Da aber in der Hirnanhangdrüse noch weitere Steuerzentren liegen, geraten nun auch andere Körperfunktionen aus dem Gleichgewicht. Es treten zu den anderen Beschwerden nun auch vermehrt Wechseljahrssymptome auf, die mit der Hirnanhangdrüse (z.B. Temperaturregulation) oder mit Östrogenmangel zu tun haben.
Die Anzeichen von Östrogenmangel
Hitzewallungen u. nächtliche Schweißausbrüche (durch Östrogenschwankungen)
Konzentrationsschwäche
Faltenbildung (z.B. senkrechte Fältchen über der Oberlippe)
Erschlaffen der Haut und des Bindegewebes
Die Brust verändert sich, sie wird weicher, verliert ihre Elastizität und wird schlaffer, schwerer und größer.
Schleimhäute und das Muskelgewebe der Scheide werden nun weniger gut durchblutet. Manche Frauen leiden unter Scheidentrockenheit. Die Muskulatur der Scheide und des Harntraktes erschlaffen etwas, es kann zu Gebärmuttersenkungen kommen; damit droht die Gefahr von Blasenschwäche.
Dünnerwerden der Scheidenwand
Anfälligkeit für Scheiden-, Blaseninfektionen
Verminderung der sexuellen Reaktionen
Zahnfleischprobleme. Mundtrockenheit. Augentrockenheit. Die Schleimhäute generell werden weniger gut versorgt.
Haarausfall
Kalte Hände und Füße
Therapie in der Peri-Menopause
Bei leichten Beschwerden können Phytoöstrogene einen guten Ausgleich schaffen, da sie eine leichte Östrogenwirkung hervorrufen und damit den Östrogenspiegel etwas anheben können. Bei den meisten Frauen produziert der Körper (z.B. in den Fettzellen) ja noch weiterhin das Östrogen Östron. Östron ist zwar ein schwächeres Östrogen als das Östradiol (welches in den Eierstöcken produziert wurde), aber es ruft ebenfalls eine östrogene Wirkung hervor.
Bei stärkeren Beschwerden kann eine Hormontherapie mit bio-identischen Hormonen sehr hilfreich sein; bei dieser sollte Östrogen immer kombiniert mit Progesteron eingesetzt werden, da sonst das Risiko für Brust- und Uteruskrebs erhöht würde (siehe: Wechseljahrs-Therapien).
Viele Beschwerden werden durch die starke Beanspruchung der Hirnanhangdrüse verursacht – wie etwa Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Angstzustände. Hier hilft die Silbertraubenkerze (z.B. Remifemin) sehr gut; sie wirkt einerseits als Phytoöstrogen, und hilft damit, sowohl Mangel als auch eine eventuelle Östrogen-Dominanz auszugleichen. Und andererseits wirkt sie harmonisierend auf die Funktion der Hirnanhangdrüse.
("Post" bedeutet nach). Die Postmenopause ist die Zeit der Wechseljahre, die nach der letzten Blutung folgt. Die Postmenopause überschneidet sich quasi mit dem Ende der Peri-Menopause und reicht etwa bis zum 65. Lebensjahr. Erst nach dieser Phase spricht man vom beginnenden Alter. Bei vielen Frauen, die bisher keine zusätzlichen Hormongaben gebraucht haben, hat sich der Körper bis hierhin meistens an die Hormonumstellung gewöhnt und kommt damit gut zurecht. Das heißt: Der Körper befindet sich wieder im Gleichgewicht.
Wirkung von Testosteron
Unterstützt Energiestoffwechsel
Fördert Knochenwachstum
Fördert Muskelaufbau
Wichtig für die Libido (in Zusammenspiel mit Östrogen)
Die Hormone unterliegen also nicht mehr den ständigen Schwankungen, sie befinden sich jetzt wieder in Balance – allerdings in neuer Zusammensetzung. Und diese wollen viele Frauen heute nicht mehr einfach so hinnehmen. Denn auch, wenn sich der Körper mit dem neuen Hormonspiegel arrangiert hat, so kann doch gleichzeitig ein Mangel vorliegen.
Wie die neuere Hormonforschung herausgefunden hat, haben die Hormone im Körper weit mehr Aufgaben als nur die Sexualsteuerung und die Fortpflanzung; durch Hormonmangel können viele Krankheitsbilder und Beschwerdebilder hervorgerufen werden.
In der Postmenopause kann es manchmal Probleme mit dem dritten Sexualhormon – dem Testosteron – geben. Wer denkt, Testosteron habe im weiblichen Körper nichts zu suchen, der irrt gewaltig. Testosteron ist eines der vier Androgene, die als natürlicher Bestandteil im weiblichen Körper vorkommen. Es wird sowohl in den Eierstöcken als auch in der Nebennierenrinde gebildet und hat wie das Progesteron vielfältige Aufgaben im weiblichen Körper.
Wenn die Eierstöcke ihre Funktion eingestellt haben, werden Androgene der Nebenniere im Fettgewebe verstärkt in Östrogene (das starke Östradiol und das schwächere Östriol) umgewandelt, um einen Rest-Östrogenspiegel zu gewährleisten.
Im medizinischen und wissenschaftlichen Dialog gibt es verschiedene, teils konträre Aussagen zur wahrscheinlichen Entwicklung des Testosteronspiegels in der Postmenopause:
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