„Hier, probier dasss mal.“
Unsicher greife ich nach dem Brot. Es sieht bunt und lecker aus. Trotzdem schaue ich, ob sich etwas selbstständig zwischen den beiden knusprigen Brotteilen bewegt. Skeptisch beiße ich ab. Ein Schauer läuft mir den Rücken hinunter.
K-Ö-S-T-L-I-C-H! Unbeschreiblich. So etwas habe ich noch nie gegessen.
„Was ist das?“
Bert lacht: „Das willst du gar nicht wissen. Glaub mir. Aber es ist sehr bekömmlich und nahrhaft.“
Marsianer-Milton: „Und esss issst nicht ssso giftig, wie dasss, wasss ihr auf der Erde zu esssen bekommt. Auch wenn esss alsss gesssund verkauft wird.“
Er führt mich noch stolz in seinem Verkaufslager herum und zeigt mir die skurrilsten Dinge, die es im ganzen Universum nur bei ihm zu kaufen gibt, und die, wie er behauptet, für eine sichere Raumfahrt unabdingbar sind. Zum Beispiel der Blasensauger. Ein Gerät zum Trinken von frei schwebenden Flüssigkeiten im schwerelosen Zustand. Oder, ganz wichtig, der GALAXO P4000. Ein Universal-Übersetzer aller kommunikatorischen Vorkommnisse des bekannten Weltalls.
Plötzlich meldet sich Berts Taschenfunk, seine ständige Verbindung mit der Rakete.
„Alarm, Alarm, ogottogottogott, Alarm!“
„Was ist los, Boco?“
„Ich heiße nicht Boco!“
„Ja, ich weiß, also, was ist los?“
„Wer spricht denn da?“
„Ich bin es, Bert, wer sonst!“
„Ich frag ja nur. Phh!“
„Entschuldigung. Was gibt es, etwas Schlimmes?“
„Ich weiß nicht so genau. Eine wichtige Nachricht halt.“
„Von wem?“
„Ich weiß nicht so genau. Irgend so ein Ober- oder Unterrat. Galaktische Sicherheit…..sofort…..wer helfen kann…..prxl brizz…..große Wichtigkeit, oder so ähnlich. Ich schlage vor, du hörst es dir selbst mal an.“
„Gute Idee. Wir kommen sofort.“
Bert wendet sich Marsianer-Milton zu: „Tja, alter Kumpel, wie es aussieht, müssen wir wohl wieder los. Es ist immer schön, dich zu sehen.“
„Ja, Bert, esss issst auch immer sssön, dich zu sssehen.“
Seine Saugnäpfe berühren meine Hand.
„Bisss dann mal wieder, Milton. Esss hat mich sssehr gefreut.“
„Es hat mich auch sehr gefreut, Marsianer-Milton.“
Er lächelt glücklich und nuschelt vor sich hin: „Marsianer-Milton. Ha, haaa.“
Beim Verlassen des Gebäudes dreht Bert sich noch einmal um, zeigt mit dem Finger auf Marsianer-Milton und fragt: „RRPS?“
„RRPS, Bert, Aloha!“
„Aloha!“
„Wichtige Ansssage desss Verkaufbürosss Marsss von Marsssianer-Milton. Ssso, jetzt kommt die Ansssage: Greifen Sssie zu! Nur heute! Nehmen Sssie drei, zahlen Sssie zwei! Beim Kauf von drei lege ich noch einen drauf, ha, ha!
Aussserdem im Angebot: die leckeren…..krrrks, knarks…..Missst…..krchchch…..pieeep.“
Wir setzen uns in die bequemen Sessel des Kommando-
Raumes.
„Da seid ihr ja endlich“, piepst der Computer, „ihr trödelt auf diesem öden Stück Felsen herum und ich bin hier ganz, ich betone, ganz alleine mit dieser wichtigen Wichtigkeitsdurch-
sage dieses Oberrates dieser wichtigen Oberweltraumberater, oder so.“
„Ja, ja, schon gut“, sagt Bert ruhig und gelassen. „Und jetzt spiel uns bitte die Durchsage mal vor.“
„Okay.“
„Bzzzzzrracks…..hallo…..kann mal jemand antworten, es ist wichtig!…..Hallo…..hallo, we kann…..hrmsta brambl…..
pieeep…..hier spricht der oberste Oberrat des …..Universums. Hilfe. An alle Raumfahrer. Dringend Hilfe…..Notfall…..sofort zu brzzzzw…..Sektor 35-A12, Quadrant 7 kommen…..Galaktische Sicherheit…..sofort…..wer helfen kann…..prxl brizz…..große Wichtigkeit…..“
Wir schauen uns beide fragend an.
„Und?“, frage ich.
„Hast du ein bisschen Zeit?“, fragt Bert.
„Klar!“
„Na dann, schätze ich, wird unser kleiner Ausflug etwas länger dauern.“
Bert öffnet die Konsole mit den wunderschön verzierten Knöpfen und drückt, so ungefähr die Nummer vierundachtzig mit der Gravur GRWW.
Ein kleiner Ruck, der uns kurz in die bequemen Sessel drückt, und schon ziehen die Sterne in langen Farbfäden, wie gekochte Spaghetti, an den Raketenfenstern vorbei.
Was zum Teufel ist eigentlich RRPS?
Der Duckenwald ist schon eine Welt für sich. Eigentlich kaum zu glauben, dass er auf der Erde ist. Er sieht aus wie ein ganz normaler Mischwald aussieht. Bäume, vor allem Bäume befinden sich hier. Und gelegentlich ein paar Wege. Na ja, eher Trampelpfade, die langsam wieder überwuchern, da sie nur selten und von ganz wenigen Gestalten benutzt werden.
Hohe, alte Bäume. Knorrige, nicht ganz so hohe, alte Bäume. Bereits umgestürzte, alte Bäume. Und jede Menge Busch- und Strauchwerk prägen das Bild dieses Waldes. Die wenigen kleinen Lichtungen sind mit dichtem Gras und Moos bedeckt. Hier sieht man auch unzählige, bunte Blumen, wenn es Zeit für bunte Blumen ist.
Die Besonderheit des Duckenwaldes liegt in der Tageszeit. Am Tage, oder besser gesagt, wenn es hell ist, hast du keine Chance dich hier zu orientieren. Nicht mal an der Sonne. Sie scheint, egal wo man hin geht, immer an der gleichen Stelle zu scheinen. Als wenn man sich auf einer Drehscheibe bewegt. Du gehst und bewegst dadurch die Drehscheibe unter dir, bleibst aber auf der gleichen Stelle. So ungefähr, jedenfalls. Genau kann man dieses Phänomen mit dem Duckenwald nicht erklären. Auf jeden Fall, wenn man tagsüber, egal, in welche Richtung man sich bewegt, durch den Duckenwald geht, kommt man da nicht mehr raus!
Nachts ist das anders. Okay, das Gebiet ist schon sehr groß und man sollte schon die ungefähre Richtung kennen, in die man möchte, doch die Waldgrenze ist problemlos, fast, zu erreichen.
Äste und Zweige scheinen in diesem Wald zu schlafen oder sich auszuruhen oder was auch immer. Sie hängen nachts tiefer und anders als in der Helligkeit. Und das nicht gleichmäßig. Soll heißen, wenn der dicke Ast der dicken Eiche Peter, ja, einige markanten Bäume hier haben Namen, aber das ist eine andere Geschichte, darauf komme ich später zurück, vielleicht, heute Nacht links, fast bis auf den Boden herunter hängt, ist er in der nächsten Nacht rechts auf halber Höhe zu finden, vielleicht. Man weiß es nicht vorher. Ich auch nicht. Und der kleine, dicke Mann mit dem langen, weißen Bart auch nicht. Und der wohnt hier; im Duckenwald.
Woher der Name Duckenwald kommt weiß eigentlich auch niemand. Einige sagen, weil man sich nachts, um sich nicht den Kopf an den herunter hängenden Ästen zu stoßen, ducken muss. Andere behaupten, dass sich das Geräusch, welches entsteht, wenn man sich den Kopf an den herunter hängenden Ästen stößt, so anhört: DUCK!
Weißt Bescheid?!
Sucht euch etwas davon aus oder nehmt irgendeine andere Erklärung, die euch besser passt.
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