K.P. Hand - Willenbrecher

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Um dem Kopf einer organisierten Sklavenhändlertruppe auf die Spur zu kommen, schleust sich der Ermittler Norman Koch als Drogendealer in eine Verbrecherorganisation ein. Während er, abgeschnitten von seinen Kollegen und Vorgesetzten, sein Leben in Gefahr bringt um die vielen Entführten zu retten, verschwindet erneut ein junges Mädchen, das gar nicht weit von Normans Reichweite entfernt festgehalten und gefoltert wird.
Um sie zu retten benötigt Norman die Hilfe eines alten Bekannten: dem Auftragskiller Alessandro.
Überraschend möchte sich Alessandro mit Norman verbünden um ihm bei dem Fall zu helfen.
Norman lässt sich darauf ein, doch merkt er schnell, das dieser Verbrecher gar nicht so skrupellos war, wie er sich einen Auftragsmörder vorstellte. Zu der Angst, bei diesem Fall zu versagen, drängten sich Norman nun auch noch Gefühle auf, die er gegenüber diesem Mann keinesfalls zulassen will…
*Warnung: Dieser Roman will keinesfalls Gewalt verherrlichen, jedoch tauchen Szenen und Darstellungen von physischer und psychischer Grausamkeit auf, die auf manche Menschen verstörend wirken können. Außerdem enthält diese Geschichte explizit geschilderte homoerotische Szenen, an denen sich einige Menschen stören könnten. Altersempfehlung: ab 18 Jahre

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Mona war auch aufgefallen, das er hart gewesen war, als er über ihr gestanden und uriniert hatte. Er war also ein Mann, der demütigen musste, um Lust zu empfinden. Wieso?, fragte sie sich. Wer oder was hatte ihn zu so einem Monster werden lassen?

Er seufzte und zog brutal an ihren Haaren. Mona schrie auf, weil sie klaubte, ihr Rücken müsste durchbrechen. Mist, hatte sie etwa laut gedacht?

»Wirst du es je lernen? Oder muss ich ungefragtes Sprechen härter bestrafen? Antworte!«

»Nein, Herr«, keuchte Mona. »Tu ... tut mir leid, Herr ... ha ... habe n ... nur laut gedacht. D ... das w ... war k ... keine A ... Ab ... Absicht.«

Er brummte und ließ ihr Haar los. Kurz darauf spürte sie, wie er etwas in ihr nasses Haar einmassierte. Es roch nach einfacher Seife. Ein Geruch, den sie aus ihrer Kindheit kannte. Bei ihrer Oma hatte es Waschmittel gegeben, das genauso roch.

»Ich lass dir viel durchgehen«, hörte sie ihn sagen, während er sanft die Seife einmassierte. Sicherlich hatte er viel Übung darin, überlegte sie, und mit einem Mal wurde ihr schlecht.

Wie viele Frauen er mit seinen Händen wohl schon geschlagen, wie viele er mit seinem Glied wohl schon vergewaltig hatte?

»Aber ich antworte dir Trotzdem, weil es mir wichtig ist, dass du das weißt«, meinte er. »Du fragtest, wieso. Willst du wissen, wieso ich so bin? Antworte.«

»Ja, Herr.«

»Sicher kommen dir jetzt allerlei Geschichten über eine schlechte Kindheit oder über Eltern, die genauso waren, in den Sinn, oder?«, fragte er höhnisch und lachte auf. »Erstaunlicherweise ist das nicht der Fall. Ich wuchs bei Pflegeeltern auf, die mich sehr geliebt haben. Eine ganz normale Familie, ich wurde behandelt, als wäre ich ihr blutsverwandte Sohn. Meine leibliche Mutter habe ich nie persönlich kennengelernt, da ich ihr schon am Tag meiner Geburt weggenommen wurde. Und nein, das hat kein Trauma hinterlassen. Ich kann mich nicht einmal an diese Frau erinnern. Sie war mir immer egal. Faszinierend, oder? Ich meine, man glaubt immer, jemand wie ich müsste einen Grund haben, warum er so handelt, wie er eben handelt. Bei mir ist das nicht der Fall. Ich war, wie die Hundegeschichte zeigt, von Anfang an so. Ich war immer ein guter Junger gewesen, sagten meine Pflegeeltern. Gute Noten, kein Drogen- oder Alkoholmissbrauch. Ich habe auch keine Tiere zu Tode gequält oder Häuser angezündet. Nein, ich war ganz normal. Bis auf die Tatsache, das ich gerne unterwerfe. Ist ja auch kein Problem, solange niemand zu Schaden kommt. Aber das reicht mir einfach nicht, verstehst du? Ich will nicht nur ein Spiel spielen, ich will, dass das Spiel mein Leben ist. Eine Person zu brechen und sie an mich zu binden, bringt mir Erfüllung. Ich brauche keinen Haufen Sklaven, mir reicht schon eine einzige, die perfekt gehorcht. Keine Ahnung, woher das kommt. Es war einfach von Beginn an in mir drinnen. Beantwortet das deine Frage? Antworte!«

»Ja, Herr.« Eigentlich hatte sie jetzt noch etwa eine Millionen mehr Fragen, traute sich aber nicht, auch nur eine zu stellen.

Mona spürte, wie er ihr die Seife auf dem Haar wusch.

»Hm«, machte er dabei. »Du hast schönes Haar. Lang und wellig. Dunkel. Die meisten haben ja eine Vorliebe für Blondinen. Du ahnst nicht, was meine Kunden für eine blonde Sklavin oder einen blonden Sklaven zahlen! Ich hingegen mochte schon immer eher dunkles Haar. Lang, damit ich daran ziehen kann.«

Was er auch sofort wieder tat, diesmal aber sanft. Er zog Monas Kopf zurück bis sie den Rücken durchdrücken musste.

Sie kam sich schrecklich entblößt vor, als sein Blick an ihr hinab glitt.

»Hmm«, schnurrte er wieder genüsslich an ihr Ohr. »Wie ich schon gesehen habe, lässt du ein Dreieck Haare bei der Intimrasur stehen. Ich wusste, du hast Stil. Meine Vorliebe für dunkles Haar beschränkt sich nämlich nicht ausschließlich auf Kopfhaare.«

Mona traten wieder Tränen in die Augen. Aber sie war froh, dass sie sich vor einigen Tagen nicht blank rasiert hatte. Es wäre schlimmer gewesen, wenn er freien Blick gehabt hätte.

Er ließ sie los, erhob sich und trug ihr auf: »Steig aus der Wanne.«

Mona tat es und stellte sich mit gesenktem Kopf neben die Metallwanne.

»Kopf zurück«, befahl er, als er mit einem Handtuch hinter sie trat.

Er trocknete ihr Haar sorgfältig damit ab und fragte dabei: »Hast du einen festen Freund? Antworte!«

»Ja, Herr.«

»Ah, deswegen zierst du dich so«, glaubte er zu wissen. »Ist er gut zu dir? Antworte!«

»Ja, Herr.«

»Hat er dich je betrogen? Antworte!«

Mona schloss die Augen und schwieg. Sie wollte jetzt nicht an Dennis denken. Wenn sie an ihn dachte, würde sie nur einen Weinkrampf bekommen, weil sie sich nach ihm sehnte.

Er zog wieder an ihrem Haar und zischte warnend: »Antworte!«

»I-ich weiß nicht, Herr.«

»Das heißt meistens, ja«, erwiderte er und begann, mit dem Handtuch ihren Körper abzutrocknen.

Das stimmte nicht so ganz. Mona war sich nicht sicher, ob Dennis sie wirklich einmal betrogen hatte. Es gab da einige Nachrichten von Exfreundinnen, auf die sie gestoßen war, aber in keiner der Nachrichten stand, dass er sich je mit einer von ihnen getroffen hatte, als er mit Mona zusammen gewesen war.

Ihr Entführer legte ihr das Handtuch um die Schultern und ging hinüber zum Tisch. Als er wider kam, hatte er eine Bürste in der Hand und begann ganz sanft, ihr langes Haar zu bürsten.

»Was glaubst du, wie viel Zeit vergeht, bis er eine andere fickt und dich einfach vergisst?«

Mona wusste, was er vorhatte und versuchte, nicht auf seine Worte einzugehen.

»Ob es jemand sein wird, den du kennst?«, grübelte er laut weiter. »Oder wird er einer neuen Frau begegnen? Vielleicht verliebt er sich ja in eine Ermittlerin, die dich suchen sollte. Und während sie sich näher kommen, vergessen sie dich einfach.«

Dafür müsste es eine Ermittlerin gegeben, die an Monas Fall beteiligt war. Was er nicht wissen konnte, weshalb seine Überlegungen völlig irrelevant waren. Sie würde sich nicht von ihm manipulieren lassen! Aber tief in ihr drinnen begann sie, sich dieselben Fragen zu stellen.

Dennis war jung. Warum sollte er Jahrelang auf sie warten? Zumal er schon immer ein Draufgänger gewesen war, der gerne Mädchen abschleppte. Mona war die eifersüchtige Spaßbremse für ihn gewesen. Vielleicht genoss er bereits seine Freiheit und ...

Nein , so durfte sie nicht denken! Wenn sie erst einmal anfing, über so etwas zu grübeln, würde sie ganz schnell aufgeben. Und das durfte nicht passieren. So leicht wollte sie es ihm nicht machen. Kampflos würde sie sich nicht ergeben. So einfach würde er sie nicht brechen.

Er lachte leise, als er ihre Haare durchgebürstet hatte.

Nachdem er das Handtuch und die Bürste weggelegt hatte, ging er um sie herum und setzte sich mit einer Zigarette wieder in den Stuhl, der direkt vor ihr stand. Lässig lehnte er sich zurück und zündete sich seine Kippe mit einem goldenen Benzinfeuerzeug an.

Dann verlangte er zu erfahren: »Wie lautet sein Name? Antworte!«

Mona schwieg.

Ganz gelassen erklärte er ihr: »Wenn du nicht antworten willst, werde ich dich bestrafen müssen. Da ich deinen Rücken schonen möchte, werde ich dich an anderen Stellen schlagen müssen. Vielleicht nehme ich diesmal den Rohrstock, beug dich über die Stuhllehne und versohl dir den Hintern. Vielleicht nehme ich auch eine Zange und kneif dir einen Nippel ab.«

Er legte den Kopf zur Seite und betrachtete sie eingehend. »Ja, einen werde ich dir abnehmen können, das stört mich nicht. Oder ich lass ihn einfach wieder annähen, was doppelte Schmerzen verursachen würde ...«

»Er heißt-«

»Ah-ah-ah!«, unterbrach er sie sofort. »Eins noch: Wenn du mir einen falschen Namen nennst, finde ich es heraus und überlege mir das mit der Vergewaltigung noch mal. Sag mal, ist dein Arsch eigentlich noch jungfräulich? Wenn nicht, weißt du, wie schmerzhaft es ist, wenn er ohne jegliches Gleitmittel brutal durchgenommen wird. Wenn doch ... nun, lass dir gesagt sein, du wirst danach nie wieder ungehorsam sein wollen.« Sein ernster Blick verriet ihr, dass er keineswegs leere Versprechungen machte.

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