Angst der Jünger
Thomasevangelium
Straße des Blutes
Einzug in Jerusalem
Simon der Aussätzige
Tempelreinigung
Verfluchung des Feigenbaumes
Den Tempel zerstören und innerhalb von drei Tagen wieder aufbauen
Verrat des Judas
Frauen um Jesus
Wann feierte Jesus das Letzte Abendmahl?
Brot und Wein – Fleisch und Blut Jesu?
Der Prozess
Leidensweg und Kreuzigung
Opfertod Jesu, Erlösungslehre
10. Kapitel
Auferstehung und Himmelfahrt
Erscheinungen Verstorbener
Was geschah mit dem Körper Jesu?
Geistkörper
Bilokation
Nahtoderlebnisse
Wiederkunft als Messias nach der Auferstehung
Himmelfahrt
11. Kapitel
Das Grabtuch von Turin
Art des Abbildes
Beschaffenheit und Alter des Tuches
Körper eines wie Jesus Gekreuzigten
Handelt es sich um menschliches Blut?
Tot oder noch lebend?
Radiocarbon-Datierung
Pseudowissenschaftliche Verwirrnis
Möglicher oder wahrscheinlicher Ablauf der Geschehnisse
Zusammenfassung für Überflieger
Gründe und Ablauf einer möglichen Manipulation
Weitere Indizien gegen das Ergebnis der Radiocarbon-Datierung
Weitere Indizien für die Echtheit des Tuches
Restaurierung des Tuches
Kirchliche Internas
Geschichte des Grabtuches
Übernatürliche Entstehung?
Fazit
12. Kapitel
Ging Jesus nach Indien?
Die Reise des Nicolas Notovitch
Das Wassermann-Evangelium
Die Verlorenen Stämme
Jesus in Kaschmir
Jesu Grab in Srinagar
Yuz Asaf
Barlaam und Josaphat
13. Kapitel
Paulus
Auferstehung von den Toten
Jesus ist Christus, der Messias und Sohn Gottes
Erbsünde - Auserwähltheit
Heidenmission, Beschneidung
Brüder und Schwestern im Herrn
Einstellung zu den Frauen
Stellung zu den Juden
Leibfeindlichkeit, Askese
Parusie
Was bleibt von Paulus?
14. Kapitel
Frühe Kirche
Wer ist der Wichtigste? Wer hat Recht?
Einheit und Zersplitterung
Stellung der Frau Was machte diese neue Religion so attraktiv?
Gemeindeleben
Die Krone des Martyriums
Einsiedler und Klöster
Exoterische und Esoterische Kirche
Ausblicke und Träume
15. Kapitel
Maria, Mutter der Kirche – Marienerscheinungen
Was bleibt von Jesus?
Anhang 1:Karte von Palästina zur Zeit Jesu
Anhang 2:Das Evangelium nach Thomas
Hinweise
Literaturverzeichnis
Literaturhinweise
Abbildungsnachweis
„Ich kann noch nicht sterben! Ich muss noch so vieles über Jesus wissen!" Wladimir Kramarewski, ein Nachbar zu meiner Jugendzeit, war bei uns auf einen Kurzbesuch, als er diese Worte enthusiastisch ausrief. Er, ein russischer Emigrant, war damals, in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts, ein rüstiger Greis über 80.
Als ehemaliger weißrussischer Offizier im russischen Bürgerkrieg war er um 1920, nach dem Sieg der Roten Armee, über China nach Paris geflüchtet.
1945 emigrierte er mit seiner deutschen Frau nach Deutschland, wegen der er Racheakte der Franzosen befürchtete. Letztlich wurde er in einer Zweizimmerbaracke neben unserem Haus sesshaft. Obwohl keiner Religionsgemeinschaft angehörig, interessierte er sich leidenschaftlich für alles, was mit Spiritualität zusammenhing.
Ich reagierte damals ziemlich verständnislos und dachte mir: „Was will er denn noch groß Neues über Jesus finden? Seit 2000 Jahren machen sich die klügsten Köpfe über ihn Gedanken. Da ist doch schon alles erforscht. Die Kirche erzählt uns doch ständig von ihm. Wenn die es nicht wissen, wer dann?"
Etwa 20 Jahre später: Es ist mein 40. Geburtstag. Ein Geschenk besonderer Art wartet auf mich.
Ich komme mit dem Auto gerade von der Arbeit und hole einen Kollegen von dessen Dienststelle ab, mit dem ich Fahrgemeinschaft habe. Wir fahren, um auf die Autobahn zu kommen, auf eine sehr belebte Kreuzung zu. Die Ampel schaltet auf Gelb. Ich trete kurz aufs Gas, um noch drüber zu rutschen.
Auf Höhe der Ampel ruft mein Kollege plötzlich: "Pass auf, Pass auf!". Auf einen Schlag verändert sich meine Wahrnehmung. Wie in Zeitlupe sehe ich von links etwas Weißes heranschweben und höre wie aus der Ferne ein Martinshorn. Ich habe das Gefühl, das könnte jetzt das Ende sein, und sehe mich schon im Geiste über der Unfallstelle schweben, wie ich es in verschiedenen Berichten über Nahtoderfahrungen gelesen habe. Ein Gedanke wird mir eingegeben: "Wenn du nicht mehr aus deinem Leben machst, wirst du hier nicht mehr benötigt!". Eine kurze, ruhige, aber bestimmte Ansage – ein Tritt in den Hintern.
Brechen und Krachen durch den Aufprall versetzen mich jäh wieder in den gewohnten Zeitablauf. Das Auto wird in die seitliche Abgrenzung geschleudert, kommt zum Stehen, und alles ist auf einmal ruhig. Mein Kollege und ich sitzen in einem Schrottauto.
Ein Krankenwagen war in den vorderen Kotflügel auf meiner Seite gekracht, so dass mein Fußraum um zwei Drittel geschrumpft war. Front- und Seitenscheiben hatten sich in Brösel aufgelöst und flogen mir ins Gesicht.
Wir sehen uns an und fragen uns gegenseitig, ob wir okay sind. Ich bejahe, da ich mich gut fühle. Weil die vorderen Seitentüren blockiert sind, kriechen wir über die Lehnen, um durch die Hintertüren auszusteigen.
Erst draußen setzt auf einmal der Schmerz in meinem geprellten linken Unterschenkel ein, so dass ich mich einer Ohnmacht nahe fühle. Blut, verursacht durch das Fensterglas, läuft mir über das Gesicht.
Ein Ersatz-Krankenwagen bringt mich ins Krankenhaus, aus dem ich nach Vernähen der Schnittwunden wieder entlassen werde. Mein Kollege fährt mit der Bahn nachhause. Er hat zum Glück nur ein paar blaue Flecken.
Nachdem ich zunächst ein schlechtes Gewissen habe, da ich ja einem Krankenwagen in die Quere kam, stellt sich heraus, dass dessen Fahrer der Schuldige ist. Er fuhr bei Rot über die Kreuzung, ohne sich zu überzeugen, ob diese frei ist.
Während der drei Wochen im Krankenstand geht mir diese innere Stimme nicht aus dem Kopf, die mehr von mir wollte, als ich bisher geliefert hatte.
Mir dämmerte, dass ich bisher spirituell nur theoretisch gelebt hatte, d.h. mich mit Lesen von spirituellen Büchern zufriedengegeben habe. Ich musste wohl auf Praxis umschalten. Ein unbequemer Gedanke. Man muss sein Leben umstellen. Wer macht das schon gerne?
Da traf es sich gut, dass ich gerade ein Buch des indischen Yogameisters Paramahansa Yogananda mit dem Titel: Autobiografie eines Yogi gelesen hatte, der darin einen Weg aufzeigt wie man sich mittels Meditation spirituell weiterentwickeln kann, wobei er mich mit Beispielen aus seinem Leben sehr beeindruckte. Unter dem Eindruck dieses Buches begann ich anhand der Lehrbriefe, die von der von Yogananda gegründeten Organisation (Self-Realization Fellowship) herausgegeben werden, regelmäßig zu meditieren.
Wieso schildere ich dies so ausführlich? Was hat das mit Jesus zu tun?
Nachdem ich mich nach dem Erlebnis mit unserem russischen Nachbarn zunächst mit Jesus aus der christlichen Sicht heraus beschäftigt hatte, sah ich nun nach und nach Jesus auch aus der Perspektive der östlichen Religionsphilosophie. Und da taten sich ganz neue Erkenntnisse auf. Für viele seiner rätselhaften Aussprüche und Taten gab es dort Parallelen.
Ich erkannte, dass es keine christliche, hinduistische, jüdische oder muslimische Wahrheit gibt, sondern dass die Weisen aller Religionen wie auch Jesus dieselbe Wahrheit – auf verschiedenen Wegen – suchen und finden.
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