Ronja Erb - Mit Weite im Herzen

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Nach dem Unfalltod drei ihrer liebsten Menschen entscheidet sich Helen, einen Neuanfang zu wagen und nach Namibia auszuwandern. Unter ungewöhnlichen Umständen bringt sie dort einen Sohn zur Welt und lernt dabei den taubstummen Jungen Kormoran kennen. Ihn verliert sie zwar bald aus den Augen, jedoch nicht aus dem Sinn. Zunächst eingenommen von ihrem jungen Mutterglück, sucht sie nicht weiter nach Kormoran. Zudem kommen erste Schwierigkeiten auf: Beim Kauf ihres Hauses stellt Helen fest, dass sie alte Wunden aus der Geschichte der Namibier aufreißt. Zum Glück gibt es Heinrich, einen Wanderarbeiter, der Helen hilft, in Namibia richtig Fuß zu fassen und auch Kormoran wiederzufinden. Zwischen Heinrich und Helen entwickelt sich eine tiefe Liebe, die es Helen ermöglicht, Altes zu überwinden und Neues zu beginnen.
Dieser Roman ist eine Hommage an Namibia und seine wundervollen Menschen.

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Rolf war ein Mann, den man als gute Partie bezeichnen würde. Wir hatten uns damals Hals über Kopf ineinander verliebt, als wir uns nach einem Vortragsabend beim anschließenden Sektempfang kennengelernt haben. Schon nach den ersten Sätzen, die wir miteinander wechselten, hatte es zwischen uns angefangen zu knistern. Rolf hatte in Gengenbach, einer kleinen Stadt im Schwarzwald, in der ich aufgewachsen bin, einen Vortrag gehalten, und ich hatte mir den damals schon in seinem Fachgebiet bekannten Experten nicht entgehen lassen wollen, da das Vortragsthema zu meiner soeben begonnenen Ausbildung als Bauzeichnerin passte.

Nach dem ersten Kennenlernen waren ein paar Verabredungen gefolgt, und schon nach kurzer Zeit waren wir ein Paar. Mein Vater war hochzufrieden gewesen, als ich ihm das erzählte. In seinen Augen hatte ich mir nun endlich einen vernünftigen Mann ausgesucht, einen erfolgreichen Architekten, wie er gern betonte. Für meine vorherigen Freunde hatte er nur zynische Bemerkungen übriggehabt. Sie waren alle nicht das gewesen, was er sich für seine Tochter vorgestellt hatte.

Nach Abschluss meiner Ausbildung haben Rolf und ich geheiratet. Kurz nach der Hochzeit hatte Rolf vorgeschlagen, nach Hamburg umzuziehen. Er hatte dort eine Stelle als Assistenzprofessor an der Universität angeboten bekommen. Ich war einverstanden gewesen und so hatten wir unsere Wohnung in Offenburg, wo wir gemeinsam gewohnt hatten, aufgelöst und waren nach Hamburg gezogen.

Die erste Zeit in Hamburg war für Rolf und mich unbeschwert und glücklich verlaufen. Wir unternahmen Wochenendausflüge ans Meer, machten lange Spaziergänge und liebten uns in den Dünen. Auch eine Anstellung hatte ich schnell gefunden, und die Arbeit hatte mir großen Spaß gemacht.

Nur neue Kontakte hatten sich nicht so zahlreich ergeben, wie ich mir das erhofft hatte. Letztlich hatte sich in der ganzen Zeit nur eine richtige Freundschaft entwickelt – mit Lars. Wir hatten uns eines Nachmittags in einem Café in der Innenstadt kennengelernt. Ich hatte dort Zeitung lesend an einem großen Tisch gesessen. Da alle anderen Tische belegt gewesen waren, hatte er sich zu mir gesetzt. Nachdem wir beide eine ganze Weile, jeder an seinem Tischende, schweigend und in unsere Zeitungen vertieft dagesessen hatten, waren wir über einen Witz des Kellners ins Gespräch gekommen.

Lars war in den letzten Jahren zu einem guten Freund geworden. Er war anfangs wohl etwas verliebt in mich gewesen, hatte sich das aber nicht wirklich anmerken lassen. Es war gerade so viel gewesen, dass ich mich dadurch geschmeichelt fühlte, es aber unserer Freundschaft nicht im Wege stand. Vielleicht war ich auch ein wenig in ihn verliebt gewesen. Ich habe mir diese Frage aber nie ernsthaft gestellt, denn ich war mit Rolf so glücklich, dass mein Herz ohne jeden Zweifel ihm gehörte. Die Gefühle für Lars waren, wenn überhaupt, nur eine Schwärmerei gewesen.

Wie stark die Freundschaft mit Lars bereits war, habe ich nach dem Tod von Rolf und meinen Eltern gespürt. Lars stand mir in dieser Zeit zur Seite wie kein anderer. Er war es letztlich auch, der sich nach dem Unfall um alles kümmerte, der alle Formalitäten regelte, zu denen ich aufgrund meiner Niedergeschlagenheit und Erschöpfung nicht in der Lage war. Er hielt mich im Arm und beruhigte mich, wenn mich wieder und wieder Weinkrämpfe überfielen.

Die Trauer hatte mich an so vielen Orten überwältigt. Überall waren Erinnerungen an das Leben mit Rolf. Wir hatten zwar erst drei Jahre in Hamburg gelebt, aber es fühlte sich an, als wäre Rolf dort nach seinem Tod präsenter als zuvor. Ich sah ihn winkend die Straße mit dem Fahrrad hochfahren. Oder ich sah ihn mit einem Blumenstrauß hinter dem Rücken um die Ecke kommen, so wie an unserem ersten Hochzeitstag. Hunderte solcher kleinen Szenen sind in meinem Kopf gekreist, und sie sind mir täglich wieder begegnet.

So schwierig es für mich nach dem Unfall auch gewesen ist, in Hamburg zu sein, so hat es mir in Bezug auf die Trauer um meine Eltern geholfen. Wir lebten ja schon lange nicht mehr zusammen, und in Hamburg waren sie nur zwei Mal zu Besuch gewesen. Daher gab es auch nicht so viel, was mich im Alltag an sie erinnerte. Um schmerzenden Erinnerungen an meine Eltern aus dem Weg zu gehen, war ich nach ihrem Tod auch nur ein einziges Mal in ihr Haus in Gengenbach gefahren. Erst hatte ich gar nicht hinfahren wollen. Der Gedanke, das Haus leer vorzufinden, war mir unerträglich erschienen, aber Lars überzeugte mich davon, dass es nötig war, um einige Dinge zu regeln, und so fuhren wir zusammen hin. Im Haus war es sehr still, trotzdem machte es den Eindruck, als hätte es gerade erst jemand verlassen, um nur schnell zum Einkaufen zu gehen.

Beim Reingehen ins Haus war ich über eine halb gefüllte Gießkanne gestolpert, die neben einem großen Blumenkübel im Flur stand. Das Wasser ergoss sich auf die Fliesen, und ich war in die Küche gegangen, um einen Lappen zu holen. Lars half mir dabei, das Wasser aufzuwischen, anschließend schüttelte er die Gießkanne kurz, um zu prüfen, ob noch Wasser drin war, und goss das restliche Wasser in den Blumentopf. Wir sahen uns an und dachten wohl dasselbe. Nach einigen Sekunden des Schweigens sagte ich: „Das Orangenbäumchen haben meine Eltern vor sechs Jahren aus einem Urlaub in Sizilien mitgebracht und mühselig hochgezogen.“

„Willst du es mitnehmen?“, hatte Lars gefragt.

„Nein, das möchte ich nicht. Der Orangenbaum ist zwar wunderschön, aber er muss im Sommer draußen stehen und im Winter einen hellen und kühlen Platz haben. Das kann ich ihm in meiner Stadtwohnung nicht bieten. Er muss mit dem Räumungsverkauf entsorgt werden.“ Während ich das sagte, hatte ich mich umgesehen und versucht, mir vorzustellen, wie das Haus aussah, wenn alle Zimmer ausgeräumt waren. Ein kalter Schauer war mir dabei über den Rücken gelaufen. Das Gefühl von Zuhause und Beschütztsein, das das Haus immer verströmt hatte, war verschwunden.

Lars hatte mich aufgefordert, alles einzupacken, was ich behalten wollte und also nicht entsorgt werden sollte. Lange war ich schweigend durch die Räume gegangen und hatte anschließend fünf Kartons gefüllt.

Als ich mich nach meinem plötzlichen Lachanfall wieder etwas gesammelt hatte, stieg ich aus dem Bett und holte das Backblech in Herzform aus dem Küchenschrank. Meine Mutter hatte darin oft Kuchen für mich gebacken, und die Kuchenform war eine der Dinge gewesen, die ich aus dem Haus meiner Eltern mitgenommen hatte. Ich fragte mich, ob ich auch mal damit für mein Kind Kuchen backen würde, für dieses Kind in meinem Bauch. In der achten Woche musste ich sein. Ganz genau wusste ich das aber nicht. Meine Periode war seit dem Unfall nicht mehr regelmäßig gekommen, daher hatte ich zunächst auch gar nicht bemerkt, dass ich schwanger war. Da wuchs nun ein Kind in mir heran, und ich fragte mich, ob das der Grund für meine wiedergefundene Lebensfreude war. Doch ich verneinte das, denn bis jetzt hatte ich die Schwangerschaft gar nicht richtig wahrgenommen.

Nachdem mein Frauenarzt mir die Schwangerschaft vor zwei Wochen bestätigt hatte, war ich nach Hause gegangen, als hätte er mir gesagt, dass ich eine Grippe habe. Ich hatte mich irgendwie unbeteiligt gefühlt, so wie ich mich seit dem Unfall an meinem ganzen Leben unbeteiligt gefühlt habe. Wenn ich auch sofort wusste, wer der Vater war und an welchem Abend – dem einzig möglichen – es passiert sein musste, so war alles bislang abstrakt geblieben. Doch jetzt, wo das Korsett der Trauer, das mir in den letzten Monaten jeden Atemzug schwer gemacht hatte, von mir abgefallen war, war ich gewillt, mich auf das Kind einzulassen.

Kapitel 2

Ich zog Bilanz. Ich war einunddreißig Jahre alt, schwanger, ohne Mann und Eltern, und lebte in einer Stadt, in der ich mich nicht mehr wohlfühlte. Ich fragte mich, was ich tun sollte, und begriff zum ersten Mal seit dem Unfall, dass eine Zukunft vor mir lag, ein Leben, das erst zum Teil gelebt war, und mich heute mit allem Nachdruck daran erinnerte, dass es gelebt werden wollte. Aber was sollte ich mit den kommenden Jahren anfangen? Im vergangenen Jahr war mir Zeit als eine sich zäh dahinziehende Masse erschienen, die sich so schwer durchschreiten ließ wie ein Sumpf. Nun stellte Zeit jedoch auf einmal wieder etwas Positives dar.

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