Anja Gust - Nur eine Petitesse

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Von Schleswig-Holstein ins schweizerische Engadin –
die Geschichte der Sina Brodersen geht weiter.
Von wegen Kleinigkeit!
Der für den Tod ihres Liebsten Verantwortliche befindet sich noch immer auf freiem Fuß, die Justiz zeigt sich weiterhin passiv. Kein Wunder, dass Sina zur Selbstjustiz greift. Sie will Gerechtigkeit und dazu scheint ihr jedes Mittel recht. Nach dem Motto: «Friss oder stirb» setzt sie alles auf eine Karte. Dann aber trifft sie eine fatale Entscheidung.
Dunkle Geheimnisse und seelische Abgründe in einer Welt von Macht und Gewalt – ein Thriller über das Netzwerk der Mafia.

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„Warum nicht? Es ist sechzehn Uhr“, erwiderte sie dreist und sah ihn verwundert an.

„Tut mir leid, bei mir ist es gerade fünf vor“, korrigierte er sie sofort recht barsch. „Oder gehen Sie immer überpünktlich?

„Was für eine Frage … Natürlich nicht. Aber falls es Sie beruhigt, ich habe heute fünf Minuten früher begonnen.“

„Tatsächlich? Dann sollten wir wohl künftig Stechuhren einführen“, spöttelte Julius.

„Ja. Das wäre vielleicht angebracht“, meinte sie gleichmütig. „Wenn Sie mich bitte entschuldigen.“ Sie versuchte, sich an ihm vorbeizudrängen, doch er stellte sich ihr weiterhin in den Weg.

„Was soll das, Herr Schneeweiß?“ Rosanna wich einen Schritt zurück.

„Wieso? Was soll was?“

„Sie wirken so … aufgedreht.“

„Finden Sie?“

„Ja.“

„Nun ja, wenn Sie so angenehm duften, könnte man glatt denken … Was ist das eigentlich?“ Er beschnüffelte sie jetzt ganz ungeniert genau dort, wo er es beobachtet hatte, und kam ihr dabei unanständig nahe.

„Tut mir leid. Ich weiß nicht, was Sie meinen.“ Rosanna wich errötend vor ihm zurück.

„Wirklich nicht? Ich frage nur, weil mir der Duft sehr extravagant erscheint. Mir fällt es schwer zu glauben, Sie könnten sich ein solches Parfüm bei einem Stundenlohn von zehn Franken fünfzig leisten. Ich würde es eher bei einer Dame aus der hiesigen Jeunesse dorée 3vermuten“, behauptete er und beäugte sie durchdringend.

„Was wollen Sie damit sagen?“, empörte sich Rosanna sofort. Doch in ihrer Stimme schwang Verunsicherung.

„Ich will gar nichts sagen. Ich wünsche mir, dass Sie künftig darüber nachdenken, was Sie in den Zimmern unserer Gäste so treiben. Manches fällt auf, manches nicht. Im Übrigen sind meines Wissens die Bananen dort abgezählt.“

Rosanna verspürte einen Stich im Herzen. Wie war das möglich? Sie spürte, wie ihr das Blut ins Gesicht schoss. „Na, hören Sie mal! Das ist … ungeheuerlich!“, fuhr sie ihn entrüstet an.

„Das finde ich auch. Darum sage ich es ja“, erklärte Julius kühl. Nervös schaute er sich um, als fürchte er einen Horcher. Dann fuhr er mit gedämpfter Stimme fort: „Was würden Sie sagen, wenn ich etwas beweisen könnte, was Sie in arge Verlegenheit bringen würde? Ich meine eine Peinlichkeit, die Sie kaum rechtfertigen könnten?“

„Was ist das für eine Frage?“

„Eine, die Sie beantworten sollten.“

Ihr stockte der Atem. Sollte er etwas ahnen?

„Verstehen Sie mich richtig. Das ist jetzt eine rein hypothetische Frage“, setzte er scherzend hinzu.

„Ich weiß nicht, worauf Sie hinauswollen. In jedem Fall würde ich mich nicht erpressen lassen, sondern eine Klärung von neutraler Stelle erbitten“, entgegnete sie höflich. Doch ihre Stimme bebte.

„Selbst auf die Gefahr einer Niederlage?“ Eine diebische Freude leuchtete in seinen Augen.

Stolz drückte sie den Rücken durch. „Selbst dann“, antwortete sie ungerührt.

„Das freut mich“, entgegnete er zu ihrer Verwunderung.

„Wie bitte? Was freut Sie daran?“

„Dass Sie mich nicht enttäuscht haben. Nichts hasse ich mehr als vorteilsdenkende Kleinkrämer. Das können Sie mir glauben. Davon haben wir hier genug! Wen interessiert ein Schuss aus einem teuren Flakon oder das Fehlen einer Banane? Es trifft ja keinen Armen, verstehen Sie?“, spulte sich Schneeweiß plötzlich auf und bekam vor lauter Eifer ganz rote Backen.

„Nicht ganz. Aber wenn es so ist, wie ich jetzt annehme, dann sollten Sie tun, was Sie tun müssen!“, ernüchterte sie ihn jäh.

„Ist das Ihr letztes Wort?“ Enttäuscht wich er zurück.

„Was erwarten Sie?“, beargwöhnte sie ihn.

„Etwas Entgegenkommen vielleicht?“, tastete er sich erneut heran.

„In welcher Form?“

„Mit mehr Freundlichkeit vielleicht?“, wandte er mit seltsam bebender Stimme ein.

Rosanna stutzte für einen Moment. Sie hatte ein Problem, dieses Angebot zu begreifen. Als es ihr aufging, hätte sie ihn am liebsten geohrfeigt. Nur eine Form absurden Mitleids hielt sie zurück.

„Wenn es das ist, was ich jetzt annehmen muss, schlagen Sie es sich aus dem Kopf“, wies sie ihn mit verächtlicher Miene zurecht. „Ich bin tief enttäuscht von Ihnen, Herr Schneeweiß. Schämen Sie sich! Ich hielt Sie stets für einen Mann mit Charakter. Dass Sie sich aber soweit vergessen, ist nun wirklich unter Ihrem Niveau!“

Das zeigte Wirkung. Auf einmal glich er einem begossenen Pudel und rang um Fassung. Sein Plan, sie in die Ecke zu drängen, war zerplatzt. Er wusste nicht, was er tun sollte. Abrupt fühlte er, dass er sich nicht mehr in der Gewalt hatte und fürchtete, irgendeine Abscheulichkeit zu begehen. (Aber nur eine klitzekleine piksende Bosheit, kein Verbrechen, dazu war er zu feige.)

Die eigene Schlechtigkeit vor Augen fühlte er sich wie angespuckt und schämte sich – ein unerträgliches Gefühl. Sofort bemühte er sich um Schadensbegrenzung: Sein Pflichtbewusstsein zwänge ihn zu Dingen, die er hinterher bereue, erklärte er umständlich. Damit nicht genug, er entschuldigte sich in aller Form für seine ‚dumme Bemerkung‘. Er sei nicht bei Verstand gewesen und es täte ihm leid.

Jetzt verstand Rosanna überhaupt nichts mehr. Hatte sie das alles bisher nur als Ouvertüre betrachtet und schon mit dem Schlimmsten gerechnet, überraschte sie ein solch abrupter Rückzug nun doch.

„Sie verwundern mich, Herr Schneeweiß“, gab sie unumwunden zu. „So viel Großmut hätte ich Ihnen gar nicht zugetraut.“

„Was heißt hier Großmut? Sie verkennen einfach die Lage! Das ist alles!“, machte er plötzlich unmissverständlich klar.

„Mag sein. Dennoch danke ich Ihnen für ihre Offenheit.“ Da Rosanna das Gespräch nicht unnötig verlängern wollte, verabschiedete sie sich und begab sich nach draußen, ohne dass er Anstalten machte, sie daran zu hindern.

Außerhalb des Geländes erwartete sie ihr Bruder Maurice in seinem klapprigen Golf. Er hatte ebenfalls Dienstschluss.

Normalerweise fuhr er Rosanna von hier aus immer nach Hause. Allerdings war heute Vaters Geburtstag und somit eine der wenigen Gelegenheiten für eine familiäre Zusammenkunft. Obwohl Maurice an seiner Schwester hing, missbilligte er ihre Haltung zum Vater. Auch wenn dieser ein alter Griesgram war, so hatte er doch ein großes Herz.

Das sah seine Schwester freilich anders, weshalb sie schon lange von zu Hause ausgezogen war. Im Gegensatz zu einigen Almbäuerinnen hatte sie das kärgliche Dasein voller Mühsal und Improvisation satt und fühlte sich als Stadtmensch. Seit ihrer Kindheit schlummerte in ihr eine ungestillte Sehnsucht nach einem anderen Leben, als auf einer Hütte zu versauern. Folglich schied sie als mögliche Erbin für den väterlichen Hof aus. Dafür stand jetzt Maurice als jüngerer Bruder Pate.

Hinzu kam ihr knapp einjähriger Sohn Maxi aus einer Beziehung zu einem Hotelgast, was der Vater als große Schande betrachtete. Obwohl Rosanna bis heute hartnäckig darüber schwieg, war Maurice es über verschlungene Kanäle gelungen, den Kindesvater ausfindig zu machen. Wie war er erstaunt, dabei auf keinen Geringeren als einen prominenten Fernsehmoderator zu stoßen. Dieser war mit einer bekannten Journalistin verheiratet und führte in den Medien eine sogenannte Vorzeigeehe. Schon deshalb war die damalige Liaison seiner Schwester von explosiver Brisanz, weshalb ihr vehementes Mauern auf eine diesbezügliche Übereinkunft schließen ließ.

Für Maurice bestand kein Zweifel, dass Rosanna jenen Mann einst geliebt hatte. Welchen Knopf dieser Schnösel allerdings gedrückt hatte, dass sie darüber alle Vernunft vergaß, blieb ihm rätselhaft. Zudem nahm er an, dass sie dessen finanzielle Hilfe aus falsch verstandenem Stolz ausgeschlagen hatte, denn sie führte ein sehr bescheidenes Leben. Musste sie immer so stur sein? Auch wenn sie es niemals zugeben würde, schien sie unter jener Vertuschung zu leiden. War das der Preis ihrer Liebe?

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