>>Haben sie schon von dem furchtbaren Unglück in FrankfurtNiederrad gehört? <<, fragte der Taxifahrer.
>>Ja, gibt es etwas Neues? <<, fragte Corinna sofort.
>>Drei Tote und mehrere Schwerverletzte soll es gegeben haben. Bis jetzt hat sich noch niemand für diesen Anschlag verantwortlich erklärt<< ,erwiderte er, während jetzt eine Sondermeldung über Autoradio angesagt wurde.
Schnell stellte er das Autoradio etwas lauter, so dass man die wichtige Nachricht klar und deutlich mithören konnte.
„Heute Mittag wurde in England Nähe der Tower Bridge in der Themse eine männliche Leiche gefunden.
Der junge Mann fiel sehr wahrscheinlich einem schrecklichen Attentat zum Opfer. Ein Teil seiner Zunge wurde ihm im Mund abgetrennt, bevor man ihn in die Themse warf.
Eine Terror-Organisation, deren Name nicht veröffentlicht wurde, hinterließ ein Zeichen an dem Körper des Toten.
Mit großer Wahrscheinlichkeit ist der Ermordete junge Mann aus Frankfurt am Main. Auch besteht die Möglichkeit, dass sein Verschwinden mit dem geplanten Bombenanschlag heute in Frankfurt-Niederrad in Verbindung steht“, meldete der Nachrichtensprecher und gab das Wort an seinen Kollegen zurück.
Die grausame Nachricht gab Kai einen heftigen Stich ins Herz.
Ja, der ermordete junge Mann, ist mein Freund Ken!
Gestern lag er noch tot in meiner Wohnung in der Badewanne. Die Drogenmafia hat ihn umgebracht, seine Leiche nach England verschleppt und in die Themse geworfen. Dies möchte er jetzt laut hinausschreien, damit der grausame Mord an seinem Freund aufgeklärt wurde. Plötzlich fing er am ganzen Körper an, zu zittern. Wie kam sein Freund an diesen weit entfernten Ort? Man hätte ihn doch in den Main werfen können, fragte er sich.
>>Geht es dir nicht gut? << ,fragte Corinna von Anselm, nachdem sie bemerkte, dass er leichenblass war und ihm der kalte Schweiß auf der Stirn stand.
Der Taxifahrer war jetzt nicht weit von der Rennbahn in der Sachsenhauser Straße angekommen.
25 € verlangte er und schaute dabei auf seinen Taxameter. Corinna gab ihm 30 €.
>>Stimmt so! Danke! <<, sagte sie, während sie beide das Taxi verließen.
>>Hier wohnst du doch nicht? << ,fragte Kai und schaute an der alten Villa in Frankfurt-Sachsenhausen hoch.
>>Wieso? <<, fragte sie überrascht und sah ihn an.
Er konnte ihr doch nicht sagen, dass er sie schon einmal in einer anderen Wohnung gesehen hatte.
>>Komm mit! Du wirst es schon sehen<< ,erwiderte sie nur und hakte sich an seinem Arm unter.
Als sie die Haustüre öffnete, sah Kai, dass es im Inneren ein hochmodernes renoviertes Haus war.
>>Er ist schon da! <<, merkte Corinna an, als sich der Aufzug auf dem breiten Flur von selbst öffnete.
>>Ganz nach oben, müssen wir<< ,lies sie Kai Wissen, zog einen kleinen Schlüsselbund hervor und ging voraus in den Aufzug.
Die vierte Etage war nur über einen Schlüsselschalter zu erreichen. Corinna von Anselm hatte diesen Schlüssel. In wenigen Sekunden war der Auszug fast lautlos in der vierten Etage angekommen. Durch das automatische Öffnen der Aufzugstür wurde ein kleiner Vorplatz freigegeben, in dem nur eine Tür war. „Naomi Kramer", stand auf einem goldfarbenen Schild, das über einem Klingelknopf angebracht war.
>>Es ist nicht deine Wohnung?
Ich wusste es! <<, sagte Kai erschrocken nochmals, nachdem er das Namensschild gelesen hatte.
>>Nein! <<, erwiderte sie kurz und öffnete mit dem Aufzugsschlüssel, den sie noch in der Hand hielt, die Wohnungstür.
Durch ein leichtes Drücken ließ sich die Tür öffnen. Noch nie war sie alleine in die Wohnung von Naomi gegangen. „Für alle Fälle!“, sagte Naomi vor zwei Tagen und bestand darauf, dass sie den Schlüssel annahm.
Corinna von Anselm knipste sofort im Eingangsbereich das Licht an, ging langsam voraus und sah sich ängstlich um. Kai sah sofort. Die luxuriöse 260 qm große Wohnung war nobel eingerichtet und lies an Wohnkomfort keine Wünsche offen. Die ganze vierte Etage gehörte Naomi Kramer. Naomi lebte ihr luxuriöses eigenes Leben unerkannt in mitten der Großstadt. Ihre Jalousien brauchte sie nicht heruntergelassen, wenn sie sich leicht bekleidet und freizügig in ihrer Luxussuite bewegte.
Von dem gegenüberstehenden Haus, das nur 3 Stockwerke hoch war, konnte man ihre Wohnung nicht einsehen.
Unbeobachtet von der Außenwelt, genoss sie ihren Reichtum, die Sexualität ihrer Liebhaber, und die Macht des Geldes.
>>Was wollen wir eigentlich hier? <<, fragte Kai.
>>Ich will wissen, warum man meine beste Freundin heute an der Pferderennbahn umbrachte. Morgen wird die „SOKO" der Frankfurter Kripo kommen und die Wohnung auf den Kopf stellen<< ,erwiderte sie kämpferisch, während sie jetzt eilig voraus durch die einzelnen Räume ging.
>>Da, schau her, hier ist ihr Büro! <<, sagte Corinna sich umschauend nach jeder Unauffälligkeit im Bürozimmer.
Der Computer war noch eingeschaltet. Auf dem Bildschirmschoner sah man das Logo ihrer Firma. Ein kleines Showprogramm, das sie auf einer Modemesse in Mailand aufgenommen hatte, lief über dem Monitor.
Plötzlich schaltete sich der Anrufbeantworter ihres modernen Computer-Faxtelefons ein.
>>Hallo mein Liebling! Hier ist Ruthard. Ich bin noch in meinem Büro bis 23:00 Uhr. Rufe mich bitte zurück. Es ist sehr wichtig! Ich liebe dich sehr. <<, dann legte der Anrufer den Hörer auf. >>Hast du das gehört! Das war mein Vater<< ,sagte Corinna völlig erschrocken von der Nachricht.
>>Wieso dein Vater? Was hat er mit Naomi Kramer zu tun?>> fragte Kai ganz überrascht.
Schnell ließ sie den Anrufbeantworter noch einmal zurücklaufen. Dann drückte sie erneut die Starttaste.
Nachdem sie den Anruf nochmals abgehört hatte, war es ihr klar. Ihr Vater hatte ein Verhältnis mit ihrer besten Freundin. Wie lange ging das schon, dachte sie.
Kai hatte das ganze Gespräch aufmerksam mitgehört. >>Ist dein Vater etwa der Chef der International Bank? <<, wollte Kai interessiert wissen.
>>Ja, so ist es! Warum? <<, antwortete Corinna und setzte sich auf den Drehstuhl, der vor dem Computerschreibtisch stand.
>>Woher kennst Du ihn eigentlich? <<, fragte sie ganz aufgeregt und redete sofort weiter.
>>So ein geiles, verlogenes Schwein! Hatte meine Mutter doch recht. Ich wollte es ihr nicht glauben, <<, schimpfte sie ungehalten erzürnt und schlug mit der flachen Hand auf den Computertisch. Durch die Bewegung der Computermaus, die auf dem Schreibtisch lag, hatte sich der moderne Personal-Computer automatisch eingeschaltet.
Nach einigen Sekunden konnte man alle Symbole der Programme auf dem Bildschirm erkennen.
Automatisch startete jetzt wie gewünscht, dass „Online-Express Programm" ihres PC.
Nach weiteren Sekunden hatte der PC die Mailbox von Naomi Kramer abgefragt.
Eine neue E-Mail stand nur in ihrem Posteingang!
Absender: Ruthard von Anselm International Bank Frankfurt.
Der PC verlangte ein Codewort.
Verzweifelt versuchte Corinna die Nachricht, zu öffnen. Sollte ich ihr dabei helfen, dachte Kai, während er sie beobachtete. >>Vielleicht wäre es besser die Nachricht nicht zu öffnen! << ,schlug Kai vor, als er sie hilflos vor dem Bildschirm sitzen sah. >>Hilf mir doch bitte! <<, sagte sie verzweifelt und schaute ihn an. >>OK! Wenn du es unbedingt möchtest! <<, antwortete Kai und nahm, nachdem Corinna aufgestanden war, vor dem Computer Bildschirm Platz.
Für ihn war es eine Leichtigkeit, das ganze System in dem kleinen PC zu überlisten. Sehr viele Sicherheits-Programme hatte er selbst schon geschrieben. Er kannte sich bestens aus in der Software, wenn es sich um Anwendungs-Programme der Datensicherung handelte.
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