Um keinen Preis der Welt würde Mona-Celine ihren knuffigen Schützling wieder weggeben!
Niemals!
Und Tina ?
Tja – sie dachte nun wieder an ihren dicken knuddeligen, alten, zerzausten Teddybären namens Paulchen, den sie einst so sehr geliebt - und doch einfach weggeworfen
hatte …
Ei – was spitzt da aus dem flauen,
unansehnlich letzten Schnee –
sind das nicht die lila-blauen
lieb Kroküsschen, die ich seh’?
Ach! Ich schau’ es voller Wonne,
‘s lässt froh mein Herze lachen,
wie sich alles reckt zur Sonne -
zartes Frühlingserwachen.
Welch zauberhafter Klang erfüllt
die kühle, nebelschwere Luft,
zwar noch in fahles Grau gehüllt,
doch mit dem Hauch von Frühlingsduft?
Die Amsel! Zwitschert im Geäst,
lustig hüpfend durch den Schnee
sie uns den Lenz nun ahnen lässt,
wie verkündend: Winter ade´!
Mich fröstelt. Doch ich lausche
dem Bache, dem das Eise
endlich schmilzt im wilden Rausche,
den Vöglein, die von langer Reise
heimgekehrt. Nur nicht verdrießen,
auch wenn‘s noch unbehaglich drauß’-
ich sehe schon die Knospen sprießen,
Frühlingserwachen lockt hinaus!
Es tummeln sich voll Wonne
auf einem Hügel in der Sonne
sechs Tiere, spielen miteinander –
Zobel, Dachs und Salamander.
Elster, Füchsin, Haselmaus,
machen sich ‘nen Spaß daraus,
Max, das Eichhorn auszulachen,
ihm zu sagen dumme Sachen.
Denn er mag nicht mit den vielen
andern Tieren sorglos spielen,
oder sich den Bauch voll schlagen
mit saftigen Beeren an heißen Tagen.
Nein! Er hat zu viel zu tun,
um sich einfach auszuruh‘n.
Baut eifrig im Buchenwipfel,
hoch oben im höchsten Zipfel.
Es wird sein nagelneuer Kobel.
Wozu – sprach Eduard, der Zobel –
braucht Max denn solchen Bau
und macht hier ständig nur Radau?
Hat ja nicht mal eine Braut
die mit ihm ein Nest sich baut!
Was hat der nur vor –
der einfältige Tor ?
Stimmt! Sagt Alex Salamander.
Es wär’ doch für ihn int‘ressanter
sich zu machen auf die Suche
nach ‘ner Liebsten für die Buche.
Elster Gerda glaubt es nicht:
Wozu macht der Eichhorn-Wicht
so eine Müh’ für sich allein?
Da fiele ihr doch was Besseres ein!
Selbst nicht so mancher Regenguss
bringt das Kerlchen in Verdruss,
seine Arbeit fortzusetzen,
tagaus, tagein sich abzuhetzen.
Zu dumm! Spricht da die Haselmaus -
Ich hab’ mein bescheidnes Haus,
das reicht für mich und meine Kinder
und schützt uns auch im kalten Winter.
Füchsin Dora sagt: Genau!
Ich bin ja besonders schlau!
Hab’ meine Wohnung untertage,
da bin ich sicher - keine Frage!
Doch Maxe ruhet nicht einmal
Im letzten warmen Sonnenstrahl.
Kaum ist er fertig in der Buche,
beginnt für ihn die Nahrungssuche.
Doch die gestaltet sich recht schwierig,
haben die andern doch schon gierig
so ziemlich alles weggesammelt,
und vieles ist bereits vergammelt.
Denn der erste Frost hat jetzt
bereits dem Walde zugesetzt.
Und Mitte Oktober ist‘s soweit –
über Nacht hat es geschneit!
Viel zu früh, sagt sich der Max,
‘ne warme Höhle hat der Dachs,
und gleichfalls sicher ist die Dora,
Haselmaus hat reichlich Vorrat.
Der Schnee zwar schmilzt, doch unverhofft
Kommt starker Regen – und zwar oft,
sodass der Waldbach über schwillt,
aus allen Poren Wasser quillt.
Dazu sich starker Sturm gesellt,
was Elster Gerda sehr missfällt!
Denn ihr recht wackeliges Nest
ist auf die Dauer gar nicht fest …
Sie flattert aufgeregt umher,
ihr Nest, das schaukelt immer mehr
und stürzet – ach! – mit lautem Krach
letztlich hinunter in den Bach.
Oh weh! Jetzt ist sie obdachlos
und findet dies gar nicht famos.
Was tun? Es regnet immer ärger,
der Sturm, der wütet immer stärker!
Eichhorn Max ruft: Komm nur herbei,
hier im Kobel ist Platz für Zwei!
Das lässt sich Gerda nicht zweimal sagen,
sie schon die nassen Flügel plagen.
Doch auch das Nest der Haselmaus
sieht aufgeweicht gar traurig aus.
Pitschenass wird‘s Mäusetier,
find‘s nicht mehr gemütlich hier.
Hüpft von Ast zu Ästchen nun,
weiß nicht wohin, was soll sie tun?
Zu Hilf! Zu Hilf! Ruft Haselmaus.
Da schaut Max zum Kobel raus.
Er blickt hinab zum Haselmäuschen:
Komm nur auch du mit in mein Häuschen,
selbst für uns Drei ist genug Raum!
Und - husch! – klettert‘s hinauf den Baum.
Auch Alex hat es gründlich satt,
weil er‘s zu nass nicht gerne hat.
Sinnt, es dem Mäuschen gleichzutun –
bittet Max um Einlass nun.
Und just kuscheln aneinander
sich Maus, Max, Elster, Salamander.
Doch auch die nächsten Tag’ darauf
hört das Unwetter nicht auf.
Es toset wild, ist bitter kalt,
auch Füchsins Hilferuf erschallt.
Denn Doras Bau wird immer nasser,
steht bis Halb schon unter Wasser.
Sie ist traurig auf der Suche
nach ‘ner Bleibe. Sieht die Buche
vom Hörnchen Maxe voller Schmach
und bittet ebenfalls um Obdach.
Auch Eduard, der eitle Zobel
wär’ gerne jetzt in diesem Kobel,
denn kalt durchnässt ist längst sein Fell,
find’ nirgends eine trockne Stell’.
Nun empfängt des Eichhorns Gunst
auch Eduard. Mit Kletterkunst
eilt er hinauf und wärmt zur Nacht
die anderen mit Kuschelpracht.
Auch Dachses Höhle gehet baden,
sein Wintervorrat nimmt stark Schaden.
Er trottet hastig durchs Geäst,
und Eisregen ihn frieren lässt.
Mal find’ er hier, mal sieht er dort
wohl Unterschlupf, ‘nen warmen Ort,
doch überall ist schon besetzt,
umsonst hat er sich abgehetzt!
Ist nicht der Einzige im Revier,
der sucht nach trockenem Quartier.
Knut, der Dachs, kann es nicht fassen,
warum will keiner ein ihn lassen?
Nicht mal seine Dachs-Verwandten,
Brüder, Schwestern, Onkel, Tanten,
sich scheren um den armen Knut!
Unverschämt! Denkt der voll Wut.
Und nach zäher Wohnungssuche
stößt er auf die hohe Buche.
Ach! Wie schön hat es Eichhorn Max,
sitzt im Trockenen! Denkt der Dachs.
Fast reumütig schaut Knut empor –
Nanu! War da ein Mäuseohr?
Der Dachs reibt seine Augen sich –
dies ist sehr verwunderlich!
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