Sandra Gatti geb. Müller - Mörderhölzli

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Mörderhölzli: краткое содержание, описание и аннотация

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Das Buch basiert auf den Polizeiakten eines vor über 100 Jahren im Zürcher Weinland verübten bestialischen Mordes. Das Opfer war die 21-jährige Bauerntochter Anna Müller, und das damals ungeklärte Verbrechen liegt bis heute wie ein Schatten über der Region.
Anhand der Ermittlungsakten sowie eigener Recherchen hat die Autorin einen Roman entwickelt, der die damaligen Ereignisse wieder zum Leben erweckt. Es ist ihr gelungen, Sachbuch, Krimi und historischen Roman zu einem fesselnden Werk zu verweben, sodass letztlich kaum mehr Zweifel bestehen, wer den Mord begangen hat.
Das Opfer Anna Müller war die Urgrosstante von Sandra Gatti-Müller.

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Kurz vor dem Mittagessen war Anna allein in der Küche beschäftigt. Sie war schlank, aber etwas grösser und kräftiger als andere Frauen. Ihre Schultern waren vielleicht eine Spur zu breit und ihre Hände fast so stark wie die eines Mannes. Ihre blonden langen Haare trug auch sie nach alter Väter Sitte im Alltag zu Zöpfen geflochten. Manchmal, an einem Sonntag, liess sie ihre Haare schon auch mal offen. Sollten die Leute doch reden! Sie war zwar ein tüchtiges Mädchen, das ihrer Mutter fleissig zur Hand ging, aber brav hätte sie dennoch niemand genannt. Anna hatte etwas Keckes und konnte ziemlich direkt sein. Manchmal benahm sie sich ganz bewusst anders, als man es von einer jungen Frau erwartet hätte und brüskierte damit gerne die Leute. Und ab und an auch ihre beste Freundin Emma. «Es täte Emma überhaupt gut, wenn sie etwas frecher würde», dachte Anna übermütig.

Das Feuer flackerte im Herd und verbreitete eine angenehme Wärme. Am Morgen war es bissig kalt gewesen, als sie ihren Kaninchen die Ställe ausgemistet hatte. Eine der Häsinnen hatte ihr Nest seit ein paar Tagen fertig, der Nachwuchs würde also nicht mehr lange auf sich warten lassen. Hoffentlich mussten die Kleinen dann nicht frieren. Die ­Häsin Bäbeli­ hatte als Mutter aber schon Erfahrung, da würde sicher alles rundlaufen, dachte Anna zuversichtlich. Sie freute sich auf die Jungen immer wieder aufs Neue. Daran, dass sie die Tiere irgendwann dem Metzger geben musste, wollte sie jetzt nicht denken. Den Batzen, den sie mit den Kaninchen verdiente, konnten sie auf jeden Fall gut gebrauchen.

Der Geruch von Zwiebeln und Schweineschmalz lag in der Luft und liess Annas Magen knurren. Endlich waren Poltern und Schritte zu hören. Anna rührte noch einmal in der Restensuppe und wappnete sich innerlich für das Mittagessen. Letztes Jahr hatte sie bei einer Bauernfamilie in Feldi im Haushalt geholfen, als da das zweite Kind zur Welt kam. Die Erinnerung an angeregte Gespräche am Mittagstisch, an freundliche Worte zwischen den Eheleuten und sogar für sie und das ältere Kind liessen Anna damals nachdenklich werden.

Anna wurde aus ihren Gedanken gerissen, als ihre beiden Brüder in die Küche stürmten. Adolf, der jüngste, rempelte Heinrich an, der vor ihm ging. «Menü eins bitte, Fräulein!», rief Heiri fröhlich. Dann liess er seinen Ellbogen kurz zurückschnellen, sodass Adolf, in den Bauch getroffen, aufstöhnte. Über Heiris Gesicht zuckte ein triumphierendes Lächeln.

«Habt ihr euch die Hände gewaschen?», fragte Anna und schaute Adolf in einer fast mütterlichen Art an.

«Ähm …»

«Pfui! Das nächste Mal verköstige dich bitte im Kuhstall, oder noch besser bei den Schweinen!»

«Adolf, Heiri! Marsch, die Hände waschen!», befahl der Vater, der soeben in die Küche getreten war, mit seiner kräftigen Stimme. Die beiden Burschen gehorchten und verliessen wortlos die Küche.

«Hoi Anna», sagte Vater Müller knapp. Er zwängte sich schnaufend auf die Eckbank hinter den Tisch und beobachtete aufmerksam, wie Anna die grosse Pfanne mit der Suppe auf den Tisch stellte. Jakob Müller senior war ein stämmiger Mann, sein dichtes Haar war erst von wenigen weissen Strähnen durchzogen und er trug wie die meisten Männer einen üppigen Schnauz. Seine kräftigen Hände waren rau von der harten Arbeit und seine Fingernägel hatten schwarze Ränder. Sie konnten zupacken, aber im Umgang mit den Tieren zeigte er eine überraschende Sanftheit. Anna mochte ihren Vater, wenn sie auch gehörig Respekt vor ihm hatte. Da er nicht viel sprach, war man nie so ganz sicher, woran man bei ihm war.

Annas Mutter war inzwischen ohne ein Wort des Grusses zu Tisch gekommen. Sie sass still auf ihrem alten Holzstuhl und schaute mit ausdruckslosem Gesicht an ihrem Gatten vorbei an die gegenüberliegende Wand. Die roten Hände mit den krummen Fingern hatte sie vor sich auf der Tischkante wie zum Gebet gefaltet.

«Wo ist Jakob?», fragte die Mutter, während sich die beiden Buben mit nun sauberen Händen an den Tisch setzten.

«Er musste für eine Notschlachtung zum Ehrsam nach Feldi», brummte der Vater. «Wird vermutlich später bei ihm.»

Während dem Essen wurde nicht mehr gesprochen.

Danach blieb Anna allein mit dem schmutzigen Geschirr zurück. Sie räumte Teller und Besteck vom Tisch vorsichtig in den Blechzuber. Das Wasser über dem Feuer war während des Mittagessens dampfend heiss geworden. Trotzdem legte Anna gleich nochmals ein Scheit ins Feuer, sodass die Flammen herrlich aufloderten. Wenn das die Mutter sähe! «Sparen sollte ich, vor allem auch beim Brennholz. Ach was, ich lasse mich einfach nicht erwischen», dachte Anna trotzig und schloss das eiserne Ofentürchen. Sie streute etwas Soda über das schmutzige Geschirr und goss das heisse Wasser darüber. Annas Mutter kam mit einem frischen Tuch in der Hand in die Küche zurück und begann, das Geschirr abzutrocknen.

«Samuel war eben hier. Frau Erni hat heute grosse Wäsche … Du weisst ja, wie Frau Erni ist.» Die Stimme der Mutter klang wie immer eintönig. Dieses Monotone reizte Annas Widerspruchsgeist, es machte sie ganz nervös. Sie fragte sich manchmal, von wo sie selbst ihre Quirligkeit und Fröhlichkeit hatte. Wäre sie in einem Krankenhaus zur Welt gekommen, hätte sie vermutlich darauf getippt, als Säugling verwechselt worden zu sein.

Ja, Anna wusste, wie Frau Erni war: Immer knapp am Rand eines Nervenzusammenbruches. Sie fragte sich zum ­x-ten Mal, was Herr Erni an dieser Frau gefunden hatte, als er sie vor ein paar Jahren geheiratet hatte. Samuel, der Sohn aus erster Ehe von Burkhard Erni, war inzwischen zwanzig und seit Kurzem arbeitete er wieder in Altikon bei seinem Vater als Handlanger. Sämi hatte zwar eine Lehre als Schuhmacher abgeschlossen, aber dies vor allem auf Wunsch seiner verstorbenen Mutter. Sie hatte gemeint, er müsse sich schonen und dürfe es nicht so streng haben wie sein Vater, der Hufschmied war. Aber Sämi hatte keine Freude am Schuhe machen und flicken. Sämi und Anna waren zusammen zur Schule gegangen und hatten sich immer gut verstanden. Seit er wieder im Dorf war, sahen sie sich ab und zu, aber jedes Mal nur von Weitem. «Eigentlich schade», dachte Anna, denn auch auf Dis­tanz konnte sie nicht übersehen, dass Sämi inzwischen ein attraktiver und kräftiger Bursche geworden war.

«Geh nachher hinüber und hol die beiden Gofen, damit sie nicht im Weg stehen. Sie sollen dir mit den Hühnern helfen», leierte die Mutter vor sich hin. Anna erinnerte sich nicht, ihre Mutter jemals richtig lachen gesehen oder gar gehört zu haben.

«Ja Mutter», sagte Anna und versuchte, ihre Freude über die Abwechslung mit den Kindern nicht zu deutlich zu zeigen. Irgendwie wurde sie den Eindruck nicht los, dass sie die Schuld an Mutters Kälte und Teilnahmslosigkeit trug. Auch wenn ihr eigentlich kein Grund dafür einfiel. Doch brauchte es überhaupt einen Grund? Es war halt, wie es war. Als der Abwasch beendet war, zog sich die Mutter in ihre Kammer zurück, um sich etwas hinzulegen. Sie hatte ein böses Bein, eine offene Wunde, die nicht heilen wollte und ihr seit Jahren Beschwerden bereitete.

7. Elefantengedächtnis

Der Himmel war bedeckt, als Emma am frühen Nachmittag mit ihrem Korb aus dem Haus ging. Ein eisiger Wind wirbelte Schnee von den Bäumen in ihr Gesicht, an den Hals und unter den Rock die Strümpfe hoch. Sie schloss die Knöpfe ihres Mantels, schlang sich ein Wolltuch um die Schultern, zog ihre Fäustlinge an und ging den Kirchrain entlang. Kaum war sie ein paar Schritte gegangen, als ihr Nachbar Röbi hinter einer Holzbeige hervorsprang, direkt vor ihre Füsse, und fröhlich «Guguseli, guguseli!» krähte. Dabei klatschte er in die Hände. «Jesses Röbi, hast du mich erschreckt!», rief Emma lachend, dabei hatte sie eigentlich schon mit ihm gerechnet. Es war so etwas wie ein Spiel zwischen ihnen.

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