Sandra Gatti geb. Müller - Mörderhölzli

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Mörderhölzli: краткое содержание, описание и аннотация

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Das Buch basiert auf den Polizeiakten eines vor über 100 Jahren im Zürcher Weinland verübten bestialischen Mordes. Das Opfer war die 21-jährige Bauerntochter Anna Müller, und das damals ungeklärte Verbrechen liegt bis heute wie ein Schatten über der Region.
Anhand der Ermittlungsakten sowie eigener Recherchen hat die Autorin einen Roman entwickelt, der die damaligen Ereignisse wieder zum Leben erweckt. Es ist ihr gelungen, Sachbuch, Krimi und historischen Roman zu einem fesselnden Werk zu verweben, sodass letztlich kaum mehr Zweifel bestehen, wer den Mord begangen hat.
Das Opfer Anna Müller war die Urgrosstante von Sandra Gatti-Müller.

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Der Luxus der Stromversorgung war erst in einigen grösseren Städten verfügbar. In den ländlichen Gebieten der Schweiz lebten die Menschen nach wie vor ohne elektrisches Licht; man hatte Petrol- oder Gaslampen und Kerzen. Auch Kühlschränke gab es zum Beispiel noch nicht. Die Milch hielt sich im kühlen Keller höchstens zwei bis drei Tage. Geheizt und gekocht wurde mit Holz.

Tagwach war auf dem Land mit der Morgendämmerung, Feierabend zwangsläufig bei Einbruch der Dunkelheit. Die Kirchenglocken halfen bei der Zeiteinteilung. Die Menschen arbeiteten körperlich und waren viel auf den Beinen. Sport war deshalb schlicht unnötig. Die meisten Distanzen wurden zu Fuss zurückgelegt, denn auch Velos waren bei der einfachen Bevölkerung nicht sehr verbreitet. Dafür besassen die Bauern Ochsen, manchmal auch Pferde, die Fuhrwerke zogen und bei der strengen Arbeit auf dem Feld halfen.

Bei der Arbeiterschaft in der Stadt verschlang die Ernährung den grössten Teil des Einkommens. Der Stundenlohn betrug je nach Branche und Geschlecht des Arbeitnehmers um die 30 Rappen, ein Wochenlohn bewegte sich bei rund 20 Franken. Die Hälfte ihres Einkommens mussten die Menschen damals für Nahrungsmittel ausgeben. Heute sind es hierzulande weniger als 10%. In nur einer halben Stunde haben wir unser tägliches Brot bereits verdient.

Das war um 1900 ganz anders: Ein Liter Milch kostete etwa 22 Rappen, ein Kilogramm Kartoffeln 9 Rappen, ein Kilogramm Rindfleisch 1 Franken 57 Rappen und ein Kilo Bohnenkaffee sogar 1 Franken 80 Rappen. Und wenn ein neues Paar Schuhe wirklich dringend nötig wurde, so bezahlte man dafür rund 10 Franken. Es ist deshalb nachvollziehbar, dass auf dem Land die Kinder den Grossteil des Jahres barfuss gingen.

2. Die Akten

Der Frühling des Jahres 2012 war mehr nass als wonnig, als ich dem Verbrechen im Mörderhölzli überraschend auf die Spur kam. Die offiziellen Ermittlungsakten zum «Lustmord an Anna Müller» aus dem Jahr 1906 existierten immer noch!

Meine Grossmutter aus Altikon blieb Ende der Siebzigerjahre, auf den schrecklichen Namen dieses Wäldchens angesprochen, vage: Vor sehr, sehr langer Zeit sei da ein Mädchen ermordet worden. Punkt. Ein Schauder lief mir über den kindlichen Rücken und ich wartete gespannt auf die Fortsetzung der Geschichte. Meine Grossmutter wandte sich wieder ihrem Kreuzworträtsel zu. Und dann, fast nebenbei, bemerkte sie, beim Opfer könnte es sich eventuell um eine entfernte Verwandte von uns gehandelt haben. Damit war die Fragestunde definitiv beendet. Ich spürte, dass sie glaubte, bereits zu viel erzählt zu haben. So blieb ich allein mit meinen Fantasien und mit meiner Neugier. Irgendwann geriet die Geschichte wieder in Vergessenheit.

Mehr als dreissig Jahre später führte mich eine Reise nach Wien zwangsläufig auch in die Kaiserzeit von Sissi und Franz Josef und weckte in mir überraschend glühendes Interesse für die Zeit um 1900.

Ein paar Tage später sass ich wieder mit meinen Kindern am Esstisch und schwärmte von meinen Erlebnissen. Nach den obligaten «Was wäre wenn?»-Fragen meiner Tochter landeten wir wieder einmal beim Geheimnis um das Mörderhölzli.­ «Ich weiss nicht einmal, wann dieser Mord passiert ist», klagte ich. Alle drei starrten wir gedankenversunken vor uns hin. Da fiel der Satz, der bei mir alles in Gang setzte. Mein Sohn sagte: «Man sollte halt zumindest mal einen Anhaltspunkt haben.»

So einfach, so klar. Ich begann zu fragen und zu forschen. Und wer sucht, der findet.

Also stattete ich dem Staatsarchiv meinen ersten Besuch ab. An einem trüben Samstagmorgen füllte ich am Empfang eine Registerkarte aus. Beim Forschungsthema schrieb ich: «Verbrechen im Kanton Zürich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts». Die junge Mitarbeiterin am Empfang instruierte mich gewissenhaft: «Sie lassen bitte alle Sachen wie Tasche und so weiter hier in der Garderobe. Die Akten dürfen fotografiert werden, aber ohne Blitz. Es hat Stromanschlüsse für Ihren Laptop. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Aufsichtsperson, ansonsten herrscht im Lesesaal Ruhe.»

Für meine hinterlegte Identitätskarte bekam ich einen Badge – den Schlüssel zur Wahrheit. Begleitet von elektronischem Piepsen gelangte ich dann durch zwei schwere Türen in den Lesesaal, wo zwei ältere Herren mit noch viel älteren Büchern beschäftigt waren. Gespannt setzte ich mich an einen freien Platz in der Nähe des Fensters und wartete.

«Ich möchte Sie warnen», hatte mir die zuständige Archivarin im Vorfeld geschrieben, «der Fall ist ziemlich heftig. Bringen Sie starke Nerven mit.»

Da durchschnitt wieder das Piepsen die Stille. Eine Tür im hinteren Teil des Raumes öffnete sich und ein Angestellter schob einen Wagen geräuschlos vor sich her. Das ernste Gesicht des Mitarbeiters und seine gemessenen Schritte erinnerten mich an den Transport einer Leiche. Die «Bahre» war an der Stirnseite mit «Gatti» beschriftet. Auf dem obersten Tablar befanden sich zwei grosse graue Archivschachteln.

Nachdem sich der «Totengräber» zurückgezogen hatte, hob ich vorsichtig die erste Schachtel vom Wagen. Behutsam legte ich sie auf den Tisch und öffnete sie. Der Geruch von altem Papier, Staub und Geschichte umwogte mich.

Statt durch die erhofften Fotos kämpfte ich mich erst einmal stapelweise durch Papier. Viele Dokumente waren in einer alten, schwer leserlichen Handschrift abgefasst. Dazwischen fanden sich auch sauber mit der Maschine getippte Aktenstücke. Zeitungsartikel erweckten meine Aufmerksamkeit, die Berichte von Polizei und Bezirksanwaltschaft und eine Menge Haftakten. Waren die etwa alle von Verdächtigen? Ich blätterte aufgeregt weiter. Da! Der Bericht des Arztes über die «Section». Der Amtsarzt hatte von den Verletzungen am Hals des Opfers eine Zeichnung angefertigt. Etwas weiter unten stiess ich auf das einzige Foto in den gesamten Akten.

Die grausame Tat lag jäh als düsteres, leicht vergilbtes Foto vor mir.

Im halbdunklen Hintergrund stehen zwei Männer mit Arztkitteln. Beherrscht wird das Bild von einer jungen Frau. Sie liegt auf einem Bett. Vermutlich ist es ein Doppelbett, denn daneben ist ein voluminöses Kopfkissen zu erkennen. Die Tote ist nackt, ihr Kopf ruht auf einem runden Stück Holz. Der eine Arm zeigt angewinkelt nach oben, als ob sie es sich am Strand bequem gemacht hätte. Ihr Gesichtsausdruck erscheint neutral, aber ihre Augen, im Tod erloschen, sind weit aufgerissen. Vom Brustbein bis zu ihrem Schambereich führt ein langer tiefer Schnitt. Die Därme quellen aus dem Dunkel des Bauches heraus und hängen auf ihrer rechten Seite bis fast auf das weisse Laken.

Ich zwang meinen Blick weg vom Bild. Die Aufsichtsperson vorne im Saal war mit einer Schreibarbeit am Computer beschäftigt, liess ihren Kontrollblick aber in regelmässigen Abständen durch den Saal schweifen. Rechts oben von der Ecke aus beobachtete mich eine Kamera, das rote Licht blinkte aufmerksam. Der Staat beschützt seine Akten gut.

Meine Gedanken schweiften ab zum Haus unterhalb der Kreuzstrasse in Altikon, wo ich die ersten Jahre meines Lebens verbrachte und wo auch Anna und ihre Familie gelebt hatten. Ich stand der Familie damals sehr nahe. Und jetzt stand ich wieder vor ihrer Geschichte und ihrem Schicksal. Niemand vor mir hatte das schreckliche Verbrechen an Anna Müller gesühnt. Ich spürte eine offene Wunde, die nie verheilt war. Immer tiefer tauchte ich in die Geschichte ein und langsam erwachten Anna und ihr Umfeld wieder zum Leben.

3. Das Böse

Emma spürte etwas Bedrohliches, Böses. Es war da, hier zwischen den Bäumen in den Dämmerstunden dieses Wintertages. «Es ist der Tod», ging es Emma durch den Kopf, und sie nahm diese Gewissheit mit Demut hin, so, als ob es sie nicht weiter kümmern müsste.

Aber dann bekam das Böse eine Gestalt. Ein grosser Vogel schwebte auffallend langsam und nur wenig über dem Boden durchs Unterholz herbei, die Flügel fast unmerklich bewegend. Ein Rabe? Sein Blick schien in weite Ferne gerichtet und Emma wusste, dass er sie nicht wahrnahm. Aber seine Botschaft war unmissverständlich.

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