Alex Bergstedt - Die erfundene Armut

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Die meisten Menschen würden, wenn sie einmal die Möglichkeit hätten, Deutschland zu besuchen, über den unwahrscheinlichen Reichtum staunen. Stattliche, solide Häuser, teure Autos, teure Handys, Markenkleidung, kostenlose Schulen und für mittellose Arme sogar kostenlose Krankenversorgung, Sozialhilfe, Wohnungen auf Staatskosten, kostenlose Parks, Wälder, Spielplätze und andere Einrichtungen, Sportangebote und Kultur, oft ebenfalls kostenlos, zumindest aber kostengünstig, kostenloses Internet und viele andere oft kostenlose Angebote von Chören über Wandergruppen bis hin zu Kinderbasteln oder Gottesdiensten. Berichtete man über ein solches Schlaraffenland in den armen Gegenden der Welt, würde man wohl oft für einen Lügner gehalten werden.
Auf der anderen Seite mehren sich immer dramatischer die Pressemeldungen, die über die stetig wachsende Armut in Deutschland berichten. Immer mehr Kinder sollen davon betroffen sein, sogar von Hunger ist die Rede.
Welche von den beiden Alternativen ist wahr? Oder gelten beide, weil die einen sehr viel reicher werden, die anderen aber in die Armut herabgesunken sind? Eine spannende und überraschende Analyse von Alex Bergstedt, der nicht nur weit gereist ist, sondern auch sowohl Reichtum als auch Armut persönlich kennengelernt hat und daher nicht nur wie ein Politiker theoretisiert, sondern aus Erfahrung spricht und praktische Hinweise gibt.

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Organisationen, die daran ein Interesse haben, dass es so wirke, dass das Land von Armut gebeutelt sei und dass die Menschen glauben, dass sie arm sind, haben daher eine andere Definition erfunden. Danach gilt als arm, wer weniger als 60% des Durchschnittseinkommens zur Verfügung hat. Mit dieser Definition ist die Existenz der Armut für immer garantiert, denn es ist praktisch unmöglich, sie auszurotten.

Denken wir zum Beispiel an eine exklusive Insel, auf der sich nur Schickeria tummelt, rund hundert Leute, von denen der ärmste 7 Millionen besitzt, der reichste 37 Milliarden. Der durchschnittliche Verdienst liegt wegen der hohen Einnahmen der Milliardäre bei 5 Millionen pro Monat. 60% davon sind 3 Millionen. Die meisten Millionäre kommen bei weitem nicht auf diese Armutsgrenze, so dass 70% dieser Multimillionäre als arm gelten müssen.

Der Investor, der die gesamte Bevölkerung in bittere Armut stieß

Ein anderes Beispiel: Auf einer Insel in der Südsee wohnten 20 Eingeborene ein primitives, aber glückliches Leben. Sie ernteten Kokosnüsse und andere Früchte, aber bauten auch ein wenig an, fischten und jagten. Alle verdienten für europäische Verhältnisse sehr wenig, so um die 100 Euro, wenn sie mal etwas an gelegentlich in Yachten vor der Insel ankernde Touristen verkauften, aber da sie für Nahrung kein Geld auszugeben brauchen, ihre Hütten selbst bauen und bei dem gleichmäßig warmen Klima kaum Kleidung brauchen und diese zudem oft selbst herstellen, brauchen sie im täglichen Leben gar kein Geld, so dass viele mehrere Tausend Euro in ihren Hütten angesammelt haben und sich sehr reich fühlen.

Eine Untersuchung einer gemeinnützigen Einrichtung kam sogar zu dem Ergebnis, dass es sich um eine der Regionen mit der geringsten Armut weltweit handelte. Als arm gilt dieser Einrichtung ein Mensch, der weniger als 60% des Durchschnitts verdient. Niemand verdiente weniger als 60% des Durchschnitts, da alle etwa gleich arm waren, und so war für die Statistiker alles auf der Insel im sozialen Sinne in Ordnung, denn laut ihrer Statistik war ja niemand arm.

Eines Tages hatte ein Tourist, der mit seiner Yacht die Insel kennengelernt hatte, eine Idee. Er verhandelte mit den Bewohnern, mietete ein Grundstück an und baute ein kleines Hotel für Touristen, die ein unberührtes Eiland zum Ausspannen suchen. Als Grundstücksmiete zahlte er jedem Bewohner 100 Euro pro Monat, außerdem nahmen auch fünf oder sechs Bewohner das Angebot an und arbeiteten für monatlich 200 € in dem Hotel, so dass fast jede Familie auch davon profitierte, und bald besaßen etliche Familien Fernseher, Handys, neue Kleidung und andere Artikel. (200 € waren nicht nur auf der Insel, sondern in der ganzen Gegend eine sehr gute Bezahlung, vor allem für einen ungelernten Job.)

Als die gemeinnützige Organisation im nächsten Jahr wiederkam, um die Statistik zu aktualisieren, kam sie allerdings zu einem schrecklichen Ergebnis. Der Investor war inzwischen auf die Insel gezogen. Er war reich, verdiente gut an seinem Hotel, vermietete seine Yacht und hatte sein zuvor bewohntes schönes Haus in Europa und sein dortiges Sommerhaus verkauft und sein gesamtes Vermögen gut angelegt, so dass er auf ein monatliches Einkommen von rund 100.000 € kam. Die auf der Insel wohnhaften Hotelangestellten verdienten mit Nebeneinnahmen so 400 €, die anderen kamen durch den stärkeren Touristenzustrom nun auf 200 € im Monat. Das verheerende Ergebnis ergab, dass das Durchschnittseinkommen der nunmehr 21 Bewohner nunmehr 5000 € betrug, aber 95% der Bevölkerung verdienten noch nicht einmal 10% des Durchschnittseinkommens, waren also jämmerlich arm. Da sieht man mal wieder, dass die Investition eines bösen Kapitalisten der Bevölkerung keinen Wohlstand bringt, sondern Elend! Karl Marx hat wohl doch recht, oder?

Die Inselbewohner selbst hatten allerdings weder von Marx noch von der Theorie, dass alle arm seien, die weniger als 60% des Durchschnitts verdienten, gehört und sagten in der Befragung, es gehe ihnen wesentlich besser als zuvor und sie seien glücklich mit ihrem Leben.

Traurig über das primitive Denken der Bewohner schickte die Organisation den Bewohnern daher einen politisch gebildeten Aufklärer, der den Bewohnern erklärte, dass der Hotelbesitzer zwanzig bis fünfzig Mal mehr verdiene als sie, ein Hotel besitze und über viele Aktien verfüge, von denen die Bewohner zwar keine Vorstellung hatten, die aber wohl wichtig für ein menschenwürdiges Leben sein mussten.

So kam es, dass die Bewohner sich mit der Zeit benachteiligt und als Bürger zweiter Klasse fühlten und traurig und depressiv wurden.

Definition: Wer gilt als arm

Laut Wörterbuch ist derjenige „arm“, „dem das Notwendige zum Leben fehlt“.

Die Berthelsmann-Stiftung dagegen definiert: „Als arm gelten laut Definition der Studie Kinder aus Familien, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Haushaltsnettoeinkommens auskommen müssen oder Hartz IV beziehen.”

So gilt ein Mensch als armutsgefährdet, wenn er weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens zur Verfügung hat. 2016 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 1064 Euro, für zwei Erwachsene mit zwei Kindern unter 14 Jahren bei 2234 Euro im Monat. In Deutschland gilt dies für jeden Sechsten, das sind 16,5 Prozent der Bevölkerung. 3,7 Prozent müssen sich materiell erheblich einschränken. Das heißt, die Betroffenen waren nicht in der Lage, die Miete, Hypotheken oder die eigene Versorgung zu bezahlen oder die Wohnung angemessen zu beheizen. 9,6 Prozent der Bürger unter 60 Jahren lebten in einem Haushalt mit sehr niedriger Erwerbsbeteiligung.

Auf ähnlich lautende Berechnungen berufen sich auch andere Institutionen oder Parteien, die die Armut in Deutschland anprangern und das Thema „Armut in Deutschland” propagieren.

Nun kann man dabei allerdings einen großen Einwand erheben: Was wäre, wenn ein gigantischer Wirtschaftsaufschwung dazu führen würde, dass alle plötzlich doppelt so reich wären? Würde die Armut dann abnehmen? Antwort: Nach der obigen Definition, die die 60% zur Grundlage hat, würde die Armut danach genau so groß sein wie zuvor.

Um das genauer zu verstehen, könnten wir uns ein übersichtliches Beispiel vorstellen, zum Beispiel ein Dorf mit hundert Einwohnern. Einige Menschen wissen vielleicht nicht, dass es so kleine und doch selbständige Dörfer gibt, da sie in Gegenden wohnen, wo kleinere Dörfer ihre Selbständigkeit verloren haben und von einem Bürgermeister aus einem größeren Dorf im Rahmen einer Gesamtgemeinde regiert werden. In vielen Staaten und auch in einigen deutschen Bundesländern ist das die Regel. In Brasilien werden sogar mitunter zwei oder drei kleine Städte unter einem Bürgermeister (oder sollte man besser „Landrat“ sübersetzen?) zusammengefasst.

Das kleinste deutsche Dorf liegt auf einer Hallig und hat sieben Einwohner. Die Menschen regieren sich selbst und können selbst darüber abstimmen, wenn sie irgendetwas verändern wollen, zum Beispiel, ob sie in der Weihnachtszeit einen Weihnachtsbaum auf der Hallig aufstellen wollen, wo er stehen soll, wie lange er stehen soll, von wann bis wann er stehen soll, wieviel er kosten soll usw. Wäre es nicht im Grunde absurd, wenn so etwas andere Menschen in einer Stadt auf dem Festland für die Halligbewohner entscheiden würden?

Nehmen wir an, alle Bewohner wären Buddhisten oder Moslems, aber der Bürgermeister in der Stadt schreibt ihnen vor, dass sie im Zentrum der Insel einen Weihnachtsbaum aufstellen müssen.

Oder umgekehrt, alle sind Christen, aber der Bürgermeister in der Stadt ist der Meinung, dass man keine Kreuze und Weihnachtsbäume öffentlich aufstellen solle, da islamische und atheistische Mitbürger sich in ihrer Gemütsruhe gestört fühlen könnten.

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