Alex Bergstedt - Die erfundene Armut

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Die meisten Menschen würden, wenn sie einmal die Möglichkeit hätten, Deutschland zu besuchen, über den unwahrscheinlichen Reichtum staunen. Stattliche, solide Häuser, teure Autos, teure Handys, Markenkleidung, kostenlose Schulen und für mittellose Arme sogar kostenlose Krankenversorgung, Sozialhilfe, Wohnungen auf Staatskosten, kostenlose Parks, Wälder, Spielplätze und andere Einrichtungen, Sportangebote und Kultur, oft ebenfalls kostenlos, zumindest aber kostengünstig, kostenloses Internet und viele andere oft kostenlose Angebote von Chören über Wandergruppen bis hin zu Kinderbasteln oder Gottesdiensten. Berichtete man über ein solches Schlaraffenland in den armen Gegenden der Welt, würde man wohl oft für einen Lügner gehalten werden.
Auf der anderen Seite mehren sich immer dramatischer die Pressemeldungen, die über die stetig wachsende Armut in Deutschland berichten. Immer mehr Kinder sollen davon betroffen sein, sogar von Hunger ist die Rede.
Welche von den beiden Alternativen ist wahr? Oder gelten beide, weil die einen sehr viel reicher werden, die anderen aber in die Armut herabgesunken sind? Eine spannende und überraschende Analyse von Alex Bergstedt, der nicht nur weit gereist ist, sondern auch sowohl Reichtum als auch Armut persönlich kennengelernt hat und daher nicht nur wie ein Politiker theoretisiert, sondern aus Erfahrung spricht und praktische Hinweise gibt.

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Welche von den beiden Alternativen ist wahr? Oder gelten beide, weil die einen sehr viel reicher werden, die anderen aber in die Armut herabgesunken sind? So titelte ein Rundfunksender: „Die Wirtschaft wächst, die Armut auch.“

Schockierende Zustände (?)

„Schockierende Studie: Immer mehr Menschen in Deutschland von Armut betroffen“ lautete ein Zeitungsartikel, der anprangert, dass die reichsten zehn Prozent die Hälfte des Vermögens besitzen.

Zehn Prozent sind eine abstrakte Größe. In Deutschland wären das rund 8 Millionen Menschen. Ist das viel oder wenig? Meistens kann man es sich besser vorstellen, wenn man viel geringere Zahlen hätte, mit denen man eher gewohnt ist, zu hantieren. Daher hier ein überschaubares Beispiel:

Auf einer Insel leben zehn Leute. Zwei verdienen 10.000€ im Monat, einer von den beiden gibt 9000€ im Monat aus, der andere liebt keinen Luxus und lebt von 2000€. Den Rest legen sie jeweils an. Vier Leute verdienen 4000€, drei geben alles aus, einer gibt nur 2000 aus und legt den Rest an. Zwei Leute verdienen 2000 Euro, einer gibt alles aus, der andere spart monatlich 500€ an. Zwei Leute sind nicht berufstätig und verdienen nichts.

Nach zehn Jahren haben alle Insulaner zusammengerechnet ein Vermögen von rund 1,4 Millionen aufgebaut, mögliche Zinsen, Aktiengewinne usw. der Einfachheit halber nicht mitgerechnet. Die reichsten zehn Prozent entsprechen auf dieser Insel genau einer Person, (denn 10% von 10 Personen sind eine Person,) und diese ist natürlich diejenige, die monatlich 8000€ zurückgelegt hat und daher nach zehn Jahren 960.000€ besitzt. Damit sind die Zustände auf dieser Insel noch schockierender als in Deutschland, denn die reichsten zehn Prozent, also die eine Person, besitzen nicht nur die Hälfte des Vermögens, sondern zwei Drittel. Sollte man dem Typ sein Geld wegnehmen oder einen Teil wegnehmen, oder sollte man ihn zusätzlich auch noch mit Gefängnis o.a. bestrafen? Oder sollte man womöglich seinen Reichtum tolerieren, auch wenn sich die anderen vielleicht darüber ärgern und er somit die Lebensqualität der anderen durch seinen Reichtum beeinträchtigt? Oder müsste man ihn gerade umgekehrt dafür loben, dass er durch seine Sparsamkeit und bescheidene Lebensweise so viel angespart hat.

Wer ist arm?

Eines Tages trafen sich zwei Männer in einer U-Bahn-Station gerade an einer Stelle, an der ein Obdachloser zusammengerollt auf einer Bankschlief. Der eine sagte: „Es ist eine Schande.“

„Ja, diese Obdachlosen haben kein Benehmen.“

„Nein, ich meinte, es ist eine Schande für unsere Gesellschaft, dass wir es nicht schaffen, diesen Leuten zu helfen, damit sie wieder auf die Beine kommen.“

„Da kann unsereiner nichts machen. Oft sind das Alkoholiker oder wollen gar keine feste Wohnung. Was willste da machen? Dafür gibt es doch Kirchen und Wohlfahrtsverbände mit Sozialarbeitern, und die sollten sich da auskennen.“

„Ja, das stimmt, aber die Kirchen und Wohlfahrtsverbände haben viel zu wenig Mitarbeiter dafür. Wir Reichen müssten diese Verbände mehr unterstützen, damit sie Sozialarbeiter einstellen können.“

„Was heißt hier „wir Reichen“? Ich bin ein ganz normaler Lehrer und kein Millionär. Ich komme finanziell gerade so über die Runden.“

„Wie du weißt, bin ich seit einem Jahr arbeitslos und bekomme Hartz IV. Aber seitdem ich zwei Jahre in Afrika gearbeitet habe, weiß ich, dass ich reich bin, auch wenn ich nur ein Viertel von dem bekomme, was du verdienst.“

Arm oder reich – das ist hier die Frage. Immer häufiger erschrecken uns Zahlen, die von wachsender Armut berichten. So gab der Spiegel online am 22.8.2018 bekannt, dass 4,4 Millionen Kinder in Deutschland arm seien. Auf der anderen Seite gibt es viele Bürger, die Geld übrighaben und froh wären, einmal einem armen Kind zu helfen, ihm Klavierstunden zu ermöglichen, ihm einen Aufenthalt am Strand oder einen anderen Ausflug zu ermöglichen oder ihm mit Büchern zu helfen, aber sie finden keine hilfsbedürftigen Kinder. Was ist also los?

„Immer mehr arme Menschen in Deutschland“ titelten Medien in den vergangenen Jahren. Es gibt immer mehr arme Menschen in Deutschland - aber auch immer mehr Reiche. Die Schere zwischen arm und reich wird in der Gesellschaft immer größer. Parteien vom rechten und linken Rand hauen in diese Kerbe und prangern die Regierung an, die sie für die „grassierende Armut“ verantwortlich machen. Aber während sonst die Medien besonders zu den Parteien des rechten Rands Distanz halten, ziehen sie in diesem Punkt meistens am selben Strang und informieren ihre Leser darüber, dass sie zu einem großen Teil arm sind. Selbst gemeinnützige Organisationen und Kirchen verbreiten diese Propaganda, ungeachtet des einstmals propagierten Armutsideals, dessen zufolge die Armut dann ja eigentlich nicht verteufelt werden dürfte.

Eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung informiert, wie viel die Menschen in Deutschland verdienen. Demnach leben 5,4 % der Befragten dauerhaft unter der Armutsgrenze, das bedeutet seit mehr als fünf Jahren. Als Armutsgrenze für eine alleinstehende Person wurde für diese Studie ein Einkommen von 12.192 Euro im Jahr angenommen, das sind rund 1016,00 Euro im Monat zum Leben. Als reich zählt man hingegen, wenn man allein 40.639 Euro im Jahr verdient (das sind im Schnitt 3.364 Euro im Monat). Dauerhaft reich sind rund 3,4 % der Bevölkerung. Es gibt also mehr arme als reiche Menschen - und die Zahl der Armen nimmt schneller zu. Das Problem ist, so schreibt die Studie, dass sich auch die Lebenswelten der Armen und Reichen immer mehr entfremden: Kinder werden auf unterschiedliche Schulen geschickt, die Häuser oder Wohnungen liegen in verschiedenen Vierteln, die Freizeitgestaltung und die Einkaufsmöglichkeiten sind andere.

Angeblich war früher alles besser. In den Jahren nach dem Krieg waren fast alle arm, die Löhne waren sehr gering, aber man hat gemeinsam das Land wieder aufgebaut. Lehrer, Pastoren, Richter oder andere Beamte waren genauso zu einfachem Leben gezwungen wie Arbeiter und Angestellte. Somit hat es mehr Gerechtigkeit gegeben. Seit den 70ger Jahren ist die Schere zwischen arm und reich dann immer weiter auseinander gegangen. Der zunehmende Wohlstand machte Unternehmer, aber auch viele kleine Selbständige wohlhabend und der Staat erhöhte die Besoldung der Beamten und Angestellten stetig. Wer in den 70ger Jahren aus Deutschland ausgewandert ist und jetzt zurückkommt, wird es nicht mehr wiedererkennen. Alle Leute besitzen unheimlich viele Dinge. Die Anzahl der Autos ist unermesslich. Viele Familien besitzen mehrere Autos, teure Fernseher oder ganze Anlagen (Heimkino oder Home Cinema o.a.) in raumfüllender Größe, Handys für alle Familienmitglieder, kaufen Fertiggerichte, fahren überallhin mit Autos oder anderen kostenerzeugenden Verkehrsmitteln und leisten sich kostenpflichtige Dienste wie Netflix, Pay-TV, Streamingdienste und vieles mehr. Auf der anderen Seite sieht man Obstbäume und Sträucher, die niemand aberntet, und in der Landwirtschaft (z.B. auf den Erdbeerplantagen) verdienen sich nicht mehr Kinder, Hausfrauen oder Arbeitslose ein Taschengeld, sondern die Landwirte müssen sich ihre Arbeitskräfte aus dem Ausland holen.

Als ich in den 70ger Jahren selbst auf einem Erdbeerfeld pflückte, war ich 14 oder 15 und damit bei weitem nicht der Jüngste. Auch andere Kinder verdienten sich dort ein Taschengeld, und manchmal pflückten dort Mütter, oft auch türkische Gastarbeiterfrauen, und alle ihre Kinder bis zu den kleinsten halfen mit.

Als ich jedoch 2019 auf ein Feld zum Selbstpflücken fuhr, war ich mit 57 Jahren der Jüngste.

Die Hans-Böckler-Stiftung hat eine Grenze von rund 1000 Euro als Grenze definiert, unter welcher ein Mensch in Deutschland als arm gelten soll. Nun könnte die Regierung einfach allen Menschen, die weniger als 1000 Euro haben, etwas dazugeben, dann wäre die Armut ausgelöscht.

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